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Tauchführer - Saba & St. Eustatius - Saba - The unspoiled Queen






Saba - The unspoiled Queen

Nach der Ankunft auf St. Maarten geht es direkt weiter mit WinAir auf die Nachbarinsel Saba. "The unspoiled Queen", wie das Eiland von der Bevölkerung genannt wird, macht Ihrem Namen alle Ehre. Doch mehr hierzu in meinen Reiseerlebnissen.

Twin Otter
Zweimotorige Propellermaschine für den Inselverkehr

In einer Höhe von gerade mal 5000 Fuß fliegt die Twin-Otter der Winair in 12 min von St. Maarten nach Saba. Nach einigen Flugminuten sehe ich bereits den Mount Scenery, den höchsten Berg des Königreichs der Niederlande. Die Insel rückt näher und ich kann den „berühmten“ Flughafen, mit dem kleinsten kommerziellen Landefeld im internationalen Flugverkehr, gut erkennen. In einer steilen Linkskurve entlang der schroffen Küstenlinie, nimmt der Pilot die Piste ins Visier und drückt die Maschine auf die Miniatur-Landebahn, die in etwa die Größe des Flugfeldes eines Flugzeugträgers hat. Ein beeindruckender Anflug, der die Vorfreude auf die kommenden Tage deutlich verstärkt.

Saba Anflug
Der erste Blick auf Saba, der Flughafen liegt Bildmitte unten
© John Magor - not to be used without permission!

Glenn Holme, der Tourismusdirektor von Saba, erwartet mich am Flughafen um mit mir eine kleine Inseltour durchzuführen. Vom Juancho Yrausquin Airport führt „The Impossible Road“ (die einzige Inselstrasse – siehe Geschichte der Inseln) zu dem Ort Hells Gate. Weiter an dichtbewachsenen Steilhängen schlängelt sich die „Hauptverkehrsader“ den Berghügel entlang, wo wir nach einigen Minuten Windwardside erreichen.

Windwardside ist die zweitgrößte Siedlung der Insel mit dem größten Angebot an Hotels, Restaurants und Gästehäusern. Hier in dieser malerischen Ortschaft werde ich die nächsten Tage bei El Momo verbringen. Die weißen Holzhäuser mit den roten Ziegeldächern inmitten üppigstem Grün und genialem Blick auf die karibische See lassen einen großen Entspannungsfaktor vermuten.

Windwardside
Windwardside vom Gipfel des Mount Scenery aus

Unser Weg führt uns nun auf die andere Seite der Insel und wir erreichen „The Bottom“ – die älteste Stadt der Insel und gleichzeitig Hauptstadt, sowie Sitz des Inselgouverneurs. The Bottom liegt im ehemaligen Vulkankegel von Saba.
Um 1640 siedelten die ersten Kolonisten auf Saba im Bereich Mary’s Point wo auch heute noch alte Brunnenanlagen zu finden sind. Doch schon nach kurzer Zeit wurde die erste Stadt im Vulkankegel gegründet und The Bottom genannt.
In The Bottom befindet sich auch die Medizinische Universität von Saba, der größte Wirtschaftsfaktor der Insel. Bis zu 300 Studenten aus USA, Kanada, Südamerika und weiteren Staaten studieren hier die verschiedenen Sparten der Medizin. Besonders im Bereich der Bakterien- und Virenforschung sind hier Internationale Kapazitäten unter den Professoren zu finden.

The Bottom Gouverneurs Residenz
The Bottom (li) und Residenz des Gouverneurs

Der Straßenverlauf führt uns nun nach Fort Bay, dem einzigen Hafen der Insel. Hier befinden sich u.a. die „Filialen“ der 3 Tauchschulen der Insel deren Hauptquartiere alle in Windwardside liegen. Glenn führt mich in die Bar am Hafen und wir lassen uns ein eisgekühltes Caribe, ein schmackhaftes lokales Bier, durch die Kehle laufen.
Noch ist alles ruhig in Fort Bay, in den Monaten September und Oktober befinden sich fast keine Touristen auf der Insel. Einzig ein Tauchboot von Sea Saba ist am Pier vertäut, damit werde ich morgen ausfahren.

