Basen/Shops Thailand - Andamanensee

Scubafish/Narimadiving, Koh Lanta

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 Datenbank - Basen/Shops - Thailand - Andamanensee - 1 Bericht zu diesem Eintrag!

 

Datenbankeintrag 33492
Scubafish/Narimadiving, Koh Lanta
Geschrieben am 19.03.2007 von benbarker [PADI AOWD, 70 TG]

4 von 4 Usern fanden diesen Bericht hilfreich, 2 von 2 Usern stimmten diesem Bericht zu.

“We have contacted the Manta Rays and they will do their best to be present around the time that you are here!” lautete die Antwort Saffrons auf meine Drohung, Anfang März für drei Tauchtage mit Scubafish in den Gewässern um Koh Lanta zu tauchen. Nun sind Mantas viel gefragte Meeresbewohner, die wahrscheinlich gerade „at the time I was there“ dringendere Termine wahr zu nehmen hatten, doch hatten sie prominente Vertretung organisiert. Dazu später mehr.

Ich hatte mich für Scubafish entschieden, weil uns Ban Saladan und die Strände von Klong Dao Beach bis Klong Nin Beach einen etwas zu „entwickelten“ Eindruck machten und wir eine ruhige Bleibe im noch von Etablissements wie „Irish Embassy“, „English Inn“ und „OTTO Bar“ verschonten, touristisch erst leicht angeschwängerten Süden der Insel bevorzugten, die wir im Narima Resort (http://narima-lanta.com/ ) fanden. Wie wenig aktuell Reiseführer und touristische Webseiten sind, erwies sich einmal mehr, als wir eben nicht die viel beschriebenen, staubigen Wellblechpisten, sondern eine bereits vor mehreren Jahren gut ausgebaute Asphaltstrasse vorfanden, die bis in den tiefen Süden der Insel führt. Als nicht zutreffend erwies sich schließlich die Information, dass Tauchbasen ausschließlich von Saladan und Umgebung aus operieren.

Die Informationen der ansprechend gestalteten Website des Narima Resorts entpuppten sich dagegen als zutreffend: die Bungalows sind einfach aber wunderbar, die thailändischen Gastgeber herzlich und stets bemüht dem Gast mit Insiderinformationen unaufdringlich zu helfen, und ja, der Hotelstrand war zum Baden nur bei Flut zu nutzen, dafür gab es DEN einsamen, weißsandigen Traumstrand mit Aloafeeling keine fünf Minuten zu Fuß entfernt. Schließlich gib es eine Tauchbasis namens Narima Divers (http://www.narimadiving.com/) im Resort, die allerdings seit zwei Jahren nur noch als Dependance von Scubafish (http://www.scuba-fish.com/) betrieben wird. Tauchausbildung wird im Hotelpool von Narima betrieben und der Narimagast kann sich bei dem tagsüber im Hotel anwesenden Mitarbeiter über das Angebot von Scubafish informieren und buchen. Da ich mich per eMail angemeldet hatte, wurde ich bereits beim Einchecken ins Hotel von der Diveshopmitarbeiterin angesprochen, die gleich den Papierkram mit mir erledigte. Brevet und Gesundheitszeugnis wurden eingesehen. Eine Versicherung zu 300TB, die die Kosten einer Dekokammerbehandlung zu 60% abdeckt und die für ein Jahr für ganz Thailand gilt, wurde angeboten. Das eifrige Anködern des potentiellen Tauchgastes ist eine Sache, dass es zwischen Tochter- und Muttershop Informationsdefiziten gibt, ist eine andere. Davon dass ich mit Nitrox tauchen wollte wusste hinterher niemand etwas. (Verständlich, denn die Pressluftflaschen werden an Bord des Tauchschiffs befüllt, während die Nitroxflaschen in der Basis befüllt werden und aufwändig mit dem Longtailboot an Bord gebracht werden müssen). Auch die Tatsache, dass es sich zwei Tage nachdem ich mich im Narima Diveshop eingeschrieben hatte, noch nicht bis zum Scubafishbüro herum gesprochen zu haben schien, dass der übliche Papierkram bereits erledigt war, deutet darauf hin, dass man die Kommunikation verbessern könnte. Ärgerlich war auch die Tatsache, dass mir für die Bezahlmodalitäten eine Kreditkartengebühr von drei Prozent genannt wurde, die sich eine Woche später auf 4 ½ Prozent erhöht hatte und mir die Tatsache unterschlagen wurde, dass sich in der Nähe des Tauchshops ein Geldautomat befindet, bei dem keine Gebühren fällig sind. Nun, ich mir durchaus bewusst, dass man von einem guten Tauchguide nicht vorrangig buchhalterische Fähigkeiten erwarten sollte, aber gerade weil ich mit dem übrigen Service der Tauchbasis überaus zufrieden war, denke ich, dass in dieser Beziehung etwas mehr kundenfreundliche Professionalität gut täte.

