Norberto Diver, Horta, Ilha do Faial, Azoren Geschrieben am 27.08.2011 von a.m. [AOWD, 200 TG]
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Auch ich war vor einigen Wochen bei Norberto Tauchen, hatte aber, im Gegensatz zu Gregor (hi), selbst gebucht und somit Einfluß auf die Unterkunft und der restlichen Gestaltung des Aufenthalts. Ich will mich zunächst nur aufs Wesentliche beschränken, denn die Details kann man in meinem ausführlichen Bericht auf http://easterbunniesontour.blogspot.com nachlesen. Die Unterkunft, die wir ausgesucht hatten war grandios. Es ist eine Pension auf dem Land, die allerdings nichts vermissen lässt. Ordentliche Zimmer, ein schönes Anwesen mit Pool und sogar Sauna fehlte nicht. Dazu ein schöner Ausblick auf den Pico, dem höchsten Berg Portugals auf der gleichnamigen Nachbarinsel. Der Tauchbetrieb bei Norberto ist, wie bereits erwähnt, ein wenig ungewohnt. Von der Organisation bereits entwickelter Tauchgebiete ums Rote Meer oder Südostasien, muss man sich ein wenig lösen. Die Basis ist klein und in einem großen Container untergebracht. Dies hat den Nachteil das alles recht eng ist und da Norberto die bekannteste Basis der Insel ist, wird es mitunter schonmal voll. Dies führt zu ein wenig Chaos, was sich in Verzögerungen und gelegentlichem Suchen von Leihausrüstung äußert. Privates Equipment wird getrennt gelagert und ist, so wie ich es erfahren habe, sicher verwahrt. Wenn man allerdings die deutsche Pünktlichkeit vergisst und Urlaub, Urlaub sein lässt, wird man mit toller Betreuung belohnt. Wir hatten kein Problem damit und somit ist das bei uns nicht sonderlich ins Gewicht gefallen. Auf dem Wasser sind die Leute, vom Skipper bis zum Guide, absolute Profis und immer Herr der Lage. Man fühlt sich gut aufgehoben und bekommt wirklich die besten Spots gezeigt und wird für die Unwägbarkeiten an Land belohnt. Die Spots um die Insel herum sind größtenteils für die meisten Erfahrungsstufen gut machbar, allerdings muss man sich auch hier klar darüber sein, daß der Atlantik nicht wirklich durch seine Farbenpracht glänzt. Der Bewuchs ist spärlich und das Wasser kühl (ca. 20-21°C). Dafür ist die Sichtweite gut. Aber wenn man hierher kommt will man großes sehen. Dies bekommt man an den Hochseespots geboten. Princess Alice (wird bei Norberto von einem Sportboot und nicht einem Zodiac wie bei anderen Basen angefahren) ist bekannt für seine Mobulaschulen. Der Ruf ist absolut berechtigt. Wir hatten tolle TG dort. Auch die Condor Bank mit ihren Blauhaien ist es absolut wert. Wir hatten dort tolle Erlebnisse. Alles in allem kann ich Norberto wirklich empfehlen, da trotz leichter organisatiorischer Schwächen, kein wirklicher Kritikpunkt aufgekommen ist. Die Insel ist ein Traum und auch mit der Unterkunft hatten wir viel Glück.
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Norberto Diver, Horta, Ilha do Faial, Azoren Geschrieben am 04.08.2011 von GregorHB [PADI Rescue, ? TG]
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Nachdem in letzter Zeit in den Tauchmagazinen (Tauchen, Unterwasser, „Taucher.net“) die Azoren als DER „Hai-Top-Spot in Europa“ angepriesen wurden, wollte ich mir mal persönlich ansehen was es damit so auf sich hat. Vorweg möchte ich schon mal sagen, dass meine Erwartungen bei Weitem übertroffen wurden! Dieser Tauchplatz ist wohl einzigartig in Europa und die Tauchmagazine haben tatsächlich nicht übertrieben.
