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Tremiti Diving Center; Apulien/Gargano/Tremiti Inseln

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Datenbankeintrag 63117
Tremiti Diving Center; Apulien/Gargano/Tremiti Inseln
Geschrieben am 13.11.2010 von Ines [AOWD, CMAS**, 86 TG]

Lohnenswerter Aufwand für allergrößtess Tauchvergnügen!

Auf unserer diesjährigen Italien-Rundtour mit Schwerpunkt Apulien wollte ich natürlich auch unbedingt unter Wasser gucken, speziell am Gargano-Sporn, von dem ich vorab grob gehört/gelesen hatte, dass das Tauchen sich dort lohnen soll. Leider gab es nur spärlich aktuelle Infos, klar wurde jedoch: Besonders interessant sind die Tremiti-Inseln, dem Sporn vorgelagert. In/Auf Gargano angekommen musste ich mühsam Details herausfinden, hatte dann aber die Tel.Nr. von Antonio (Tony) Cappelletti in der Hand, der auf San Domino das Tremiti Diving Center führt. Es gibt keine Basis, die die Inseln vom Festland aus ansteuert, man muss zuerst einmal rüberfahren.

Also ein Anruf von Vieste aus, ein Gespräch mit Jonathan [weil er Englisch spricht, bei den anderen geht nur Italienisch. Aber sie haben versprochen, Deutsch zu lernen, wenn mehr Kundschaft von hier kommt - also hin da!], am nächsten Morgen auf eigene Faust rüber. Detaillierte Infos (und viiiiele Bilder) siehe www.tremitidivingcenter.com, hier nur kurz: Man fährt z.B. in der Saison von Peschici oder Vieste, ganzjährig ab Termoli in 45 min.-1,5 Std. nach San Nicola, ausschließlich ohne Auto, der Pkw-Verkehr ist den Insulanern vorbehalten. Von dort per Boots-Shuttle in 2 min. rüber nach San Domino - und wenn nicht bereits am Fähranleger wird man spätestens hier erwartet - und zwar super nett, freundlich, herzlich. Es ist eine kleine Basis, der Umgebung eben angepasst, familiärer Zusammenhalt und Atmosphäre.

Ich hatte nur einen Tag, also kurz die Formalitäten erledigt, die Basis ist direkt am Hafen, rauf aufs Boot, mein Guide war Tony selbst, Jonathan war unmerklich leicht erkältet und kam nur als Übersetzungshilfe mit. (Was bei mir sofort als positives Signal ankam: Gesundheit WICHTIG!) Zwar geht´s an sich beim Tauchen ja auch ohne hundertprozentig gemeinsame Sprache gut - und lustig ist´s auch (hilfreich: Tauchdolmetscher hier aus dem taucher.net). Trotzdem, für Briefing und Sicherheit war es so natürlich perfekt. Und dann erlebte ich ganz eindrucksvoll meine beiden bisher besten Tuchgänge. Zugegeben, ich bin bisher ausschließlich im Mittelmeer getaucht, aber das doch verwöhnt von und den tollsten Spots rund um Gozo (siehe: Atlantis Diving Centre). Aber das jetzt war noch einer drauf! Obwohl klare Sicht an dem Tag nur bis ca. 15 m - egal, das Schöne war farbenfroh und in prächtiger Formenvielfalt direkt vor meiner Nase. Man meinte, sämtliches Getier kam hervor und beäugte mich in Ruhe - und ich sie. Pflanzen, Formationen, Höhlen, Gräben, Tunnel - wie Tauch-Kino! Ein Paradies für Freunde aufregender Unterwasserlandschaften, -flora und -fauna. Keine Wracks, aber die vermisst man nicht. Taucherfahrung: Auch wenig geht, aber natürlich ist mehr gut, je nachdem, was man will, sonst wächst sie halt mit den Aufgaben. Tiefentechnisch ginge es lohnenswert wohl bis 60 m und wer mag auch drunter - aber muss nicht, gleich ab der Oberfläche wird es schön. Und Tony ist ein erstklassiger Guide, ruhig, mit gutem Auge, man hat das Gefühl, mit jemandem unten zu sein, der nicht nur alles wie seine Westentasche kennt sondern auch von Herzen genießt, dort zu sein. Gute Tauchatmosphäre.

Leider war für mich nach 2 Tauchgängen und einer gemeinsamen Portion Pasta Schluss, aber ich will da unbedingt wieder hin, wenn´s geht bald, mit mehr Zeit. Ansonsten: Ich kam komplett ausgerüstet, es kann aber alles geliehen werden, sah auch gut aus. Es wird ausgebildet, alle Padi-Stufen, wenn ich es richtig verstanden habe bis hin zum Instructor, aber bitte besser nachfragen. Medizinische Versorgung ist übers Festland gewährleistet, aber klar, man ist auf kleinen Inseln, im akuten Fall mag sich das auswirken, dessen ist man sich ja von vornherein bewusst. Anreise von D: Es gehen auch Billigflieger nach Pescara (z.B. Ryanair ab Ddorf-Weeze und Ffm-Hahn) oder Bari (Ryanair ab Ddorf-Weeze), weiterer Transfer z.B. per Bus oder Zug nach Termoli, vom Bahnhof geht ein Shuttle zum Hafen usw. Einfach mal gucken, es lohnt sich, die Tremiti-Inseln sind tatsächlich ein Mittelmeer-Kleinod und das Tremiti Diving Center die richtige Adresse, sie zu erkunden. Nur Vorsicht mit der Wahl des Zeitpunkts, in der Hochsaison soll da manchmal die Hölle los sein, obwohl klein wuppen sie auch große Gruppen von 60 Leuten - ich war hingegen an meinem Mitte-Juni-Wochentag ganz allein da. Kontaktaufnahme vorher also unbedingt sinnvoll. Bis in den November sind die gerne für alle da, für alles dananch fragt an, die nächste Saison beginnt im frühen Frühjahr. Und grüßt schön!

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