Vor zehn Monaten erlernte ich das Tauchen. Wie viele Menschen zuvor, so erlebte auch ich eine starke Veränderung durch diesen Schritt. Wie ich schon in anderen Berichten bekannt gab, ist das zentrale Thema meines Lebens die Transzendenz. Meditation und Tauchen sind für mich mittlerweile un-aus-lösch-lich miteinander verbunden.
Tauchen verbindet Menschen. In meinem Verständnis für diesen Prozeß ist die Transzendenz der Link zwischen den Tauchern - den Menschen. Meine `Suche` gilt der immer feineren Verbindung zwischen den Individuen. Ich liebe den Aufbau, Erhalt und die Erweiterung von Beziehungen zwischen einem Menschen und mir. Der Austausch von Erfahrungen spielt dabei natürlich eine sehr große und wichtige Rolle. Die non-verbale Interaktion zwischen zwei Tauchern unter Wasser fasziniert mich vollkommen. Ich kann einem, mit dem Element verbundenen Taucher stundenlang - oder zumindest bis der Tank auf Reserve geht - zuschauen.
Gestern habe ich meinen 200sten Tauchgang absolviert. Es war nichts besonderes an diesem Tauchgang, dies auch deshalb - so dachte ich - weil er in einem künstlichen Becken und `nur` in zehn Meter Tiefe stattgefunden hatte. Ich dümpelte 83 Minuten in Bodennähe herum und das brachte mir am Ende eine Durchschnittstiefe von 9 Metern ein. Kein Manta, keine Seekuh, keine Haie... was hätte ich erwarten können, von diesem Tauchgang? Was kann man schon von einem kleinen, künstlichen Becken erwarten? Nachdem ich meine 10 Literflasche bis auf 100 bar abgesaugt hatte, entstieg ich dem Naß. Dabei waren 980 Liter trockene Luft durch meine Lungen geströmt.
Eine Stunde später lag ich in einem der Ruheräume im Wellnessbereich. Das Monte Mare in Rheinbach besitzt ja nicht nur schöne Saunen, sondern eben auch das angeschlossene Tauchzentrum. Auf einem Wasserbett meine stickstoff-gesättigten Gewebe erholend, verbrachte ich meine Zeit in Erinnerungen an die letzten 200, unter denen auch spektakuläre ihren Platz gefunden haben. Zwei Tauchgänge dieser Art sollten an diesem Tage noch folgen - und ja ... niemand hatte in der Zwischenzeit Haie ins Light-Blue-Water gelassen. Neben mir - auch auf einem Wasserbett liegend - verbracht ein junge Lady ebenfalls ihre Zeit - mit mehr oder weniger Nichtstun. Wir hatten uns morgens kurz beim Aufrödeln beäugt und es war vom ersten Moment Sympathie vorhanden. Tauchen verbindet und so so lagen wir ohne Berührungen aber verbunden auf unseren Warm-Wasser-Gluckernden-Betten. Jeder Surf-Interval findet durch Neopren und Flasche ein Ende - Gott-Sei-Dank - und so trafen wir uns im Tauchbereich dann später wieder. Unter Wasser erkannten wir, wie einfach die Welt sein kann - warum tun wir uns über Wasser oft so schwer... Ohne jedes Wort überließen wir uns - gut tariert ist`s ja möglich - der Schwerelosigkeit und genossen beide, nicht vollkommen allein unserer Leidenschaft nachzugehen und lächelten uns mit den Augen von Zeit zu Zeit zu. Unsere erste Kommunikation bestand in einer simplen aber nicht unwichtigen Geste: zwei Finger in die andere Hand tippend waren die Frage. Zwei Hände die ein T bilden, gefolgt von einer Faust, die Antwort. Tauchen ist einfach - ebenso die Sprache unter Wasser. Wir tauchten aufeinander zu - im letzten Moment leicht ab- bzw. aufsteigend, übereinander, in Rücken- Seiten- und Bauchlage, wir schlugen Purzelbäume oder standen im Kopfstand und verstanden uns. Wir teilten Zeit mit eigentlich nicht notwendigen - für uns beide aber absolut wichtigen Aktionen. Wir sprachen durch unser Tun miteinander. Die fließenden Bewegungen im und unter Wasser erklären sich selbst. Wie zwei Wale - vielleicht mit weniger stark entwickeltem Sonar - nutzen wir die Möglichkeiten, die sich für uns in einer eher lebensfeindlichen aber vertraut gewordene Umgebung, darboten. Mit meinen fast 5 Jahrzehnten Erden-Erfahrung kann ich eindeutig sagen, daß dies wieder ein absolut schönes Erlebnis gewesen ist und in der Erinnerung bleiben wird. Einmal mehr durfte ich erfahren, wie wenig `sich verstehen` mit dem Verstand zu tun hat und ein schöner Tauchgang, von einem GNAZ BESONDEREN PLATZ ABHÄNGIG IST. Die Vertrautheit mit dem Wasser steht für mich als vollkommenes Gleichnis zur Transzendenz und schafft dabei - im wahrsten Sinne des Wortes - den Rahmen für ein Miteinander, welches wir auch auf der Ein-Bar-Ebene im Nadelsteifen- oder Jogginganzug schaffen und kultivieren sollten. Ich beginne die Unterwasser-Erfahrungen mit an Land zu bringen. Alle Buddies sind an dieser Stelle herzlich gegrüßt - besonders die Kölner Tauchspezialisten auf Lehrerkurs, mit der ich demnächst auch IHREN 200sten Tauchgang absolvieren werden darf. Gut Luft Euch allen.
michael
Wie wird der Tauchgang am nächsten Wochenende? Aktuelle Sichtweiten aus hiesigen Gewässern und der ganzen Welt gibts in unseren Sichtweiten-Seiten! Natürlich kannst Du auch Deine Erfahrungen nach einem Tauchgang einpflegen und somit anderen Tauchern helfen!
Egypt Air (12.05.2013) Flug mit Egypt Air von Frankfurt nach Sharm El-Sheikh über Kairo. Für Taucher eine gute Alternative zu den Charterflügen. 2 x 23 kg zzgl. 8 kg Handgepäck, wo gibt es solch eine Regelung noch ohne (mehr) China Airlines (12.05.2013) Wir waren mit China Airlines im April für 3 Wochen auf Palau. Die Mitnahme des Tauchgepäcks ist nicht mehr kostenfrei sondern wir haben pro Person 50 Euro für 10 zusätzliche Kilo bezahlt. Somit (mehr) Sun Express Deutschland (06.05.2013) guter ruhiger Flug, pünktlich, sicher, sauber - Servicepersonal: war höflich, Sitzplätze aber sehr eng 35 Sitzreihen a 6 Personen und etwas abgenutzt und durchgesessen, Menü: ein Sandwich, Puffreis (mehr)