Es ist mal wieder an der Zeit für einen kleinen Tauchplatzbericht: der Tonsee bei Klein Köris. Er liegt etwas verwunschen aber recht reizvoll im Wald und besteht aus zwei über einen überfluteten Rücken verbundenen Seekesseln, von welchen ich bislang nur im Größeren getaucht bin. Wie der Name vermuten lässt handelt es sich um eine ehemalige Abbaugrube für den in Berlin benötigten Tonziegelbaustoff, welcher dann über den Dahme-Seenverbund an seinen Bestimmungsort verschifft wurde. Als der Tonabbau eingestellt wurde füllten sich die Kessel rasch mit Grundwasser. Den geneigten Taucher erfreuen nun die Relikte dieses Tuns, in der Hauptsache eiserne Lorengleise ebenso wie die dazugehörenden Loren, ein Pumpenhaus ist leicht zu finden, für ein Extra an Mystik sorgen eine Vielzahl versunkener teils stattlicher Bäume, und bereichsweise wird auch der Steilwandfreund mit einer – nun ja, fünf bis sieben Meter hohen – Abrutschwand beglückt. Ich hatte bislang bei meinen dortigen Besuchen das Glück, von lästigem Fischgewimmel verschont zu bleiben. Ein paar teils stattliche Rotfedern, das übliche Kleinzeug, das wars. Am See selbst glänzt tauchtechnische Infrastruktur durch Abwesenheit und das ist gut so: bleibt man doch, wenn man dort in Ruhe seine Runde dreht, von Taucherrudeln und vom erhobenen Zeigefinger der Mitschnorchelandermasketaucher eher verschont als an anderer Stelle im Brandenburgischen Umland... Ein einfacher aber recht schön gelegener Campingplatz ist in unmittelbarer Nähe vorhanden, die nächste Füllmöglichkeit ist allerdings im achzehn Straßenkilometer entfernten Kallinchen am Motzener See. Das Tauchen im Tonsee ist dem eher sportlich ambitionierten Tauchmenschen vorbehalten, denn von der letzen Parkmöglichkeit bis zur besten Einstiegstelle sind knapp 400 Meter Bergundtalfußweg auf einem schmalen Waldweg zurück zu legen. Wie kommt man hin? Über die A13, die Dresden mit Berlin verbindet, bei Groß Köris abfahren, Richtung Klein Köris, dort der Campingplatzbeschilderung folgend in die Bergstraße abbiegen, die Straße „Am Hang“ entlang bis Ecke „Fichtengrund“, dort parken und anrödeln. Den schmalen Waldweg hinauf immer gerade aus. Bester Einstieg ist an der Nordseite, dort wo sich die Kinder eine Art Wasserschaukel gebaut haben. Von da aus in einer gemütlichen Stunde rechte Schulter am Hang entlang und am Badestrand aussteigen. Bitte keinen Müll liegen lassen und keine Tauchergeräusche verursachen, sonst ist es bald Essig dort mit der Taucherei.   
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