Geschrieben am 10.01.2003 von Axel Homolka
oder wie einer auszog das fürchten zu lernen (neufassung), vielleicht auch: wie man mit voller tauchausrüstung und flossen an den füssen, den mount everest besteigt, bzw. die kunst zur richtigen zeit die richtigen (luft) blasen zu machen.

VORBERICHT

ich bin padi divemaster /naui master scuba diver und habe ca 650 tg, vor allem in der türkei, wo ich seit 5 jahren wohne. da ich eigentlich, ich mache meistens diveguide für freunde, genügent qualifiziert bin, hatte ich nie vor, richtung instructor zu streben. da mir jedoch ein befreundetes ehepaar den vorschlag gemacht hat, `das schaffst du locker, du bist der beste taucher den wir jeh gesehen haben` und wir wollen dann (sie sind owds) alle weiteren kurse bei mir machen, habe ich es mir doch überlegt.

KONTAKT

ich bin mietglied bei padi international in england und habe dann bei denen nach tauchlehrerkursen, bzw. allgemeinen informationen nachgefragt. auf meine e-mail hin, kam dann gleich das typische: wir begrüssen sie zu diesem entschluss...usw. natürlich alles auf englisch, und im anhang wurden mir -zig padi tauchschulen aufgezeigt, die in meiner naeheren umgebung zu finden sind. nun einige davon kenne ich und die würde ich nicht mal nach der uhrzeit fragen. eigentlich hatte ich nichts anderes erwartet, da ich schon ein jahr gebraucht habe, bei denen mitglied zu werden. sie hatten, bei meiner anmeldung gesehen, dass ich deutscher bin und meine unterlagen, sofort (auch alles in englisch) an padi europa geschickt.

nun gut, meine erneute anfrage ergab, dass es bei denen eine deutsche mitarbeiterin gab, die mir evtl. helfen konnte. ich richtete dann meine erneute anfrage an diese mitarbeiterin, und bekam dann auch eine antwort, mit genaueren auskünften.

ERSTE INFORMATIONEN

ich erhielt die e-mail adresse einer tauchschule in der naehe und machte dann auch, per e-mail den ersten kontakt. bekam auch gleich nette antwort mit einer riesigen kostenaufstellung. danach würde der idc = instructor development course, mit allen schikanen, also auch zusaetzliche kurse wie first aid, nitrox und spezialities instructor ca. 1.000 pfund kosten. da es sich um eine englisch türkische tauchschule handelt, würde die ganze sache in englisch durchgeführt, da ich von beruf fremdsprachenkorrespondent bin, traute ich mir das auch zu.

ich hatte also um ein erstes gespraech mit dem kurs director gefragt und mir wurde die e-mail adresse von ryby stonehouse, dem zustaendigen mann geliefert. kontakt war schnell aufgenommen und ein treffen vereinbart. in der zwischenzeit hatte ich einigen freunden von meinem vorhaben erzaehlt und ich wurde sofort und nachdrücklich vor diesem schritt gewarnt. das war dann ungefaehr so, dass mir mein kumpel mr. pi aus alanya erzaehlte, bei ihnen haetten vor kurzem eine gruppe von 21 tauchern, alles gestandene leute, diese prüfung gemacht und 13 waeren durchgefallen. wenn ich mich nicht geziehlt und über monate auf diese sache vorbereite, waere ich praktisch ohne jede chance. das erzaehlte ich auch sue, die sehr sympathische sekretaerin dieser tauchschule und meinte, meine freunde sagten mir, die sache waere so schwer, wie mit voller tauchausrütung und flossen an den füssen den mount everest zu besteigen, auch sue sagte dann, sie haetten eine 100% durchkommens rate.

diese sache erzaehlte ich ryby, einem unheimlich sympatischen und kompetenten mann und er sagte, er haette auch eine 100 prozentige durchkommensrate und würde mir auch rein sprachlich zutrauen diese sache zu meistern. ich habe mich dann angemeldet, aber mit der zusage, mir diese sache noch einmal überlegen zu dürfen.

