Tauchboote Indonesien

Al Isra

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Datenbankeintrag 22183
Al Isra
Geschrieben am 24.11.2005 von Dolphin Diver [PADI DM, 500 TG]

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Tauchsafari auf der Al Isra im November 2005

Tour: Flores – Komodo – Lombok

Bevor ich mich in Einzelheiten für diese Tachsafari verliere möchte ich vorweg schicken, dass diese Tour abenteuerlich und mit vielen (teilweise amüsanten) Hindernissen geschmückt war.

Probleme gab es schon bei der Buchung, nachdem eigentlich die Moana gebucht wurde, diese Tour aufgrund von nur 3 Anmeldungen aber gestrichen wurde. Statt dessen wurde die Al Isra als Ersatzschiff angeboten. Schon allein von der Internetbeschreibung wurde klar, dass dieses Schiff einen deutlich geringeren Standard hatte, wie die ursprünglich gebuchte Moana. Nach einigem Hin und Her wurde dann anstelle der Al Isra die Ananda angeboten, die angeblich vom Standard her ein Mittelmaß zwischen beiden Schiffen sein sollte.

Ausgelaufen sind dann beide Schiffe, eins mit uns umgebuchten Tauchtouristen und ein zweites mit einem Kamerateam, die auf dieser Tour einen Dokumentarfilm über das Leben über und unter Wasser jenseits der beiden Seiten der Wallace-Linie drehen wollten. Die erste Überraschung gab es dann gleich im Hafen, als das Filmteam dann entschied, dass die Ananda besser in Ihre Drehaufnahmen passt und wir kurzerhand auf die Al Isra verfrachtet wurden, die wir im Vorfeld eigentlich als unzureichend abgelehnt hatten. Auf unsere Proteste hin wurden wir dann mit der Aussage konfrontiert, dass beide Schiffe von Standard her identisch sind, aber dass wir auf der Al Isra wenigstens Strom hätten. Nun, damit begann die Phase in der sich die meisten der Beteuerungen des Reisebüros aus dem Vorfeld der Buchung als Seifenblasen entpuppten.

Zum Schiff – Al Isra:
Die Al Isra ist (wie ich erst jetzt weiss) eigentlich kein Safari-Boot, sondern ein Schiff, welches hauptsächlich für Gruppenreisen gebucht wird und bei Gelegenheit auch Taucher mitnimmt. Dementsprechend gibt es keine tauchspezifischen Einrichtungen, die man von einem Safariboot normalerweise erwarten würde. D.h. es gibt keine Ablagemöglichkeiten für Ausrüstung, geschweige denn für Kameras. Keine Frischwasserbecken um Kameras durchzuspülen usw usw. Statt dessen sucht man sich irgendwo auf dem Deck einen freien Platz, um seine Ausrüstung zum Trocknen auszubreiten.
Das Schiff selbst kann mit Motor oder unter Segeln fahren, ist ein ursprüngliches Holzboot und man kann dort mit Sicherheit einen schönen Urlaub verbringen, wenn man nicht die Erwartungshaltung einer Tauchsafari mitbringt. Die Schiffsausstattung ist einfach und eher zweckmäßig. Man hat keine abgetrennten Kabinen sondern es gibt einen großen Laderaum, in dem 8 Schlafkojen und die Bordküche untergebracht sind. Vor jeder Schlafkoje ist ein Vorhang angebracht.
Die sanitären Anlagen bestehen aus einem Open-Air-Klo am Schiffsheck, in dem gleichzeitig die Waschgelegenheiten sind. Die Handbrause zum Duschen kann man dann gut nutzen, wenn man kleinwüchsig ist oder sich zum Duschen hinkniet oder auf das Klo setzt, sonst fehlt nämlich der Wasserdruck. Crew und Gäste nutzen das „Bad“ gemeinsam. Das Bad ist wie gesagt offen, d.h. es sind an den Seiten Holzplanken als Sichtschutz befestigt, die mir von der Höhe ungefähr bin an die Brust reichten. In Konsequenz davon kann man sich nur dann ungestört fühlen, wenn gerade kein Schiff neben einem ankert... Im großen und ganzen haben fast alle Gäste auf das Duschen verzichtet.
Strom (220 V) ist immer dann vorhanden, wenn der Motor läuft. Der Kompressor zum Füllen der Flaschen wurde kurzerhand aufs Deck gestellt.
Das Essen war einfach, aber immer lecker und liebevoll zubereitet. Dem Koch sei hier für noch mal für seine tollen Fischgerichte und die leckeren Pfannkuchen zum Frühstück gedankt.

