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Walters DEMA-Blog

Was gibt es neues auf der DEMA - der Tauchshow schlechthin? Wir haben unseren Reporter Walter Ciscato nach Orlando geschickt und bekommen so jeden Tag neue und interessante Informationen rund um die größte Tauchmesse in Amerika. Gerade auf technische Highlights wird unser Walter wert legen - und ausführlich berichten. Natürlich hat er auch seine Kamera dabei - seid gespannt!


Tag Vier : 08.11.2009

DEMA 2009, Tag 4

Nach der Rebreather World Party am Vorabend nahm ich den letzten Ausstellungstag in Angriff. Dieser war gleichzeitig mein letzter Tag in Orlando vor dem Abflug zurück nach Europa. Ich machte nochmals einen größeren Rundgang durch die ganze Halle und entschied mich am letzten Tag, Neuheiten und Produkte mehrerer Hersteller vorzustellen.

Ich stoppte zuerst bei Poseidon, welche gleich mit drei Neuheiten an die DEMA 2009 angereist sind. Neben dem neuen eCCR Sportkreisel MK6 Discovery, stellte Poseidon auch ihre neue Neopren-Nasstauchanzugslinie vor. Diese kommt 2010 auf den Markt. Die 3mm und 5mm Neoprenanzüge sind besonders flexibel. Im Schulter- und Achselbereich wurden sie mit speziell elastischen und dehnbaren Zwischenstücken ausgestattet. Eine komplette neue Serie von Poseidon Taucheruhren gab es auch zu bestaunen. Poseidon ist überzeugt, damit eine Marktlücke schließen zu können. In der Tat sehen diese Uhren sehr ansprechend aus. Ich hätte gerne gleich eine mitgenommen. Die Preisspanne reicht von 150 . bis 260 .. Wie Projektleiter Jonas Dahlgren versicherte, soll die Markteinführung noch im Dezember 2009 über die Bühne gehen.

   

Ich ging weiter zur kanadischen Firma Shearwater Research, die ihren neusten Wurf, den Tauchcomputer Shearwater Predator mit farbigem OLED vorstellte. OLED Displays scheinen sich langsam zu etablieren. Der Predator setzt bezüglich Betriebsdauer neue Maßstäbe. Während die OLED Tauchcomputer der Mitbewerber nicht ohne wiederaufladbarem Akku mit einer maximalen Betriebsdauer von 30 Stunden auskommen versicherte man mir am Stand, dass die auswechselbare 3,6V Batterie für eine Betriebsdauer von 150 Stunden ausreicht, bei einer Standbyzeit von einem Jahr. Diese Aussage erstaunte mich sehr. Der Predator ist ein Mischgascomputer, welcher auch für Rebreatherüberwachung eingesetzt werden kann. In der Grundausführung kostet er 1145 kanadische Dollar. Sein Vorgängermodell Shearwater Pursuit kann für 450 kanadische Dollar auf das OLED Display umgerüstet werden.

Vis-à-vis von Shearwater Research stellte die Firma Liquivision ihren X1 OLED Tauchcomputer aus. Der Liquivision F1 Bottom Timer war bereits 2005 das erste Gerät, welches ein OLED Display verwendete. Der Liquivision X1 ist weltweit der Urvater aller OLED Tauchcomputer. Ich fragte Margaret Malewski (CEO von Liquivision) wie so die aktuellen Geschäfte laufen, bei so vielen neuen Tauchcomputern mit farbigen OLED Display am Markt. Sie meinte immer noch sehr gut. Der Liquivision Computer verfügt seit 2009 über eine CE Zertifizierung nach EN 13319:2000 und kann zusätzlich für eine Rebreatherüberwachung mit der Erweiterung X-Link ausgestattet werden. Einmalig ist immer noch, dass die Bedienung ohne jegliche Knöpfe auskommt. Durch einfaches Klopfen an verschiedenen Stellen, kann man einfach durch die Menüs navigieren.

Danach machte mich wieder auf die Suche nach weiteren Neuheiten und stieß auf den großen Stand von Sheico. Da die wenigsten Taucher wissen, dass diese Firma der weltweit größte Hersteller und Lieferant von Neoprenanzügen, Handschuhen, Füßlinge, Jackets, Rettungswesten usw. usw. ist, möchte ich diese Firma so weit möglich kurz vorstellen. Je nach Ausrüstungsteil beliefert Sheico bis zu 70% des Marktes. Sie fertigen auch Einzelteile bzw. halbfertige Ware, welche dann vom Hersteller entsprechend verbaut oder zusammengeführt wird. Wir dürfen hier verständlicherweise keine Markennamen nennen, für die Sheico fertigt. Sheico ist weltweit führend für Wassersportanzüge jeglicher Art. Die Fertigungsstandorte sind in Taiwan, Thailand, China und Kambodscha.

