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Erfahrungsdatenbank - Buch/Video-Kritiken - Tauchausbildung und -fortbildung - diver down





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    Tauchbücher zu dieser Rubrik bei Amazon :


  Tauchbücher 
Tauchliteratur und Videos
diver down
geschrieben am 03.08.2007 von scrat 


Habe mir voller Neugier das Buch gekauft, nachdem unter anderem in der Zeitschrift ´tauchen´ viel und positiv darüber geschrieben wurde. Die entsprechenden Kategorien bzgl. Tauchunfälle, ihre Ursprünge, Folgen und Möglichkeiten der Verhinderung waren stets Pflichtlektüre für mich.
Und jetzt sollte ein komplettes Buch dieses Thema bearbeiten - wunderbar!!!

Doch umso größer war meine Enttäuschung bereits nach den ersten Seiten. Bevor der Autor sich auch nur Ansatzweise mit dem Thema des Tauchunfalles beschäftigt, erfolgt auf gut 30 Seiten eine allgemeine Einführung in den Tauchsport. Begriffe werden geklärt, Ausrüstungsteile vorgestellt.
An sich keine schlechte Idee, aber ich gehe davon aus, dass diejenigen, die dieses Buch lesen diese Vorkenntnise haben (sollten). Für den versierten, interessierten Leser macht sich hier schnell Langeweile breit.
Und im Folgenden wird es nicht besser. Die behandelten Tauchunfälle werden zwar sehr gut und ausführlich beschrieben. Häufig fehlt mir aber eine Aufklärung in letzter Konsequenz und die ständige Wiederholung von Hinweisen auf Unfälle durch Druckunterschiede oder mangelnde Ausrüstung/Ausbildung führten schnell zu einem etwas genervten Leser.

Allgemein konnte ich mich dem Eindruck nicht erwehren, dass das Buch eher für Nichttaucher geschrieben wurden, selbst diese sollten kein Problem haben, die Gedankengänge nachzuvollziehen und zu verstehen.
Für mich war der Informationsgewinn eindeutig zu gering, ja quasi nicht vorhanden. Jeder gut ausgebildetet Anfänger sollte die im Buch angeführten Grundprinzipien kennen.
Sicher können die angeführten Unfälle als Beispiel dienen, allerdings fehlt mir häufig eine genauere Auseinandersetzung mit den Ursachen, bzw. diese bleiben im dunkeln, da keine direkten Zeugen/Aussagen vorhanden sind. Somit ist ein Teil des Buches Spekulation.

Ein letztes, dafür aber sehr großes Ärgerniss war die Tatsache, dass es von Fehlern nur so wimmelt. Angefangen von massiven Rechtschreibfehlern (es fehlen immer wieder ganze Wörter) bis hin zu inhaltlichen Ausrutschern.
Anders ist es für mich nicht zu erklären, wie in einem solchen Buch heute noch die nasse Rekompression als legitimes Mittel bei ausgelassenen Dekostops/Unfällen gelten kann. Zumindest ist dies, ohne weietere Angabe eventueller problematischer Rahmenbedingungen so nicht zu akzeptieren.

FAZIT:
Für Anfänger, frisch ausgebildetet Taucher vielleicht ein recht interessantes und anschauliches Buch. Allerdings rechtfertig der Inhalt in meinen Augen keinesfalls den Preis von 16,95€.
Aber eventuell habe ich einfach zu viel von einem solchen Buch erwartet...

