Früh dort sein - in einem Tag alles wichtige anschauen - und abens
wieder nach Hause - so sah unser Plan für den Boot-Besuch unserer
Redaktion aus. Also waren wir fast pünklich zum Einlass in der Halle
3 und haben einige Kilometer für euch abgelaufen.

Tja - was gab es interessantes zu sehen ? Zuerst einmal - eigentlich
weniger Besucher als im letzten Jahr. Oder täuschten wir uns? Insgesamt
kam uns der Andrang in der Halle nicht so stark vor wie 2001.
Den vielen Equipment-Ramschern wollten wir auch keinen Besuch abstatten. Ein kurzer
Blick auf die Preise - diese orientierten sich ziemlich an den günstigen
Onlineshops im Internet. Einzig Flaschen bekam man recht günstig -
und waren auch noch reichlich vorhanden. Auslaufartikel gabs supergünstig,
aber das ist in anderen Branchen ja auch üblich.
Also wohin sollten wir unsere Blicke richten? Alle Tauchziele rund um
die Welt wurden mehr oder weniger professionell präsentiert. Und da
nicht immer alles Gold ist was glänzt, verlassen wir uns hier lieber
auf die vielen Berichte, welche sich schon auf unserem Server angesammelt
haben.
Was dieses Jahr auffiel war die starke Präsenz der CMAS Germany.
Endlich hat man sich auf ein Konzept geeinigt, und Flaggen der CMAS Germany
waren bei allen präsenten Mitgliedern zu finden. Hoffen wir daß
nach dem steinigen Weg am Anfang dieser Verbund stark zusammenarbeitet
und eine saubere Gemeinschaft repräsentiert.

Nach vielen Gerüchten rund um ITDA Schottland, ITDA Deutschland,
pda und wer noch alles in die Aufregungen verstrickt war, zeigte sich ein Stenmar-Stand
auf der Boot 2002. Wir nahmen dies zum Anlaß Stenmar
direkt zu befragen, was hier gelaufen ist, wies weitergeht und was sich
sonst noch zu tut. Nach einem ausführlichen Gespräch auf dem
Stenmar Stand verliessen wir einiges schlauer diesen Bereich, und warten
noch auf eine offizielle Mitteilung von Stenmar, welche wir dann höchstwahrscheinlich
auf unseren Seiten veröffentlichen werden.

Die Produktneuheiten der großen Equipment-Hersteller haben wir
euch bereits im Bericht über die EuroDiving in München aufgezeigt.
Also was sollen wir dann noch auf der Boot 2002 besuchen? Wir haben mal
die "kleinen" Neuheiten auf der Boot herausgepickt und wollen
euch einige interessante detaillierter präsentieren, welche vielleicht
im Kaufrausch-Hin-Und-Hergerenne einfach untergegangen sind:
BRIGHT WEIGHTS
Gewichtssysteme? Jeder hat oder hatte wohl ein kleines Problem damit.
Der gute alte Bleigürtel, welcher vielen Leuten Rückenschmerzen
besorgte, ist immer seltener anzutreffen. Die Lösung sollte wohl ein
Softbleigurt bringen - aber auch hier ist die Bleimenge stark begrenzt
- oder der Gurt wird ebenfalls unbequem. Und bleiintegrierte Jackets? Auch
hier ist bei manchen Modellen das Einbringen des Bleis nicht gerade einfach
- und somit auch nicht das schnelle Wechseln des Bleis zwischen vorderer
Tasche und Trimm-Möglichkeiten.

Die Firma Bright Weights stellt hier ein neues System vor, welches an
Flexibilität nicht zu übertreffen ist. Jannie Wessels war extra
aus Südafrika angereist, um "sein" Produkt bis ins Detail
vorzuführen. Dieses Gewichtssystem besteht aus 500g schweren Metallzylindern,
welche in alle Arten und Formen von Bleigurten (Bauchgurt, Fußgelenkgurt,
kleine Befestigungssysteme, kurze Gurte mit Griffen (z.b. für Mares-Jackets))
eingesetzt werden können. Abgerundet wird das Programm durch 1,5 kg
schwere Zylinder, welche paarweise an der Flasche montiert werden können.
 
Was sehr positiv auffiel war die Verarbeitungsqualität. Alle Gurte
waren sauber vernäht, die Schnallen robust und sehr gut befestigt.
Ein absolutes Highlight ist die Flexibilität. Schnell mal ein Zylinder
aus dem Bauchgurt an die Fußgelenke montiert, schnell mal ein Kilo
mehr an den Bauch oder in der Trimmtasche versenkt - die Betonung liegt
auf SCHNELL. Denn mit etwas Technik flutschen die Zylinder aus dem Bleigurt
- sind aber trotzdem gegen Durchrutschen während dem Tauchgang gesichert.

