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Basen/Shops Indonesien - Sulawesi

Happy Dugong Dive Center im Pulisan Beach Resort

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Datenbankeintrag 53172
Happy Dugong Dive Center im Pulisan Beach Resort
Geschrieben am 18.08.2009 von Nikswieweg [PADI Divemaster, 203 TG]

1 von 1 Usern fanden diesen Bericht hilfreich, 1 von 1 Usern stimmten diesem Bericht zu.

Nachdem ich im August/September 2008 - nach einer Empfehlung auf Bunaken mehr durch Zufall - für 10 Tage ins Pulisan Jungle Resort geplumpst bin, kehrte ich im Juli/August 2009 für zwölf Tage mit meiner Frau zurück, um ihr dieses Kleinod zu zeigen. Die Gründe sind leicht zu nennen: Ein kleines Tauchresort mit fast schon familiärer Atmosphäre in absolut ruhiger Lage, dazu abwechslungsreiches, nur leicht fürdie westliche Zunge adaptiertes Essen mit überwiegend einheimischen, teils für uns Westler sehr ausgefallenen Produkten (z.B.Schilfrohr, Wasserspinat, Bambussprossen, Maniokblätter, Farn- und Papayablütensalat u.v.m. - UND Fischliebhaber finden hier ein Eldorado), prima Tauchplätze und einige Möglichkeiten zu Exkursionen in die Umgebung.

Resort
Die Unterkünfte liegen bei etwa 25-30 € / Person VP im DZ. Im Gegensatz zu meiner Vorrednerin (die sich in Pulisan über die ´erheblich preiswertere Unterkunft´ in Lembeh und auch den dortigen Tauchbetrieb ziemlich beschwerte) möchte ich anmerken, dass das gemessen an anderen Homestays zwar teuer erscheint, Pulisan aber trotz der Einfachheit ein Platz mit hotelüblichem Service ist, die Kosten also zu relativieren sind. Insbesondere
a) sind die Preise in dieser Kategorie mit Homestays auf Bunaken und Lembeh vergleichbar, eher noch preiswerter (z.B. als auf Bangka),
b) holen günstigere Resorts ihre Übernachtungspreise durch einen größeren Umsatz herein, dagegen
c) gibt es im Pulisan Resort nur 8 Bungalows!
Und die mussten alle Stein für Stein, Holzbalken für Holzbalken hierher geschleppt werden. Hinzu kommt, dass jedes Gepäckstück, jeder Liter Treibstoff für das Boot und den Menschen (z.B. Bier), jede einzelne Mango und Nudel mühsam vom Ende der Straße 20 min lang einen schmalen Trampelpfad hinab getragen werden müssen. Das Gleiche gilt für den Rücktransport der leeren Plastik- und Bierflaschen und Spritkanister. Da kann man es verschmerzen, dass man Trinkwasser - in einigen Resorts gratis - extra bezahlen muss. Die Preise dafür sind sogar noch niedriger als in vergleichbaren Anlagen. Nur bei Kaffee und Tee hätte ich eine indonesientypische Ausnahme erwartet.
Bei der Abgelegenheit der Anlage ist es verständlich, dass es keinen Anschluss an das öffentliche Stromnetz gibt. Ein kleiner Generator erzeugt täglich für kurze Zeit am frühen Morgen, von 17.30 bis 22 Uhr sowie zusätzlich sporadisch über den Tag verteilt für kürzere Zeiten Elektrizität (Eurostecker!). Eine Stunde länger Strom am Abend hätte ich mir schon gewünscht, aber es ist genug um Ersatzbatterien aufzuladen, ansonsten gehen hier die meisten recht früh schlafen. Eine Steckdose pro Bungalow, das ist etwas dürftig, gut dass ich für diese Länder immer vorsorge. Es wird allerdings ein Mehrfachstecker mit Verlängerungskabel zur Verfügung gestellt. Die höherpreisigen Cottages in der ersten Reihe sind mit einfachen Mitteln geschmack- und liebevoll individuell eingerichtet, die preiswerteren in der zweiten Reihe zweckmäßig. Alle haben einen Balkon / Terrasse, westliche Toilette, die teureren einen kleinen integrierten Wohnbereich, und ... Federkernmatratzen! Wie man die hierher bugsiert hat, ist mir ein Rätsel. Ferner gibt es eine Dusche - sogar mit begrenztem Warmwasser -, für die preiswerteren liefern die Brunnen nicht genug, dort gibt es indische Mandis mit einem ausreichenden Wasservorrat. Am Strand stehen Hängematten und Bambusliegen zur Verfügung, deren Anzahl sicherlich in der nächsten Zeit aufgestockt wird.

