Tauchboote Costa Rica

Wind Dancer

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 Datenbank - Tauchboote - Costa Rica - 2 Berichte zu diesem Eintrag!

 

Datenbankeintrag 66241
Wind Dancer
Geschrieben am 28.05.2011 von Jörg [PADI AOWD, 300 TG]

Wir waren vom 16. bis 26.4.2011 an Bord, der Gesamteindruck war recht gut.

Dock:
Das Schiff startet von Puntarenas, von/nach San Jose (Flughafen und zwei Hotels) gibt es einen Shuttle Bus. Wer selbst zum Dock kommt, muss zur Kreuzung Avenida 3 / Calle 9 und dort zur großen blauen Mauer mit Schiebetür, ein Hinweisschild sucht man vergeblich.
Wir sind selbst angereist und sollten unbedingt um 11 Uhr dort sein, das Schiff würde pünktlich um 12 Uhr losfahren. Wir waren überpünktlich, doch der Shuttle Bus kam um 12:45, los ging es dann kurz nach 13 Uhr... ärgerlich, hätten wir das gewusst, dann hätten wir morgens in Monteverde noch eine Führung mitmachen können.

Crew:
Man hat täglich mit dem Instructor Carlos, dem Kapitän, den beiden Beiboot-Fahrern und der Bedienung im Salon zu tun, die übrigen (zwei in der Küche, ein Ingenieur, ein Nachtwächter, zwei weitere) sieht man seltener. Alle werden am ersten Tag vorgestellt, sie werfen sich dafür extra in Schale. Carlos ist das Herz der Crew, er ist Guide, UW-Filmer, macht das Briefing und ist Ansprechpartner für alle Fragen und Probleme, und macht den Job perfekt. Auch alle anderen geben sich viel Mühe, negatives gab es wenig. Die Bedienung in der Lounge hat nicht immer den Überblick, den Nachtwächter findet man nachts auch mal schlafend an und der Kapitän hat Freude daran, mit dem restlichen BBQ-Fleisch die Fische zu füttern.

Kabinen:
Unten sind 8 „Deluxe“ Kabinen ohne Fenster mit zentraler Klimaanlage, die Temperatur schwankte zwischen 21 und 24 Grad. Zwei der Kabinen sind größer (Nr. 3 und 6), zwei weitere sind mittelgroß (Nr. 4 und 5) und die restlichen sind so eng, wie bislang auf noch keinem Safariboot. Die „Virtual Tour“ auf der Winddancer Webseite zeigt, wie zu vermuten, nur eine der beiden großen Kabinen.
Auf Höhe des Tauchdecks gibt es die Owner’s Suite mit Doppelbett, eigener Klima und kleinem Fenster.
Und oben auf Höhe des Sonnendecks sind zwei Master Suites, eine mit Doppelbett, die andere mit zwei einzelnen. Hier kommt man sich vor wie im Hotelzimmer, üppig Platz und Komfort.

Küche:
Das Essen ist abwechslungsreich und gut, mittags immer vom Büffet, abends meist vier Gänge mit Bedienung, am letzten Insel-Abend auf dem Sonnendeck ein leckeres BBQ. Frisches Obst gibt es zum Frühstück und auf dem Tauchdeck nach den TGs. Um Vegetarier und sogar Veganer kümmert man sich gesondert.
Wasser, Soft-Drinks und Bier findet man in zwei Kühlschränken zur Selbstbedienung in der Lounge und auf dem Sonnendeck. Gute Weine aus Chile (bei uns für 7 Euro die Flasche) und ein paar harte Alkoholika runden den Abend ab, alles im Preis inbegriffen.

Rund ums Tauchen:
Getaucht wird von zwei Schlauchbooten (spanisch: Panga, ohne Dach, Vorsicht Sonnenbrand) aus, man fährt 5-15 min zum Tauchplatz. Das Equipment bleibt auf dem Schlauchboot, die Crew füllt die Flaschen zuverlässig auf 210-220 bar. Alle Flaschen haben INT Anschluss („K“ valves), DIN-Adapter sind nicht vorhanden. Gegen Aufpreis gibt es EAN32, für die 10 Tage Tour (7 Tauchtage) zahlt man $200.
Die Schlauchboote sind etwas eng, insbesondere beim Anziehen der Flossen gibt es viel Herumgedrücke, hier wären 10cm mehr Platz auf jeder Seite wünschenswert. Der Guide und der Panga Driver fahren mit und helfen in die Jackets.
Die drei warmen Duschen und nachher warme Handtücher sind klasse, wie auch das Obst und andere leckere Kleinigkeiten. Wir hatten zwei Becken für Kameras und Computer. Die Neoprens hängen recht eng, trocknen also nicht sonderlich schnell.
Und schließlich gibt es innen und außen Ladestationen, für 220V aber nur 6 Steckdosen außen.