Wer sich vorab noch etwas über die Tauchregion um Faial informieren - und ein paar zusätzliche Bilder sehen - möchte, der kann das auf der Seite des Tauchreise-Veranstalters „Tauchertraum“ machen, über den ich diese Reise gebucht habe: http://www.tauchertraum.com/tauchreisen/Sondertouren/azoren-tauchen.html Ich möchte aber darauf hinweisen, dass man diese Reise auch durchaus alleine oder über „Norberto Diver“ organisieren kann.
Ich war dann also vom 15. bis 30.Juli 2011 auf Faial um dort mit ´Norberto Diver´ zu tauchen. Wenn ich die vorhergehenden Berichte (die ja schon einige Jahre alt sind) lese, dann muss ich sagen, dass sich einiges ´zum Positiven´ geändert hat. Ich kann jetzt nur den Tauchbetrieb während der Hochsaison (Juli-September) beschreiben – aber schon alleine wegen dem Wetter bietet sich dieser Zeitraum für eine Reise an.
Zuerst ein paar allgemeine Infos zum Tauchen: Das Tauchen auf Faial unterscheidet sich etwas vom Tauchen, wie man es aus Ländern wie z.B. Ägypten gewohnt ist. Es ist eher wie das Tauchen am heimischen See: wo man seine Ausrüstung selbst zusammenbaut, taucht und danach alles wieder zerlegt, spült und verstaut. Es gibt auf dort keine grossen Tauchbasen mit Spülbecken und allem drum und dran oder „Helferchen“ die einem die Ausrüstung zusammenbauen, herumtragen, spülen, etc…
Die Tauchbasen sind in Containern untergebracht, die direkt am Hafen stehen. Dort baut man seine Ausrüstung zusammen und trägt sie die paar Meter bis zum Tauchboot. Statt Spülbecken gibt es im Hafen Schläuche (mit Süsswasser) wo man seine Ausrüstung nach dem Tauchgang spülen kann.
Zu Norberto Diver (http://www.norbertodiver.com): Die Basis ist wie bereits erwähnt in einem Container im Hafen von Horta untergebracht. Von dort aus werden die Tauchgänge, Whale watching, Delphinschwimmen, usw. organisiert und es herrscht meist ein wenig Chaos wenn alle Leute gleichzeitig auftauchen. Da kann es schon mal sein, dass man etwas warten muss bis es dann losgeht. Die Tauchboote (Zodiacs) legen dann ein paar Meter entfernt davon am Pier an. Es gibt noch andere Tauchbasen auf Faial. Die Topspots (Princess Alice- und Condor- Bank) werden aber nur von Norberto angefahren. Es gibt noch Tauchbasen auf der Insel (Pico) gegenüber, die ebenfalls zu den Topspots fahren – aber schon aufgrund der Boote sollte man sich für „Norberto“ entscheiden. Die Fahrt zur „Princess Alice Bank“ dauert um die 2,5-3 Stunden und wird mit Norbertos Katamaran (Sonnendeck und WC an Bord vorhanden ;-) ) gemacht. Die Konkurrenz fährt mit den „Schlauchbooten“ hinaus – das alleine war für mich Grund genug mit „Norberto Diver“ zu tauchen.
Wer mit Privat-Equipment anreist, bekommt eine Box in der man seine Sachen während des Aufenthalts verstauen kann. Leider kann nichts versperrt werden, die Kisten werden aber über Nacht im Container eingesperrt – untertags sind sie allerdings jedem frei zugänglich. Wir haben daher unsere Atemregler, Computer und Lampen jeden Abend mit in unser Zimmer genommen. Wir waren da vielleicht etwas übervorsichtig. Es ist uns nie zu Ohren gekommen, dass mal etwas verschwunden wäre. Einzig bei den Anzügen kann es mal vorkommen, dass sie von anderen Tauchern für Basis-Equipment gehalten werden, und daher der Anzug auch mal ohne einen selbst zum Tauchen rausfährt. Es gibt leider nur eine Stange wo alle Anzüge zum Trocknen aufgehängt werden und da herrscht dann schon etwas Chaos. Hier gäbe es noch Verbesserungsbedarf – ist aber auch so zu verkraften ;-). Leihequipment ist ebenfalls vorhanden. Es schaut zwar nicht gerade topmodern aus, scheint aber gut gewartet zu sein. Wir haben nicht mitbekommen, dass es mal bei einem Mit-Taucher Probleme gegeben hätte. Flaschen sind mit Din- und Int-Anschlüssen und teilweise sogar mit Doppelabgang verfügbar. Getaucht wird mit Pressluft, Nitrox ist leider nicht vorhanden. Wobei hier aber gesagt werden muss, dass sich der Grossteil der Tauchgänge (vor allem an den Topspots) im 10-15m Bereich abspielt.
