Der englische Fernsehsender BBC ist berühmt für seine aufwendigen und sehr spannenden Dokumentarserien und die hier besprochene DVD über das Leben in den Weltmeeren ist da keine Ausnahme. Im Gegenteil das was die beiden englischen Regisseure Alastair Fothergill und Andy Byatt hier geschaffen hat, ist ein phantastischer Ausflug mit beeindruckenden Aufnahmen in einer Welt, die noch weniger erforscht sind, als die Oberfläche unseres Trabanten und die vor faszinierenden Farben, Formen und Leben besteht, die man zum Teil nie zuvor in der Art gesehen hat. In acht Kapiteln wird der Zuschauer durch verschiedene Bereiche des maritimen Lebens geführt und dies nicht immer auf die freundliche Art á la „Finding Nemo“, denn auch hier herrscht das Gesetz vom Fressen und Gefressen werden, dabei haben die Bewohner der Meere über Jahrmillionen geschickte Taktiken und Tarnung entwickelt um dies zu verhindern, oder bei der Jagd erfolgreicher zu werden. Oder es werden die fremdartigen Wesen der Tiefsee gezeigt, die in dieser dunklen Welt einen ganz anderen Lebensstil als Ihre Verwandten mehrere tausend Meter über ihnen und neue Lebensräume erschlossen haben, an dem man nie Leben vermutet hat. Dadurch haben sie Formen angenommen, die gut in einem Science Fiction Film als außerirdisches Wesen fungieren könnten. Aber nicht nur die Bewohner des Meeres werden hier gezeigt, auch das Leben an den Küsten, welches von ihnen lebt. Wer hier jetzt eine relativ langweilige Wissenschaftssendung über Meeresbiologie á la Grzimek und Cousteau vermutet, liegt hier fehl am Platze. Denn die Aufnahmen sind schon so gewählt, um den Couch-Aquaristen bei Laune zu halten und ihn mit spannenden Bildern zu versorgen. Während bei herkömmlichen Dokumentationen vielleicht nur kleine Fischschwärme und Umgebungen gezeigt werden, so wird hier mit großformatigen Aufnahmen von Riesenfischschwärmen, seien es eine Milliarde Makrelen oder tausende Hammerhaie, die um einen Unterwasserberg umkreisen, um sich an Putzerstationen reinigen zu lassen. Jagdszenen werden durch Schnitte und Aufnahmen in all ihrer Dramatik gezeigt und beeindruckt durch vorher nie gesehene Bilder, so zum Beispiel die Jagd eines Schwertwals auf Robbe oder den Angriff von Unterwasserjägern, sowie auch Mengen an Seevögeln Unterwasser auf den oben genannten großen Makrelenschwarm, von dem am Schluss keine einzige Makrele mit dem Leben davon kam. Verstärkt werden die Emotion in diesen Szenen durch die passende Musik des BBC Concert Orchestra unter der Leitung des Komponisten Georg Fenton, der schon die Soundtracks zu „Anna und der König“ und „Gefährliche Liebschaften“ geschrieben. Um dies zu ermöglichen, wurde bei der Produktion von „The Blue Planet“ ein enormer Aufwand betrieben. Die 17 Millionen Dollar schwere Produktion wurde in fünf Jahren an über 200 Orten mit zwanzig Kamerateams gedreht und dafür wurden etwa 7000 Stunden an Filmmaterial belichtet, um die beeindruckenden Szenen der acht 43 minütigen Folgen zusammenzubekommen. Alleine für die ersten drei Minuten der Serie, einer Szene mit einem Blauwal, hat es für die Dreharbeiten sechs Monate gekostet, sie in den Kasten zu bekommen. Das Projekt war eine Zusammenarbeit der BBC mit dem Discovery Channel, dem Bayrischen Rundfunk, sowie dem West Deutschen Rundfunk. Allerdings muss man auch sagen, das angesichts der Bildgewalt auch wieder mit den massetauglichen Klischees zum Teil gespielt wird und einige Tierszenen vermenschlicht. So sind Schwertwale und Haie brutale Killer, Pinguine werden zum Teil tolpatschig dargestellt und die Delfine gutmütig. Das gerade Letztere es nicht immer sind, hat man schon in einigen Fernsehbilder von Angriffe von Delfinen auf einen größeren Verwandten gesehen, bei dem sie Stück aus dem lebenden Wal rissen um sie zu fressen. Aber nichtsdestotrotz sind die Bilder der DVD doch sehr beeindruckenden und der Erfolg der Serie gibt mir da wohl recht. In England hatte die Serie bei ihrer Erstausstrahlung ca. 52 % Einschaltquoten und bekam einige Auszeichnung. Die deutschen Programmmacher verhinderten den Erfolg der Serie