VORBEREITUNG

ich hatte dann die padi unterlagen, ein lern- und prüfungsbuch und die enzyklopaedie des tauchens bestellt. hatte auch fest vor, meine alten divemaster prüfungsaufgaben zu wiederholen. alles das konnte ich auch durchführen, obwohl ich um diese jahreszeit, okober letzten jahres sehr viel zu tun hatte.

allerdings, und nach nicht endenden warnungen und mahnungen von meinen freunden, auf was ich mich denn da einlasse, ob ich den von allen guten geistern verlassen sei, etc. kam der tag der anreise, ich hatte dieses unglaubliche riesen werk das `PADI INSTRUCTOR MANUAL` noch nicht einmal aus der original verpackung ausgepackt und fuhr dann, mit sehr mulmigen gefühlen nach fethiye. ich ging dann in unser hotel, führte ein erstes gesprach mit meinen mitschülern und suchte dann noch eine kurze unterredung mit ryby, in unserer tauchschule. ryby der auch sofort ankam, wieder sehr nett und professionel überredete mich, obwohl ich die grössten befürchtungen hatte, an dieser sache teilzunehmen.

ICH BIN DABEI, MEIN IDC

ich sagte also (schweren herzens) zu, ging wieder ins hotel packte aus und ging in den aufenthaltsraum um mich meinen mitbewerbern bekannt zu machen. die hielten das überhaupt nicht aus, da kommt noch einer, noch dazu ein deutscher, am letzten tag angekreuzt und traut sich zu, diese sache, auf die sich diese leute seit monaten hin vorbereitet haben, anzugehn. bei meinen mitbewerbern handelte es sich um englaender, 4 maenner und eine frau und noch ein südafrikaner, der sich aber schon seit anfang der saison auf diese sache vorbereitet hatte und in dieser tauchschule arbeitete. ein mann, die frau und der südafrikaner waren schon assistant instructors und ich und zwei andere, ein bobby und ein klempner, nur divemaster. noch unglaublicher schauten sie jedoch (zusammen mit ihren frauen), als ich mein fast jungfraeuliches IM aufschlug und langsam versuchte, mir ein bild von diesem nachschlagewerk zu machen. ich bereitete mich auf den naechsten tag vor, wir hatten einen einführungstag in der tauchbasis und gingen früh ins bett. der normale idc kann auch 7 tage dauern, aber wir alle waren sehr froh, dass unser ryby ihn auf 9 tagen ausdehnte.

am naechsten tag unser grosser auftritt und eine nette begrüssung. es gab alle arten von informationsmitteln, vortraege, anschauungsmaterial und videos. nach einer guten stunde hatte ich schon kopfschmerzen, meine konzentration war schon am tiefpunkt und die englischen worte und fachausdrücke, flogen mir wie gewehrkugeln um die ohren. als dann endlich mittagspause war, frage mich ryby wie ich mitkomme, und ich sagte, dass ich doch einige worte nicht verstanden habe und auch, dass er schnell, sehr schnell sprechen würde. in einem weiteren gespraech informierte er mich gleich, dass ein wesentlicher teil unserer arbeit darin bestehe, vortraege auszuarbeiten und zu halten und auch dass dieses für die meisten ein grosses problem bedeutete, viele leute sind es einfach nicht gewohnt und er hatte recht, sogar sehr recht, sogar lynn unsere weibliche mitstudentin, die von beruf lehrerin war, hatte vor jedem vortrag nasse haende.

wir arbeiteten dann bis ca. 6 uhr, bekamen hausaufgaben und zwar jede menge und schon für den naechsten tag den ersten vortrag. zu hause machte ich meine aufgaben, bereitete mich auf den naechsten tag vor und ging früh ins bett. die stimmung bei meinen freunden, 3 wohnten mit mir im selben hotel, war schon sehr geknickt und es sollte sehr bald und sehr schnell, noch viel schlimmer werden.

