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Datenbank - Basen/Shops - Griechenland - Fun Dive - Cretas Diving Center, Chania



Basen/Shops Griechenland

Fun Dive - Cretas Diving Center, Chania

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 Datenbank - Basen/Shops - Griechenland - 1 Bericht zu diesem Eintrag!

Datenbankeintrag 353
Fun Dive - Cretas Diving Center, Chania
geschrieben am 18.10.2000 von Jörg

12 von 13 Usern fanden diesen Bericht hilfreich, 4 von 6 Usern stimmten diesem Bericht zu.

Ich hatte während eines dienstlichen Aufenthaltes auf Kreta Anfang Oktober 2000 die Gelegenheit, für einen Tag im Raum Chania tauchen zu gehen. Meine Wahl beschränkte sich auf die zwei Tauchbasen in Chania (beides PADI ***** - Center), nämlich "Blue Adventures Diving" und "Fun Dive".

+++ Auf der Suche +++

Nach dem ersten Anblick der Boote im Hafen von Chania entschied ich mich wegen des besseren Eindruckes für "Blue Adventures Diving", die am Kai ein kleines Office betreiben und ein paar Straßen weiter noch ein Office sowie einen Shop haben. Dort war man sehr freundlich und gab mir auf englisch zu verstehen, dass ich mich doch gleich anmelden sollte. Zwei Tauchgänge sollten 20.500 Drachmen kosten (umgerechnet ca. 135 DM), inklusive Leihausrüstung. Ein TG wäre auch möglich gewesen, allerdings besteigt man das Boot morgens um 10 Uhr, kommt aber erst um 17 Uhr zurück. Gegessen wird auf dem Boot, und während nachmittags der 2. TG läuft, müsste man auf dem Kahn der Dinge harren - nicht jedermanns Sache! Brevet, Tauchtauglichkeitsuntersuchung? Wollte niemand wissen: "No problem", wie es hieß.

Nun ja, einen Tag vor den gebuchten Tauchgängen hieß es dann abends: "Anzahlung zurück, wir tauchen doch nicht, es sind nur 5 Leute, lohnt sich nicht" - "no problem" stellte ich mir anders vor... :-((

+++ Wirklich "no Problem"? +++

So kam ich schließlich nach langem Suchen zu "FUN DIVE", die außerdem 1000 Drachmen billiger waren. Die Basis liegt etwas dezentral und wird in Hafennähe sehr leicht zu übersehen von einem Reisebüro vertreten. Morgens wurde ich per Moped (!) abgeholt und helmlos über rote Ampeln etc. zur Basis befördert ("you go diving? ok no problem, no fear...!"). Zwischen einer Harpunen-Ausstellung wartete ich auf das Auslaufen des Bootes. Auch hier wollte niemand mein Brevet oder meine Untersuchungsbescheinigung sehen. Hätte ich nicht selbst gesagt, wieviel TG und welche Erfahrung ich habe, niemand hätte danach gefragt. Alles "no problem" eben - ERSCHRECKEND, wie ich meine!

Per schnellem Boot ging es dann in einem 20-Minuten-Transfer zur Kala Thas, einer kleinen Badebucht. Dort ankerte der Divemaster unter meiner Mithilfe (Assi war Mangelware, weil außer mir nur zwei Kids als Passagiere dabei waren) ca. 20 Meter vom Strand weg und gab uns zu verstehen, dass wir in Wasser springen und erstmal das Equipment ranschaffen sollten. Also rein und zu einem Blechcontainer geschwommen, wo das langsam vor sich hinschimmelnde Material lagerte. Zum Glück hatte ich meinen eigenen Automaten, ABC-Ausrüstung, Lampe und Messer dabei, so dass ich "nur" auf Anzug, Jacket, Flasche, Blei angewiesen war. Das Equipment wurde dann durch den Sand und das Wasser an Bord geschleift, Rost hinterließ seine Spuren. Die braunen Wassertropfen, die das Flaschenventil zierten (Stahlflasche!), sprachen Bände. Hier stieg dann auch mein späterer Buddy zu.