hierzulande, da sie dies an einem familienfreundlichen Wochentag um 23 Uhr in der Nacht ausstrahlten und somit nicht gerade viel Zuschauer erreicht hatten. Ende Januar wurde der Zusammenschnitt „Deep Blue“ in den deutschen Kinos herausgebracht und läuft auch noch zur Zeit des Reviews. Die Größe der Leinwand, lässt dabei die Bilder noch gewaltiger erscheinen. Zusätzlich ist auf der DVD noch eine neunte Bonusfolge mit dem Titel „Die Jagd nach dem Fisch“ („Deep Trouble“) in gleicher Aufmachung, die damals nicht gesendet wurde, welches nicht weniger interessant den Eingriff des Menschen in das Meeresbiotop zeigt und seine Auswirkung durch seine Fischereimethoden zeigt und die Zerstörungen, die er damit anrichtet. Zum Bild Die DVD hat ein anamorphes Bild im Format 1:1, 78 und für eine Fernsehproduktion ist es sehr klar und scharf. Die Farben sind kräftig und angenehm warm, der Kontrast ist sehr gut. Natürlich herrschen angesichts der Aufnahmeumgebung die Blautöne vor. Die Bilder zeigen eine gute Detailschärfe, doch ist stellenweise auch ein leichtes Flächenrauschen zu erkennen, was aber den Gesamteindruck nicht größer stört. Verschmutzungen oder irgendwelche Bildartefakte waren überhaupt nicht zu erkennen und so kann ich sagen, das man sich hier beim Bild doch recht Mühe gegeben hat. Zum Ton Hier gibt es leider nur eine deutsche Tonspur mit dem deutschen Sprecher Norbert Langer, der die Szenen mit unaufdringlicher Stimme doch recht gut kommentiert und auch einige Szenen passend nur durch die Bild und Musik unkommentiert auf einen einwirken lässt. Doch hätte man sich zumindest hier noch die Originalspur, mit dem bekannten David Attenburrough gewünscht. Ein räumliche Dolby Digital 5.1- Spur wäre natürlich das I-Tüpfelchen gewesen, um richtig in die Unterwasserwelt eintauchen zu können. Allerdings muss man sagen, das die Stereospur dafür recht gut ist, der Ton ist sehr klar und dynamisch und einen recht angenehmen Klang. Der Monolog des Sprechers ist klar getrennt von dem guten Soundtrack, der hier gut in Szene gesetzt wird und seine Momente hat. Die Tonspur ist auch hier sehr sauber. Zu den Features Neben den schon oben erwähnten Bonusteil gibt es noch ein gleichlangen Bericht mit dem Titel „Aus der Werkstatt der Filmemacher“, welches einen tieferen Blick in die Arbeit der Filmemacher der Serie gibt und unter welchen schweren Bedingungen sie manchmal gearbeitet haben, um die faszinierenden Szenen in der Endfassung in den Kasten zu bekommen. Mit sechs Minuten gibt es noch den Kinokurzfilm „Blue“ in dem zwei Kinder ein paar Szenen kommentieren, die aus der Serie stammen. Dies scheint der Vorläufer des später erschienenen Kinofilms „Deep Blue“ gewesen zu sein, der ja aktuell in den Kinos läuft. Zu guter letzt gibt es noch eine selbst ablaufende Bildergalerie mit Filmmusik mit einigen Bildern aus dem Film. Die Menüs der drei DVDs sind recht einfach gehalten und man findet sich recht schnell zurecht. Zu Bemängeln gibt es allerdings, das auch hier auf Untertitelung verzichtet wurde, was gerade die DVD für Schwerhörige doch sehr uninteressant macht. Gerade hier wäre es doch ein sehr gutes Entgegenkommen gewesen, da die DVD doch recht informativ ist. Fazit Hier ist der BBC wieder eine ausgesprochene interessante und spannende Dokumentarserie gelungen, die sich vor Produktionen wie „Nomaden der Lüfte“ oder „Mikrokosmos“ nicht verstecken braucht. In 5 Jahren Produktionszeit wurden hier Bilder aus den noch weitgehend unerforschten Gebieten unserer Weltmeere zusammengeführt, die in ihrer Bildgewalt unheimlich beeindruckend sind, damit den Zuschauer in ihren Tiefen versinken und die Faszination der Unterwasserwelt miterleben lässt. Allerdings wurde hier stellenweise die Tierwelt vermenschlicht, was das Gesamtbild allerdings hier nur wenig trübt. Abzüge gibt es leider aber im Bereich des Tons, da hier nur eine deutsche Stereospur vorhanden ist, wie bei den fehlenden Untertiteln. Ansonsten Schnorchel und Taucherbrille auf und abtauchen in die blaue Tiefe unserer Meere !
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