Überbuchungen durch XXX-Reisen
Ein Reisebericht von der Malediven Insel Ellaidhoo
(die Namen der Veranstalter sowie Reisebüros sind der Redaktion
bekannt und wurden in diesem Bericht durch XXX..XYZ ersetzt.)
von Frank Minskowski
Vorwort: Mir geht es in meinem Bericht hauptsächlich um die Buchung
der Reise, den anschließenden Reiseverlauf und um einige Details
über die Insel. Meine Erlebnisse sollen dazu beitragen, dass Reisende
auf unliebsame Überraschungen vorbereitet sind und diese bei der Reiseplanung
bedacht werden.
Also dann:
Bereits 6 Monate vor der eigentlichen Last-Minute-Buchung habe ich mich
mit meiner Freundin intensiv über die Malediven informiert. So kam
es, dass wir im März 2000 unbedingt nach Ellaidhoo wollten, weil man
hier direkt am Hausriff tauchen konnte und die Bedingungen zum Schnorcheln
ebenfalls positiv dargestellt wurden. Wir buchten die 14-tägige Reise
letztendlich aus dem Videotext über ein Angebot des Berliner Reisebüros
XXY zum Preis von DM 2.299 pro Person. Reiseveranstalter war XXX-Reisen,
deren Reisen u.a. auch über YYX-Reisen und ZZZ angeboten werden.
Die Vorfreude nach der Reisebestätigung war groß, der Abflug
erfolgte von Frankfurt am 01.03.2000 um 20.45 Uhr mit Condor - 30kg Sportgepäck
frei. Nach ca. neun Stunden Flug landeten wir am Vormittag auf der Flughafen-Insel
der Hauptstadt Male. Nachdem wir bezüglich des weiteren Transfers
die Reiseleitung vor Ort kontaktierten, wurde uns mitgeteilt, dass die
von uns gebuchte Insel Ellaidhoo überbucht sei und wir auf einer anderen
Insel unseren Urlaub verbringen sollten. Zu diesem Zeitpunkt ging ich davon
aus, dass lediglich meine Freundin und ich Pech gehabt hätten und
wir ein bedauerlicher Einzelfall wären. Dieses stellte sich jedoch
nachher als gewaltiger Irrtum heraus...
Mir wurde als Alternative die Insel Bandos angeboten - die Vorteile
für diesen Tausch in den schönsten Farben ausgemalt - dennoch
wollten wir unbedingt nach Ellaidhoo. Die Reiseleitung vor Ort sprach zunächst
mit mir alleine, bis sich weitere Urlauber nach dem Anschlusstransfer zu
ihren Inseln erkundigten. Nun erfuhr ich, dass einige Urlauber nach Ellaidhoo
kommen sollten, andere jedoch aufgrund der Überbuchung nicht. Letztlich
sollten auch wir noch zu unserer gebuchten Insel gebracht werden, weil
ein anderes Paar nach Bandos fuhr. Das Wort "Vollpension" wirkte
beim Partner eines Tauchers Wunder - er schien nicht ganz so begeistert.
Wir wurden zu einem Sammelpunkt geschickt, wo bereits weitere Urlauber
warteten. Man kam ins Gespräch und erfuhr, dass andere XXX-Urlauber
das gleiche Schicksal treffen sollte. Mit knappen Worten der Reiseleitung
wurde uns erklärt, dass wir am heutigen Tag nicht mehr nach Ellaidhoo
fahren, sondern für eine Nacht auf "Ocean Paradise" untergebracht
werden. Erst später stellte sich für uns heraus, dass "Ocean
Paradise" keine Insel, sondern ein altes Schiff ist, welches sicherlich
schon bessere Tage gesehen hat. Andere Urlauber, die energisch protestierten,
wurden von uns getrennt, um letztlich noch am selben Tag nach Ellaidhoo
gebracht zu werden.
Auf dem Schiff blieben Informationen weiterhin Mangelware, Bademöglichkeiten
gab es nicht, an Tauchen oder Schnorcheln war überhaupt nicht zu denken.
Die Kabinen waren klein, zum Teil aufgrund des laufenden Motors extrem
laut, zum Teil mit defekter oder nicht regulierbarer Klimaanlage versehen.
Die gemeinschaftlichen sanitären Anlagen konnten auf dem Gang genutzt
werden. Man kam sich auf dem Pott regelrecht gefangen vor - kein Wort des
Bedauerns oder einer Entschuldigung seitens der Reiseleitung. Erst auf
Nachfrage wurde uns zugesagt, dass wir auf dem "Dampfer" all-inclusive
haben und die Möglichkeit zur Besichtigung von Male bestehen würde.
Die Stadt selber ist übrigens nicht besonders sehenswert und ein paar
Stunden Aufenthalt reichen, um die Höhepunkte der Hauptstadt zu erkunden.
Gegen Mittag des nächsten Tages kam ein Speedboot zur "Ocean
Paradies", welches Urlauber zum Boot brachte. Wir stiegen zu und gelangten
nach ca. 1,5 Stunden Fahrt endlich zu unserer Urlaubsinsel. Andere XXX-Urlauber,
die einen Flugtransfer nach Ellaidhoo gebucht hatten, waren schon auf der
Insel. Sie wurden bereits ca. 2 Stunden vor uns von der "Ocean Paradies"
abgeholt und erneut zum Flughafen gebracht. Nach längerer Wartezeit
wurden Sie nach Ellaidhoo geflogen, allerdings ohne ihr Gepäck, welches
erst später eintraf.
