Reisen und Schreiben Hans-Jürgen Fründt Taschenbuchformat, durchgehend illustriert, 144 Seiten ISBN 3-89416-763-7 € 8,90 [D] / € 9,20 [A]
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen- das sagt schon eine alte Weisheit. Aber war das Erlebte nicht so sensationell, dass alle Welt davon erfahren sollte? Ab an den PC, alles reingetippt, Bilder dazugefügt und ab als Schrotschuss an die Redaktionen verschickt, die ja alle nur auf DIE Geschichte warten werden... Weit gefehlt! Das tun sie eben in der Praxis eben nicht!
Ohne jetzt allzu weit ausholen zu wollen, ist dieses Büchlein sicherlich für all diejenigen von großem Interesse, die glauben, ihre Reisen durch semijournalistische Tätigkeit in Printmedien finanzieren zu können oder gar einen Reiseführer über ´ihr´ Land schreiben zu können/müssen. (oder träumen, von einer derartigen Tätigkeit ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können)
Der Autor entromatisiert das Leben des reisenden Journalisten und gibt einen Einblick in die Welt der Zeitungen, Verlage und Redaktionen.
Das Buch enthält allerdings viele Tipps für jeden, der ´seine´ Reiseabenteuer zu Papier bringen will -oder auch in ´einem´ Webportal veröffentlichen will. Kurz: Anforderungen, Chancen, Aufwand, Vermarktung, Vertragsgestaltung und 11 Ressortleiter sagen ihre Meinung.
Inhalt: Reiseberichte in Printmedien Die Welt der Zeitungen und Zeitschriften Tipps für den Aufbau einer Geschichte Bücher schreiben Erwartungen der Redaktionen und Verlage Anhang Exkurse: Nachrichtenagenturen Die lieben Lektoren VG Wort Die technische Metamorphose eines Manuskriptes Das Lektorat schreibt mit Vorbilder guter Reisereportagen
Fazit: Eine sehr interessante Lektüre für eigentlich jeden der seine Reiseeindrücke weitervermitteln will und dazulernen möchte. Für mich als rein online tätigen Redakteur ist das Buch ein interessantes ´reinschnuppern´ in die große, klassische Welt der Zeitungen und Verlage. An einigen Stellen erscheint mir das Buch allerdings zu überzeichnend und klischeehaft bzw. selbstdarstellend.
ps: Mir fällt grade ein Zitat von Herbert Frei ein, den ich kürzlich interviewte und der wohl mehr (deutschsprachige?) Tauchbücher als jeder Andere geschrieben hat: ´Taucher lesen zu wenig´ und verwies darauf, dass er immer noch in seinem Zivilberuf arbeiten müsse.
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