Hafen von Saba
Fort Bay, Hafenanlage von Saba

Nach der Inselrundfahrt bringt mich Glenn in mein Quartier bei El Momo. Angelika und Oliver, die Hausherren der Anlage, begrüßen mich herzlich und führen mich durch die bezaubernde gartenähnliche Wohnanlage.

Angelika und Oliver sind vor einigen Jahren als Tauchlehrer in die Karibik gekommen und haben auf Saba Ihr Traumziel gefunden. Mittlerweile tauchen die beiden nur mehr zur Entspannung, das Hotel ist natürlich eine Vollzeitbeschäftigung.

El Momo befindet sich etwas ausserhalb von Windwarside im Ortsteil Booby Hill. Sieben Wohnbungalows, Esszimmer und Empfang sind auf einem dichtbewachsenen Hügel angeordnet. Der Blick aus den Bungalows ist schier umwerfend. Unter mir liegt die Südküste von Saba und dahinter erstreckt sich die tiefblaue Karibik, ein Platz zum Träumen und Entspannen.

El Momo Ausblick
Ausblick vom "Esszimmer" El Momo



El Momo
El Momo eingebettet in eine Grünanlage

Ein Glas Wein auf meiner Veranda unter den funkelnden Sternen der Karibik ist die letzte Tat für heute und beschert mir die richtige Bettschwere. Die Nacht bei El Momo ist erfüllt von Geräuschen. Es sticht ein „Pfeifen“ hervor, ähnlich dem Zwitschern von Kolibris (hier handelt es sich um kleine Baumfrösche), das mich sanft in den Schlaf wiegt.

Der neue Tag beginnt mit einer Spezialität von Angelika, dem Frühstück. Von Brot, Marmelade und Joghurt aus eigener Fertigung, frischen Früchtetellern und deftigeren Genüssen a la Schinken und Eiern bleibt kein Wunsch offen.

Als ich soeben mein Mahl beendet habe, setzt sich eine abenteuerliche Gestalt an meinen Tisch. Bekleidet mit Tarnhose, Stiefeln und Netz-T-Shirt, sowie einem beeindruckend großem Messer an der Seite und einer Machete auf den Rücken geschnallt – sitze ich James „Crocodile“ Johnson gegenüber. James ist der Herr der Wanderwege auf Saba. Er ist zuständig für die Pflege des Nationalparks rund um den Mount Scenery, einem unberührten Regenwald.
Heute Vormittag wollen James und ich eine Tour rund um die Insel durchführen; der Pfad wird uns von Hells Gate über Mary’s Point fast bis zu The Bottom führen. Die Wandertouren auf Saba sind ein absolutes Muss – Details über den Trip findet Ihr hier.

Zum Abschluss der Wanderung, einige 100m vom Ende des Pfades entfernt, kehren wir bei Queens Garden ein. Das Hotel und Restaurant, gehobener Klasse, befindet sich am Rand von The Bottom. Der Ausblick von der Terrasse und den Zimmern / Suiten ist auch hier einfach umwerfend.

Zum Mittagessen bestellen wir Fisch „Cajun“ Style und karibischen Salat. Dem Koch lasse ich meine Empfehlung zukommen, das Mahl war einfach köstlich. Eine echter Tipp für Liebhaber exzellenter Küche.

Queens Garden
Terrasse von Queens Garden


Giant StrideIm Anschluss an das Mittagessen fahre ich direkt zum Hafen um auf einem der Boote von Sea Saba einzuchecken. Sea Saba hat zwei Tauchboote, die "Sea Dragon" wird gerade für die neue Saison auf Hochglanz gebracht.

An Bord der 14m Jacht „Giant Stride“, zugelassen für 25 Taucher, es werden aber maximal 10-12 Personen mitgenommen, befinden sich Sauerstoff, Notfallkoffer und Funk. Die nächste Druckkammer ist direkt am Hafen von Saba und kann, da die Tauchgebiete sehr nah sind, auch von den entfernten Plätzen in maximal 15 min angelaufen werden.

