Ausrüstungsteile Computer

HeinrichsWeikamp OSTC

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 Datenbank - Ausrüstungsteile - Computer - 1 Bericht zu diesem Eintrag!

 

Datenbankeintrag 49167
OSTC, HeinrichsWeikamp
Geschrieben am 16.02.2009 von 12stringbassman [220 TG]

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Hersteller: Ingenieurbüro HeinrichsWeikamp GbR aus Freiburg http://www.heinrichsweikamp.net/ostc/de/

Das Gerät ist als Open Source Projekt angelegt, d.h. vom Hersteller wird die Hardware geliefert inklusive einer voll funktionsfähigen Software, deren Quellcode allerdings im Gegensatz zu den Mitbewerbern offen liegt. Jeder kann also (wenn er kann ;-) ) an der Software eigene Veränderungen vornehmen oder auch eine komplett neue schreiben. Zur Zeit gibt es sie allerdings nur von Matthias Heinrichs und Christian Weikamp (aktuelle Version 1.26).

Grobe Zusammenfassung:
Multigas-Tauchcomputer (beliebige Mischungen aus O2, N2 und He)
bis zu 5 verschiedene Gase während des Tauchganges nutzbar
Einsatztiefe bis 120m
Deko-Modell Bühlmann ZH-L 16 C, mit Gradientfaktoren nach Baker
für offene und geschlossene Systeme
monochromes OLED-Display
aufladbarer LiPo-Akku (über USB-Schnittstelle)
den Rest bitte auf der HP nachlesen, ich mag nicht alles abschreiben ;-)

Meine Eindrücke bisher (ich werde den Bericht bei neuen Erkenntnissen fortsetzen, da es sich ja doch um ein recht komplexes Gerät handelt):

Hardware
Das Gehäuse ist aus Kunststoff (hinten schwarz, vorne transparent) mit elastischem Armband (auf der Schließe steht ´UWATEC´). Es sieht nicht wirklich edel aus, hat aber auch nicht den Charme einer U-Boot-Tür wie z.B. der VR3. Aber egal, ich will ja damit tauchen.
Die beiden Bedienknöpfe sind aus Edelstahl ø8mm mit recht starken Federn (bei den ersten Exemplaren der Serie waren schwächere Federn verbaut, da blieben die Knöpfe manchmal hängen bei Tiefen >50m). Hinter dem rechten Knopf ist die Buchse (mit doppelt-O-Ring-gedichtetem Stopsel) für den Fischer-Stecker, mit dem der OSTC mit der USB-Schnittstelle verbunden wird (wird natürlich mitgeliefert).
Das Gehäuse ist nicht ölgefüllt und daher ist die Einsatztiefe auf 120m begrenzt.

Das Display erscheint im ersten Moment etwas klein (40mm x 20mm). Dieser Eindruck verschwindet sofort, wenn der Rechner eingeschaltet wird! Es ist nämlich ein OLED: gestochen scharf, hell leuchtend, hoher Kontrast und 180° ablesbar. Die wichtigste Anzeige im Tauchmodus, die aktuelle Tiefe, hat eine Zifferngröße von 8mm. Die kann ich auch ohne Brille auf armlanger Entfernung gut ablesen. Nur im hellem Sonnenlicht wird die Lesbarkeit schlechter. Für ganz finstere Nachttauchgänge lässt sich das Display sogar dimmen, damit es nicht blendet. 8-)
Zusätzlich gibt´s noch fünf Lämpchen für Batterieladung, Flugverbot, USB-Verbindung, Warnung etc.

Im Inneren des Gerätes gibt es noch Platz für eine Hardware-Erweiterung. Erhältlich ist eine O2-Sensor-Platine für den Betrieb mit CCR. Angedacht ist auch eine Empfangsplatine für drahtlose Tankdaten-Übertragung (´Luft´-Integration).

Software:

Ich habe momentan die V1.26 installiert.
Es kann so gut wie alles ver- und eingestellt werden ;-) :
z.B. Warnungen für PO2 min und max, GF, CNS, Vertikalgeschwindigkeit etc. und die Grenzwerte, ab wann diese Daten überhaupt im Tauchmodus angezeigt werden sollen.
Abtastraten für Logbucheintrag Tiefe, Temperatur, Tankdruck etc.