am naechsten tag also ins meer, wir fuhren mit dem boot an eine flache stelle und bereiteten uns auf den ersten tauchgang vor, hier wurden wir benotet, wie wir die ausrüstung zusammenbauten, ja sogar wie wir ins wasser springen. auf unseren plastilktafeln (slades) hatten wir unsere übungen im flachwasser vorbereitet und kamen dann einer nach dem anderen zur sache. erschwerend für mich, ich bin 1,93 m -war, dass wir 12 liter aluminiumflaschen verwenden mussten, obwohl ich nur 12 liter stahlflaschen gewöhnt war. es gab jedesmal 4 schüler, einen tauchlehrer und einen divemaster, die aufgaben wurden wie auch die taucher, von übung zu übung gewechselt. all das ging so fremdartig ab und vor allem die handzeichen vor jedem tauchgang waren so ungewöhnlich, dass ich zu ryby sagte, ich packe das nie und möchte lieber aufhören. er sagte axel du bleibst dabei und mach weiter.

schon nach einer halben stunde und praktisch zum nichtstun verurteilt, fing ich in meinem alten 5mm an zu frieren und meinen freunden ging es zum teil schon viel schlechter, die zitterten alle schon, ausserdem hatte ich grosse schwierigkeiten, das wasser ging mir gerade 20 cm über den kopf, am grund zu bleiben. die boden- beschaffenheit war so, dass es kieselsteine in unterschiedlichen grössen gab und die kniee schmerzten natürlich dem entsprechend. die jeweiligen übungen wurden so gehandhabt, dass der jeweilige (angenommene) tauchlehrer, der die gruppe mit übungen zu trainieren hatte, abtauchen musste, dann wurden den kollegen fehler aufgezeigt, die diese machen sollten und man musste die fehler erkennen und die übungen richtig vormachen. ich war natürlich der schlechteste, die tauchprüfung hatte ich vor 8 jahren gemacht und mich fast nie wieder um diese übungen gekümmert. die übungsteile dauerten zumal bis zu 2 stunden und auf die toilette zu gehen oder etwas warmes zu trinken, konnte man vergessen. wir hatten eine halbe stunde mittagspause, dann wieder übungen und als so langsam die sonne sank, fuhren wir wieder zurück in die tauchschule, jetzt umgezogen, etwas erfrischt und schon mussten wir unsere vortraege halten.

alle waren fertig, alle hatten bammel vor dem vortrag, ich, mir war es wurscht. ryby, benotete mich dem entsprechend. meine freunde redeten mir gut zu und meinten, sie könnten das nie, so einen vortrag in einer anderen sprache halten. dann die hausaufgaben, ins hotel essen, den naechsten tag vorbereiten und schlafen. ich hatte alptraeume, ich wachte in der nacht auf und fand mich auf dem flur wieder. am naechsten abend waren die ersten schriftlichen tests angesagt. wieder ein harter tag in der tauchschule, unblaessig bombardiert mit infos. kurzen pausen, weiter, wieder vortraege und am abend die ersten schriftlichen prüfungen, allgemeine tauchtheorie, etc. meine freunde, die schon assis waren, mussten die prüfungen nicht machen, nahmen aber zu übungszwecken trotzdem teil. ich hatte ganz schön angst und betete, dass ich wenigstens die assi prüfung schaffte, meine hoffnung auf den instructortitel war bereits dahin.

also wieder essen, prüfung, hausaufgaben um elf, nach ca. 11 stunden harter arbeit ins bett. ach ja, ich hatte einen fehler zu viel und musste die ganze prüfung nochmal machen. da meine beiden anderen divemasterfreunde noch schlechter abgeschnitten hatten, keimte jedoch wieder ein bisschen hoffung bei mir.

wir sprachen jeden abend beim essen und hatten eigentlich die selbe meinung, irgendwie kamen wir alle zu dem selben schluss, das wir es meistern wollten und das beste geben, wie die sache ausgeht so ist es eben und meine freunde, die sich schon seit monaten in der türkei aufhielten, wollten auch nach hause zurück. einige hatten ja ihre frauen dabei und diese benötigten sie auch, um ein bisschen unterstüzung zu bekommen.

uns wurde immer wieder gesagt, von allen mitarbeitern der tauchschule, dass wir es schaffen würden. ryby meinte, nach 4 tagen sollte man den horizont sehen, das heisst, wir müssten einfach das padi programm annehmen, das uns den richtigen weg weisen würde.