Die von den Engländern Saffron und Derrel betriebene Scubafish –Basis (Foto1) befindet sich ca. vier km südlich vom Narima im Baan Lanta Resort in der hübschen Kan Tiang Bay (Foto 2). Gäste des Narima werden um 7:45 mit dem Pickup abgeholt. Die Lage ist nicht nur für die Gäste der auf dem südlichen Teil der Insel beherbergten Gäste günstig. Die Entfernung zu den Tauchplätzen Koh Haa und Koh Rok ist wesentlich kürzer als vom 20 km weiter nördlich gelegenen Baan Saladan aus, so dass die Spots selbst mit dem langsameren der beiden Tauchboote, der „Moskito“ in der Regel sogar vor den Speedbooten aus Saladan erreicht werden. Für Fahrten nach Hin Daeng / Hin Muang wird das neue Speedboot der Basis genutzt, so dass wir beim ersten Tauchgang auch hier nur einige Liveaboardboote vorfanden, bevor die übrige Flotte aus Baan Saladan einfiel (Foto 3).

Der Philosophie von Scubafish entsprechend braucht der Tauchgast selbst eigentlich nur pünktlich aufzustehen, um alles andere kümmern sich die zahlreichen Helfer und Guides. Eigenes oder geliehenes Gerödel, neuwertig und gut gewartet von Mares, wird in basiseigene Taschen verpackt und per Handkarren und Longtailboot an Bord des Tauchschiffs gebracht. Wenn der Gast das Boot betritt, hat die Crew bereits BCD und Regler an den Flaschen befestigt. Nach dem ersten Tauchgang sorgen die Guides für den Flaschenwechsel und am Ende des Tauchtags wird das Equipment von der Crew an Land gebracht, gewaschen und gelagert. Mir war’s recht.

Sowohl die Moskito als auch das Schnellboot entsprechen im Aufbau den in Thailand üblichen Tauchschiffen. Vor jeder Ausfahrt wurde durch einen der Guides ein Bootsbriefing durchgeführt, das umfassende Informationen von Lage und Funktion der Toilette über den Aufbewahrungsort der Sicherheitseinrichtungen an Bord (Sauerstoff, Bordapotheke, Rettungswesten) und Ablauf des Tauchtags und der Organisation der Tauchgänge enthielt. Als angenehm und kommunikationsfördernd empfand ich die Möblierung des Aufenthaltsbereichs auf dem schattigen Oberdeck. Um einen breiten, mit Flaschenhaltern versehenen niedrigen Mitteltisch sind Fleezkissen angeordnet. Wer Melanom und Lederhaut nicht fürchtet, findet im Heck genügend Raum sich der intensiven UV-Strahlung zu exponieren. Großer Wert wurde auf das leibliche Wohl der Tauchgäste gelegt. Heißes Wasser zur Zubereitung von Tee und Kaffee, sowie Wasser, Softdrinks und Fruchtsäfte aus der Kühlbox waren nicht nur im Preis enthalten, die Guides erinnerten wiederholt daran, dass Dehydration und Tauchen sich nicht vertragen. Bei der Ausfahrt war der Tisch mit reichlich Frühstückscroissants und Bananen gedeckt. Zwischen den Tauchgängen konnte man sich zum Reis mit vier verschiedenen, leckeren Curries bedienen, wobei auch Vegetarier auf ihre Kosten kommen konnten (Foto 4). Ananas und Wassermelonen gab es zum Nachtisch und nach dem zweiten Tauchgang ad libitum. Vor der Ausfahrt wurden gratis bewährte Mittelchen gegen die Seekrankheit verteilt.