+++ Tolle Tauchgänge +++

Die beiden TG waren aber einsame Spitze: Vormittags tauchte ich mit dem einzigen weiteren Gast, einem Engländer, in viele kleinere Höhlen und Grotten, wobei wir vom Divemaster in angemessenen Tempo geführt wurden. Vor dem TG gab es ein ordentliches Briefing mit Geländetaufe, Richtungsangaben und Tiefenprofil-Vorstellung. Der Buddycheck lief ebenfalls gut, was natürlich an Wayne und mir lag. Sicherheitsmässig entsprach die Vorbereitung durchaus meinen Vorstellungen. Ob allerdings O2 an Bord war, habe ich nicht feststellen können, wohl aber gab es eine Box mit Medikamenten (Aspirin und Co) sowie Verbandmaterial.

Nach erneuter Rückfahrt in die Kala Thas und dortiger 2-Stunden-OFP am Materialcontainer und einer Taverne ging ich nachmittags mit dem Divemaster allein (!) auf Tour. Ich hatte in der Unterwasser 10/00 vom Top-Spot "Kathedrale" gelesen und fragte, ob wir dorthin tauchen könnten. "No Problem" war die Antwort, offenbar waren die Unterwasser-Redakteure auch mit "Fun Dive" unterwegs, erzählte mir jedenfalls der Divemaster. Weil die Basis jedoch keine volle DIN-Flasche mehr hatte und auch keinen Adapter bereithielt, musste ich mir diesmal den Lungenautomat leihen. Undefinierbares altes Zeug, verrosteter Sinterfilter etc., was nicht eben zum Wohlbefinden beitrug. Immerhin hatte ich Werkzeug dabei, so dass ich noch meinen luftintegrierten Computer an- und das Leihfinimeter abschrauben konnte.

Der TG war dann ein wirkliches Highlight, die "Kathedrale" ist eine tatsächlich domförmige Höhle, deren hintere Decke teilweise eingestürzt ist und das Sonnenlicht in dicken Strahlen eindringen lässt. Eine beinahe schon sakrale Atmosphäre! Auf dem Boden der Höhle präsentiert sich dem Taucher ein Amphorenfeld, wobei allerdings Teilstücke Scherben dominieren. Mein Divemaster meinte, dass die Höhle zur Zeit der alten Griechen evtl. nur knapp vom Wasser bedeckt war und als Lagerraum verwendet wurde. Nach wilden Ausgrabungsorgien des Divemasters, die vorwiegend im Wegstemmen heruntergestürzter Steine bestand, ging es nach einer knappen Stunde wieder zurück zum Boot. Was passiert wäre, hätte er sich beim Wühlen im Sediment eingeklemmt, will ich gar nicht wissen. War wahrscheinlich auch "no problem". Ach ja, Fische gab es natürlich auch zu sehen, darunter einige ziemlich fette Zackis, Drachenköpfe, ein Conger und eine Muräne waren auch dabei. Weil der Divemaster bei beiden TG auf ein! ! em Sicherheitsstop auf 5 m (?) bestand, gab es genug Zeit, die dutzenden farbenprächtigen Meerjunker mit Seeigeln zu füttern.

+++ Fazit +++

Traumhafte Spots, unkomplizierter Umgang, schöne Tauchgänge - all das bietet "Fun Dive". Was mich allerdings abschreckte, war die zum Teil in schlechtem Zustand befindliche Ausrüstung und der laxe Umgang mit der Sicherheit (kein Blick ins Logbuch, aufs Brevet, auf die TSÄ-Untersuchung, kein Checkdive). Zwei schwerwiegende Mängel, die leider keine bessere Wertung zulassen. Mit eigener Ausrüstung und einem eigenverantwortlich gewissenhaft durchgeführten Buddycheck sind diese Mängel allerdings recht gut zu kompensieren. Wer mit Freunden tauchen will, sollte eine Mailanfrage wegen Preisnachlässen senden (fundive@usa.net). Die Adresse der Basis: Fun Dive, Akti Papanikoli 6, Chania, Crete, Greece, Tel: +3-0821-72512 Fax: +3-0821-93616

(c) by Jörg , 2000

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