Im Angebot der Sea Sabas ist auch Nitrox in den Standardgemischen 32% und 36%. Getaucht wird mit 80cuft Alu Flaschen (ca 11 lt) und INT Anschlüssen. Ausrüstung kann komplett ausgeliehen werden. Auch DIN / INT Adapter sind genügend vorhanden.

Unser erster Tauchgang führt uns in die Nähe von Diamond Rock an einen Küstennahen Tauchplatz. Es erwartet mich ein farbenfrohes Spektakel aus Korallen, Schwämmen und jeder Menge Jungfisch. Sogar ein Anglerfisch ist gut getarnt zu meiner Begrüßung aufgetaucht.

Anglerfisch
Anglerfisch in perfekter Tarnung

Bereits dieser erste Tauchgang zeigt deutlich was mir bereits vorab zugetragen wurde. Die Gewässer um Saba sind farbenfroh und voller Leben – keinerlei Schädigung durch Schleppnetze, kommerzieller Fischerei oder Raubfischerei. Auch die gefürchtete Korallenbleiche hat die Tauchgebiete verschont. Die Tauchplätze rund um Saba sind durch den Marine Park geschützt, eine Investition die besonders für uns Taucher eine fantastische Unterwasserwelt bedeuten. Einen vergleichbaren Korallen- und Fischreichtum sieht man leider mittlerweile selten.

Korallen Saba
Farbenpracht in den Gewässern um Saba

Zurück in meinem Quartier zeigt mir Angelika einen der Mitbewohner der Anlage von El Momo. Ein stattliches Exemplar eines Leguan räkelt sich in der
Leguankaribischen Abendsonne. Gut getarnt sitzen die friedlichen Echsen auf Ästen und sind nur mit "scharfem" Blick zu erkennen. Auch große Landkrabben mit einem Durchmesser von 15cm sind in der weitläufigen Gartenanlage zu finden. Wahrlich ein paradiesischer Ort, ideal zum Abschalten und genießen der Natur. Abends verwöhnt uns Angelika mit Kürbiscremsuppe und Fisch in Limonensauce. Bei einem Glas hausgemachtem Bananenrum unter funkelnden Sternen beschliessen wir diesen Tag.

Am nächsten Morgen wollen wir eigentlich die berühmten Pinnacles betauchen. Pinnacles, so werden die Unterwasserfelsformationen von Saba genannt, sind gestockte Lavaberge die aus 3-stelligen Tiefen in den 20 – 30m Bereich aufsteigen. Leider ist die Strömung an den ausgewählten Tauchplätzen so stark, das wir uns entschließen ein Alternativprogramm anzufahren. Wir versuchen unser Glück bei den Felsen von „Man o' War Shoals“ einer Doppelfelsformation in der Nähe von Diamond Rock.

Diamond Rock Muräne Krabbe
Diamond Rock, Muräne und Krabbe am Man o' War Shoal
(Click zum vergrössern)

Dieser Tauchplatz besteht aus zwei mächtigen Fels- und Korallenblöcken, jeweils ca 25m im Durchmesser, im Bereich von 30 bis 6 m Wassertiefe. Was für ein Alternativprogramm – das Leben sprudelt hier wie in einer Fischfarm. Schwärme aus Tropenfischen der verschiedensten Arten, Muränen, Langusten und wieder diese wunderbare Farbenpracht aus Korallen und Schwämmen. Ich kann mich nicht Sattsehen an diesem kleinen Paradies und die 1,5 Std vergehen wie im Flug.

Fischschwarm Korallen Muräne
Eindrücke am Man o' War Shoal
(Click zum vergrössern)

Das heutige Abendprogramm findet im Musicclub „Hpnotiq“ in "The Bottom" statt. Einer der beiden Nachtclubs der Inseln, mit Live Programm. Es spielt Bankie Banx,
Bankie Banxeine karibische Musik Größe, der u.a. bereits mit Bob Dylan Platten aufgenommen hat. Bankie spielt eine melodiöse Mischung aus Reggae, Traditional und sanftem Rock – gepaart mit einer eindrucksvollen Stimme. Wenn Ihr die Chance habt, besucht Bankie auf Anguilla (ca 15 Flugminuten entfernt) in seinem Club – für Musikliebhaber eine klasse Gelegenheit.



