Tauchboote Ägypten

M/Y Coral Princess

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Datenbankeintrag 1972
M/Y Coral Princess
Geschrieben am 22.07.2002 von Ralf [SSI MD, 120 TG]

13 von 14 Usern fanden diesen Bericht hilfreich, 3 von 4 Usern stimmten diesem Bericht zu.

Bericht Tauchsafari "Deep South" mit der M/Y "Coral Princess" vom 13.07.-19.07.2002

Es war unsere erste "Tauch"-Bootssafari in Ägypten, sieht man von Tagesausflügen ab. Im Mittelmeer haben wir allerdings schon viele Wochen auf verschiedenen Charterschiffen in verschiedenen Ländern verbracht.

Das Schiff:
Der ägyptische Eigner Guido besitzt 2 Schiffe, die "Coral Queen" und die "Coral Princess", wovon die "Princess" lt. eigenen Angaben das neuere sein soll. Das ca. 27 x 8 m große Schiff ist durchdacht konstruiert und bietet für 16 Gäste, 2 Guides und 9 (!) Mann Crew ausreichend Platz. Kabinen, Salon, Sonnendeck und Tauchdeck sowie Tauchplattform sind großzügig ausgelegt. Die Kabinen verfügen über eigene Kombi-WC/Duschen und eigene Air-Condition, die (für mich ein Novum) ständig verfügbar war. Die Wassertanks sind mit 12 Tonnen sehr ausreichend dimensioniert, allerdings bedarf die gesamte Wasserversorgung einer Erneuerung. Die Farbe des Wassers veränderte sich beständig bis zum Ende der Safari in ein tiefes Rostbraun. Bei dieser Gelegenheit sollte dann vielleicht auch mal eine Generalüberholung, insbesondere der Kabinen und Nasszellen des Schiffes, erfolgen. Für hygienisch sensiblere Naturen waren diese 7 Tage eine harte Zeit. Zur Klarstellung: Wir erwarten keine Kreuzfahrtschiffzustände und wissen, dass Aussenkorrosion durch Seewasser unvermeidbar ist. Schade nur, dass diese Umstände, den ansonsten so ausgezeichneten Gesamteindruck gestört haben.
Alle Getränke, auch Softdrinks, waren inklusive. Das Deko-Bier konnte man sich selbst mitbringen.

Die Crew:
Professionell ist wohl die treffendste Beschreibung. Die Art, wie der erst 33jährige Captain seine Leute geführt hat, hat mich tief beeindruckt. Jeder, der die lautstarken und manchmal nicht nur scheinbar chaotischen Anlegemanöver in südlichen Ländern kennt, wird überrascht sein, dies auf der "Coral Princess" zu erleben. Jeder weiß, was er zu tun hat, entspannt und gesteuert durch Zeichensprache und scheinbar durch Lippenlesen gehen diese Anlegemanöver vonstatten. Das lässt für einen nautischen Amateur positive Rückschlüsse auf den gesamten Sicherheitsstandart des Schiffes zu.
Die Betreuung der Gäste gab keinerlei Grund zur Kritik. Hilfe beim An- und Ablegen der Ausrüstung, beim Wechsel der Flasche oder beim Einsammeln von Tauchern, die es nicht bis zum Boot zurück geschafft haben und ständige Aufmerksamkeit besonders im Hinblick auf die Sicherheit der Taucher waren Selbstverständlichkeiten.
Die Verpflegung war gut und ausreichend.

Die Tauchorganisation:
Getaucht wird mit 12l-Aluflaschen, die sofort nach dem Tauchgang durch gefüllte Flaschen ersetzt werden. Dies ist auch erforderlich, weil hier wirklich noch Unlimited Diving erfolgt. Abgesehen vom ersten Tag (4) und letzten Tag (3) waren 5 Tauchgänge am Tag Standart. Je nach Tauchplatz wird vom Schiff oder vom Zodiac aus getaucht. Wer keine Lust hat, sich mit Unterwassernavigation zu beschäftigen, kann einfach auftauchen und wird mit dem Zodiac abgeholt. Sauerstoff und Erste-Hilfe-Ausrüstung waren an Bord (nicht von mir überprüft). Trotzdem sollte jeder sich darüber im Klaren sein, dass bei den Entfernungen zur nächsten Dekokammer keine permanente Sauerstoffgabe möglich ist.
Abgetaucht wurde zeitnah in der Gruppe. Danach war es jedem freigestellt, ob er einem der Guides folgen wollte oder die Riffe nur mit seinem Buddy erkundete. Tauchbeschränkungen gab es, abgesehen von der Luftkapazität, keine.
Ersatzgeräte oder –teile sind kaum vorhanden. Hier muss der Taucher selbst vorsorgen.

Die Guides:
Moni und Michi sind erfahrene deutsche Guides und machten ihre Arbeit (und manchmal auch mehr als ihre eigentliche Arbeit) hervorragend. Es gab umfassende Briefings, keine Gängelei und Unterstützung bei Bedarf.

Die Tauchgebiete:
Von Hamata aus (4 – 6 Fahrstunden südlich von Hurghada) werden als Haupttauchziele die Riffe im Gebiet von St. Johns angefahren. Auf dem Weg dorthin werden Riffe, wie Shaab Claudio, Rocky Island, Horseshoe-Reef und die Fury Shoals besucht. Der Fischreichtum ist beeindruckend. Jetzt wissen wir, wo so manche traumhafte Unterwasserbilder entstanden sind. Freut man sich an anderen Stellen über einzelne Fische, so bekommt man sie hier in Schulen angeboten. Freut man sich an anderen Stellen über Fischschulen so bekommt man sie hier in Schwärmen zu sehen. Strömungsreichere tiefere Tauchgänge wechselten mit traumhaften Easy-Dives mit Canyons, Höhlen und bunten Weich- und Hartkorallenlandschaften ab.
Nach einigen Tagen ist man so gesättigt von den Anblicken, dass zu folgender Unterhaltung kam:
>Was habt Ihr gesehen?
>>Wir haben beim Austauchen einen Kraken beobachtet und eine neue Schleimfischart gesehen, kleine Leoparden-Lippenzähner, traumhaft schön!
>Und sonst?
>>Na ja, unten waren noch 4-5 Graue Riffhaie und auf dem Weg nach oben hat uns ein Schwarm Riesenbarrakudas in zwei Meter Entfernung überholt, ab die habt Ihr doch auch gesehen. Um noch mal auf die Leoparden-Lippenzähner zurückzukommen ....

Unsere Highlights:
Die Begegnung mit einem Walhai und seinen "Begleitschiffen" in Form von kleineren Haien, Schiffshaltern und Makrelen.
Zwei jugendliche Weißspitzen-Riffhaie in Ihrer Schlafhöhle. Keine zwei Meter voneinander entfernt konnten wir uns über mehrere Minuten beobachten.
Durch einen von bunten Hartkorallen begrenzten Canyon, gefüllt mit Tausenden von Rotmeer-Füsilieren, tauchen.

Bewertung:
Abgesehen vom Schiffszustand gab es keine nennenswerte Kritik. Vielleicht sind unsere Ansprüche an Hygiene, Wasserversorgung und Zustand der Kabinen zu hoch und die M/Y "Coral Princess" entspricht in diesen Punkten dem ägyptischen Standard der Tauchsafariboote. Vielleicht werden diese Mängel auch im Rahmen einer Generalüberholung beseitigt. Bis dahin vergeben wir 4-5 Flossen.

Quellen:
www.extradive.com
www.coralqueen.com

    Bewertung : ( 4 von 6 Flossen )

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