Am frühen Morgen geht meine Maschine von Saba nach St. Eustatius,
von den Einheimischen liebevoll Statia genannt. Das Einchecken, samt
kräftig Übergepäck, läuft karibisch unkonventionell
und einfach ab. Eine Ausreisegebühr von 5 U$ ist noch fällig
und ich kann bereits in die WinAir Maschine einsteigen. Der Flug auf
die Nachbarinsel dauert knappe 10 min, die Flughöhe ist diesmal
knapp 4000 Fuß.
Bereits nach dem Start ist nicht nur Statia zu sehen, wie an einer
Perlenkette aufgereiht präsentieren sich die weiteren "Inseln
über
dem Wind" in Südrichtung: St. Kitts, Nevis und am Horizont sogar
Montserrat. Landung und Einreise am Flughafen von Statia sind wieder
problemlos, als einziger Passagier heute habe ich die Formalitäten
in wenigen Minuten hinter mir.
Küste an der Karibikseite von Statia
Veronique und Jean-Francois, zwei Tauchlehrer des Scubaqua Dive
Centers, erwarten mich bereits. Innerhalb von einigen Minuten haben
wir
das Golden Era Hotel, direkt an der karibischen Küstenseite der
Insel erreicht.
Die Scubaqua Basis befindet sich auch auf dem Hotelgelände.
Scubaqua steht unter Schweizer Leitung, die Basis ist sehr gut
ausgestattet und bietet auch Nitrox in Wunschzusammen- setzung.
Getaucht
wird mit 80 cuft Alu Flaschen mit INT Anschlüssen. Die
Leihausrüstung macht durchwegs einen neuen und sehr guten
Eindruck. Ausbildung nach PADI, CMAS und TDI wird in Englisch,
Französisch und Deutsch durchgeführt.
Das Golden Era ist ein sehr gutes Mittelklassehotel, Zimmer sind mit
Klima, Kühlschrank und Fernseher eingerichtet. Fast jeder Balkon
hat Meersicht. Beim Frühstück sitzt man direkt am Wasser.
Für die schnelle Abkühlung ist auch ein Pool vorhanden.
Golden Era Hotel, Speiseterasse (li)
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Nach den Formalitäten erzählen mir Veronique und
Jean-Francois über die Tauchgebiete der Insel. Wie auch in Saba
gibt es hier einen Unterwasserpark, den STENAPA (Statia National Park)
– der die karibische Küstenseite komplett schützt. Das
verspricht auch hier reichlich Fischbestand und gesunde Korallen.
Unser erster Tauchgang führt uns zum Barrakuda Reef. Eine Vielzahl
an karibischen Hummern und Langusten beweisen eindrucksvoll die
Wirksamkeit von Schutzgebieten. Natürlich sind die Korallen und
Schwämme in gleich guter Verfassung wie auch in Saba. Eine
"lustige" Fischart, den Brunnenbauer, sehe ich hier gleich in
Mengen. Diese Fischart lebt senkrecht in selbstgebauten Höhlen,
schwimmt auch senkrecht über diesen und zieht sich bei Gefahr
direkt nach unten in den Schutzbereich zurück.
Krebsart , Brunnenbauer, karibische Languste
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Nach dem Tauchgang genießen wir bei einer Flasche Caribe den
malerischen Sonnenuntergang und besprechen die Planung der weiteren
Tage. Auch Statia hat eine Vielzahl von Tauchgebieten zu offerieren -
besonders das neue Wrack der Charles L. Brown (wir berichteten)
und ein
Unterwassercanon wecken mein besonderes Interesse. Weiter wollen wir
auch einige historische Wrackstellen mit den Überresten
von Schiffen der Kolonialzeit, betauchen.
Sonnenuntergang am Pool des Golden Era
Zum Abendessen geht's zum lokalen Chinesen – Sunnys Place –
direkt an der Hauptstrasse im Zentrum von Oranjestadt. Wir
genießen Garnelen und unterhalten uns über die Insel. Dabei
erzählt mir Veronique von den Blue Beads. Diese blauen Steine
waren u.a. als Bezahlung für Einheimische durch die
Kolonialmächte vorgesehen (Peter Stuyvesant kaufte anno dazumal
die Insel Manhattan mit 12 Blue Beads). Später fanden sie
Verwendung als Belohnung
für „gute Sklaven“. Nach der Befreiung warfen die ehemaligen
Sklaven Ihre Blue Beads ins Meer.
Dann und wann werden auch heute Blue Beads gefunden. Die Legende sagt,
dass ein
Stein seinen Besitzer findet. Der glückliche Besitzer wird dann
immer wieder auf die Insel kommen. Veronique hat selbst ein
Prachtexemplar um den Hals hängen, gefunden an einem Tauchplatz
den wir diese Woche auch besuchen werden. Übrigens sind diese
Steine mittlerweile extrem beliebt – es werden Preise von bis zu 300 U$
für ein Original bezahlt.
