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Der Bodensee zieht, besonders in Überlingen viele Taucher an. Einige müssen dabei gefährliche Klettertouren unternehmen um an bzw. ins Wasser zu kommen. Dies gilt nicht für die Taucher die Gäste des Campingpark Überlingen (http://www.campingpark-ueberlingen.de) sind. Der Campingpark ist DER Tauchercampingplatz überhaupt. An den langen Wochenenden sind meiner Schätzung nach über 80% der Gäste Taucher. Dies liegt an den Möglichkeiten die dem Taucher hier geboten werden. In´s Wasser führt eine stabile und breite Stahltreppe und der Platz verfügt über eine eigene Füllstation, die vom Taucher selbst bedient werden kann. Die hierzu notwendige Chipcarte ist an der Rezeption erhältlich, und man bezahlt nur solange Luft strömt. Das heißt, wer nur 50 bar auffüllt braucht nicht für die ganze Flasche zu bezahlen. Die Anlage ermöglicht das gleichzeitige Füllen von 4 Flaschen (mit einer Karte) was besonders für Vereine interessant ist. Eine Tauchgebühr wird nicht erhoben, lediglich eine Tauchererklärung ist auszufüllen, mit der man sich bereiterklärt die allgemeinen Regeln zu beachten und den Campingplatzbetreiber bei Tauchunfällen aus der Verantwortung nimmt. Da der See von sich aus keine besonderen Attraktionen zu bieten hat, haben hier die Taucher kräftig nachgeholfen, aber auch ein Stück tragisch-deutsche Geschichte läßt sich, auch von Anfängern, betauchen. Beginnen wir also mit der Anfängertour: Vom Einstieg aus gehts nach rechts. Die Steilwand ist dort nicht zu tief und man hält sich auf einer Tiefe von ca 15-17 Meter, so daß man guten Sichtkontakt zum Grund hat. Die Sicht ist auf der rechten Seite nicht so gut, da hier mehr Schwebeteilchen im Wasser sind. Der Tauchgang führt dann zu Teilen von Loren, also Bergwerkswagen, die aus der Bunkeranlage stammen, die sich im Berg neben dem Campingpark befindet. Diese wurde in der Nazizeit von ´Sträflingen´ gegraben und können in einer Führung besichtigt werden. Relativ dicht beieinander, und in einer Tiefe zwischen 17 bis 19 Metern findet man die Fahrgestelle, die Kübel sowie Kübelaufnahmen. Angeblich sollen ´Sträflinge´ versucht haben in diesen Loren den See zu überqueren und die Schweiz zu erreichen. Wenn man dann noch Luft übrig hat geht es weiter zu einem Campingtisch, der in ca 17 Metern steht. Für Anfänger eher ungeeignet, weil nochmal ein Stück weiter weg und 29 Meter tief befindet sich eine Gesteinsformation die von ´Insidertauchern´ ´Eiger Nordwand´ genannt wird. Egal wann und wo die Luft zur Neige geht, in Richtung Norden (330°) kommt man zur Steilwand, und dann wieder nach rechts, langsam aufsteigend bis zur Leine. Diese hängt an der Einstiegstreppe und reicht bis in ca 17 Meter, so daß auch Ortsunkundige den Ausstieg sicher finden. Nun die Tour für Fortgeschrittene: Der Einstieg erfolgt wieder über die Treppe, entlang der Steilwand fallen lassen bis auf 25 Meter, dann wirds ebener und weiter nach unten, zwischen zwei gut erkennbaren Rillen bis auf 40 Meter. Dort hält der Arm einer Schaufensterpuppe ein Schild in der Hand mit der Aufschrift ´Stop 40 Meter sind genug!´. Die Rückseite des Schildes fragt dann ´wo kommst du denn her?´.Jetzt nach links abbiegen und man stößt auf 39 Meten auf eine Esse. Von hier aus folgt man der Tiefenlinie auf 37 Meter und findet der Reihe nach: ´Das Gestrüpp (eigentlich sind es Baumkronen), ´die Campingausrüstung´ (Tisch, Stühle, Schirm) und ein Fahrrad. Jetzt geht´s nach links zur Wand zurück, und dann wieder links Richtung Einstieg. Die Tour ist aber noch nicht vorbei. Wenn man unten bleibt, kommt man zu einem großen Überhang auf 32 Meter. Jetzt langsam auf 25 Meter steigen und weiter Richtung Einstieg findet man in einer Ecke der Wand ´das Telefon´.Mittlerweile sind es schon zwei Telefone, die auf Blechtafeln montiert sind. Damit man weiß wo man anruft hängt ein ´Telefonbuch´ dabei, bestehend aus einlaminierten Bildern von Frauen. Da diese im Wasser sind haben sie auch nicht zu viel an...Jetzt entweder weiter zur Leine am Ausstieg, oder aber, nochmal runter um in 30 Metern noch ein Rohr, einen Flansch, eine Warnbarke und ein altes Adlergetriebe zu finden. Was ich hier auf zwei Touren gefaßt habe läßt sich in einer dreiviertel Stunde auch komplett betauchen. Voraussetzung ist daß man weiß wo man rumtauchen muß. Der Neuling kann aber auch 10 Tauchgänge hier absolvieren und dabei immer noch nicht alles gesehen haben. Der Campingplatz eignet sich sehr gut für alle Gruppengrößen, und, da hier immer sehr viele Taucher sind, kann man auch alleine hinfahren, einen Buddy findet man immer! Die Sicht ist auf der linken Seite besser als auf der linken Seite und verbessert sich unterhalb 15 Metern nochmal deutlich. Die oben angegebenen Höhenangaben sind immer auf etwa 3 Meter genau, da der Seepegel je nach Jahreszeit variiert. Mal sieht man von der Treppe nur die beiden oberen Stufen, mal muß man unten noch ein bischen laufen um in´s Wasser zu kommen. Zwischen der Treppe und dem Beginn der Steilwand liegen etwa 5 Meter, so daß man den 3-Meter-Check machen kann ohne die volle Tiefe unter sich zu haben. Bei Niedrigwasser können jedoch nur gute Tarrierer diese Strecke tauchen, die anderen müssen laufen! Nicht vergessen möchte ich, daß während der Öffnungszeit des Campingparks das Tauchen vom Platz aus nur für Campinggäste erlaubt ist. Seit Winter 2003/04 ist der Zugang in der campingfreien Winterzeit für alle Taucher möglich, wobei auch die Parkplätze des Campingparks genutzt werden dürfen In diesem Winter soll dann auch die Campingklause geöffnet sein, so daß man sich nach dem Tauchgang aufwärmen und etwas Essen und Trinken kann. Wenn ihr während der Saison hinfahrt, grüßt die Platzwarte von mir! Noch ein Tip: Wenn ihr den Platz verlaßt, über die Bahngleise geht, und dann die kleine Straße rechts hinein kommt ihr zu einer Felsenwirtschaft, sehr klein, aber unbedingt den Salat mit Pute oder Thunfisch probieren. Wenn ihr nicht die größten Esser seid nehmt einen Kleinen!!! Viel Spaß beim Erkunden und immer gut Luft wünscht Ralf http://www.rschmid.de/tauchen  Rezeption Tauchereinstieg Füllstation
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