Zum Tauchen:
Aufgrund der Rahmenbedingungen mit dem Schiff wurden pro Tag ca. 2 Tauchgänge angeboten. Dies mag für eine Gruppenreise, bei der auch getaucht wird, ausreichend sein. Für den Anspruch einer Tauchsafari ist dies zu wenig. Getaucht wurde entweder vom Boot aus (großer Schritt über die Bordreling) oder von einem kleinen Beiboot aus.
Die Sichtweiten unter Wasser waren meist gut (30 Meter), die Wassertemperatur lag bei 27° und wir hatten ruhige See. Die Strömung unter Wasser reichte von ruhig bis heftig.
Die Riffe unter Wasser waren insbesondere im Komodo-Nationalpark sehr schön bewachsen und völlig intakt. Dies waren eigentlich genau die Art von Riffen die man zu sehen hofft, wenn man zum Tauchen um die halbe Welt fliegt. Je näher man dann in Richtung Lombok/Bali fährt, desto deutlicher nimmt die Qualität dann aber auch ab. Insbesondere die Spuren vom Dynamitfischen sind dort nicht mehr zu übersehen.
Leider waren wir nur wenige Tage in Komodo und haben einen recht großen Teil an den weniger schönen Riffen zugebracht.
Das Unterwasserleben bietet in der Regel viel Kleinzeug, welches das Herz des Makrofotografen hochschlagen lässt. Großfische oder irgendwelche spektakulären UW-Ereignisse hatten wir nicht. Die Tauchgebiete sind alles in allem mit denen auf den Philippinen gut vergleichbar. Wobei die Philippinen gegenüber Indonesien aus meiner Sicht im Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich besser abschneiden.

Fazit:
Wenn ich diese Tour nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis bewerten würde, dann müsste ich jetzt Schimpf und Schande verteilen. Aber da die Bootseignerin Ihre Schiffe auch nicht als Safariboote vermarktet, sondern lediglich für die abgesagte Tour eingesprungen ist, würde ich mit so einer Bewertung die Falschen treffen. Wenn ich die Tour unter dem Anspruch einer Bootsfahrt mit zusätzlichem Tauchangebot bewerte, dann passt eine mittlere Bewertung doch deutlich besser.

Positiv waren: Freundliche Crew, leckeres Essen, lockere & gelöste Atmosphäre
Negativ waren: Schiffsausstattung, Tauchangebot, Preis-Leistungs-Verhältnis

(Zu letztem Punkt muss ich fairer Weise sagen, dass es hier unterschiedliche Aussagen darüber gibt, wer an dieser Tour angeblich wie viel verdient hat. Die Schiffseignerin wirkte zumindest selbst sehr irritiert darüber, dass wir fast doppelt soviel gezahlt haben, wie sie für ihr Schiff veranschlagt hat.)

Würde ich noch mal nach Indonesien zum Tauchen fahren? – Ja, aber ich würde um die Gegend Bali/Lombok einen weiten Bogen machen, sondern mich eher in den Raum Sulawesi orientieren, der nach Aussage der Leute vor Ort noch größtenteils unerforscht ist und daher noch viele intakte Riffe bietet, die zum großen Teil noch auf Ihre Entdeckung warten. Wenn also jemand eine Entdeckungstour plant, kann er mich gerne ansprechen.

Al Isra
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