Für die Dekoberechnung ist Bühlmann mit oder ohne GF-Modifikation wählbar, jeweils für OC und CCR, dazu noch Gauge- und Apnoe-Modus.
Für den ´normalen´ Bühlmann sind Sicherheitszuzschläge für Sättigung und Entsättigung einstellbar, im GF-Modus natürlich die Gradient-Faktoren low und high, womit sich bekanntermaßen ´Deep-Stops´ im Dekoplan erzeugen lassen.
Es können fünf verschiedene Gase eingestellt und während des Tauchganges dann aktiviert werden, so dass die Dekoberechnung dann mit dem jeweiligen Gas weiter gerechnet wird.
Es werden einfach die Anteile von O2 und He eingegeben, also z.B. für Luft 21/0.
Wenn ein oder mehrere Dekogase vor dem Tauchgang aktiviert werden, wird der Dekoplan unter der Voraussetzung gerechnet, dass in der jeweiligen Tiefe auch auf das entsprechende Gas gewechselt wird.
Abgetaucht wird mit dem vorher eingestellten Startgas.
Wird der Gaswechsel ausgelassen, rechnet der OSTC mit dem gerade aktivierten Gas weiter, die Dekozeit wird entsprechend angepasst (also verlängert, wenn ein Dekogas nicht aktiviert wurde).

Das im Logbuch abgespeicherte Profil kann auf das Display geholt werden. Mit den Standard-Einstellungen (Abtastrate 10s für die Tiefe, und 60s für die Temperatur und Dekodaten, keine Aufzeichnung von weiteren Daten wie Tankdruck o.ä.) passen laut Hersteller ca. 25h Tauchgänge in den Logbuchspeicher.

Im Oberflächenmodus wird außerdem die Gewebesättigung der 16 Bühlmann´schen Kompartimente, getrennt für N2 und He, grafisch angezeigt.

Im Tauchmodus wird außer den obligatorischen Daten (aktuelle und maximale Tiefe, Nullzeit bzw. Deko, Tauchzeit, Temperatur) angezeigt:
aktuelle Werte von Gasgemisch, pPO2, CNS, GF und Vertikalgeschwindigkeit (im m/min!! und zwar abwärts und aufwärts) jeweils ab dem einstellbaren Grenzwert.
Auf Knopfdruck kann man sich den aktuellen Dekoplan auf den Bildschirm holen oder auch die Grafik der Gewebesättigung oder die Gasliste (um z.B. ein Gas zu wechseln). Es lässt sich auch unter Wasser die Gaszusammensetzung ändern (falls versehentlich mit einer falsch eingestellten Gasliste abgetaucht wurde).

Im Oberflächenmodus lassen sich auch Tauchgänge simulieren. Dies geschieht allerdings in Echtzeit. Die Tiefe kann in 1m und 10m-Schritten eingegeben werden. Das ganze geht auch vom PC aus. Die realen Dekodaten (von vorangegangenen echten Tauchgängen) werden vor der Simulation gespeichert und danach wieder hergestellt. Das simulierte Profil wird im Logbuch abgespeichert.

Ein Planungsmodus ist zur Zeit in Vorbereitung und wird in einer der nächsten Software-Versionen kommen

Uff, das war´s für´s Erste, Fortsetzung folgt....


PS.: Allein das Display und die Anpassbarkeit der Dekoberechnung und deren Dokumentation war mir den Preis wert.

Wenn ich mir so anschaue, was andere TCs für einen Schmarrn rechnen und die Rechenmethode nirgends nachvollziehbar dokumentiert ist (´Betriebsgeheimnis!´).

Ich halte das Teil für recht zukunftssicher, denn an die Grenzen dieses Weckers werde ich sicher nicht so schnell herantauchen.

Und es gibt auf der Homepage des Herstellers ein Forum, wo alle User Informationen austauschen können bzw. vom Hersteller die neuesten Entwicklungen kundgetan werden. Der Support ist auch wirklich spitze!

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