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Datenbank - Tauchplätze - Norwegen - Reise nach Norwegen



Tauchplätze Norwegen

Reise nach Norwegen

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Datenbankeintrag 13213
Reise nach Norwegen
geschrieben am 16.11.1999 von Stefan Wulf

11 von 13 Usern fanden diesen Bericht hilfreich, 1 von 3 Usern stimmten diesem Bericht zu.

Unter dem Motto, Norwegen ist gar nicht kalt, starteten wir am Samstag dem 25. September um 5 Uhr morgens, in Richtung Dänemark. In Hirtshals wollten wir die Fähre nach Kristiansand um 13:45 erreichen. Nach einem gemütlichen Frühstück auf der Raststätte Hüttener Berge erreichten wir den Hafen pünktlich und fuhren auf die Fähre, die uns in 4,5 Stunden nach Norwegen brachte. Beim einlaufen hatten wir einen schönen Blick über die Schären und malten uns schon den Nachttauchgang aus. Vom Anleger bis zu unserer Hütte in Skottevig war es dann noch eine halbe Stunde Fahrt(38km). An der Reception wartete man schon auf uns und händigte uns den Schlüssel ohne weitere Fragen oder Formalitäten aus. Nachdem wir die Hütte kurz in Augenschein genommen hatten, fuhren wir zur Tauchbasis um unsere Ausrüstung zu deponieren. Hier begrüßte uns Helge, einer der neuen Leiter der Basis. Wir bekamen einen abschließbaren Schrank zugewiesen und den Basisschlüssel ausgehändigt. So waren wir in der Lage jederzeit tauchen zu gehen, ohne auf eine Gruppe oder Öffnungszeiten angewiesen zu sein. Für den nächsten Morgen vereinbarten wir jedoch, daß wir uns einer Gruppe Schweden anschließen um einen Tauchgang an einer der vorgelagerten Inseln zu unternehmen.

An diesem Tauchplatz lagen Wrackreste und ein großer Anker. Viel interessanter war jedoch, das die Sicht etwa 15 Meter betrug und die Wassertemperatur bei 17°C lag. So stellte sich die Unterwasserlandschaft mit ihren Steilwänden und Canyons eher wie das Mittelmeer dar. Auch war es fast ebenso bunt. Die Wände waren mit gelben Schwämmen bewachsen, schneeweiße Korallen, auch Totemannshand genannt, leuchteten uns entgegen. Oberhalb 15 Meter wuchsen Kelpwälder, die teilweise bis zu 10 Meter hoch waren. Wachsrosen, Seenelken, große Krebse und Seeigel gab es in Hülle und Fülle. Überall schwammen kleine Klippbarsche, die uns neugierig begleiteten. Der bunte Kukuckslippfisch läßt einen dann endgültig am Standort zweifeln. Zuletzt konnten wir dann noch einen kapitalen Lumpfisch von gut 1,5 Metern Länge beobachten. Doch als wir auftauchten wurden wir wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Es regnete und wer schon mal in Norwegen einen Regenschauer erlebt hat weis, daß hier der Regen ein wahrer Wolkenbruch ist.

Der Regen hielt an. Am Nachmittag beschlossen wir daher von Land aus zu tauchen, da auch der Wind auffrischte. Als Tauchplatz wählten wir einen Fjord unterhalb des Flugplatzes vor Christiansand. Hier sollte das Wrack eines Wasserflugzeuges liegen.

Das Wasser des Fjords hatte eine bräunliche Färbung. Wir führten dies auf die starken Regenfälle zurück. Ich wollte den Tauchgang in Erwartung einer Schlammschlacht schon abbrechen, als sich plötzlich unterhalb von 3 Metern die Sicht schlagartig verbesserte. Wie wir später feststellten handelte es sich bei der braunen Brühe um Süßwasser, das auf dem Salzwasser schwamm. Am Wrack hatten wir 10 bis 15 Meter Sicht, so daß wir den Rumpf, die Pilotenkanzel mit dem Sitz und einer Luke sowie diverse Kabelbäume gut erkennen konnten. Nicht weit vom Rumpf entfernt lag eine Tragfläche. Der riesige Sternmotor war noch in allen Einzelheiten zu erkennen. Leider mahnte der Tauchcomputer zur Rückkehr, da unsere Nullzeit durch den morgentlichen Tauchgang bereits verkürzt war.

Der Tag endete sehr früh nach einer Riesenportion Nudeln diversen Soßen und einer Unmenge an Knoblauch( gegen die mit zwei Exemplaren angerückten Mücken) auf der Terasse unseres Blockhauses.

Heute steht das Highlight unseres Kurztrips auf dem Programm. Die Wracktour zur Seattle.