Tauchen und Schnorcheln
Dazu bietet sich die eine gute Bootsstunde entfernte Lembeh-Straße mit ihrer Überfülle an endemischen Critters an, ebenso die nur 15-20 min entfernten Tauch- und Schnorchelplätze an der Nordküste von Sulawesi und die eine knappe Stunde entfernte, vorgelagerte Insel Bangka. Großfische trifft man relativ selten an, dafür wird man an vielen Orten noch mit weitgehend intakten Korallengärten und ihren Bewohnern entlohnt. Es muss allerdings erwähnt werden, dass - v.a. bei Bangka - in den letzten Jahrzehnten das Dynamitfischen an einigen Stellen seine Spuren hinterlassen hat, wie leider überall in Südostasien.
Noch im September 2008 schrieb ich auf meiner Homepage (Adresse s.u.) zu dem Pulisan Resort vorgelagerten Hausriff: ´(...) Es liegt ein sehr schöner Korallengarten vor (...). Immer wieder sind mehrere quadratmetergroße Sandflächen eingesprengselt. Auffallend ist der hohe Anteil an Weichkorallen mit z.T. riesigen Exemplaren (...). Es sind aber auch praktisch alle Hartkorallenarten und -formen vorhanden, in diesem Bereich insbesondere auffällig die Berg- und Hirnkoralle (Diplora sp.). Steinkorallen dominieren im Flachwasserbereich sogar, sonst sind sie seltener. Hier halten sich dann v.a. Strömungsspezialisten wie die Geweihkoralle (Acropora palmata) (...).´
Leider fiel das Innenriff bis in etwa 4 Meter Tiefe vom 8.-11. Dezember 2008 einem mächtigen, unwetterartigen Wellengang zum Opfer (vermutlich Fernwirkungen des Taifuns Ulysses [Dolphin] vor den Philippinen). Insbesondere die Überreste der Geweih- und Pilzkorallen sowie anderen kleineren Kolonien häufen sich noch heute bis 1 m Höhe an der Hochwasserlinie. Selbst in größeren Tiefen sieht man tonnenschwere Steinkorallen gekippt, verschoben, riesige Tischkorallen sogar auf dem Kopf liegend. Nur die verstreut stehenden alten, mächtigen Korallen-/Felsköpfe haben den schweren Wellenschlägen widerstehen können.
Große Teile der Küstenbevölkerung mussten evakuiert werden und verbrachten Weihnachten in Flüchtlingslagern. Die Besiedlung des zerstörten Riffs erfolgt zügig, wenngleich die traurigen Überreste der toten Korallenbruchstücke noch jahrelang im Niedrigwasser dominieren werden. V.a. fällt ein schon dichter Büschelbewuchs einer Rotalge (? Porolithon pachydermun?) auf. 
Selbst dieser bedauerliche, wenngleich natürliche Kahlschlag hat nicht - wie sonst häufig als Kollateralschaden zu beobachten - zu einem vermehrten Auftreten von Bioindikatoren geführt, die eine Eutrophierung anzeigen. Ein guter Hinweis, dass der Schadstoffeintrag sich noch in verträglichen Grenzen hält. Allerdings sieht man im engen Bereich der (temporären) Flussmündung beim kleinen Fischerdorf viel Abfall im Wasser. Praktisch unbeschädigt von dem schweren Seegang blieb jedoch die gesamte Nordküste, nur wenige Bootsminuten entfernt.
Die Tauchbasis verfügt nicht nur über ein gut gewartetes Leihequipment und der indonesische Instruktor in technischen Servicefragen über sehr gute Kenntnisse! Er kennt die Tauchgebiete wie aus seiner Westentasche, hat ein gutes Auge auch für Makros, ist zudem ein sehr erfahrener, umsichtiger, kenntnisreicher Guide - auch was seine fragmentarischen deutschen Allgemeinplätze angeht (´Alles klar?´). Bemängeln kann man nur leichte Kommunikations-/Koordinationsprobleme beim Briefing, der Rest verlief ´wunderbar´: Der Taucher sieht seine gesamte Gerätschaft erst kurz vor dem Wassergang - übrigens sehr kleine Gruppen -, vorher und nachher braucht er sich um nichts zu kümmern. Die stabilen Boote mit starken Motoren lassen keine Sorge selbst bei stärkerem Wellengang aufkommen, der um die Nordostspitze häufig recht beeindruckend ist. Eine Halbliterflasche Trinkwasser pro Tauchgang fand ich manchmal zu wenig für mich, meine Frau kam damit zurecht.
Ein für alle einsichtbarer und editierbarer Tauchplan (z.B. Tafel) könnte Missverständnissen zwischen Tauchern, Tauchbasis und der Resortleitung (hier läuft die gesamte Logistik zusammen) in Bezug auf Ort, Anzahl der Tauchgänge und Teilnehmer und dem Zeitplan vorbeugen.
Ich möchte erwähnen, dass bereits viele erfahrene Taucher das Angebot im Pulisan Resort genutzt haben, darunter auch einige Tauch´freaks´, die ich persönlich von anderen UW-Highlights der Welt her kenne. Ferner habe ich Zuschriften über meine Homepage (Adresse s.u.) mehrere - und dann nur! - äußerst positive Zuschriften erhalten; in einem Fall waren Handicap-Taucher mit Hörschäden besonders begeistert, da sie sich in den Händen aller Mitarbeiter sehr gut aufgehoben fühlten. Zitat: ´Die haben sich überhaupt nix daraus gemacht und innerhalb kürzester Zeit darauf eingestellt. Der Mann am Bootsmotor meinte scherzhaft, dass ich ja ideal seinen Job übernehmen könnte, was ich dann auch probehalber machte. Woanders gibt es da viel mehr Berührungsängste.´