Normalerweise wurden 2 Tauchgänge pro Tag durchgeführt und auch Nachttauchgänge waren möglich. Viele der Tauchplätze sind aber aufgrund der Strömung nur für fortgeschrittene Taucher geeignet und es wird schwierig wenn man als Gruppe anreist und auch „Tauchanfänger“ dabei hat. Es läuft vor den Tauchgängen zwar anfangs oft chaotisch ab, bis mal alles eingeteilt wurde und die Tauchplätze ausgewählt wurden – aber im Endeffekt war Norberto immer sehr flexibel und wir konnten jeden Spot, den wir betauchen wollten, früher oder später auch wirklich betauchen. Es wird halt viel herumdiskutiert. Er schlägt einen Spot vor, dann melden sich die Leute die schon dort waren und es wird ein neuer Spot ausgesucht. Da stellt sich dann heraus, dass die Strömung zu stark ist und es wird wieder ein neuer Spot. Viele Leute wollen dann nicht verstehen warum Norbert „nur wegen etwas Strömung“ den Tauchplatz ändert. Dazu kann ich nur sagen, dass wir zweimal „etwas Strömung“ beim Tauchen hatten und die Strömung jeden „Malediven-Strömungs-Tauchgang“ in den Schatten stellt! Mit anderen Worten: „Es kachelt wirklich ordentlich!“. Wenn man aber eine Woche Zeit mitbringt und halbwegs flexibel ist, dann schafft man es jeden der Topspots einmal gesehen zu haben. Mit „flexibel sein“ meine ich: man darf sich nicht darauf versteifen einen bestimmten Ort an einem bestimmten Tag unbedingt sehen zu wollen. Auf den Azoren ist nun mal vieles wetterabhängig und daher kann ein Tauchziel auch 2min vor Abfahrt nochmal geändert werden. Gerade die Strömungen können sehr plötzlich (auch während eines Tauchgangs) einsetzen/wechseln und dann muss das Tauchen eben angepasst werden – das hat Norberto aber immer perfekt gemacht.
Norberto und die Tauchguides sind alle sehr kompetent, freundlich und zuvorkommend. Vor allem Norberto hat uns oft überrascht. Nach ein paar Tagen hat er alle Tauch- und Whalewatching Gäste zu sich nachhause eingeladen und für alle (kiloweise frischen Fisch) gegrillt. Wenn man zwischendurch die Insel erkunden wollte, dann wurde einem gleich das Auto von ihm geliehen. Als einer der Gäste Geburtstag hatte, tauchte Norbert mit Grill, Fisch und Kuchen bei der Tauchbasis auf und schon gab es eine Geburtstagsfeier mit BBQ direkt am Hafen.
Noch kurz ein Wort zu den Tauchbedingungen selbst: Die Wassertemperatur hat sich jetzt Ende Juli zwischen 17°C und 20°C bewegt. Es ist also schon etwas kühl und ein 6-7mm Halbtrockenanzug (eventuell mit Eisweste) ist nicht verkehrt. Vor allem wenn dann noch der Fahrtwind am Boot (nach dem Tauchgang) dazukommt, ist man froh über Mützen, Stirnbänder und eventuell Jacken (diese können aber bei Norberto ausgeliehen werden (werden normalerweise beim Whalewatching verwendet). Die Sicht ist je nach Wetter und Tauchspot unterschiedlich, im Allgemeinen aber schon recht gut (20-30m).
Zum Tauchen: Man muss eigentlich gar nicht weit hinaus fahren um schöne Tauchgänge zu erleben. Schon unser Check-Tauchgang neben dem Hafen (10m von der Küste entfernt) war echt super – mit Adlerrochen, Stechrochen, Barrakudas, Zackenbarschen, Muränen und Oktopussen inklusive.