Helge und Jan, die beiden Leiter der Tauchbasis, fahren uns mit ihrem Boot, bei strahlendem Sonnenschein und einem lauen Lüftchen durch eine traumhafte Landschaft. Wir sind begeistert von den kleinen Buchten, dem Sommerhäusern und dem klaren Wasser. Ein kurzer Zwischenstop an der Wassertankstelle und es geht zu der Stelle, an der das 140 Meter lange Schiff der Hamburg - Amerika Linie zwischen 22 und 72 Meter Tiefe aufrecht auf Grund liegt.

Die Sicht am Tauchplatz ist nicht ganz so gut wie am Vortag, was wohl mit der Nähe der Fahrrinne und der Hafenstadt Kristiansand zusammenhängt. Das Wrack ist markiert und wir tauchen an der Bojenleine ab. Schon bald entdecken wir das Heck mit den gewaltigen Rudermaschinen. Steil fällt das Deck in die Tiefe ab. Bis zu den Aufbauten ist es nicht weit, aber die Nullzeit nimmt mal wieder rapide ab. Ein kurzer Blick an der Bordwand entlang und schon geht es im Zick-Zack über das Deck wieder nach oben. Ein Gasflaschenlager wird noch kurz inspiziert und schon haben wir den Salat... Dekopause sagt sich an. So ein gut erhaltenes Wrack ist auch Opfer wert und Sicherheit geht vor. Wieder an Deck beantworten wir die Frage nach der Tiefe mit einem verschmitzten lächeln, da wir den beiden nicht unbedingt erzählen wollen, daß wir aus Versehen gegen die Basisregeln verstoßen haben (max. 40m, keine Deko). Ein grandioser Tauchgang. Die Sonne scheint immer noch und wir fahren zur vorgelagerten Leuchtturminsel, vor der ein kleiner Frachter versunken ist. Der Frachter entpuppt sich als 60 Meter langes Frachtschiff, das in 18 Meter Tiefe schräg auf dem Sand liegt. Aber wir sind noch ganz beeindruckt von der Seattle....

Die Rückfahrt verläuft bei Hochsommerwetter wieder durch den Schärengarten. Die ganz wilden machen noch einen Tauchgang an der Basis um sich abzukühlen und um das Hausriff zu erkunden. Heute abend gibt es Suppe, Texastopf und Würstchen. Dazu einen spanischen Rotwein und Bier. So ein Tag muß einfach gefeiert werden. Beim nächsten Mal koordinieren wir dann auch die Einkäufe. Unser letzter Tag beginnt wie immer mit einem Frühstück der Superlative. Kaviar war nicht verfügbar, aber dank unserer Einzeleinkäufe haben wir genug Nutella, div. Käse und Wurst in ausreichender Menge.

Es ist trocken aber windig. An der Basis sehen wir schon Helge, der uns offenbart, daß wir heute nicht mit dem Boot rausfahren können. Er hat aber von einer Stelle gehört, an der ein englischer Bomber versunken sein soll. Nachdem wir unsere Sachen für die Rückreise gepackt haben, fahren wir zu der Stelle. Ein ruhiger Fjord, der fast wie ein Binnensee wirkt erwartet uns. Der Tauchgang ist nicht spektakulär und außer einem Hydraulikkolben, der wohl zum Fahrwerk gehörte haben wir nichts von dem Flugzeug gefunden.

Wir fuhren zur Basis zurück, füllten die Flaschen und verabschiedeten uns, aber nicht bevor wir noch das obligatorische Käffchen getrunken hatten.

Da die Fähre erst im 19:45 ablegen sollte hatten wir noch genug Zeit für einen weiteren Tauchgang von Land aus. Da das Wasserflugzeugwrack auf dem Weg zur Fähre lag, entschlossen wir uns den letzten Tauchgang dieses Kurzurlaubs an diesem Tauchplatz zu absolvieren. Ein wirklich würdiger Platz. Der Tauchgang erwies sich ebenfalls als neues Highlight. Wir fanden noch einen zweiten Sternmotor mit einem intakten Propeller aufrecht auf dem Grund.

Nachdem die Ausrüstung verstaut war fuhren wir weiter zum Fähranleger. Der Hunger veranlaßte uns jedoch zu einen kurzen Zwischenstop. Wir aßen den, für mich jedenfalls, teuersten Hamburger(250g/21DM). Dafür durfte man die Beläge wählen und er schmeckte sehr gut. Die Überfahrt nach Dänemark verlief ruhig und nach weiteren 5 Stunden Fahrt waren wir wieder zu Hause. Die Fahrt hat uns gezeigt, daß Norwegen wirklich nicht kalt ist.

So ein Kurzurlaub ist entspannend und nicht teuer. Der Trip, für den man nur max. 2 Tage Urlaub nehmen muß kostet einschließlich Fahrt, Fähre, Unterkunft und tauchen beim Tauchservice Seebär DM 500.-. Weitere Informationen und Termine gibt es im Internet unter www.ts-seebaer.de oder direkt vom Seebär unter 0451 805844.

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06.07.2008 23:53 Taucher Online : 97
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