Exkursionen
Darunter fallen u.a. Ausflüge in das Dschungelschutzgebiet Tangkoko mit dem berühmten Tarsius spectrum, zwei Kuskusarten (Marsupialia), dem prächtig gefärbte Sulawesi-Helmhornvogel, gleich ganze Horden von Schopfaffen oder -makaken (Macaca nigra, Indon. yaki) und viele weitere Akteure. Ferner besteht die Möglichkeit in Ganztagesausflügen Vulkane zu besteigen, einen Ausflug in das Minahasa-Hochland zu unternehmen und natürlich zu tauchen. (Zu dem vorhergehenden Beitrag möchte ich hinzufügen: Anbieter in Manado - z.B. Safari-Tours - sind eher noch teurer. Und leider sagen die sehr gut bezahlten [sic!] Führer im Tangkoko-Dschungelschutzgebiet nichts zu dem Blitzlichtgewitter, das auf die Tarsier niedergeht! Auch sonst haben nur wenige von ihnen eine biologische Erfahrung / Ausbildung, die das Preis-/Leistungsverhältnis rechtfertigen würden.)

Soziales Engagement
Besonders hervorheben möchte ich, dass die Besitzerin Katrin Weise (eine Ethnologin aus Schermbeck [NRW], seit Anfang der 1990iger in Sulawesi) ihre Mitarbeiter als ´familienzugehörig´ betrachtet. Bei Erkrankung oder anderen Problemen können sie mit Unterstützung rechnen. Zudem zahlt sie die wohl höchsten Löhne in weitem Umkreis, die Sozialversicherung ist selbstverständlich. Davon sollten sich andere (westliche) Resortbetreiber mal eine Scheibe abschneiden!
Daneben initiierte und betreut Katrin in vielen Stunden engagierter, aufwendiger Arbeit, die einen großen Teil ihrer Freizeit in Anspruch nehmen, mehrere soziale Kleinprojekte für ´ihr´ Nachbardorf Kinunang, so u.a. die Unterstützung der dortigen Schule und des Kindergartens. Denn den dortigen Menschen geht es nicht sonderlich gut. Während der Suharto-Zeit wurde ihnen nachdrücklich ´angeraten´ ihre Grundstücke zu verkaufen ... . Jeder kann sich durch eine längerfristige Patenschaft oder mit einer Kleinspende beteiligen: Kauf von Postkarten, T-Shirts oder Geldspenden. Auch mitgebrachtes, vielleicht sogar noch pädagogisch wertvolles Spielzeug ist gern gesehen.
Erwähnenswert: Inzwischen haben es sogar einige geschafft ein Studium aufzunehmen und werden durch Spenden gefördert. Schon bald werden die ersten als Lehrer in ihre Dörfer zurückkehren. DAS nenne ich Hilfe zu Selbsthilfe!!

Wen es interessiert: Auf meiner Homepage www.Nikswieweg.com schreibe ich über das Gebiet (und andere tropische Regionen) erheblich ausführlicher. Aus Zeitgründen wird es dort ein Update über die Neuigkeiten von 2009 allerdings erst gegen Ende August 2009 geben.

Mit freundlichen Grüßen
´Nik´ Polak
Globetrotter, freier Reisejournalist

Aufnahme Sep 2008
Aufnahme Sep 2008

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