so vergingen die tage tauchen, lernen, vortraege halten, hausaufgaben, vorberieten, beschriften der tafeln etc. ryby kam nach ein paar tagen zu mir und meinte, dass ich ein sehr relaxter deutscher bin, die anderen deutschen taucher die er kannten, würden sich viel mehr an die vorgaben halten. mir wars wurscht, ich hatte mittlerweilen erkannt, auf was es ankam und konnte bei jedem test zumindest meine mindest durchkommensnote erreichen. benotung 1 mies bis 5 sehr gut, durchkommensnote war 3.5. bei naechsten mal schaffte ich diese prüfung.

ASSI PRÜFUNG

die naechste schriftliche prüfung war dann die schriftliche assi prüfung, sie war relativ leicht, aber irgendwie schaffte ich es, einen fehler zu viel zu machen und musste natürlich wieder, mit meinen 2 anderen divemaster kumpeln am naechsten abend, nach wieder einem tauch stresstag, die prüfungen auf einem tauchboot, krach aus allen ecken, umschwirrt und gestochen von 1.000 moskitos, aufs neue zu machen. dieser test war viel schwerer als der erste, aber wir bestanden alle. na immerhin etwas, dachte ich mir.

irgendwann sagte ryby wir müssten dann am naechsten abend die divemaster prüfungen wiederholen und bestehen, sonst werden wir nicht zur prüfung zugelassen. in einer ruhigen minute gestand ich ryby, dass ich kein besonders guter rechner waere und die dekotabelle nur gerade so und das wheel so gut wie nicht beherrsche. er meinte, ob mir das mein tauchlehrer, bei dem ich meinen divemaster gemacht hatte, nicht erklaeren konnte. ich sagte ihm ehrlich, dass ich überhaupt noch niemand getroffen haette, der mir das wheel ausreichend erklaeren hatte können.

und dann kams, wir setzten und in eine ruhige ecke und er fing an mir das teil zu erklaeren. gekonnt aber gnadenlos. das dauerte auch so lange, bis die anderen den dm test gemacht hatten, auch die dekotabelle wurde richtig erklaert. ich musste mich es war ca. 9 uhr abends dann alleine hinsetzen und bestand mit bestem erfolg. war so um einhalb 12 fertig, bei den fragen zum wheel und der tabelle hatte ich null! fehler.anschliessend hausaufgaben, abenessen und um eins ins bett. ryby bereitete uns am naechsten tag auf die instructor prüfung vor, sehr nachdenklich machte mich die aussage, das wir im zweifelsfall keine chance gegen padi haetten und wenn padi möchte könnten sie, es ist ja ein sehr starker verband, jedem auch schwierigkeiten machen, wenn wir zu anderen verbaenden wechseln wollten. es gaebe unter den tauchorganisationen, eine schwarze liste.

IE, INSTRUCTORPRÜFUNG.

am naechsten abend kam dann unser prüfer, ein französisch sprechender belgier, ein sehr freundlicher mann, der uns freundlich willkommen hiess. er zeigte uns dias offiziel von padi für diesen zweck. auf dem ersten dia war zu lesen, dass wir die graeuelgeschichten vergessen sollten, die wir über diese prüfung gehöft haetten, die sache könnte auch spass machen. ach gotttchen, ach gottchen!!? zusaetzlich zu den mündlichen prüfungen, sie bestanden aus 60 fragen tauchtheorie allgemein, 60 fragen zum IM, bekamen wir gleich unsere wasserübungen, ich hatte glück, im niedrigwasser hatte ich die demonstration : ablegen und wieder anziehen der einheit jacket und flasche, meine paradeübung. im tiefwasser nur einfache dinge. darüber hinaus mussten wir am anfang eine rettungsübung durchführen, retten eines bewusstlosen und nicht mehr atmenden tauchern an der oberflaeche. da ich meinen rescue auch vor einigen jahren gemacht hatte, war es nicht leicht, da wieder hinein zu kommen.