Veronique kurz vor dem Abtauchen an der "Charly" Brown
Die Charles. L Brown steht heute Vormittag auf dem Programm. Von der
Oberfläche sieht man bereits Umrisse des eindrucksvollen Wracks
leuchten. An Bug, Heck und Mittschiffs sind Bojen befestigt, Ankerbojen
sind an allen Tauchplätzen von Statia angebracht. Wir tauchen ab
und können bereits auf 10m die komplette Struktur des Schiffes
ausmachen.
Der ehemalige Kabelleger liegt auf der Steuerbordseite – die
tiefsten Punkte sind auf ca. 32 m. Mittschiffs kann man durch einen
großen „Tunnel“, den ehemaligen Hauptgang, tauchen. Die
Länge ist ca. 50m. Nach oben (Backbord) sowie nach unten
führen jeweils weitere Gänge. Räume wie Werkstatt und
andere für den Kabelleger wichtige Räumlichkeiten sind zu
begutachten. Besonders beeindruckend sind die gigantischen Kabelrollen,
samt Abrollvorrichtung auf beiden Seiten des Tunnels. Im Prinzip kann
das komplette Wrack betaucht werden, bei einem zweiten Tauchgang werden
wir die Brückensektion und Mannschaftsräume auskundschaften.
Charles L. Brown - Mitte des Brückenaufbaus beginnt der
"Tunnel"
Am Nachmittag führt mich Veronique auf Inseltour. Der erste Weg
führt uns an die Atlantikküste von Statia. Am "Zeelandia
Beech", der einen weiten Sandstrand aufzuweisen hat, ist ein beliebter
Eiablagepunkt für diverse Schildkrötenarten. Der gesamte
Abschnitt wird von Teams des Nationalparks mitbetreut.
Atlantikküste von Statia, Abschnitt Zeelandia
So verlockend der Strand und das Meer hier auch aussehen, Baden sollten
man am Zeelandia Beach nicht. Gefährliche Unterströmungen und
eine kritische Brandung sind an der Tagesordnung.
Erloschener Vulkan Quill, im Inneren des Kegels sind
Wanderungen durch einen
kleinen Regenwald zu empfehlen
Unser Weg geht nun am Quill, dem größeren der beiden
Bergkegel von Statia, vorbei zurück in die äußeren
Siedlungsbezirke von Oranjestadt. Die einzige Stadt der Insel ist sehr
weitläufig, 98% der Inselbewohner leben hier. An fast jeder Ecke
finden sich Zeitzeugen der ehemaligen Vormachtstellung von Statia als
Haupthandelsplatz in
der Karibik. Der Name "Golden Rock" erinnert heute noch an den
ehemaligen Reichtum der Insel.
In der Kolonialzeit befand sich hier ein großer
Sklavenumschlagsplatz und der größte Warenhandel der neuen
Welt war angesiedelt. Ein Konflikt mit der Britischen Krone um die
Anerkennung der Vereinigten Staaten beendete die Vormachtstellung der
Insel ( Siehe Geschichte St.
Eustatius ). Überreste
von alten Forts, Kanonen und Wehrmauern sind rund um die Insel zu
finden. Die Festung Oranje zeugt als einzige komplett erhaltene
historische Anlage
von der ehemaligen Stellung der Insel.
Impressionen aus Oranjestadt, Mitte Historisches Museum, Rechts
Wehrmauer des Forts
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Der nächste Tag verspricht ein Highlight. Veronique hat mir
bereits einiges vom Grand Canyon erzählt, ich bin schon sehr
gespannt.
Der Tauchplatz beginnt im 20m Bereich wo ein wunderschöner
Korallengarten auf Lavaformationen zu finden ist. Am Südende
dieses Bereiches startet der Canyon. Mächtige Lavaformationen
befinden sich beidseitig einer Sandfläche und führen
geradewegs in die Tiefe. Relativ sanft ist die Neigung bis ca. 40m, von
dort aus „stürzt“ der Canyon fast senkrecht in den achtziger
Bereich wo die Formationen sanft auslaufen. Es ist wirklich
beeindruckend in dieser "canyon-artigen" Anordnung abwärts zu
tauchen – rechts und links Lavafelsen und vor dem Auge das große
weite Blau der Karibik. Die Wände sind üppig mit Gorgonien
und schwarzen Korallen bewachsen. Die schwarzen Korallen kann man hier
bereits ab 30m finden, im tieferen Bereich wuchern Sie regelrecht – ein
wunderschöner Anblick.
Prachtvolle Korallen am Grand Canyon
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Grosse Schwärme von Bigeyes (Priancanthus arenatus) begleiten
unseren Weg in die
Tiefe, beim Aufstieg werden wir von 2 Riffhaien eskortiert. Der
Tauchgang endet wieder im 20m Bereich, wo wir wie abgesprochen gleich
eine Ankerboje weiter zum nächsten Tauchplatz tauchen. Wieder
begegnen wir
einer Vielzahl von Hummern und Langusten, fast in jeder Nische hat sich
ein Prachtexemplar niedergelassen. Kurz vor Ende dieser Erlebnisreise
in die Unterwasserwelt, stoßen wir noch auf einen Ammenhai der
sich in einer kleinen
Grotte zum schlafen "ausgestreckt" hat.