Der Platz zum Anrödeln der Ausrüstung ist auf den thailändischen Tagestauchbooten durchaus beschränkt. Dadurch, dass die Guides den Flaschenwechsel selbst in die Hand nahmen, standen sich die Taucher nie auf den Füßen. Die Tauchgruppen (max. vier Taucher pro Guide, meist weniger) machten sich der Reihe nach ohne Hast fertig, begaben sich in ihr feuchtes Element und machten Platz für die nächste Gruppe, so dass vor dem Tauchen nie Stress aufkam.

Die Divemaster, die ich kennen lernen konnte, waren hochkompetent, flexibel und umsichtig. Man spürte, dass die jungen Leute aus Großbritannien, Irland, Belgien, Frankreich, Spanien und Deutschland hier nicht nur einen Job verrichten, sondern unbändige Freude am Tauchen haben und diese Freude mit den zahlenden Tauchern teilen wollen. Alle kennen die Tauchplätze aus dem FF und wissen, wo sich Tanzgarnelen und ähnliches Makrogetier aufhalten. Die Briefings waren umfassend und falls man einem unbekannten Meeresbewohner in die Quere gekommen war, konnte beim Debreefing mit Sicherheit einer der beiden deutschen Meeresbiologen die Wissenslücken schließen. Die Tauchzeit wurde lediglich durch die Flaschenfüllung limitiert. Nach den Tauchgängen mussten wir nie lange auf das Einsammeln durch das Tauchschiff warten. Hierfür ein besonderes Lob der aufmerksamen und hilfsbereiten thailändischen Bootscrew!

Die von den Scubafischen angefahrenen Tauchgebiete Koh Haa, Koh Rok und Hin Daeng/Hin Muang zählen sicherlich zu den besten in der südthailändischen Andamanensee. Koh Phi Phi wird ebenfalls angefahren (falls sich genügend Interessenten finden).

Koh Haa besteht, obwohl es „Fünf Inseln“ bedeutet aus sechs Muschelkalkfelseninseln (Foto5) die sich malerisch um eine türkisgrüne Lagune gruppieren. Während die Lagune für Schnorchler interessante Plätze hat, finden sich in der Nähe der Felseninseln tolle Unterwasserlandschaften mit Höhlen, Kaminen und Durchbrüchen, die zahlreichen Meeresbewohnern Schutz bieten. Wir haben unter anderem eine Schildkröte, Langusten, Riesenmoränen, Rotfeuerfische, große Fledermausfische, Seeschlangen, Kraken, Marmorrochen und einen Anglerfisch gesehen. Ebenso spektakulär sind jedoch auch die Wolken von juvenilen Schwarmfischen mit jagenden Barrakudas und Makrelen oder die gegen das Licht vor einem Höhlenausgang wie lebendige Mobiles schwebenden Beilbauchfischlein. Ein Blick ins Blaue kann ebenfalls lohnen, werden doch öfter Mantas gesichtet.