Im Verlauf unseres Aufenthalts erfuhren wir, dass die Insel ständig
überbucht wird. Die Urlauber werden entweder dauerhaft auf anderen
Insel untergebracht, vorübergehend auf die "Ocean Paradise"
geschickt, oder beides wird miteinander kombiniert. Am vorletzten Urlaubstag
ankerte das besagte Schiff vor Ellaidhoo. Die Urlauber, die vom Schiff
auf die Insel kamen, erzählten, sie haben eine Woche auf dem Schiff
und eine Woche auf Ellaidhoo gebucht. Aufgrund der Überbuchung der
Insel werden Sie aber auf einer anderen Insel untergebracht. Hierbei handelte
es sich um ca. 40 Reisende.
Nachdem wir auch noch erfuhren, dass Ellaidhoo und die "Ocean Paradise"
den selben Besitzer haben, verstärkte sich unser Eindruck einer bewussten
Überbuchung. Es hatte für uns den Anschein, dass der Besitzer
so die Kapazitäten auf dem Schiff besser ausschöpfen kann und
XXX-Reisen sich freier Bungalows anderer Inseln bedient. Nach neun Stunden
Flug und in Male angekommen, drohen die wenigsten Urlauber mit sofortigem
Rückflug nach Deutschland bei nicht Einhaltung der gebuchten und zugesagten
Leistungen. Der Urlauber (Taucher / Schnorchler), der jedoch ganz bewusst
Ellaidhoo gebucht hat, muss offensichtlich damit rechnen, woanders auf
den Malediven seinen Urlaub zu verbringen.
Die Insel selber entsprach unseren Vorstellungen. Obwohl die Insel ausgebucht
war, hat man am Strand seine Ruhe gefunden. Die Abendunterhaltung ist mäßig
- wer lieber den Abend ruhig ausklingen lassen möchte, kann dieses
hier tun. Das Essen war gut und Bekannte sagten, es sei für maledivische
Verhältnisse ausgezeichnet, allerdings nicht sehr abwechslungsreich.
Die Nebenkosten für Getränke belaufen sich auf ca. 3,50 $ je
Bier und pro 1 L Wasser. Die Softdrinks liegen in etwa in der gleichen
Preisklasse, Cocktails ab ca. 7 $. Neben freistehenden Bungalows, gibt
es auf Ellaidhoo Bungalows mit vier z.T. doppel-geschössigen Einheiten
für insgesamt ca. 140 Touristen. Die meisten Gebäude stehen unmittelbar
am Strand / Wasser. Die Zimmer verfügen über Ventilator, Klimaanlage,
Mini-Bar, Telefon, Bad, WC und zum geringen Teil über Fernseher.
Neben der Rezeption, die Visa- & Master-Card akzeptiert, gibt es
einen kleinen Shop mit Postkarten und T-Shirts. Der Safe kann kostenlos
an der Rezeption genutzt werden. Weiterhin sind Snack-Bar, Internet-Café,
Restaurant und Tauchbasis in unmittelbarer Nähe. Für ein Telefonat
hat man mindestens 25 $ zu berappen, eine E-Mail kann man bereits ab 1
$ verschicken. Ein Fußball- und Volleyballfeld sind ebenso vorhanden,
wie eine Tischtennisplatte, ein Billardtisch und eine Dartscheibe - keine
Animation.
Das Publikum bestand aus 50% Deutschen, 45% Italiener, 5% Andere. Überall
auf der Insel liegt sauberer, geharkter Sand, auch in den Bars und im Restaurant
kann man Barfuß laufen. Entspannung und Relaxtheit pur!!
Die Tauchbasis: Die Basis wird von Axel Horn geführt. Nach unserer
Ankunft haben wir uns bei der Basis eingecheckt. Wir erhielten sofort die
Ausrüstung, welche wir noch benötigten und behielten diese bis
zur Abreise. Danach erfolgte obligatorisch zuerst eine Vorstellung der
Basis, wo die Geräte und Materialien lagern, ein kurzer Überblick
über das Tauchgebiet, das Angebot und die Preise. Jeder kann seine
Sachen in Boxen einlagern. Es wird besonders auf das Maledivische Gesetz
hingewiesen, das nur Tauchgänge bis maximal 30m zulässt. Die
Mitarbeiter der Basis entscheiden beim Einchecken, ob sie sich von den
taucherischen Fähigkeiten des Einzelnen bei einem Checktauchgang überzeugen
wollen.
Man kann von Deutschland aus das Tauchen buchen, die Preise sind je
nach Anbieter unterschiedlich. Nach unseren Erfahrungen kann man das Tauchen
am günstigsten bei ZXY in München buchen. Mitunter ist dann aber
die Reise teurer. Bei unserer Last-Minute-Buchung hatten wir keine Möglichkeit
das Tauchen bereits in Deutschland zu buchen. Dieses ist bei einer "Normalbuchung"
möglich und günstiger.
Wer ohne Guide taucht, kann dieses jederzeit am Hausriff tun. Des weiteren
werden Bootsfahrten (i.d.R. mind. 2mal täglich) angeboten, auf Wunsch
auch mit Guide. Die Unterwasserwelt ist leider überwiegend kaputt
(Korallenbleiche). Dennoch sind bei einigen Ausfahrten Weich- und Hartkorallen,
Langusten, Riesenschildkröten, Adlerrochen, Mantas und Haie zu sehen.
Das Hausriff besticht durch die Artenvielfalt der Fische, Rochen, Schildkröte,
Napoleon und Weißspitzenhai sind hier beheimatet
Gut Luft
Frank