Ammenhai
Für den Nachttauchgang treffen wir uns um 18:00Uhr.
Sonnenuntergang ist zwischen 18:20 und 18:30. Nachdem wir das Boot
beladen haben, ist es komplett dunkel und wir fahren zum Tauchplatz
„Two Wrecks“ – eine Stelle an der zwei Schiffe aus dem 18.Jahrhundert
gesunken sind.
Nachttauchgang bei "Double Wrecks"
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Von den Schiffen ist außer Korallenbewuchs nichts mehr zu sehen.
Der Zahn der Zeit hat die Strukturen der Holzschiffe zur Gänze von
Korallen besiedeln lassen. Auch bei intensiver Betrachtung sind
die ehemaligen Schiffskörper nur schwer zu erkennen. Dieser Platz
ist nachts voller Leben und wir sehen u.a. ein Prachtexemplar eines
Kofferfisches (0.5m Länge), Zackenbarsche, Krabben, Langusten,
mehrere Muränen und eine große schlafende Schildkröte
mitten auf einem Riffteil.
Eine fingernagelgroße, aber farbenprächtige Krabbe, eine
Pelia Mutica, sitzt auf einem Schwamm. Im Lampenlicht funkelt die
kleine Schönheit wie mit Diamanten und Rubinen besetzt.
Leider sehen wir auch einen illegalen Fangkorb, der bereits voller
Fische ist.
Da wir inmitten des Marine Parks tauchen, öffnen wir den
Käfig
und machen die Schließvorrichtung unbrauchbar. Nach ca. 1,25 Std.
auf maximal 25m beenden wir den Tauchgang.
Die Abschlusstauchgänge auf Statia machen wir wechselweise an der
Charles L. Brown und am Blue Bead Hole. Ich wollte unbedingt einen
dieser blauen Steine finden, doch das Glück war mir nicht gewogen.
Blue Bead Hole ist kein wirklicher Tauchplatz, eine reine
Sandfläche mit sehr wenig Leben, Tauchgänge lohnen nur der
Suche um die Schmucksteine.
Die Charly Brown erkunden wir von Bug bis Heck und begutachten alle
Innenräume. Im Inneren eines der großen Lagerräume
für Kabelrollen hat sich ein Schwarm Black Jack’s und ein Schwarm
blauer Neonfische niedergelassen. Im Scheinwerferkegel blitzen die
Neonfische wie die Lichtershow einer Diskothek.
Das Durchtauchen des noch völlig unbewachsenen
Schiffes ist manchmal eine Herausforderung für den
Orientierungssinn. Durch die Seitenlage ist man versucht eine Position
einzunehmen die der Schiffsorientierung entspricht... und ist erstaunt
dass man permanent schräg im Wasser hängt :-).
freundschaftliche Begegnung ?
Rund um das Wrack hat sich auch schon etwas Leben angesiedelt. Wir
erfreuen uns an Rochen und einem farbenfrohen Exemplar eines
Anglerfisches. Im Laufe von 1 – 2 Jahren dürfte der
Stahlkörper und die Umgebung des
Wracks zu einer prachtvollen Niederlassung für Flora und Fauna
werden.
Anglerfisch bei der Charly Brown
Leider hat auch der Besuch auf Statia ein Ende gefunden. Trotz der
vergeblichen Suche nach einem Blue Bead werde ich diese Insel
sicher wiederbesuchen. Die Anzahl der verschiedenartigen
Tauchplätze, die
Vielfalt an Flora und Fauna und last not least die extrem freundlichen
Inselbewohner lassen wie auch auf Saba ohne Probleme einen
mehrwöchigen Aufenthalt zu. Besonderen Dank auch an Veronique und
John (Jean-Francois) von Scubaqua für die freundschaftliche
Aufnahme in Ihrer Mitte.
Auszug aus diesem Forum: Einkaufen in Los Angeles! vom 28.08.2003 : hallo leute!
kennt jemand einen ordentlichen Laden in Los Angeles, Long Beache, in dem man Al-Stagees (40/80cuft), Deepoutdoors ... [mehr] Stage Regler vom 24.04.2003 : Möchte mir neue StageRegler zulegen. Kann mich nur nicht entscheiden, ob ich die altbewährten TX50 nehmen soll oder vielleicht ... [mehr] Einpresshülsen für Schlauchanfertigung vom 24.04.2003 : Hallo zusammen, ich möchte für den Umbau meines Kreislaufgerätes ein paar Mitteldruckschläuche vom Maß her modifizieren. Da ein ... [mehr]