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Fischbestand erholt sich nach Fangstop Eingestellt von Redaktion(hg) am 23.07.2008
Fischfang-Stop bringt Leben ins Meer
Nur fünf Jahre führen zu massiver Aufstockung der Bestände
Europäischer Hummer / Wikipedia: Olbertz
Fünf Jahre lang ist vor der britischen Insel Lundy im Bristol-Channel
jegliche Fischereiaktivität verboten worden. Nun hat ein Forscherteam
erstmals festgestellt, wie sich dieses Verbot auf die Unterwasserwelt ausgewirkt
hat. Das Ergebnis war für alle Beteiligten mehr als überraschend.
Im Schutzgebiet leben sieben Mal so viele Hummer wie in den Regionen, die
normal befischt werden. Zudem waren die im Schutzgebiet lebenden Krustentiere
um einiges größer, berichtet BBC-Online.
Das Fischereiverbot wurde von Natural England, dem Devon Seas Fisheries Committee
- der Administrationsbehörde für Fischfang - in Partnerschaft mit
lokalen Fischern vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Damals hatte man
beschlossen fast die gesamte Ostküste von Lundy zu einer "No-Take-Zone"
zu erklären. Die Idee dahinter war eigentlich eine Erholung der Hummerbestände
zu erreichen. "Auffallend war, dass es zu einer Zunahme an besonders großen
Tieren gekommen ist", so der Meeresbiologe Mike Hoskin, der von Natural
England als Forschungsleiter berufen wurde. In den vergangenen Jahren sei
es zudem zu einer deutlichen Zunahme an kleineren Hummern gekommen - das
haben die Untersuchungen an fünf Stellen - davon eine im Fischereisperrgebiet,
zwei in der kommerziell genutzten Region der Insel sowie zwei Vergleichsstellen
an der Nordküste von Devon und in Süd-Wales - ergeben.
Das Interessante an der Untersuchungsergebnissen - es wurden etwa mit Hummerkörben
Tiere gefangen und vermessen - war, dass es in den weiter entfernt gelegenen
Regionen keine Veränderung der Bestände gab, während selbst
in den kommerziell befischten Plätzen rund um Lundy mehr Jungtiere gezählt
wurden. Offensichtlich wanderten diese vom Schutzgebiet weiter. Um die Untersuchungen
noch weiter fortzuführen erhielten die gefangenen Tiere vor ihrer Freilassung
Markierungen. Nun werden die Fischer gebeten, wenn sie markierte Tiere fangen,
anzugeben, wo dies geschehen ist. Damit soll auch untersucht werden, wie
weit die Hummer wandern.
Umweltschützer und Fischereiexperten setzen sich nun dafür ein,
solche "No Take Zones" auch in anderen Regionen zur Erholung der Bestände
zu errichten. Auch der Fischereiexperte Ulf Dieckmann vom Institut für
angewandte Systemanalyse in Laxenburg IIASA sieht in der Errichtung solcher "drastischer"
Schutzzonen eine gute Möglichkeit zur Erholung der Bestände. "Es
ist begrüßenswert, dass weltweit eine steigende Akzeptanz auch
der strengsten Form von marinen Schutzzonen zu bemerken ist", meint der
Experte im pressetext-Interview. So wurde etwa eine No-Take-Zone vor der
Westküste der USA etabliert. "Das bisher erfolgreichste Projekt bleibt
allerdings das Große-Barriere-Riff in Australien." Die damit gemachten
Erfahrungen hätten wesentlich zur Ausdehnung solcher mariner Schutzzonen
beigetragen. "Im Vergleich zur Geschichte der Nationalparks an Land, die
etwa seit 150 Jahren bestehen, ist die Idee solcher Unterwasserschutzgebiete
gerade erst 20 Jahre alt." In der Regel sind solche Reservate auch relativ
einfach zu kontrollieren, argumentiert Dieckmann. "Wenn man es aus wirtschaftlicher
oder sozialpolitischer Überzeugung nicht schafft, die industrieartige
Fischerei zu stoppen, müssen solche Schritte eingeleitet werden."
Quelle: Pressetext Austria / Wolfgang Weitlaner
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