Mein Weg zur Seele des Ozeans Carlos Eyles Kosmos Verlag, ISBN 978-3-440-11046-1 2007, 296 Seiten, einige S/W Bilder, 20,60 Euro
Das Buch handelt von einer 65 Tage dauernden Fahrt durch die Sea of Cortez an der mexikanische Pazifikküste nach San Benedicto I. von 27. November 1995 bis 29. Januar 1996. Also vor über 10 Jahren. In Form eines Tagebuches erzählt Carlos Eyles recht kurzweilig über die Erlebnisse, Höhe- und Tiefpunkte dieser Reise. Schnorcheln mit jungen Seelöwen ist sicherlich ein Highlight.
Das Buch ist aber auch ein immer wiederkehrendes Wehklagen über das leergefischte (sic!) Meer einerseits und Rückblicken in die 70er und 80er Jahre andererseits, wo der Autor stolz beschreibt, welche Prachtexemplare an Fischen von ihm und seinen harpunierenden Freunden aus ebendiesem Golf geholt wurden. Auch auf der beschriebenen Reise wurde (weniger erfolgreich als damals in der ´guten alten Zeit´) harpuniert.
Die Übersetzung des Buches aus dem Englischen überzeugte mich wenig. Ursache dafür ist unter anderem, dass taucherische Fachbegriffe wie beispielsweise ´bottom time´ mit ´Bodenzeit´ statt Grundzeit übersetzt werden. Auch die obligate Sauerstoffflasche zum Tauchen fehlt leider nicht. Flachwasserblackout mit einem Vakuum zu erklären, dass das Blut aus dem Gehirn zieht, ist von recht weit hergeholt...
In den vielen autobiographischen Stellen im Buch erzählt der Autor von seiner Kindheit auf Hawaii, wo er seine Liebe zum Meer entdeckte. Seine weitere Jugend in Kalifornien verlief wenig optimal. Er geriet auf die schiefe Bahn und mit dem Gesetz in Konflikt. Erst das Meer brachte in wieder auf den rechten Weg. *Tränen der Rührung aus den Augen wisch* Das war ihm sogar seine Familie wert, die ihn darauf verlassen hat...
Fazit: Das Buch ist trotz aller Kritik meinerseits interessant zu lesen. Der Autor schafft es darin sehr schön, Stimmungen zu vermitteln. Stimmungen vom Segeln, vom Apnoetauchen, vom Harpunieren und vom Meer. Für meinen Geschmack dominiert das Harpunieren aber zu sehr. Der Autor will vermitteln, die Seele des Ozeans verstanden zu haben. Wenn er meint... schön. Harpunierende (Einhand)Segler mag dieses Buch vielleicht begeistern. Mich, als bloß ´linearen Gerätetaucher´ (Zitat) konnte es das nicht.
Bewertung :
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