Abersub, L`Aber Wrac`h (Bretagne) Geschrieben am 20.11.2000 von Bernd Koser
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Die Tauchbasis ABERSUB liegt im Aber Wrac´h in der Bretagne, so ziemlich
in der nordwestlichsten Ecke Frankreichs. ´Aber´ sind trichterförmige
Flußmündungen, die sich z.T. kilometerweit ins Landesinnere
hineinziehen und die Landschaft prägen. Die Tauchbasis selbst liegt
im Hafen des Ortes Aber Wrac´h. Sie ist ganzjährig geöffnet und
verfügt über ca. 30 - 40 Flaschen, je 20 Jackets, Atemregler
und Anzüge. Weiterhin hat sie 2 Boote und - eine warme Dusche. Es
sind ca. fünf Tauchlehrer dort beschäftigt. Wer gut französisch
spricht, ist deutlich im Vorteil, mit englisch klappt es einigermaßen.
Der Inha-ber, Eric, ist wie seine Tauchlehrer sehr freundlich und entgegenkommend.
Da aber zu meiner Zeit kein Mensch deutsch und englisch nur bruchstückhaft
gesprochen hat, ergeben sich wenige richtige Gespräche.. Macht nix
- einmal im Schlauchboot und Richtung Atlantik unterwegs, kommen rich-tige
seemännische Gefühle auf. In der Regel herrscht dort ein Wellengang
zwischen ein und drei Meter Höhe. Bei längeren Ausfahrten sollte
man also seefest sein. Da die Wassertemperatur um die 14 Grad beträgt,
ist dickes Neopren ein Muß. 7 mm halbtrocken ist die absolute Untergrenze.
Handschuhe sind nicht unbedingt erforderlich. Die Tauchlehrer haben ohne
Ausnahme Trockis. Unter Wasser betrugen (Juli 2000) die Sichtweiten 7 bis
10 Meter. Die Unterwasserlandschaft ist klasse. Riesige Felsblöcke
und große Pflanzen prägen das Bild. Fische kommen einzeln, nicht
in Schwärmen vor. Es empfiehlt sich, eine kleine Lampe mitzunehmen,
um in kleine Höhlen und Ni-schen hineinschauen zu können. Wichtig:
Jeder Tauchgang ist ein Strömungstauchgang. Die Strö-mung ist
beachtlich. Je nach Tauchplatz läßt die Gruppe beim Aufstieg
eine Tauchboje hoch. An-schließend kommt das Boot und holt die Gruppe
dann ab. Das absolute Highlight dort ist die Amoco Cadiz, ein 340 m langer
Tanker, der 1987 vor Portsall gesunken ist und unter anderem große
Teile der dortigen Küste verseucht hat. Mittlerweile sieht man nur
noch die schwarzen Felsen. Die Amoco liegt zwischen 30 und 40 m Tiefe.
Die Ausfahrt zu diesem Tanker dauert etwa 45 Minuten. Da das Boot nicht
mit GPS ausgestattet ist, muß der Tanker immer wieder gesucht werden,
was eine Zeitlang dauert. Deswegen ist eine gewisse Seetüchtigkeit
des eigenen Magens nicht von Nachteil. In meinem Fall haben wir die Amoco
nicht gefunden, wir sind wohl über die Aufbauten drübergefahren,
aber auf Grund der starken Strömung sofort wieder abgetrieben worden.
Trotzdem hatten wir noch einen sehr schönen Tauchgang. Alles in allem
kann man dort sehr gut tauchen.
Wichtig ist noch eins: In Frankreich dürfen Bronze und 1-Sterne-Taucher
nicht tiefer als 20, max. 25 m tauchen.
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