Ein weiterer schöner Tauchgang sind die „Fumaroles“: in 40m Tiefe treten dort Gase durch die vulkanische Aktivität der Insel aus dem Meeresboden aus – man taucht sozusagen durch Vorhänge aus Luftblasen (und das ganz ohne Rudeltauchen ;-).
Zu den Topspots „Princess Alice Bank“ und „Condor Bank“: Die Topspots sind aber wohl der Grund warum man auf die Azoren fährt. Dazu kann ich nur sagen: es ist so wie es in den Magazinen beschrieben wird - an der Princess Alice Bank taucht man mit Schwärmen von Mobulas (wie Manta Rochen) – bis zu 40 Stück auf einmal wurden dort auch schon gezählt (wir waren aber schon mit unseren 12-14 zufrieden ;-) ). Die Tiere kommen auf weniger als Armeslänge an einen heran, umkreisen einen und sind ein sehr dankbares Fotomotiv. Auch pelagischer Grossfisch ist jederzeit im Blauwasser möglich. An der Condor Bank hat man die Möglichkeit (nach 1,5 Stunden Fahrt) mit Blauhaien zu schnorcheln und zu tauchen. Diese werden via „bait“ (Kanister mit Fischabfällen – nach der Methode von Dr. Erich Ritter – Hai-Verhaltensforscher und Begründer der „Sharkschool“) angelockt und kommen ebenfalls auf Armeslänge zu den Tauchern. Wir hatten an einem Tag mal 7, dann an einem anderen Tag 8 Blauhaie direkt um uns herum.
Zum „Delphinschwimmen“: Es handelt sich hier zwar nicht um einen Tauchgang, sondern um ein schnorcheln mit Delphinen – ist aber auch jedem zu empfehlen! Es werden grosse kontaktfreudige Delphinschulen gesucht und dann steigen immer zwei Schnorchler vorsichtig zu den Tieren ins Wasser – ebenfalls ein unvergesslicher Anblick.
Es gibt noch eine Unzahl weiterer Tauchplätze und Attraktionen – davon sollte sich aber wohl jeder selbst ein Bild machen.
Alles in allem kann ich „Norberto Diver“ nur empfehlen und auch die Azoren als Tauchgebiet sind wohl einzigartig und sollten auf der „to-do-Liste“ keines Tauchers fehlen ;-)!
Fumaroles
Schnecke
Feuerwurm
Einsiedlerkrebs
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Norberto Diver, Horta, Ilha do Faial, Azoren Geschrieben am 23.05.2005 von evelyn [-, ? TG]
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Ich war von ende März bis Mitte Mai auf Faial mit der Absicht bei DIVER NORBERTO Walbeobachtungstouren zu unternehmen und überwiegend mit Delfinen schwimmen zu gehen. Mit erging es wie dem Taucher der auch schon hier berichtet hat. in den insgesamt 7 Wochen konnte ich 1 Walbeobachtungstour unternehmen, das Schwimmen mit den Delfinen wurde ca. 4 mal angesetzt und jedesmal wg. unterschiedlichster Gründe wieder abgesagt. Einmal hatte ich sogar extra 3 Personen (mindest Teilnehmer für eine tour) organisiert damit das Schwimmen mit den Delfinen tatsächlich stattfinden konnte. Es kamen dann jedoch noch andere Personen dazu und das ganze wurde zu einer Walbeobachtungstour im Neoprenanzug umgestaltet. Was ich jedoch leider erst im Laufe der Tour feststellen konnte. Da sich das Wetter im Laufe der Zeit dann auch wieder sehr verschlechterte. Viel das Schwimmen mit den Delfinen auch wieder aus. FAZIT: in 7 Wochen FAIAL 2 Walbeobachtungstouren keine einzige Möglichkeit mit Delfinen zu Schwimmen. Auf keinen Fall zu diesem Zweck in der Vor oder Nachsaison anreisen, entweder das Wetter passt nicht, oder es sind zu wenig Gäste da oder es ist Feiertag und da wird nicht gearbeitet. Schade. Aber: Sergio und auch der Skipper sind sehr freundlich und hilfsbereit auch für andere Auskünfte. Norberto selbst macht einen auf den ersten Blick sehr engagierten Eindruck, aber auf den Zweiten Blick sieht er EURO und keine PERSONEN. Nach der ersten kurzen besgeisterten Einführung ist alles nur noch ein Abfertigen.