„Ist das nun ein Weltklassetauchplatz?“ Diese Frage stellte sich mir nach dem ersten Tauchgang bei den Doppelfelsen Hin Daeng/Hin Muang. Arndt zeigte uns zwar eine Felsnische mit nicht weniger als fünf verschiedenen Garnelenspezies und auch das übrige maritime Leben war recht nett. Die Drop offs waren jedoch durchaus nicht so spektakulär wie erwartet, die Unterwasserlandschaft bei Koh Haa war beeindruckender und die Sicht hier war teilweise bescheiden. Rötliche Wolken von Dinoflagellaten machten streckenweise das Zusammenrücken der Taucher auf Armlänge erforderlich. Während des Essenfassens beantwortete sich dann die Frage. Plötzlich war die Wasseroberfläche zwischen den Tauchbooten voll gepackt mit Schnorchlern. Und da war er dann tatsächlich: ein majestätischer Walhai zog in etwa acht Meter Tiefe seine Kreise und labte sich an Dinoflagellatensuppe. Walhaibegegnungen sind gefährliche Erlebnisse. Der Fisch lebt zwar von Plankton und tut keiner Menschenseele etwas zu Leide. Der Aufenthalt zwischen schnorchelnden Hektikern, die nur noch den Riesen im Sinn haben ist jedoch hochriskant. Flossenschläge gegen den Kopf oder in die Weichteile gefährden schließlich die Gesundheit. Genüsslicher war dann der Tauchgang bei dem die Scubafische den Rhincodon für sich alleine hatten. Mal für Mal zog der Wal(hai) durch sein flüssiges Mahl, bis er sich nach gut 20 Minuten unserer Gesellschaft entzog. Mit einer klammheimlichen Schadenfreude musste ich an meinen britischen Buddy, mit dem ich zwei Tage lang bei Koh Haa getaucht hatte, denken. Er war just am Tag zuvor aus seiner Wahlheimat Koh Lanta abgereist und saß während wir hier mit dem Traum aller Taucher unser Stelldichein hatten, im Flieger Richtung Tansania. Dort sollte nämlich gerade die Walhaisichtungssaison beginnen! Auf jeden Fall ist Hin Daeng ein Weltklassetauchplatz. Walhaie kommen schließlich viel rum und müssen wissen warum sie auf ihren Reisen den Doppelfelsen immer wieder aufsuchen.


Nicht nur die unverhoffte Begegnung mit dem Walhai, wofür Scubafish sicher nichts kann (oder hat Saffrons Intervention bei den Mantas da doch etwas bewirkt?), veranlasst mich, die Tauchbasis für alle, die im ruhigen Süden der Insel urlauben wollen, mit kleinen Einschränkungen sehr zu empfehlen. Bei mit anderen Basen auf der Insel vergleichbaren Preisen, bieten die Scubafische ein Maximum an Komfort und einen optimalen Service. Die Schiffe sind bequem und schnell an den Tauchspots. Die internationale Mannschaft ist kompetent und hilfsbereit. Die Atmosphäre an Bord war ohne Missklänge. Die ebenfalls internationale Gästeschar verlief sich nach der Rückkehr an Land nicht, sondern ließ die Tauchtage an der Taucherbar (Foto 6) bei Deko-Singha- oder -Changbier ausklingen und die Ereignisse beim Anschauen des von Phil gedrehten Videofilms Revue passieren. Phil von dem Scubafish Subunternehmen namens „Liquid Lense“ ist an fast jedem Tauchtag mit von der Partie und dreht hochprofessionelle (käufliche) Dokumentarfilme, bei denen die Tauchgäste die Statisten und die Meeresbewohner die Hauptdarsteller spielen. Ich warte mit großer Spannung darauf, dass das Video „mein Walhai und ich“ den Weg aus Thailand nach Deutschland findet.

Scubafishbasis
Scubafishbasis

Kan Tiang Bay im Süden Koh Lantas
Kan Tiang Bay im Süden Koh Lantas

kurze Wege zu den Tauchspots
kurze Wege zu den Tauchspots

kulinarisch verwöhnt
kulinarisch verwöhnt

Koh Haa
Koh Haa

Taucherbar
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