 

Abschließend ist mir noch an einen Stand der Beach Buddy aufgefallen. Ein ausgeklügeltes System erlaubt es die ganze Tauchausrüstung inkl. Tauchflasche auf engstem Platz zu verstauen, sodass man am Schluss einen zweckmäßigen Transport-Trolley hat. Der Beach Buddy ist für den Einsatz am Strand bzw. für Tauchgänge vom Land aus konzipiert worden und kann auch ins Wasser mitgenommen. Es kann damit sogar getaucht werden. Der Verkaufspreis beläuft sich auf 249 US Dollar. An einer Version für den europäischen Markt (Flaschendurchmesser 171mm/203mm für 10/12/15l) wird zur Zeit gearbeitet.

Zusammenfassung der DEMA 2009 Im Gegensatz zur Boot trifft man an der DEMA jeweils ausschließlich die Tauchindustrie. Einige Endkunden (meistens Tauchlehrer oder Divemaster) kommen jeweils auch zur Ausstellung. Es wird bedeutend weniger "direkt" an der Messe verkauft als in Düsseldorf. Ein paar Kleinteile oder Tauchflaschen, hie und da ein Tauchcomputer. Die günstigste Luxfer Aluminium 80cf Tauchflasche mit Ventil ging dieses Jahr für 98 US Dollar über den Tisch. Ich hatte zwar einen klaren Rückgang bezüglich Anzahl Aussteller und Besucher erwartet, dass dieser aber so drastisch ausfällt hätte ich nie erwartet. Enttäuschend waren auch die Stände einiger Marktführer. Kaum oder gar keine Neuheiten, zudem wurde deren Ausstellungsfläche massiv reduziert. Ob auch die Boot 2010 einen entsprechende Rückgang im Tauchbereich zugestehen muss . in einigen Woche werden wir es sehen. Außerdem habe ich von der Unterwasserfotografie- und der Gehäuse Front kaum Neuheiten gesehen. Positives kann ich von den Reiseveranstaltern und Tauchresorts berichten. Obwohl auch in dieser Branche gut 50% weniger Anbieter den Weg zur diesjährigen DEMA fanden, zeigten sich die meisten positiv optimistisch, was die Buchungen und Auslastung betrifft. Einige zeigten mir sogar deren Auslastungsübersichten, da ich meistens sehr skeptisch auf alle übertriebenen positiven Aussagen reagierte. Interessant und gut besucht waren dieses Jahr wieder die verschiedenen Hersteller Seminare und Vorträge.

Highlight der DEMA 2009 Dies war nicht etwa eine Neuheit oder ein spezielles Treffen mit einer bekannten Person, nein es ist tatsächlich mein DEMA 2009 Zutrittsbadge, auf welchem statt Switzerland, Swaziland als mein Herkunftsland steht. Ich machte mir vorerst keine Gedanken darüber, unwissend was dies in den nächsten paar Tagen für Folgen für mich haben sollte. Da ich schon zwei Tage vor Messebeginn für eine ISO Normungssitzung für Tauchausbildung anreiste, hatte ich bereits Zutritt zu der Halle vor der Eröffnung. Bei der DEMA Messe hat der Zutrittsbadge eine viel größere Bedeutung, vor allem auch in Gesprächen und an den abendlichen/nächtlichen Veranstaltungen. Schon vor Messebeginn bekam ich den Übernamen Swazi und als ich anfing mich als .Walter from Swaziland. vorzustellen, ging.s so richtig los. Die Leute nahmen mir dies logischerweise nicht immer ab, doch ich versuchte je länger desto mehr Africans- Englisch zu sprechen und mit Sprüchen wie .I.m white outside, but black inside. klappte es schon besser, während die bekannteren Kollegen um mich herum jeweils regelrechte Tränenbäche produzierten. Ich informierte mich ausführlich über Swaziland, speziell über deren Sitten, Bräuche und Tauchgelegenheiten. Mit der Zeit konnte ich den Leuten ausführlich über die Tauchmöglichkeiten in Swaziland (See/Stauseen/Talsperren) sowie auch die Nähe zu den Tauchspots in Mozambique berichten. Der Spaßfaktor die Leute mit Swaziland auf Korn zu nehmen, war für mich das diesjährige Highlight der Ausstellung. Vielen blieb ich vermutlich als .Swazi. oder .Walter from Swaziland. in Erinnerung und mein Zutrittsbadge hat definitiv Kultstatus erreicht.