Die ebenfalls erhältlichen kleinen Gurte mit Montagemöglichkeiten
(leider kein Bildmaterial vorhanden) sowie die Integrationsmöglichkeiten
in verschiedene Jackets sind ebenfalls einfach Einzulegen, zu Verändern
und auszutauschen. Weitere Infos hierzu gibts auf der Internetseite
von Bright Weights.
Preislich liegt das System ebenfalls im angenehmen Bereich - ein 500g
Zylinder kostet EUR 3,50, ein Bauchgurt EUR 15,65 und ein paar Fußgurte
EUR 13,45. Dies sind die UVP-Empfehlungen des Herstellers.
AQUAPAC
Taucher sind Technik-Freaks - klar. Das trifft sowohl auf die reine
Tauchausrüstung zu, wie auch auf das Drumherum. Wer hat nicht sein
Handy im Tauchurlaub dabei? Den Palm zum Gasmischen mit am Ufer? Das GPS-Gerät
auf dem Boot in der Hand? Aber solches High-Tech-Equipment in feuchter,
wenn nicht gar nasser Umgebung? Plasiktüte drumwickeln? Aber wie Abdichten?
Und dann wieder rausbekommen?

Die Fa. Aquaman
bietet hier ein sehr umfangreiches System namens Aquapac an. Die Schutzbeutel,
welche etwas an das Ewa-Marine-Prinzip erinnern, basieren auf ein in Englang
patentiertes Abdichtungssystem. Für nahezu jedes elektronische Gerät
befindet sich eine passende Schutzhülle im Sortiment. Die Beutel sind
einfach zu öffnen und Verschließen und rasten beim Verschließen
hörbar ein. Die Geräte wie Palms, GPS-Empfänger, Handies
usw usw bleiben auch im Beutel bedienbar. Selbst eine patentierte Durchführung
für Kabel nach außen sind machbar, so z.B. für externes
Equipment oder Kopfhörer.

Die Gehäuse sind sehr gut verarbeitet, der Verschluß ist
auf Dauer druckdicht bis auf 5m Wassertiefe, kurzzeitig ist die Dichtigkeit
weit höher (was bei einem Über-Bord-Gehen schon mal passieren
kann). Durch den Lufteinschluß im Beutel bleibt soll ein über
Bord gegangenes Gerät an der Oberfläche bleiben.

Die Aquapacs schützen nicht nur vor Wasser, sondern auch vor Sand,
Schmutz, Staub und allem was diesen Geräten gefährlich werden
kann.
Noch nicht ausprobiert - aber der Gameboy-Einsatz auf der Dekostufe
sollte nicht mehr allzulange Warten lassen :-))
Subglider
Ein Designstudent aus Hannover, Haluk Anlar, stelle auf der Boot einen
Prototyp seines Subgliders vor, ein Gerät, welches es einem Wassersportler
ermöglichen soll, in rasanter Geschwindigkeit oder einfach nur gemütlich
hinter einem Boot die Unterwasserwelt zu genießen. Des Gerät
kann durch einen Steuerungsmechanismus mit beiden Händen bedient werden,
soll unter Wasser dadurch sehr beweglich sein und durch zwei integrierte
kleine Pressluftflaschen die Luftversorgung des Tauchers sicherstellen.

Das aus Polyester gefertige Wassersportgerät hat eine Spannweite
von einem Meter bei einer Länge von 1,5 Metern. Gesteuert wird das
Gerät durch ein hydraulisches System, welches direkt durch den Taucher
bedient werden kann.

Ein Prototyp dieses Gerätes soll demnächst im Windkanal getestet
werden, danach soll der Subglider den letzten Schliff erhalten und in Produktion
gehen. Wir werden euch über den Verlauf dieses Projektes auf dem laufenden
halten.

Weitere Informationen zu diesem Projekt gibt es unter dieser
Website.
NAUTEC
Bei Nautec fanden wir eine sehr leicht bedienbare Flaschenbrücke
mit "Fernsteuerung". Gut integrierbar, die Welle kann gut fixiert
werden und ist doch sehr leichtgängig:

Nautec hatte noch viele weitere interessante Sachen im Programm, da
wir jedoch unserem "Berater" quasi jedes Wort aus der Nase ziehen
mussten brachen wir das Gespräch ab. Schade.
Fazit
Viel mehr fällt mir leider auch nicht ein. Eine ganz gewöhnliche
Boot - mit etwas weniger Resonanz. So viel Schwarz-DM wurde wohl doch nicht
für Tauchausrüstung ausgegeben. Also warten wir aufs nächste
Jahr - und die Boot 2003. |