DETAILS:
diver down - Schwere Tauchunfälle und wie man sie vermeidet
Michael R. Ange
Kosmos Verlag
16,95€
Bezug über Buchhandlung des Vertrauens

Bewertung :


diver down
geschrieben am 22.04.2007 von K.-G. Beck-Ewerhardy 


Michael R. Ange
Diver down – Schwere Tauchunfälle und wie man sie vermeidet
Kosmos (Hardcover/2007)
ISBN 978-3-440-10998-4
271 Seiten
€ 16,95

Zunächst einmal vorweg, Tauchunfälle kommen – im Verhältnis zur Anzahl der Tauchgänge weltweit überaus selten vor, eine Tatsache, auf die auch Michael R. Ange, der bereits seit ei-niger Zeit mit den Tauchen und Tauchunfällen beschäftigt ist, in seinem Vorwort deutlich hinweist. Denn obwohl es sich beim Tauchen um einen so genannten „Abenteuersport“ handelt, sind die meisten Taucher sehr sicherheitsbewusst und eher unaufgeregt. Hinzu kommt, dass die Tauchverbände in der Ausbildung in der Regel sehr viel Wert auf Sicherheitstraining legen und die Tauchausrüstungen in den letzten Jahren ebenfalls einen immer höheren Standard erreicht haben und zunehmend einfacher zu bedienen sind. Und wer seinen Computer sehr konservativ benutzt ist gegen sehr viele Gefahren gefeit.

Die Maßgaben der Verbände beruhen auf Beobachtungen vieler Taucherinnen und Taucher in Verbänden, bei Urlauben, im Berufstauchen, in Zeitschriften und in Unfallanalysen verschiedener Gruppen, die sich mit dem Tauchen beschäftigen.

Nach seinen einführenden Worten zur Thematik stellt der Autor zwanzig reale Unfälle vor, wie sie in verschiedenen Teilen der Welt Taucherinnen und Tauchern unterschiedlichsten Ausbildungsstands geschehen sind. Diese Unfälle reichen von „mit dem – oft verdienten – Schrecken davon gekommen“ bis zu „er konnte nur noch tot geborgen werden.“ Die einzelnen Fälle sind überaus plastisch dargestellt und zwar nicht nur für Unfälle, die in der Sporttaucherei stattgefunden haben, sondern auch für solche die in der mehr oder minder noch unerschlossenen Welt der „Techies“ beheimatet sind. Die Fehlerschwerpunkte sind dabei Selbstüberschätzung, Hektik, Sparen am falschen Ende, Besserwisserei, Nichtbeachten grundlegender Regeln, falsche oder fehlende Wartung des Materials, falsches Vertrauen, Gruppendynamik und noch einiges andere.

Es ist immer interessant Horrorgeschichten zu lesen, aber wer die typischen Rubriken der besseren Tauchzeitschriften kennt, weiß, dass unter Taucherinnen und Tauchern dabei die Fehleranalyse im Vordergrund steht. Um so etwas für das eigene Tauchen zu lernen. Und dies wird von diesem Buch stark unterstützt. So werden alle Berichte mit einer Darstellung von „Überlebensstrategien“ abgeschlossen und es gibt neben diesen Berichten und „Überlebensstrategien“ noch 30 sehr gut lesbare Erläuterungen, in denen alle zu diesen Berichten passenden Aspekte des Tauchens vertieft werden. Sogar eher unhandliche Aspekte, wie die Luftverbrauchsermittlung und die davon ausgehende weiterführende Planung sind sehr eingängig und leicht nachvollziehbar dargelegt, obwohl das Buch damit natürlich nicht eine begleitete Ausbildung ersetzen kann.

Leute, die sich fürs Tauchen interessieren oder Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines OWD-Kurses sollten sich dieses Buch vielleicht noch nicht so genau anschauen, da die hier be-schriebenen Szenarien – die wirklich und glücklicherweise selten genug vorkommen – sie sonst leicht von diesem schönen Sport abhalten könnten. Aber spätestens nach dem 25. Tauchgang oder zu Beginn der AOWD-Ausbildung ist dies sicherlich eine nützliche Anschaffung für die taucherische Handbibliothek. Das einzige Handicap dieses Buches ist die teilweise sehr überschauliche Rechtschreibung (z. B. sehr oft unpassend zusammengeschriebene Worte), die das Lektorat bei KOSMOS bei der nächsten Auflage aber sicher behoben haben wird.


K.-G. Beck-Ewerhardy

Bewertung :


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