In diesem Sinne freue ich mich auf die nächstjährige DEMA Messe in Las Vegas.

Tag Drei : 07.11.2009

DEMA 2009, Tag 3

Am dritten Ausstellungstag standen Kreislaufgeräte, in Amiland besser unter den Namen Rebreather bekannt, auf dem Programm. Ich stoppte zuerst bei Micropore. Interessant ist ihre ExtendAir Lösung, welches ein Alternativprodukt im Vergleich zum "normalen" Kalk für Kreislaufgeräte ist. ExtendAir ist eine Kalkpatrone und sieht gegenüber herkömmlichem Kalkgranulat wie ein aufgerolltes Band mit kleinen Durchgangslöchern aus. Der Kreislaufgerätetaucher interessiert primär die Kalkstandzeit, welche auch volumenabhängig ist. ExtendAir punktet dank deren Beschaffenheit und Struktur in vielen anderen Punkten, die nicht minder relevant sind. So ist die Atemarbeit (Fachsprache: Work of Breathing) deutlich tiefer gegenüber herkömmlichem Kalk. Auch feiner Kalkstaub ist kein Thema mehr und bei einem Wassereintritt bzw. geflutetem Atemkalk (auch kaustischer Cocktail genannt) ist die inhalierte Menge an Kalk sehr klein. Davon konnte ich mich persönlich vor ein paar Wochen bei ersten Tests überzeugen . ein bisschen Halsweh hatte ich am Morgen danach trotzdem. Tom McKenna von Micropore Inc.

bestätigte die steigende Anzahl an Kreislaufhersteller, welche ein Lösung (Zusatzadapter oder anderer Kalkbehälter) für ExtendAir anbieten. Auch wenn der Preis für eine Atempatrone höher ist als für die gleiche Menge an Atemkalk, dank der meist längeren Kalkstandzeit kommt ExtendAir etwa gleich teuer zu stehen. Gemäß Tom plant Micropore Inc. in den nächsten Monaten ein Zentrallager in der EU aufzubauen, um Versandskosten und Preis weiter zu senken. Gleich neben dem ExtendAir Stand wurde der neue mCCR Rebreather Apocalypse IV iCCR

von OpenSafety Ltd. ausgestellt. CE und Markteinführung lassen immer noch auf sich warten, weswegen dieses Gerät in einigen Foren immer mehr negativ kritisiert wird. Dr. Alex Deas

konnte mir dazu auch keine weiteren neuen Daten oder Informationen liefern. Das Gerät ist wegen dem O2-, CO2- und Heliummonitor, sowie dem verhältnismäßigen günstigen Preis sehr interessant. Auch war eine Militärversion, welche teilweise die gleichen Bauteile verwendet, ausgestellt. Die Monitorfunktion konnte man in Echtzeit und unter voller Funktionsfähigkeit bestaunen. Dies lockte viele bekannte und führende Experten aus dem Tauch- und Tauchmedizinbereich an. So traf ich auch den bekannten Dekompressionsforscher Dr. Bill Hamilton, welcher mit Dr. Alex Deas die Messwerte und Testauswertungen der CO2 Versuche diskutierte. Neben vielen neuen Rebreathern ist mir vor allem der Titan

 

aus Kalifornien aufgefallen. Dieser elektronisch gesteuerte Rebreather (eCCR) dürfte in den nächsten Monaten auf den Markt kommen. Am Abend hat Curt Bowen von Rebreatherworld zur Party in der Nähe der DEMA Ausstellung geladen, bin gespannt wem man wieder vor Ort antrifft.

