Rund um den „höchsten Berg Hollands“, dem Mount Scenery (ca 880m),
herrscht üppigste Vegetation. Ein unberührter Regenwald, nur
durch einige Wanderwege durchzogen, wächst in beeindruckender
Pracht um den Inselberg. Die warme tropische Luft sorgt für
Blütenträume aus Hibiskus, Orchideen und Oleanderblüten.
Bananenbäume, sieben verschiedene Sorten, sind auf Saba heimisch,
Zitrusbäume, Mangobäume, Farne und Palmen finden sich auf
Schritt und Tritt.
Mount Scenery, der höchste Berg Hollands
James „Crocodile“ Johnson, der Hüter des Waldes und auch
zuständig für die Wanderwege rund um den Mount Scenery, ist
wohl der beste Führer wenn es um Touren durchs Landesinnere geht.
Ob Gruppen oder Einzelpersonen, kontaktiert auf jeden Fall James wenn
Ihr Wanderungen durchführen wollt. Nicht, dass man diese nicht
alleine durchführen könnte, doch mit James entdeckt man viele
kleine Preziosen an denen man sonst vorbeigelaufen wäre.
Die Pflege der Wanderwege wird durch Jugendliche aus aller Welt
unterstützt, die für Kost und Logis einige Wochen in der
fantastischen
Natur des Regenwaldes arbeiten. Der Erfolg sind gut begehbare Pfade,
die auch ohne Trekkingausrüstung zu genießen sind. Einzig
festes
Schuhwerk oder gute Turnschuhe sind zu empfehlen. Je nach Kondition
können verschiedene Pfade mit Wanderzeiten von 1 Std bis 4 Std
begangen
werden.
James "Crocodile" und "Arbeitstrupp"
Unsere Wanderung führt uns von der Ortschaft Hells Gate, auf
halber Höhe zum Mount Scenery, rund um die Insel zur Ortschaft The
Bottom. Der Hauptpfad dem wir folgen ist der Sandy Cruz Trail, einer
der beliebtesten Wege der Insel. An verschiedenen Stellen machen wir
Abstecher und benötigen auf diese Weise statt der
ursprünglichen 1,5 Std das Doppelte an Zeit – doch es lohnt jede
Minute.
Wir sind gerade mal ein paar Minuten im Regenwald, als mir James eine
endemische Eidechsenart zeigt. Auf einem Bambusstab, mitten im
Blätterwald sitzt eine 20cm lange Echsenart mit Leopardenmuster –
diese Art ist nur auf Saba zu sehen.
endemische Eidechsenart
Kurz darauf deutet mir James an, ruhig stehen zu bleiben. Er bückt
sich vor einem wuchernden Farn, wartet eine Minute und dann
pfeilschnell schießt seine Hand ins Dickicht... er
präsentiert mir eine weitere endemische Art, eine Schlange. Die
tiefschwarze Razor-Snake mit einer Länge von knapp über einem
Meter ist völlig ungiftig, allerdings sollte man vor den
Ausscheidungen fern bleiben – der Urin haftet noch Tage später mit
einer sehr deftigen Note an der Haut. Übrigens gibt es keinerlei
gefährliche oder giftige Tierarten in diesem Regenwald, ihr
könnt diese Wanderungen ohne Bedenken durchführen.
James und Razor Snake
Unsere Wanderung führt uns weiter in die dschungelähnliche
Vegetation. An manchen Stellen scheint der Wald fast undurchdringlich,
andere Stellen geben einen Ausblick auf die Küstenlinie frei. Eine
sehr ursprüngliche Landschaft, die Zivilisation scheint Lichtjahre
entfernt. Das Zwitschern von tropischen Vogelarten sowie von Zeit zu
Zeit ein Rascheln im Gebüsch sind die einzigen Geräusche hier
oben. Fast fühlt man sich wie in einer anderen Welt.
Freier Blick auf den Flughafen, Palmenblüten und
"Urwald"-Impression
(Click zum vergrössern)
Der Pfad führt uns weiter auf ungefähr halber Höhe zum
Mount Scenery, einige kleinere Aufstiege sind zu bewältigen, dann
geht es wieder ein bisschen bergab. Die Wege sind soweit möglich
naturbelassen und führen quer durch den Regenwald. Vor uns
blockieren mehrere Baumstämme den Weg, James beseitigt das
Hindernis schnell und kraftvoll mit seiner Machete.
James bei der Arbeit
Direkt dahinter
laufen wir einer eigentümlichen Krabbenart über den Weg.
Diese Art wird im Meer
geboren, lebt aber im Regenwald. Nur zur
Paarung oder nach einem Wachstumsschub für neue Muschelschales
begibt sich diese Krabbe zurück ins Wasser (leider sind alle
Bilder dieser faszinierenden Art unscharf geworden ).
Meerseitig öffnet sich der dichte Bewuchs und gibt den Blick auf
eine kleine Bananenplantage frei. James erzählt, dass hier ein
älterer Sabaner seinem Hobby, der Bananenzüchtung,
nachgeht. Kurz darauf treffen wir den agilen Herren wie er soeben einen
Erntekorb zurück in die Stadt bringt. Wir unterhalten uns ein
wenig und er erzählt uns sein Alter - 84 Jahre. Ich kann nur
staunen wie fit er für sein Alter ist und welche Lasten er
tagtäglich transportiert.
der Bananenzüchter
Nach knapp 3 Stunden erreichen wir das Ende des Regenwaldes am anderen
Ende der Insel, kurz vor den Außenbezirken von The Bottom. Die
Wanderung war ein Erlebnis der besonderen Art und obwohl ich wirklich
kein Fan von „Trekking und Hiking“ bin, konnte ich mich der Faszination
des Regenwaldes nicht verschließen. Für Wanderfans bietet
die Insel an die 10 verschiedene Touren – von einfach bis mittelschwer.
Einzig für den Weg zum Gipfel des Mount Scenery sollte ein
Mindestmaß an Kondition vorhanden sein.
James „Crocodile“ Johnson kann direkt über sein Mobiltelefon
kontaktiert werden. Seine Nummer ist 00599-416-3307. Die Website des
Saba National Parks , unter Leitung des SCF (Saba Conservation
Foundation) ist www.sabapark.org.
Impression aus dem Regenwald
(Click zum vergrössern)
Blumen - und Blütenpracht aus dem Regenwald
(Click zum vergrössern)
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