Geschrieben am 07.04.2000 von Frank

Überbuchungen durch XXX-Reisen
Ein Reisebericht von der Malediven Insel Ellaidhoo

(die Namen der Veranstalter sowie Reisebüros sind der Redaktion bekannt und wurden in diesem Bericht durch XXX..XYZ ersetzt.)

von Frank Minskowski

Vorwort: Mir geht es in meinem Bericht hauptsächlich um die Buchung der Reise, den anschließenden Reiseverlauf und um einige Details über die Insel. Meine Erlebnisse sollen dazu beitragen, dass Reisende auf unliebsame Überraschungen vorbereitet sind und diese bei der Reiseplanung bedacht werden.

Also dann:

Bereits 6 Monate vor der eigentlichen Last-Minute-Buchung habe ich mich mit meiner Freundin intensiv über die Malediven informiert. So kam es, dass wir im März 2000 unbedingt nach Ellaidhoo wollten, weil man hier direkt am Hausriff tauchen konnte und die Bedingungen zum Schnorcheln ebenfalls positiv dargestellt wurden. Wir buchten die 14-tägige Reise letztendlich aus dem Videotext über ein Angebot des Berliner Reisebüros XXY zum Preis von DM 2.299 pro Person. Reiseveranstalter war XXX-Reisen, deren Reisen u.a. auch über YYX-Reisen und ZZZ angeboten werden.

Die Vorfreude nach der Reisebestätigung war groß, der Abflug erfolgte von Frankfurt am 01.03.2000 um 20.45 Uhr mit Condor - 30kg Sportgepäck frei. Nach ca. neun Stunden Flug landeten wir am Vormittag auf der Flughafen-Insel der Hauptstadt Male. Nachdem wir bezüglich des weiteren Transfers die Reiseleitung vor Ort kontaktierten, wurde uns mitgeteilt, dass die von uns gebuchte Insel Ellaidhoo überbucht sei und wir auf einer anderen Insel unseren Urlaub verbringen sollten. Zu diesem Zeitpunkt ging ich davon aus, dass lediglich meine Freundin und ich Pech gehabt hätten und wir ein bedauerlicher Einzelfall wären. Dieses stellte sich jedoch nachher als gewaltiger Irrtum heraus...

Mir wurde als Alternative die Insel Bandos angeboten - die Vorteile für diesen Tausch in den schönsten Farben ausgemalt - dennoch wollten wir unbedingt nach Ellaidhoo. Die Reiseleitung vor Ort sprach zunächst mit mir alleine, bis sich weitere Urlauber nach dem Anschlusstransfer zu ihren Inseln erkundigten. Nun erfuhr ich, dass einige Urlauber nach Ellaidhoo kommen sollten, andere jedoch aufgrund der Überbuchung nicht. Letztlich sollten auch wir noch zu unserer gebuchten Insel gebracht werden, weil ein anderes Paar nach Bandos fuhr. Das Wort "Vollpension" wirkte beim Partner eines Tauchers Wunder - er schien nicht ganz so begeistert.

Wir wurden zu einem Sammelpunkt geschickt, wo bereits weitere Urlauber warteten. Man kam ins Gespräch und erfuhr, dass andere XXX-Urlauber das gleiche Schicksal treffen sollte. Mit knappen Worten der Reiseleitung wurde uns erklärt, dass wir am heutigen Tag nicht mehr nach Ellaidhoo fahren, sondern für eine Nacht auf "Ocean Paradise" untergebracht werden. Erst später stellte sich für uns heraus, dass "Ocean Paradise" keine Insel, sondern ein altes Schiff ist, welches sicherlich schon bessere Tage gesehen hat. Andere Urlauber, die energisch protestierten, wurden von uns getrennt, um letztlich noch am selben Tag nach Ellaidhoo gebracht zu werden.

Auf dem Schiff blieben Informationen weiterhin Mangelware, Bademöglichkeiten gab es nicht, an Tauchen oder Schnorcheln war überhaupt nicht zu denken. Die Kabinen waren klein, zum Teil aufgrund des laufenden Motors extrem laut, zum Teil mit defekter oder nicht regulierbarer Klimaanlage versehen. Die gemeinschaftlichen sanitären Anlagen konnten auf dem Gang genutzt werden. Man kam sich auf dem Pott regelrecht gefangen vor - kein Wort des Bedauerns oder einer Entschuldigung seitens der Reiseleitung. Erst auf Nachfrage wurde uns zugesagt, dass wir auf dem "Dampfer" all-inclusive haben und die Möglichkeit zur Besichtigung von Male bestehen würde. Die Stadt selber ist übrigens nicht besonders sehenswert und ein paar Stunden Aufenthalt reichen, um die Höhepunkte der Hauptstadt zu erkunden.

Gegen Mittag des nächsten Tages kam ein Speedboot zur "Ocean Paradies", welches Urlauber zum Boot brachte. Wir stiegen zu und gelangten nach ca. 1,5 Stunden Fahrt endlich zu unserer Urlaubsinsel. Andere XXX-Urlauber, die einen Flugtransfer nach Ellaidhoo gebucht hatten, waren schon auf der Insel. Sie wurden bereits ca. 2 Stunden vor uns von der "Ocean Paradies" abgeholt und erneut zum Flughafen gebracht. Nach längerer Wartezeit wurden Sie nach Ellaidhoo geflogen, allerdings ohne ihr Gepäck, welches erst später eintraf.