zu diesen übungen kam noch eine aufgabe hinzu von der ich gar nichts gehört hatte, die demonstration von 5 übungen im flachwasser die man den tauchanfaengern vorführen musste, wie z.b. simulierter horizontaler notaufstieg und hovering schweben im wasser, wechselatmung, abblasender LA und anderes. ich hatte das nicht im plan, und das war es auch, was mir letzt endlich das genick brechen würde.

so kam der tag der schriftlichen prüfungen, ich bestand alles, meine dm kumpel dagegen auch im zweiten anlauf nicht, sie waren total verzweifelt, unser beistand ryby, der wie eine glucke um seine kücken bemüht war, versuchte immer wieder und mit allen tricks, meine freunde aufs neue zu ermutigen und motivieren. die fragen 60 stück zum instructor manual, mussten in eineinhalb stunden erledigt werden und sie waren sehr kompliziert,auch von der fragestellung. meine durchkommensrate war 83%, unglaublich, nur ich hatte glück, ein umstand womit ich und die meisten anderen im leben nicht so sehr gesegnet waren.

meinen mündlichen vortrag dann am nachmittag, eben das verhalten wenn man einen bewusslosen taucher an der oberflaeche erkennt und dann die folgen, war zwar sehr anspruchsvoll, aber auch durch das einfache aufzaehlen der schritte der rettungsübung relativ leicht. meine freunde schwitzten blut und wasser und ich schaute, dass ich nicht nach lynn sprechen musste, sie war unser star in dieser übung.

ich machte meine sache gut, fast zu gut, ich wusste, dass ich mich besser gehalten hatte als erwartet und das dieser vortrag für heute das letzte war. ich schaffte es, dieses ernste thema relativ lustig darzustellen und machte vor lauter lustigkeit fast einen grossen fehler, ich vergas die einzelnen rettungsschritte darzustellen, gottseidank merkte ich es aber noch rechtzeitig und brachte das zum schluss des vortrags, das war zwar nicht richtig aber ich bekam eine 4.3 und eine besondere belobigung von unserem prüfer, dass ich als nicht-englaender diese sache so gut gemeistert hatte, er haette auch sehr mit der fremden sprache zu kaempfen gehabt, früher!

meine freunde gingen ein bisschen feiern, ich blieb zu hause, ruhte mich aus und bereitete mich auf den naechsten tag vor, nahm vor allem die rettungsübung im geist immer wieder und wieder durch.

so kam der naechste tag wir aufs boot, ich war lustig und sang so ein bisschen und pfiff eine lustige melodie, schon kam der prüfer, er war gar nicht so lustig und meinte : konzentriere dich besser. wir machten auf der fahrt zum tauchplatz unsere vorbesprechnungen, ich war weiterhin gut dabei, dann umgezogen, ins wasser die rettungsübungen, waehrend der prüfer bei jedem was auszusetzen hatte, beglückwünschte er mich ausdrücklich und sagte : sehr gute rettungsübung.

dann vorbereiten auf die demonstartion der 5 übungen, der prüfer bieb mit taucherbrille und schnorchel an der wasseroberflaeche und benotete unser tun von oben. ich hatte das pech, dass ich neben dem südafrikaner postiert war, der junge explodierte fast neben mir waehrend ich schauen musste was hier überhaupt los sei, ich machte dann meine übungen, nachdem wir fertig waren gings an die oberflaeche, alle hatten es relativ gut gemacht nur ich hatte eine von meinen übungen versaut und musste alle 5 nochmal machen, nachdem ich so ganz allein abtauchte, war meine zuversicht wie weggeblasen, meine brille war beschlagen, ich versuchte noch einmal aber vergebens, der prüfer sagte, axel es tut mir leid aber du bist draussen. du hast (beim zweiten mal) noch schlechtere werte und auch wenn du in deiner anderen übung die bestnote erreichst, kannst du es nicht bestehen.

