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Basen/Shops Belize

Nekton Pilot

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 Datenbank - Basen/Shops - Belize - 1 Bericht zu diesem Eintrag!

Datenbankeintrag 1358
Nekton Pilot
geschrieben am 20.03.2002 von Alex Mohr

43 von 47 Usern fanden diesen Bericht hilfreich, 4 von 5 Usern stimmten diesem Bericht zu.

Belize ist seit 1982 unabhängig und hiess früher Britisch Honduras. Belize liegt südlich von Yucatan und hat vor seiner Küste das größte Barriereriff in der nördlichen Halbkugel. Es ist ein typische mittelamerikanische Bananenrepublik, wo dem Präsidenten auch die Telefongesellschaft und das Luxushotel gehören. Die Menschen sind aber extrem freundlich und Touristen, die nicht amerikanischen Ursprungs sind, sehr aufgeschlossen gegenüber. Die scharfe Trennung zwischen Touris und Locals hat hier noch nicht stattgefunden. In den Strassen von Belize City bekommt man ein Gefühl, als wäre man nochmal 50 Jahre zurück versetzt in die Zeit, in der Hemmingway die Karibik beschrieb. Alles hat trotz einer gewissen Schmuddeligkeit einen morbiden Charme.

Wir waren Ende März fuer eine Woche auf dem Tauchboot "Nekton Pilot" und haben Lighthouse Reef getourt. Ein kleiner Sturm hat eine Ausdehnug der Tour auf die anderen nördlichen Riffe vereitelt. Die Pilot fährt zwar schon seit `94, ist aber noch in sehr gutem Zustand. Es sieht mehr wie eine Ölbohrinsel und weniger wie ein Schiff aus. Vorteil sind eine hohe Stabilitaet bei Seegang und endlos Platz an Bord (nix mit Kopfeinziehen). Das Boot ist fest in amerikanischer Hand und entsprechend ist der Standard. Service, Essen und Tauchorganisation sind sehr gut. Nach dem Nachttauchgang springt man mal schnell in den Whirlpool auf dem Sonnendeck, bevor dann abends die entwickelten Dias vom Tag in der Diashow gezeigt werden. Jeden Tag der Tour koennen fünf Tauchgänge gemacht werden. Man taucht mit Buddy oder mit einem der zahlreichen Guides. Außer der Aggressor sieht man weit und breit kein anderes Boot. Unterwasser merkt das am meisten. Ein gesundes Riff und Fische, die wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrem Leben einen Taucher sehen. Auch an Sturmtagen war die Sicht nie weniger als 50 Meter.

Die Unterwasserlandschaft ist beeindruckend schön. Man taucht fast immer an Steilwänden. Die Riffkante liegt bei ca. 15 Meter. Auf dem Riffdach liegt meistens schneeweisser Sand, der sich wie in kleinen Pisten zwischen den großen Korallenblöcken in Richtung Riffkante erstreckt. Alle paar Meter gibt es kleinere Gänge zum Durchtauchen. Die Fauna bietet wenig Grossfische, aber dafür eine Farbenpracht, die den Malediven in nichts nachsteht. Ammenhaie und Weißspitzenhaie kommen immer wieder mal vor, vor allem nachts. Häufig begegnet man sehr unscheuen Adlerrochen und fast auf jedem Tauchgang sieht man Schildkröten. Etwas kleinere Hawksbill-Schildkröten, die dafür sehr interessiert an Tauchern sind und gewaltige Loggerhead-Schildkröten, die gerne mehr als 1,50 der Länge nach messen und recht unbeeindruckt von Tauchern ihrer Wege schwimmen. Die ueblichen karibischen Rifffische wie Puffer-, Koffer- und Kugelfische, Papageienfische, Barraccuda und Tarpone sind zahlreich anzutreffen. Das beruehmte Blue Hole konnten wir leider nicht anlaufen, was aber laut Aussage der Dagewesenen so schlecht nicht war. Rundum sehr gemütliches karibisches Tauchen an einem extrem unberührten Riff, auf einem sehr bequemen Schiff mit sehr freundlicher professioneller Crew. Auch Überwaser hat Belize naturmäßig/Regenwaldmäßig viel zu bieten und man sollte neben Tauchen auch etwas Zeit für Landgänge mitbringen. Mayatempel gibts wie Sand am Meer, die schütten die Dinger schon wieder zu, damit sie niemand plündert, während man wartet, bis genug Geld für Ausgrabungen da ist. Was nicht gut kam, war: Alkohol muss man selber mitbringen. Wer lieber Bier trinkt, hat da ganz schön `was zu schleppen und als Trinkgeld wird, wie immer in Amerika, 10 Prozent des Reisepreises erwartet. Das macht dann mal locker 300 USD für zwei Personen, die man sich zum Ende aufheben sollte. Etwas unüblich für einen Mitteleuropäer, solche Trinkgelder zu geben. Aber das weiss man ja vorher.



Hier mal noch `ne Seitansicht von der Nekton Pilot, Die Schwimmkörper sehen aus wie zwei kleine U-Boote. Aber wenig geschaukelt hat´s wirklich, das muss man schon zugestehen. Tempomäßig ist die Nekton je nach Tauchtiefe der Schwimmkoerper eher langsam, aber weite Strecken sind ohnehin nicht zurückzulegen.


So sieht das Tauchdeck am Heck der Pilot aus. Morgens um 8:00 wird die Tauchplattform abgesenkt und zum Mittagessen wieder hochgeholt, man fährt ein Stück weiter und wieder wird die Plattform bis 6:00 Uhr abgesenkt. Nach dem Abendessen kann man schauen, dass man bis 22:00 Uhr wieder an Bord ist. Tauchgerödel bleibt auf den Flaschen.


Und so geht an schönen Tagen ein Tauchtag zu Ende. Man legt sich mit einem kühlen Bierchen in der Hand in den Whirlpool und geniesst den Sonnenuntergang.

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