Nun sind schon fast zwei Wochen vergangen, seit Henrik und ich uns unter Wasser verloren hatten. Natürlich sind wir wieder Tauchen gewesen und natürlich haben wir unser gemeinsame Erfahrung analysiert und immer wieder besprochen - auch mit unbeteiligten Freunden. Die Erfahrung vom Getrenntsein hat uns sehr viel gelehrt. Es ist auch sichtbar geworden, daß zwei Menschen eine gemeinsame Erfahrung vollkommen unterschiedlich wahrnehmen können und wahrscheinlich auch werden. Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus unserem Getrenntsein ist, daß die Tatsache den Partner verloren zu haben, noch nicht bedeuten muß - es ist etwas Schlimmes geschehen. Wir wurden getrennt - nicht mehr. Wir wurden getrennt, weil viele Aspekte - Unachtsamkeit, schlechte Sicht und wahrscheinlich auch ein falsches Gefühl der Sicherheit uns geführt hatten. Dies alles ist letztlich daraus entstanden, daß wir so unglaublich gerne Tauchen und dies manchmal dazu führt, nicht vollkommen bei der Sache zu sein. Es ist auch klar geworden, daß eine konstruktive Analyse nur dann stattfinden kann, wenn man seine eigenen Emotionen geklärt hat. Die Bereitschaft das Erlebte anzuschauen und Rückschlüsse zu ziehen funktioniert nicht, wenn man noch mit der Intensität der Gefühle zu schaffen hat. Letztlich habe ich genau aus diesem Grund meinen ersten Bericht über unser Getrenntsein abgesetzt. Die Emotionen während unserer Erfahrung waren für mich sehr stark, aber nicht überwältigend. Ich konnte die Emotionen nahezu vollkommen zulassen und trotzdem korrekt handeln. Diese Kombination war für mich in der Tat überwältigend. Bisher war ich bemüht immer alles richtig zu machen, weil ich intuitiv wußte, daß es zu solch intensiven Gefühlen kommen würde - was ich nicht wollte. Genau das lenkte mein Verhalten. Ich war bemüht der Möglichkeit dieser Intensität aus dem Weg zu gehen. Es ist interessant zu bemerken, daß Henrik die gleiche Intensität auch noch erfuhr. Nämlich, als ich den Bericht abgesetzt hatte. Ihm wurde bewußt, wie sehr er seine Emotionen verdrängte. Dies eben auch, weil er sich in einer Situation befand, die verlangte, das er selbst funktioniert. Er erkannte auch, daß bis zu diesem Tag sein Partner die Referenz für seine Unternehmung gewesen ist, ohne zu erkennen, daß er selbst natürlich der einzige Mensch ist, der weiß was er in einer Situation fühlt und (trotzdem) zu tun hat. Durch unsere Bereitschaft die Erfahrung mit anderen Menschen zu teilen wurde auch sichtbar, wie verbreitet das "aus Angst etwas nicht tun" und "Ablenkungsmanöver" verbreitet sind. Es kam zu ablehnder Haltung auf der einen und dem genauen Gegenteil, auf der anderen Seite. So hat sich zum Beispiel ein sehr gute Freundin, die immer Angst-Visionen unter Wasser in ihren Träumen und Meditationen hat(te), sich zu einem Schnupper-Tauchen angemeldet - und eine Befreiung von ihren Ängsten erlebt! Sie geht direkt auf ihre tiefsten Ängste zu und ich bin sehr glücklich über diese Vorgehensweise. Sie beweist sich selbst und vielen Zuschauern wie mutig sie ist - trotz ihrer Angst. Nicht viel von seinen Emotionen zu spüren und etwas zu tun ist die eine Sache. Etwas zu unternehmen, daß einem ganz sicher mit der vollen Wucht der eigenen Emotionen konfrontiert, ist eine andere Sache. Es ist wie - einen Affen ins All zu schießen. So lange man ihm genügend Bananen mit gibt, wird er einfach fliegen. Selbst wenn er aus dem Fenster schaut und die Erde als blaue Kugel im Nichts hängen sieht, wird sich sein Wunsch nach der geliebten Banane nicht eintrüben. Anders bei einem sich seiner Taten voll bewußten Menschen. Er wird alles mögliche und unmögliche durchfühlen bzw. denken und sollte er das Unterfangen überleben, ein anderer Mensch sein. Die Auseinandersetzung mit dem Thema hat auch die Frage aufgeworfen, ob es nicht sinnvoll wäre die Ausbildung zum Tauchen etwas anders zu gestalten. Dies ist von Anfang an meine Meinung und Sichtweise gewesen. Allerdings denke ich nicht, daß ein OWD oder CMAS* sich mit allen möglichen Situationen REAL auseinandersetzen kann - es fehlen einem Anfänger einfach Fertigkeiten. Erst wenn diese Sitzen ist Raum für Gefühle, die nicht so gern gesehen werden. Es ist aber meiner Meinung nach sehr wichtig, daß sich ein Taucher, seiner Situation bewußt wird. Ein Gerätetaucher gewöhnt sich sehr schnell an sein SCUBA und vergißt aus der sich einstellenden Gewohnheit, daß er nur durch dieses technische Hilfsmittel unter Wasser existieren kann. Ich glaube einfach nicht, daß alle Taucher Erleuchtete sind - zumindest handeln sie nicht so - und deshalb haben sie/wir auch Angst. Angst ist ein schlechter Führer. Das lernt jeder Taucher - zumindest theoretisch - in seinem Beginnerkurs. In schwierigen Situationen ruhig zu bleiben ist allerdings nicht unbedingt leicht für Anfänger. Schon eine Taschenlampe in der Hand verändert für ihn sehr viel. Im Fortgang der Ausbildung, hin zu einem unabhängigen Taucher, gehören auch Erfahrungen, die er nicht so gerne machen möchte. Die meisten Menschen vermeiden Angst. Es gibt auch solche, die sie suchen und dabei hart werden. Das hilft einem Menschen dann aber auch nicht weiter und hat für mich nichts erstrebenswertes. Jene die mit mir Tauchen tun dies, weil ich meine Erfahrungen in geschützten Situationen weiterreiche. Natürlich können trotzdem Dinge im realen Leben geschehen, die nicht geplant wurden. Das entscheidende für mich - aber besonders für jene die mich deshalb aufsuchen, um zu lernen, ist etwas anderes. Wir wollen lernen in allen Situationen zurecht kommen, möglichst gut vorbereitet sein. Henrik tauchte immer an meiner Seite, so als würde ihm dann nichts geschehen können. Er weiß nun, daß er dies tat, damit er nicht mit dem Gefühl der Angst konfrontiert wird, welches in ihm lauert und immer wieder ausbricht. Er taucht nun immer noch an meiner Seite und übernimmt viel mehr Verantwortung für sich. Ich möchte noch einmal betonen, daß wir hier am Bodensee in unserer kleinen Gruppe - die immer größer wird - sehr verantwortungsvoll mit dem Tauchen umgehen. Auch ist der gegenseitige Respekt für den Menschen eine gelebte Tatsache. Der Bericht hat zu einem Disput geführt und macht für mich sichtbar, daß es ein Interesse, vielleicht sogar die Notwendigkeit gibt. Solche Erfahrungen werden viel zu gerne verschwiegen, sind aber gut durchgearbeitet sehr erweiternd und förderlich. Sie führen zu einer weiteren Öffnung des Bewußtseins - von dem ich schon in meinem vorherigen Bericht schrieb. Offen zu sein bedeutet, mehr wahrnehmen zu können und daher auch mehr Informationen zu bekommen. Ich möchte jeden Taucher dazu ermutigen, sich seiner - vielleicht versteckten - Ängste bewußt zu werden. Angst ist ein intensives Gefühl - nicht mehr und nicht weniger. Es ist auch möglich, mit solche intensiven Gefühlen zu funktionieren. Das Miteinander über und unter Wasser verändert sich, wenn Ängste erkannt und durchlebt wurden. Mark, einer meiner Lehrer in Sachen Tauchen, hat mir dies vollkommen bewußt gemacht. Mein Rescue-Kurs war ein voller Erfolg. Es ist ein Jahr her und ich bekomme immer noch eine Gänsehaut, wenn ich an die Zeit denke. Panik kann innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde eintreten und verhindert jede rationale Vorgehensweise. Panik muß aber nicht eintreten, nur weil etwas ungeplantes geschieht. Weder Henrik noch ich sind dem Gesetz der Panik gefolgt. Wir haben unsere Erfahrung nun sehr gut integriert und tauchen nicht weniger inspiriert - aber noch wacher. Auch haben wir eine ganze Reihe Zuwendung erfahren, für die ich mich hier an dieser Stelle herzlich bedanken möchte. Ich denke, je offener und konstruktiver wir unsere Tauch-Erfahrungen miteinander teilen, um so schöner wird es für uns alle werden. Tauchen ist etwas besonderes - in diesem Punkt zumindest sind die meisten sich schon einig. Ich wünsche Euch von Herzen alles Gute und immer ausreichend Luft.
SENSAI - der "Yogische Taucher" vom Bodensee
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Happy Divers Austria, Wels (08.04.2013) Vortrag Tauchsicherheit Andreas Pacher - Tauchunfälle in alpinen Gewässern - der rote Faden Was wir daraus lernen können/sollten Mittwoch 24.4.2013 Gasthaus Adam Jagerl Schafwiesenstraße 101 4600 (mehr) Tauchteam Reinbek-Barsbüttel.. (07.04.2013) Dem Bericht von Kai zum Tauchteam Reinbek-Barsbüttel kann ich nur beipflichten! Im Januar 2013 habe ich nach und nach einige Vereine per Mail angeschrieben und um einen Termin zum Schnuppertauchen (mehr) Fun Diver e.V. TauchSportClu.. (04.04.2013) Hallo Zusammen, aktuelle Informationen über unseren Verein findet Ihr auf unserer Homepage www.fun-diver-ev.de Besucht uns doch mal an einem unserer Taucher-Stammtische. Termine dazu gibt´s auf der (mehr)
Forum Tauchgebiete
Auszug aus diesem Forum:
Tauchbasis Nördlich von Pula vom 14.05.2013 : Liebe Taucher,
habe eine Frage. Gibt es im Norden von Kroatien eine Basis die ihr empfehlen könnt? Die Basis soll relativ ... [mehr] Ägypten Juni - die Qual der Wahl vom 14.05.2013 : Hallo zusammen,
nachdem ich mich durch diverse Forumsartikel gewuselt habe hätte ich doch gerne noch eine Einschätzung von ... [mehr] Digitale Dive Site Maps vom 12.05.2013 : Hallo,
ich bin mir nicht sicher, ob diese Frage hierher oder in `diverses` gehört. Ich versuch`s mal hier :-)
Also: Als ... [mehr]