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Norberto Diver, Horta, Ilha do Faial, Azoren Geschrieben am 15.11.2004 von Johannes Beck [CMAS **, 200 TG]
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Er ist eine Legende, dieser Norberto Serpa. Die langen Haare, das extrem relaxtes Auftreten und die Arbeit am Meeresforschungsinstitut der Universidade dos Açores haben ihn über die Azoren hinaus in Portugal zu einer Taucher-Legende werden lassen. Seine Basis ´Norberto Diver´ ist nicht irgendeine Tauchbasis, sondern das Tauchzentrum der Azoren schlechthin.
Neben – zumindest theoretisch täglichen – Tauchgängen per Boot, bietet Norberto Walbeobachtungs-Touren und Schnorcheln mit Delphinen an. Dabei liegt der Schwerpunkt vor allem während der Hochsaison eindeutig auf den Wal-Touren, wenn bis zu 100 Menschen täglich zu den Pottwalen und Delphinen hinaus fahren.
Das Angebot ist auf den ersten Blick reichhaltig. Auch der Kontakt mit der Basis war sehr positiv. Dabei hat man normalerweise weniger mit Norberto selbst zu tun – er ist die meiste Zeit für die Universität unterwegs – sondern mit Sérgio Bairos, einem junger Divemaster aus Faial, der sich die meisten Tage um den Tauchbetrieb kümmert. Man findet ihn oder Norberto entweder im Büro direkt am Fähranleger der Schiffe aus Madalena von der Nachbarinsel Pico oder am Container in der Marina, ca. 100 Meter weiter Richtung Norden am Kai entlang. Dort ist auch der Treffpunkt für die zwei täglichen Tauchgänge um 10 Uhr morgens und um 15 Uhr nachmittags.
Das Schild ´Volto já´ (´Bin gleich zurück´) in der Bürotür, sollte man übrigens nicht zum Anlass nehmen, tatsächlich länger dort zu warten, wenn niemand da sein sollte. Das Schild ist fest angebracht und hängt immer dort, wenn geschlossen ist. Egal ob die Inhaber für 15 Minuten oder 15 Stunden abwesend sind.
´Volto já´ war leider auch die Grundeinstellung der Basis zum Tauchbetrieb in der Nebensaison, sprich Ende September/Anfang Oktober. Ich möchte nur drei Dinge erwähnen. 1. Insgesamt wurde etwa jeder zweite Tauchgang kurzfristig abgeblasen. Besonders ärgerlich, wenn man sich den Tag freigehalten hat und sonst z.B. eine Wanderung oder eine Wal-Tour hätte machen können. 2. Der mehrmals zugesagte Nacht-Tauchgang wurde dreimal verschoben und fand abschließend überhaupt nicht statt. 3. Trotz idealer Seebedingungen an drei Tagen, gab es keinen Tauchgang an einem der hochgepriesenen Seeberge vor Faial. Mal war angeblich die Strömung wegen des Vollmondes zu stark, mal fehlte das GPS-Gerät, mal hatte man wohl zu wenig interessierte Kunden.
Fairerweise muss man zu der Negativliste auch die positiven Punkte stellen, die es ebenso gab und die es sehr schwer machen, die Basis fair zu bewerten. Alle Angestellten sind sehr sympathisch und haben mir in anderen Dingen immer wieder Tipps gegeben. Dazu hatte Norberto an einem Abend alle Tauchgäste zum Grillen eingeladen. Nicht nur aufgrund der herrlichen Makrelen, die wir verspeist haben, eine sehr gelungene Party.
