Kleine Inselgeschichte


Saba - the unspoiled Queen
Statia - the golden Rock

Saba – Historie


Saba, die knapp 13km² große Felseninsel, ist die Kleinste der Niederländischen Antillen. Auf seiner zweiten Reise in die neue Welt, segelte Christoph Kolumbus im Jahre 1493 daran vorbei und verzeichnete Saba in seinen Karten.

Hundert Jahre später wurde die Insel auch von Sir Francis Drake erwähnt, doch erst im Jahre 1632 landeten die ersten Europäischen Siedler auf Saba. Diese Siedler waren eher zwangsweise hier gelandet, waren sie doch Schiffbrüchige. Einige Jahre später siedelten die Holländer offiziell an der südlichen Westküste. Sowohl Fort Bay als auch Mary’s Point wurden gegründet.

Die ersten Siedlungen der Insel gehen aber viel weiter zurück. Ausgrabungen und Funde menschlicher Überreste zeigen nach Messungen mit der Radiocarbon Methode dass bereits 1000 v.Chr. erste Ansiedlungen auf der Insel entstanden. Im Jahre 800 n.Chr. wurde die Insel abermals besiedelt – diesmal durch Arawak Indianer die aus Südamerika eingewandert sind. Auch aus dieser Zeit gibt es interessante Überreste die einen Einblick in die Lebensweise der Arawaks geben.

Die Inseltopografie erschwerte jeden Warentransport zu den Siedlungen, so blieb Saba lange Zeit ein uninteressantes Eiland für größere Auswanderungswellen. Trotzdem war die Inselherrschaft lange Zeit nicht eindeutig, sowohl Engländer, Franzosen als auch Holländer vertrieben sich gegenseitig.

Erst am 21.Februar 1816 wurde Saba endgültig den Niederländischen Kolonien und damit der Holländischen Krone zugeschlagen.

Nach wie vor war der Inselzugang eher abenteuerlich. Nur über die Ladder-Bay, konnte über 600 in Stein geschlagene Stufen (The Ladder), die Inselstadt „The Bottom“ erreicht werden. Am Ende der Stufen ist auch heute noch das damalige Zollhäuschen zu besichtigen. Angeblich wurde Ende des 19.Jahrhunderts sogar ein Steinway Flügel über die Stufen gehievt.

The Ladder
"The Ladder" mit 600 Stufen vom schroffen Ufer bis zum Zollhäuschen

Die einzige Inselstrasse „The >>impossible<< Road“ hat eine interessante Geschichte. Bis in die 40er Jahre des 20.Jahrhunderts wurde jeglicher Waren- und Personenverkehr auf der Insel über Trampelpfade abgewickelt. Pferdekutschen oder Autos gab es mangels Strassen nicht. Die Inselbewohner hatten schon öfter Niederländische Straßenkonstrukteure eingeladen um diesen Missstand zu beheben, doch die Antwort war jedes Mal: eine Straße könnte bei dieser Topologie keinesfalls gebaut werden. Nun ja, Straßenbauer aus Österreich oder der Schweiz wären für diese Aufgabe wohl geeigneter gewesen als die in Bergstrassen völlig unerfahrenen niederländischen Ingenieure.

Lambert Hassel, ein Sabaner, begann daraufhin mit einem Fernstudium und Ingenieursexamen in „Road Construction“ und startete alleine mit einheimischen Helfern die „unmögliche“ Aufgabe. In den 50er Jahren wurde die Straße in Handarbeit von The Bottom über Windwardside bis zu Hells Gate gebaut. Anfang der 60er Jahre hatten die Insulaner endlich eine funktionierende Straßenverbindung vom Hafen bis zur Gegenseite, Hells Gate. Einige unkonventionelle Kurvenführungen mit reichlich engen Radien am Straßenbeginn in Fort Bay zeigen, dass dies die erste Konstruktion von Lambert Hassel ist. Der weitere Straßenverlauf nötigt allerdings hohen Respekt vor der fantastischen Leistung und damit der Entstehung dieser „unmöglichen Straße“ ab.

Impossible Road


The impossible Road
Kleiner Eindruck der gewagten Serpentinen von "The Road"

In Windwardside ist ein kleines Museum eingerichtet. Es befindet sich im restaurierten Originalhaus eines Kapitäns der Kolonialzeit und zeigt die Lebensumstände, Geschichte der Seefahrer sowie einige interessante Details aus der Inselhistorie.

Übrigens ist der Großteil der Insulaner nicht niederländischen Ursprungs. Gut 3/4 der Einwohner können Ihre Wurzeln auf Seefahrer und Piraten schottischen und irischen Ursprungs zurückverfolgen.