Tag Zwei : 06.11.2009

DEMA 2009, Tag 2 Nachdem DAN am Vorabend zur großen Geburtstagsparty (30 Jahre DAN) geladen hatte, nahm ich den zweiten Ausstellungstag in Angriff. Dieses Jahr sind leider nur wenige Bahnbrechende Neuigkeiten an der DEMA ausgestellt. Positiv überrascht hat mich das schwedische Unternehmen SI TECH. Ihre Ein- und Auslassventile für Trockentauchanzüge sind unter Tauchern bestens bekannt. Das Unternehmen erweitert ihre Produktepalette aber stetig und präsentiert zur DEMA 2009 gleich zwei Neuheiten. Ihr Atemregler Forever S40

 

ist ein Kaltwasserautomat, welcher speziell für Kaltwasserumgebungen konzipiert wurde. Die kolbengesteuerte erste Stufe liefert einen Mitteldruck von nur 5,5 bar. Gemäß SI TECH reduziert sich die Vereisungsgefahr dadurch beträchtlich. Die zweite Stufe ist eine "upstream" Stufe. Diese Technik ist auch von den Poseidon Automaten bekannt. Jonas Axelsson, SI TECH Vizepräsident und neu Nummer 2 des Unternehmens ist besonders stolz auf ihr neustes Kind. Er zeigte mir alle inneren Teile, welche wir hier leider nicht publizieren dürfen. Wir sind jedoch sehr gespannt auf die ersten Kaltwasser Tests.

Eine weitere Neuheit ist das auswechselbare Halsmanschettensystem "Neck Tite" für Trockentauchanzüge.

 

Das Ringsystem erlaubt es dank ausgeklügelter Technik eine Halsmanschette innerhalb wenigen Minuten zu wechseln. Der auf dem Trockentauchanzug montierte Ring für die Halsmanschettenbefestigung, stört dabei nur wenig bezüglich Halsbewegungen usw. Lachend versicherte mir Jonas Axelsson, dass dabei die Anforderungen nach EN 14225-2:2005 - Tauchanzüge, Teil 2 Trockentauchanzüge: Anforderungen und Prüfverfahren erfüllt sind, als ich ihn nach der Zugfestigkeit (gemäß Norm: 100N, +10/0) fragte. Der Hersteller Waterproof bietet bereits das Ringsystem "Neck Tite" für ihre Trockentauchanzüge an. Weitere Hersteller werden in Bälde folgen.

Tag Eins : 05.11.2009

Die DEMA ist dieses Jahr wieder einmal in Orlando (Florida) zu Gast.
Im Vergleich zu den Vorjahren ist die wirtschaftliche Lage deutlich zu sehen. Die ganze Ausstellungsfläche wurde auf eine Halle reduziert und diese ist auch nur zu 80% belegt. Da im Vergleich zur Boot (Halle 3) die Gänge um einiges breiter sind, ist die diesjährige DEMA von der Anzahl Ausstellern und der Ausstellungsfläche etwa gleich groß wie die Boot.

Deutlich ist der Rückgang und die Absagen der Tauchreisenanbieter und Tauchresorts zu beobachten. Diese Branche hat dieses Jahr mindestens 50% weniger Aussteller.

Passend zu diesen wirtschaftlichen Faktoren, welche die diesjährige DEMA visuell prägt ist unser Produkt des Tages. Es eine Divephone Lösung von der Firma Intova welche auf Unterwassergehäuse spezialisiert ist.

 

Sie bieten ein Unterwassergehäuse für PDA.s (Smartphones, iPhone) inkl. Software und Drucksensoren. Damit kann man das Mobiltelefon als Tauchcomputer nutzen. In Zusammenarbeit mit dem bekannten Dekompressionsforscher Professor Murat Egi von der Galatasaray Universität in Instanbul entstand dieses ehrgeizige Projekt.

Die Mitarbeiter der Biomedizinischen Engineering Abteilung entwickelten die PDA Software und Drucksensoren für Tauchgänge. Dabei kann das Mobiltelefon mit der Software updated werden und mit dem bis 100 m druckfesten Gehäuse als Tauchcomputer mitgeführt werden.

 

Die Datenübertragung (Sensor => PDA) funktioniert unter Wasser per Infrarot und Bluetooth. Die Software benützt gleichzeitig zwei Dekompressionsprogramme: Bühlmann und VVAL18. Auch wird eine Rebreatherüberwachungsschnittstelle (ppO2) lieferbar sein. Der Preis wird dank türkischer Staatshilfe für die Entwicklungskosten kleiner ausfallen als der günstigste Tauchcomputer am Markt. Die erste Auslieferung ist auf Februar 2010 vorgesehen.

Infos

Was ist so schön am Sinai? Nur Tauchen? Oder auch mehr? Unser Sinai-Führer gibt Auskunft. Hier gibt es jede Menge Infos zu Tauchplätzen und Tauchbasen, viele Verweise in unsere Datenbanken und jede Menge Links zum Thema


04.02.2012 04:21 Taucher Online : 43
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