Anfang Jahr ereignete sich an der SLRG-Tauchgeräte-Füllstation
in Zug der zweite Unfall der auf falsch zusammengeschraubte Tauchgeräte
zurückzuführen ist. Diesmal mit tödli-chen Folgen.
Da solche Unfälle auch anderen Orts einige Male pro Jahr vorkommen,
kann in Publika-tionen nicht oft genug auf die Gefahr von falsch zusammengeschraubten
Tauchgeräten hingewiesen werden, um potentielle Bastler und Eigenbauer
von ihrem Vorhaben abzu-halten.
In diesem Artikel werde ich von Mutter sprechen, wenn das Gewinde an
der Flasche ge-meint ist, und von Schraube, wenn das Gewinde an den Hahnen
gemeint ist.
Ich hoffe, dass auf den Zeichnungen nach der Verkleinerung für
unseren "Seemuuggi" die beschriebenen Details noch genügend
deutlich erkannt werden können.
In Europa ist es zum grössten Teil üblich, Tauchgeräte
mit den Gewinden 25 mm mal 2 mm zu verwenden. Das heisst, Durchmesser des
Gewindes ist 25 mm und die Steigung der Gewindegänge ist 2mm. In nicht
europäischen Ländern wird dafür oft das 3/4 Zoll Gasrohrgewinde
verwendet. In früheren Zeiten wurden öfter Tauchgeräte importiert
als heute.


Bild 1b zeigt nun eine korrekte M25 Kombination Schraube/Mutter. Bild
2b zeigt die eben-falls korrekte 3/4 Zoll Kombination Schraube/Mutter.


Bei den Bildern 1a und 2a wird es jetzt interessant! Bild 1a ist die
falsche Kombination M25 Mutter und 3/4c Zoll Schraube. Dementsprechend
ist Bild 2a die falsche Kombination 3/4 Zoll Mutter und M25 Schraube.
Bei diesen Kombinationen sieht man auf der Zeichnung deutlich, wie sich
die Gewinde nach zwei Umgängen anfangen zu überschneiden.
Glaubt man, dass man eine M25 Kombination (Bild 1b) von Mutter und Schraube
vor sich hat, oder weiss man dies bestimmt, weil zum Beispiel eines der
beiden Teile mit M25 mar-kiert ist, so ist die Kontrolle relativ einfach.
Wie schon manchen Orts erwähnt, muss diese Kombination ohne grossen
Widerstand mit zwei Fingern vom Anfang bis zum Endan-schlag eingeschraubt
werden können. Der Endanschlag wird ganz plötzlich bemerkt, und
es geht keine halbe Umdrehung mehr weiter. Abgedichtet wird hier mit einem
O-Ring.
Schwieriger wird es, wenn man glaubt, dass man die 3/4 Zoll Kombination
(Bild 2b) vor sich hat. Oder wenn man dies weiss, weil zum Beispiel eines
der Teile mit 3/4 markiert ist. Im korrekten Fall von Bild 2b ist es nämlich
so, dass die Norm sagt, dass beim Gasrohrg-winde die Schraube leicht konisch
sein soll. Dies ist auf dem Original des Bildes 2b auch deutlich zu sehen.
Die Idee, die dahinter steckt, ist, dass diese Gewindekombination ohne
weitere Hilfsmittel wie O-Ringe oder Teflon selber dichtet.
Dieser Gewindebolzen hat bei den ersten Umdrehungen ziemlich Spiel und
schraubt sich dann immer härter in die Mutter, bis er komplett dichtet.
Dies ist völlig korrekt.
Um so schwieriger ist es aber, die falsche Kombination Schraube Mutter
(Bild 1a und 2a) zu erkennen, da diese Kombination bei den ersten Umdrehungen
ein ähnliches Verhalten aufweist, wie die richtige 3/4c Zoll Gasrohrkombination
(Bild 2b). Beim weiteren Herein-schrauben wird auch der Widerstand immer
grösser, ohne dass ein definierter Anschlag zu spüren wäre.
Das c steht übrigens für englisch konisch "conical".
Für uns Laien heisst dies also: Hände weg vor eigenen Ersatzteilkäufen,
Eigenbau und Eigenrevisionen.
R. Suter |