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Statia - Historie

Statia wurde auch auf der zweiten Reise des Kolumbus erstmals erwähnt, erfuhr aber durch die günstigeren „Anlande-Gelegenheiten“ eine deutlich andere Geschichte als die kleine Schwesterinsel Saba.

Ende des 17.Jahrhunderts lebten bereits 15.000 Menschen auf der Insel, die sich prächtig entwickelte. Der Warenverkehr und Sklavenhandel ließ die Insel und Oranjestadt zu einem prosperierenden Zentrum in der Karibik erblühen.

An den Quais der Oranje Bay, unterhalb der heutigen Hauptstadt, waren große Lagerhäuser und Warendepots aneinandergereiht. In der höhergelegenen Stadt spielte sich das gesellschaftliche Inselleben ab. Der einzige Freihafen der Karibik erreichte während der britischen Blockaden im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) seinen wirtschaftlichen Höhepunkt. In alten Chroniken wird von bis zu 100 Frachtschiffen täglich gesprochen. St. Eustatius war das Handelszentrum der neuen Welt.

Die mächtigen Bastionen des Fort Oranje, sowie die über die Insel verteilten kleineren Forts wie Fort De Windt am Südende, sicherten den Einwohnern Sicherheit und garantierten die notwendige Neutralität für Warenverkehr im Freihafen.

Fort Oranje Fort Oranje Kanonen Batterien
Innenhof Fort Oranje, Verteidigungsmauern und Kanonenbatterie
(Click zum vergrössern)

Der Niedergang dieses Handelszentrums begann mit dem Einlaufen des amerikanischen Kriegsschiffes „Andrea Doria“ unter der neuen „Flagge des unabhängigen Amerika“, am 16.November 1776. Das stolze Schiff begrüßte die Insel und die Niederländische Krone mit den üblichen 13 Schuss Salut. Gouverneur Johannes de Graaf erwiderte den Salut mit der Standardantwort von 11 Kanonenschüssen.

Genau an dieser Stelle begann der Schlamassel. Durch Gouverneur Graafs Antwort, fühlten sich die Engländer gehörig auf den Schlips getreten, hatten die Insulaner doch gerade mit dieser Geste das neue Staatenbündnis der USA anerkannt – und dies im Namen der Niederländischen Krone. Der Affront saß so tief, dass die Engländer böse Pläne entwickelten die Insel zu bestrafen. Die Rache sollte fürchterlich werden und die Geschichte des karibischen Handelszentrums komplett verändern.

Dankplakette der USA
"Dankplakette" der USA für die erste internationale Anerkennung

Im Jahre 1781 besetzte ein Sturmkommando von Admiral Goerge Rodney in einem nächtlichen Handstreich die Insel. Alle Wehranlagen wurden von Engländern besetzt, die Niederländischen Flaggen blieben aber vorerst gehisst. Nach außen wurde zu diesem Zeitpunkt kein Wort über den Englischen Schlag bekannt. Das Schicksal nahm so seinen verhängnisvollen Lauf.

Flaggen am Verteidigungspunkt
Niederländische Flaggen als Kriegslist der Engländer im Fort Oranje

Innerhalb von wenigen Monaten konnten die Besatzer durch diese List Hunderte von niederländischen Warenschiffen kapern und die Ladung beschlagnahmen. Anschließend wurde die Stadt geplündert, geschliffen und niedergebrannt. Die Lagerhäuser wurden ebenfalls zerstört und damit der letzte und äußerst wirksame Todesstoss ausgeführt. St. Eustatius hat sich von diesem Schlag nie wieder erholen können und versank in bittere Bedeutungslosigkeit.

Honem Dalim
Außenmauern von Honem Dalim

Das gut erhaltene Fort Oranje, Überreste von Fort de Windt sowie die Außenmauern der zweitältesten Synagoge der neuen Welt - Honem Dalim - zeugen noch von der stolzen Vergangenheit der Insel.

An der Küste der Oranje Bay, direkt unter Fort de Windt kann man noch einige Fundamente und Überreste der ehemaligen Lager- und Handelshäuser ausmachen.

Überreste der Lagerhäuser
Überreste des alten Handelszentrums in Oranje Bay

In Oranjestadt befindet sich ein kleines Museum. Der Besuch ist sehr empfehlenswert, da hier die Inselgeschichte in interessanten Details ausgestellt wird. Für den Besuch sollte man ca. 1 Stunde einrechnen.

Heute leben um die 2000 Einwohner auf Statia. Die Haupteinnahmequelle ist trotz der geringen Touristenzahlen der Fremdenverkehr, weitere Einnahmen werden aus dem Industriehafen gewonnen. Sowohl Saba als auch Statia sind heutzutage von der Unterstützung der Hauptverwaltung der Niederländischen Antillen, Curacao, abhängig.

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© 2003 Text und Bilder by Herbert Gfrörer


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