Geschrieben am 22.06.2000 von R. Suter

Anfang Jahr ereignete sich an der SLRG-Tauchgeräte-Füllstation in Zug der zweite Unfall der auf falsch zusammengeschraubte Tauchgeräte zurückzuführen ist. Diesmal mit tödli-chen Folgen.

Da solche Unfälle auch anderen Orts einige Male pro Jahr vorkommen, kann in Publika-tionen nicht oft genug auf die Gefahr von falsch zusammengeschraubten Tauchgeräten hingewiesen werden, um potentielle Bastler und Eigenbauer von ihrem Vorhaben abzu-halten.

In diesem Artikel werde ich von Mutter sprechen, wenn das Gewinde an der Flasche ge-meint ist, und von Schraube, wenn das Gewinde an den Hahnen gemeint ist.

Ich hoffe, dass auf den Zeichnungen nach der Verkleinerung für unseren "Seemuuggi" die beschriebenen Details noch genügend deutlich erkannt werden können.

In Europa ist es zum grössten Teil üblich, Tauchgeräte mit den Gewinden 25 mm mal 2 mm zu verwenden. Das heisst, Durchmesser des Gewindes ist 25 mm und die Steigung der Gewindegänge ist 2mm. In nicht europäischen Ländern wird dafür oft das 3/4 Zoll Gasrohrgewinde verwendet. In früheren Zeiten wurden öfter Tauchgeräte importiert als heute.

Bild 1b zeigt nun eine korrekte M25 Kombination Schraube/Mutter. Bild 2b zeigt die eben-falls korrekte 3/4 Zoll Kombination Schraube/Mutter.

Bei den Bildern 1a und 2a wird es jetzt interessant! Bild 1a ist die falsche Kombination M25 Mutter und 3/4c Zoll Schraube. Dementsprechend ist Bild 2a die falsche Kombination 3/4 Zoll Mutter und M25 Schraube.

Bei diesen Kombinationen sieht man auf der Zeichnung deutlich, wie sich die Gewinde nach zwei Umgängen anfangen zu überschneiden.

Glaubt man, dass man eine M25 Kombination (Bild 1b) von Mutter und Schraube vor sich hat, oder weiss man dies bestimmt, weil zum Beispiel eines der beiden Teile mit M25 mar-kiert ist, so ist die Kontrolle relativ einfach. Wie schon manchen Orts erwähnt, muss diese Kombination ohne grossen Widerstand mit zwei Fingern vom Anfang bis zum Endan-schlag eingeschraubt werden können. Der Endanschlag wird ganz plötzlich bemerkt, und es geht keine halbe Umdrehung mehr weiter. Abgedichtet wird hier mit einem O-Ring.

Schwieriger wird es, wenn man glaubt, dass man die 3/4 Zoll Kombination (Bild 2b) vor sich hat. Oder wenn man dies weiss, weil zum Beispiel eines der Teile mit 3/4 markiert ist. Im korrekten Fall von Bild 2b ist es nämlich so, dass die Norm sagt, dass beim Gasrohrg-winde die Schraube leicht konisch sein soll. Dies ist auf dem Original des Bildes 2b auch deutlich zu sehen. Die Idee, die dahinter steckt, ist, dass diese Gewindekombination ohne weitere Hilfsmittel wie O-Ringe oder Teflon selber dichtet.

Dieser Gewindebolzen hat bei den ersten Umdrehungen ziemlich Spiel und schraubt sich dann immer härter in die Mutter, bis er komplett dichtet. Dies ist völlig korrekt.

Um so schwieriger ist es aber, die falsche Kombination Schraube Mutter (Bild 1a und 2a) zu erkennen, da diese Kombination bei den ersten Umdrehungen ein ähnliches Verhalten aufweist, wie die richtige 3/4c Zoll Gasrohrkombination (Bild 2b). Beim weiteren Herein-schrauben wird auch der Widerstand immer grösser, ohne dass ein definierter Anschlag zu spüren wäre. Das c steht übrigens für englisch konisch "conical".

Für uns Laien heisst dies also: Hände weg vor eigenen Ersatzteilkäufen, Eigenbau und Eigenrevisionen.

R. Suter


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