Wir befinden uns gedanklich im Jahr 15 vor Christus: Während die Truppen des Drusus über Pässe und durch Täler der Zentralalpen nach Norden vordringen, stößt Tiberius von Westen kommend über Gallien in die Bodenseeregion vor und nimmt das schwäbische Voralpenland ein. Die keltischen und raetischen Stämme sind zersplittert, die römische Kriegsmaschinerie erlaubt wenig Widerstand - die Unterwerfung der Völker nördlich der Alpen hat begonnen. Es existieren zahlreiche, schriftliche Zeugnisse über die Kriegszüge des Augustus. Besonders detailliert beschrieben sind die Eroberungen seiner Adoptivsöhne Drusus und Tiberius, die zu dieser Zeit mit mindestens 35.000 Mann Süddeutschland bis zur Donau besetzten.
Zu Beginn der römischen Okkupation spielte die Donau noch keine wesentliche Rolle. Kaiser Augustus starb 14 n. Chr. und erst 50 Jahre später wurde unter Kaiser Claudius der Ausbau der Donaulinie systematisch fortgeführt. Es fand eine schrittweise Besetzung der Donaugrenze statt, zahlreiche Auxiliarkastelle festigten die natürliche Grenze, die Donau wurde zum Verkehrsweg.
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