99 Unwahrheiten über Haie Gerhard Wegener, Dr. Robert Hofrichter, Franziska Anderle Kosmos Verlag, ISBN 978-3-440-11261-8 2007, 238 Seiten, durchgehend bebildert, 16,95 Euro
Der Schutz von Haien ist in den letzten Jahren ungeheuer populär geworden. Das ist gut so. Hoffentlich können diese Schutzmassnahmen die heute akut drohende Ausrottung der Haie aufhalten oder wenigsten verzögern. Haischutzorgansiationen schossen in der westlichen Welt fast so aus dem Boden, wie die Schwammerl (Pilze) aus dem Waldboden. Auch die Literatur über Haie hat sich seither ebenso vervielfacht wie der Regalplatz an Hai- Büchern in den Buchhandlungen.
Also schon wieder ein Buch über Haie?
Ja. Aber eines das sich von den anderen unterscheidet. Das vorliegende Buch lehnt an Leo Ochsenbauers originelle Idee zu ´333 Antworten auf Taucherfragen´ an. Anders als in diesem werden hier 99 weit verbreitete Unwahrheiten über Haie ausgeräumt. Entstanden ist daraus ein interessantes und kurzweiliges ´Sharkproject´ Buch über Haie. Die darin zurechtgerückten ´Unwahrheiten´ liegen meiner Ansicht nach zwischen interessant und banal. Wissenschaftlich wenig korrekt finde ich die Beißkraft-Tabelle auf Seite 134. Hier wird dem Menschen ein Beißkraft unterstellt, die zwischen Seiden- und Schwarzspitzenriffhai liegt. Seriöser wäre hier der Beißdruck (Kraft/Fläche), der sehr wohl von der Zahnform abhängt. Ein Hai hat meist spitzere Beißerchen als ein Mensch! Die molaren Konzentrationsangaben auf Seite 130 haben mich, als Chemiker, amüsiert. Hier wurde bei den Hochzahlen das Minuszeichen vergessen. Das war´s aber auch schon wieder mit dem Motzen!
Inhalt: - Es gibt Katzen- und Hundshaie- gibt es auch Hai-Enten? Klar! Schließlich gibt´s ja auch Tigerenten! :-) (vorlaute Anm. des Autors) - Zu Biologie, Verhalten und Fortpflanzung Bp.: Haie und Delfine sind Todfeinde, Haie sind langsame Schwimmer. - Zu Körperbau, Systematik und Entwicklungsgeschichte Bp.: Haie haben zwei Penisse, Es gibt viele Haifossilien. - Zu Haiunfällen und Begegnungen zwischen Hai und Mensch Bp.: Schreie helfen gegen attackierende Haie! Haiknorpel heilt Krebs. - Zu Handel, Fang, Schutz und Bedrohung Bp.: Die Chinesen sind allein für die Ausrottung der Haie verantwortlich! Haie stehen unter Artenschutz.
Fazit: Eigentlich könnte man dieses Buch auch ´das Lexikon der populären Irrtümer über Haie´ betiteln. Ein interessantes Buch, in dem schlüssig versucht wird, diese Unwahrheiten aufzuräumen. Eines sollte man dennoch trotz aller Popularität nie vergessen: Ein Hai ist zwar keine menschenfressende Bestie, aber immer noch ein erfolgreiches Raub- und kein Kuscheltier!
Leseprobe: http://www.diveinside.de/aktuell_Raeuber__Monster__ Menschenfresser_-_neues_Buch__2749.html
Bewertung :
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