Im Verlauf unseres Aufenthalts erfuhren wir, dass die Insel ständig überbucht wird. Die Urlauber werden entweder dauerhaft auf anderen Insel untergebracht, vorübergehend auf die "Ocean Paradise" geschickt, oder beides wird miteinander kombiniert. Am vorletzten Urlaubstag ankerte das besagte Schiff vor Ellaidhoo. Die Urlauber, die vom Schiff auf die Insel kamen, erzählten, sie haben eine Woche auf dem Schiff und eine Woche auf Ellaidhoo gebucht. Aufgrund der Überbuchung der Insel werden Sie aber auf einer anderen Insel untergebracht. Hierbei handelte es sich um ca. 40 Reisende.

Nachdem wir auch noch erfuhren, dass Ellaidhoo und die "Ocean Paradise" den selben Besitzer haben, verstärkte sich unser Eindruck einer bewussten Überbuchung. Es hatte für uns den Anschein, dass der Besitzer so die Kapazitäten auf dem Schiff besser ausschöpfen kann und XXX-Reisen sich freier Bungalows anderer Inseln bedient. Nach neun Stunden Flug und in Male angekommen, drohen die wenigsten Urlauber mit sofortigem Rückflug nach Deutschland bei nicht Einhaltung der gebuchten und zugesagten Leistungen. Der Urlauber (Taucher / Schnorchler), der jedoch ganz bewusst Ellaidhoo gebucht hat, muss offensichtlich damit rechnen, woanders auf den Malediven seinen Urlaub zu verbringen.

Die Insel selber entsprach unseren Vorstellungen. Obwohl die Insel ausgebucht war, hat man am Strand seine Ruhe gefunden. Die Abendunterhaltung ist mäßig - wer lieber den Abend ruhig ausklingen lassen möchte, kann dieses hier tun. Das Essen war gut und Bekannte sagten, es sei für maledivische Verhältnisse ausgezeichnet, allerdings nicht sehr abwechslungsreich. Die Nebenkosten für Getränke belaufen sich auf ca. 3,50 $ je Bier und pro 1 L Wasser. Die Softdrinks liegen in etwa in der gleichen Preisklasse, Cocktails ab ca. 7 $. Neben freistehenden Bungalows, gibt es auf Ellaidhoo Bungalows mit vier z.T. doppel-geschössigen Einheiten für insgesamt ca. 140 Touristen. Die meisten Gebäude stehen unmittelbar am Strand / Wasser. Die Zimmer verfügen über Ventilator, Klimaanlage, Mini-Bar, Telefon, Bad, WC und zum geringen Teil über Fernseher.

Neben der Rezeption, die Visa- & Master-Card akzeptiert, gibt es einen kleinen Shop mit Postkarten und T-Shirts. Der Safe kann kostenlos an der Rezeption genutzt werden. Weiterhin sind Snack-Bar, Internet-Café, Restaurant und Tauchbasis in unmittelbarer Nähe. Für ein Telefonat hat man mindestens 25 $ zu berappen, eine E-Mail kann man bereits ab 1 $ verschicken. Ein Fußball- und Volleyballfeld sind ebenso vorhanden, wie eine Tischtennisplatte, ein Billardtisch und eine Dartscheibe - keine Animation.

Das Publikum bestand aus 50% Deutschen, 45% Italiener, 5% Andere. Überall auf der Insel liegt sauberer, geharkter Sand, auch in den Bars und im Restaurant kann man Barfuß laufen. Entspannung und Relaxtheit pur!!

Die Tauchbasis: Die Basis wird von Axel Horn geführt. Nach unserer Ankunft haben wir uns bei der Basis eingecheckt. Wir erhielten sofort die Ausrüstung, welche wir noch benötigten und behielten diese bis zur Abreise. Danach erfolgte obligatorisch zuerst eine Vorstellung der Basis, wo die Geräte und Materialien lagern, ein kurzer Überblick über das Tauchgebiet, das Angebot und die Preise. Jeder kann seine Sachen in Boxen einlagern. Es wird besonders auf das Maledivische Gesetz hingewiesen, das nur Tauchgänge bis maximal 30m zulässt. Die Mitarbeiter der Basis entscheiden beim Einchecken, ob sie sich von den taucherischen Fähigkeiten des Einzelnen bei einem Checktauchgang überzeugen wollen.

Man kann von Deutschland aus das Tauchen buchen, die Preise sind je nach Anbieter unterschiedlich. Nach unseren Erfahrungen kann man das Tauchen am günstigsten bei ZXY in München buchen. Mitunter ist dann aber die Reise teurer. Bei unserer Last-Minute-Buchung hatten wir keine Möglichkeit das Tauchen bereits in Deutschland zu buchen. Dieses ist bei einer "Normalbuchung" möglich und günstiger.

Wer ohne Guide taucht, kann dieses jederzeit am Hausriff tun. Des weiteren werden Bootsfahrten (i.d.R. mind. 2mal täglich) angeboten, auf Wunsch auch mit Guide. Die Unterwasserwelt ist leider überwiegend kaputt (Korallenbleiche). Dennoch sind bei einigen Ausfahrten Weich- und Hartkorallen, Langusten, Riesenschildkröten, Adlerrochen, Mantas und Haie zu sehen. Das Hausriff besticht durch die Artenvielfalt der Fische, Rochen, Schildkröte, Napoleon und Weißspitzenhai sind hier beheimatet

Gut Luft
Frank


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