Ein wolkenloser strahlend blauer Himmel begrüßt mich am nächsten Morgen standesgemäß. Heute wollen wir endlich einen der Pinnacles betauchen. Auf Saba sind die zwei bekanntesten Formationen der „Third Encounter“ und „Shark Shoal“ – beides Lavaformationen die aus schier unendlichen Tiefen in den Bereich 20 – 30m ragen. Bild links zeigt den Platz "Eye of the Needle" direkt neben der Plattform von "Third Encounter". Der Tauchgang beginnt im Freiwasser, allerdings kann man sich wie bei jedem Tauchplatz auf Saba an den Ankerbojen orientieren.

- Third Encounter -
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Der Abstieg im funkelnden Blau der Karibik ist unbeschreiblich. Schwebend im Nichts lasse ich meine Gedanken treiben, fast bin ich enttäuscht als ich auf der tieferen Plattform des zweiten Felsen von Shark Shoal in knapp 40m Tiefe ankomme. Die Vielfalt an Leben ist auch hier unbeschreiblich schön, in jeder Ritze und Spalte sind Krabbenarten, Langusten, Muränen und Schnecken zu bewundern. Ein Schwarm beeindruckender Barrakudas zieht langsam seine Runden durch das unendliche Blau. Einer dieser Tauchplätze, die sich lange ins Gedächtnis einbrennen werden.

Manta
Manta im Flug durch das Blau der Karibik

Die Pinnacles mit den bodenlos abfallenden Formationen sind auch ein guter Platz für Mantabegegnungen. Majestätisch ziehen diese Giganten unter den Rochen Ihre Runden um die Felstürme. Kurz darauf zieht noch ein Hai fast in Griffweite vorbei und beschert mir weitere Glücksgefühle.

In langsamen Spiralen tauche ich an den Lavatürmen auf und bin immer wieder über diese fantastische Vielfalt an Leben fasziniert. Die Plattform des höheren Turms befindet sich auf 25m, hier verbringe ich noch gut eine halbe Stunde bei der Betrachtung von Anemonen und Nacktschnecken. Nach gut 80 min Tauchzeit bin ich zurück am Boot.

Fischschwarm Korallen Muräne
Eindrücke am Shark Shoal
(Click zum vergrössern)

Ein gelungener Abschluß, Sabas Unterwasserwelt präsentierte sich von der besten Seite. Als Resümee bleibt mir folgendes zu sagen: Saba ist eine liebenswerte Insel, ideal zum "Seele baumeln lassen", Wandern und natürlich Tauchen. Sowohl im Regenwald als auch Unterwasser ist eine Artenvielfalt zu bewundern die seinesgleichen sucht. Die Eindrücke werden noch lange nach dem Besuch für wunderbare Erinnerung sorgen. Die "Sea Sabas" haben mir mit Ihrer unkomplizierten und freien Art des Tauchens großartige Erlebnisse ermöglicht.

Seepferdchen
Seepferdchen in Tarnfarbe

Das "Fare-Well" Essen findet abends bei Brigadoon's, einem Restaurant in Windwarside, statt. Ein Lokal das sowohl einheimische Küche als auch Spezialitäten aus aller Welt offeriert. Patricia und Michael, das Besitzerehepaar, bieten samstags Sushi und Sashimi an. Genau diese Köstlichkeiten geben ein prachtvolles Abschiedsessen und wir genießen den rohen Fisch und Reis-Röllchen bei grünem Tee.

Der Abschied von Angelika und Oliver fällt schwer, in der kurzen Zeit hat sich eine Freundschaft mit den Hausherren von El Momo entwickelt, ein Wiedersehen mit den beiden und "Ihrer" Trauminsel steht schon jetzt fix in meiner Planung.

Teil 2 des Reiseberichtes – St. Eustatius

Hauptmenü Reiseführer

© 2003 Text Herbert Gfrörer
© 2003 UW Bilder by Michael Chammaa
© 2003 Bilder by Herbert Gfrörer
© 2003 Bild "Third Encounter" by Vinny Paul Agosta

TIPP:Interessante medizinische Themen sind in der Diskussionsseite Tauchmedizin zu finden. Reinschauen!



24.07.2008 15:20 Taucher Online : 196
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