Doch das Tauchen wird für meinen Geschmack viel zu locker organisiert. Ohne hier die berühmte deutsche Pünktlichkeit verlangen zu wollen, ist es aber doch ärgerlich, wenn man bis zu 1 Stunde und 45 Minuten warten muss, um endlich ins Boot steigen zu können, da man vergessen hatte, rechtzeitig einen Skipper zu besorgen. Ohne militärische Disziplin beim Tauchen verlangen zu wollen, ist es doch unnötig und endet im Unterwasser-Chaos, wenn die Hälfte der Taucher nicht weiß, wer der Buddy ist, weil vor einem Tauchgang keine Gruppeneinteilung stattfand. Ohne verlangen zu wollen, dass man immer jedes Detail vor dem Tauchgang klärt, sollte man aber wenigstens ein Wort über Sicherheitsstopps, die Zeichen und die Art des Auf- und Abstiegs verlieren.
Auch hier noch ein paar Hinweise, damit der Eindruck nicht zu negativ wird: Die Tauchgangs-Profile sind sehr konservativ mit langen Austauchzeiten und die Guides stets bemüht, ihren Kunden die Schönheiten der azorianischen Unterwasserwelt näher zu bringen. Diese sind in der Tat beeindruckend und daher ärgerte es mich um so mehr, dass so viele Tauchgänge ausfielen. Das Leihequipment habe ich zwar nicht selbst benutzt, bei meinen Buddys machte es nicht den neuesten, aber einen gut gewarteten Eindruck. Nur Anzüge sind recht wenig vorhanden. Vor allem bei Sondergrößen hatten die Jungs von Norberto Diver bei dem ein oder anderen Taucher Probleme, passende Modelle zu finden. In diesem Fall daher am besten das eigene Neopren mitbringen (ideal sind 7 mm mit Weste).
Getaucht wird fast immer um den Vulkan Monte da Guia in Horta, eine Halbinsel direkt neben dem Hafen. In voller Montur geht es mit dem Schlauchboot hin und nach dem Tauchgang direkt wieder zurück – Fahrtzeit jeweils ca. 15 Minuten. Der erste Spot ist die Bahia de Entre Montes, die am häufigsten angefahren wird, da am besten vor Strömungen geschützt und am Anfänger freundlichsten. Neben Zackis fallen hier vor allem sehr große Drachenköpfe und Gabeldorsche auf. Vorsicht ist bei den in Schwärmen auftretenden Drückerfischen geboten, die auch mal zubeißen können. Korallen sucht man hier – wie auch an den anderen Plätzen übrigens vergeblich. Weiter um die Halbinsel herum folgt die Bahia dos Radares mit Felsquadern, Steilwänden und Grotten. Bei guter Sicht, die hier auch die 30 Meter überschreiten kann, eine beeindruckende Unterwasserlandschaft.
Auf der zum offenen Meer hin gelegenen Seite der Halbinsel schließlich der Höhepunkt: die Boca das Caldeirinhas. Einer der beiden Vulkankrater steht auf einer Seite zum Meer hin offen. Der Krater an sich darf nicht betaucht werden, da Naturschutzgebiet, aber ein Tauchgang am äußeren Rand entlang ist erlaubt. Die Außenwand fällt hier senkrecht auf 60 Meter und mehr ab. Barrakudas, Muränen und Zackenbarsche sind zu sehen, mit Glück kommt auch mal ein Schwarm Bonitos vorbei. Den Abschluss der Halbinsel-Tauchplätze um den Monte da Guia bildet der Ilhéu Negro, eine kleine Felsinseln nahe der Küste. Hier ist das Wasser mit maximal 20 Metern schon deutlich seichter. Weitaugenbutte, Rochen und Meerbarben verstecken sich auf dem weitem Sandboden.
Fazit: Tauchgänge sind hier vor allem aufgrund der Unterwasserlandschaften sehr lohnenswert. Wer hier tauchen will, sollte aber in der Hauptsaison – am besten zwischen Anfang Juni und Mitte September – kommen. Dann sind die Chancen am besten, dass die theoretisch angebotenen 2 Tauchgänge pro Tag Realität werden. Ansonsten sollte man sich ein Alternativprogramm mit Wandern und Radfahren zusammenstellen und viel Zeit mitbringen.
Aufgrund der Mängel bei der Tauchorganisation und im Briefing kann ich leider nur drei Flossen vergeben. Schade, denn mit etwas mehr Engagement und Verlässlichkeit könnte die Basis leicht ein paar Flossen dazu ´gewinnen´.
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