DIE KUNST ZUR RECHTEN ZEIT DIE RICHTIGEN BLASEN ZU MACHEN.

ich war draussen, der prüfer war auf einmal überhaupt nicht mehr freundlich und es war mir, als haette mich ein vorschlaghammer mit voller wucht auf den kopf getroffen.

ich schwamm langsam zum boot und war fertig, ryby versuchte mich auszufragen ich sagte, ich bin fertig mit der sache ich höre auf. packe meine sachen zusammen duschte mich und zog mich um. alle versuchten mich zwischen den übungen aufzurichten, ich haette nur den wesentlich einfacheren prüfungsteil im tiefen wasser machen müssen und haette dann nur den flachwasserteil in einem naechsten kurs wiederholen können. bei natürlich viel geringeren kosten.

es war ungefaehr so, ich hatte bei dieser übung, wiedererlangen eines verlorenen LA keine blasen gemacht und eine 2 bekommen, bei den anderen übungungen aber werte zwischen 3 und 4.2, das haette mit meiner abschliessenden übung mindestens eine 3.5 gegeben. es war nur ein punkt, ein punkt zu wenig.

ich sagte zu meinen freunden, sie sollen sich auf ihre eigenen sachen konzentrieren und unterstüzte sie so gut ich konnte. ryby versuchte dann mit dem prüfer die sache nochmal durchzusprechen und vielleicht doch noch was zu erreichen. kam dann aber zurück und meinte, ich haette keine blasen gemacht und das waere sehr wichtig. ich hatte blasen gemacht und wie, ich hatte sogar auf meinen mund gezeigt, am anfang des idc hatte ich etwas probleme damit, hatte aber mein hauptaugenmerk spaeter darauf gerichtet blasen zu bilden, natürlich nicht auf einmal und wie verrückt, sondern halt allmaehlich und sparsam, ich hatte keine lust ausser atem zu kommen.

ich blieb dem prüfer fern und als er dann spaeter auf dem bootsoberdeck mit einer urkunde aufkreutze, mich noch einmal wegen gestern lobte und mir die hand drücken wollte, verweigerte ich ihm den handschlag, nahm die urkunde, hielt sie in den wind und lies los. das papier, so reichlich mit gold verziert, flatterte wie eine weisse möve in den sonnenuntergang und versank etwas spaeter im meer.

ich ging nach hause, packte und bereitete meine abfahrt vor, die naechten kurse konnte ich nicht mehr machen, ich war fertig. ich bekam noch die haelfte des geldes ausgezahlt und die zusicherung, falls ich naechtes jahr diese kurse doch nochmachen würde, haette ich auch nur die haelfte zu bezahlen. ich fuhr nach hause, es ging mir nicht gut und es sollte noch lange so bleiben. meine feinde, nicht wenige an der zahl, darunter leute die sich nicht mal auf ein schiff trauen würden, geschweige denn ins wasser, waren happy.

FAZIT

ich werde und das auf jeden fall weitermachen und jetzt erst recht tauchlehrer werden, dafür arbeiten und kaempfen, ein verantwortungsbewusster vielsprachiger tauchlehrer. wenn ich so die einige von meinen padi tauchlehrer kollegen anschaue,(ich bin ja immerhin assi) weiss ich wirklich nicht, wie die das geschafft haben.

ich habe mich hier bewusst, eigener bewertung enthalten und bin auch nicht naeher auf spezielle dinge, die noch erschwerend dazu kamen, eingegangen. es ging mir hier nur um den reinen kurs und die prüfung.

ich kann noch anführen, das unsere türkischen freunde, in deren hotel wir gewohnt haben und die uns nach kraeften unterstützt haben und uns jede hilfstellung, vom abwaschen der plastiktafeln (slades) bis zum abendessen um einhalb/eins nachts, ein besonderes lob verdienen.

die anderen hatten, die wasserübungen, bei denen der prüfer dann noch kurzfristig eigene übungen einbaute, über diese wir vorher nicht informiert waren, bestanden. nur meine beiden dm kumpels, müssen teile der schriftlichen prüfung wiederholen.

die ganze sache hatte mir ca. 3.000 euro gekostet, ohne hotel und aufenthalt und ich war richtig echt stinkig, als mir padi noch nach einigen wochen, idc kosten in höhe von 65 pfund, über meine visakarte von meinem konto abbuchte.

das wars

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