Das Tauchen selber:
Es werden 3-4 TGs angeboten (meist 8:00, 11:00, 15:30, 18:30), der erste TG also nach dem Frühstück. Die Nacht-TGs sind limitiert durch Absprachen mit anderen Schiffen und durch die Ranger, der spezielle Nacht-Tauchplatz Manuelita Garden darf neuerdings von jeder Gruppe nur noch einmal betaucht werden.
Die Briefings in Englisch werden von Carlos auf dem Tauchdeck gemacht, dort gibt es eine riesige Tafel.
Die beiden Gruppen fahren nie gleichzeitig zum gleichen Tauchplatz, die beiden TGs am Vormittag werden abwechselnd angefahren, am letzten Tag können die zwei Gruppen die Tauchplätze selbst bestimmen.
Mit den 11 Tauchern einer Gruppe kommt ein Guide mit, abwechselnd Carlos mit der UW-Kamera und der Kapitän Mauricio.
Die Tiefen liegen immer bei 25-32m, Tauchzeiten bei 35-55min, Nitrox ist sehr anzuraten.

Tauchplätze (wenngleich diese auch nicht zum Thema Safariboot passen):
Hammerhaie und große Jack-Fish Schwärme gibt es nahezu bei jedem Tauchplatz, meist auch den einen oder anderen Stachelrochen, seltener Galapagos Haie, Adlerrochen und Schildkröten. Bei Dos Amigos Grande gab es am letzten Tag 20min lang vier Adlerrochen recht nah, ein Highlight.
Die Top-Plätze sind Punta Maria, Dirty Rock, Dos Amigos Grande, Manuelita Deep und Alcyone. Und bei Manuelita Garden ist nachts eine einzigartige White-Tip Action angesagt. Am Punta Ulloa kann man auf gut 30m Tiefe mit Glück den Red Lip Batfish finden, die Taucher müssen den Wunsch aber selbst anbringen.
Die Wassertemperaturen lagen meist bei 28 Grad, gelegentlich kam plötzlich eine Stufe zu 24 Grad. Aber zu anderen Jahreszeiten ist das ja deutlich anders. Die Sicht lag bei uns meist bei etwa 12-15m, nur einmal gab es 25m und schon waren mehr Hammerhaie und viel klarer zu sehen.
Wegen der kräftigen Dünung und der scharfkantigen Muscheln sind Handschuhe sehr zu empfehlen.

Reisezeit:
Ende April ist ein Kompromiss zwischen Trockenzeit (warmes Wasser, ruhige See, Mantas) und Regenzeit (große Schulen Hammerhaie, Chance auf Walhaie). Um alles zu sehen, muss man eigentlich mehrfach hinfahren.

Winddancer Webseite:
Die meiste Info zum Schiff findet man im „Planning Guide“, das es bei „download“ als PDF gibt.
Die „Virtual Tour“ gibt einen guten Einblick, wenn auch ein wenig geschönt. Wie gesagt bei der Deluxe Cabin wird eine der großen gezeigt und bei der Main Lounge sieht man auf den Tischen 16 Gedecke, bei 22 Tauchern sieht es schon deutlich enger aus.
Die „Photo Gallery“ zeigt oft andere Beiboote mit festem Körper und Dach, wir hatten dagegen zwei Schlauchboote ohne Dach.
Selbst wenn man über ein Deutsches Reisebüro bucht, muss man seine Daten (Reisepass, Flüge, Breves, Tauchversicherung…) auf einer persönlichen Webseite eingeben und wie es sich für Amerikaner gehört, kennen sie keine Umlaute, also unbedingt ae, oe und ue schreiben.
Tja und schließlich findet sich inzwischen ein Captain’s Log von unserer Tour (http://www.dancerfleet.com/CaptsLog.php?id=19), in dem einige Dinge überraschend sind, wir hatten nicht 6 sonder 7 Tauchtage, Russen waren nicht an Bord, Delphine hat unsere Gruppe nicht gesehen und von der anderen haben wir nicht davon gehört, die Anzahl der Hammerhaie ist gut übertrieben, und „The people want to go Alcyone again” ist falsch, im Gegenteil, uns haben drei TGs dort gereicht, da die Konditionen nicht so besonders waren und die Tauchzeiten begrenzt.

Was noch:
Das Schiff darf in zwei Buchten ankern, in der einen gibt es sogar Handy-Empfang, wer hätte das gedacht.
PC und Mac sind nicht ganz aktuell (Windows Vista Home, MacOSX 10.5.2) aber immerhin vorhanden.
Das sehenswerte 50min UW-Video kostet $65.
Ach ja, das Trinkgeld: Schöner Tauchen schreibt in der Reiseinfo 5-10% vom Reisepreis. Er wird im verschlossenen Couvert übergeben.

Zu guter Letzt noch mal ein Hochlied auf den Instructor Carlos aus Barcelona. Wenn Ihr ihm etwas Gutes tun wollt, dann bringt ihm Schweizer Schokolade (Lindt) mit, er weiß sie zu schätzen.

Mit ein paar Kritikpunkten komme ich am Ende auf knapp 5 Flossen.

und täglich grüßt der Hammerhead
und täglich grüßt der Hammerhead

noch kein Sashimi
noch kein Sashimi

Familienausflug
Familienausflug

neugierige Wasservögel
neugierige Wasservögel

Panga 1
Panga 1

Carlos beim Briefing
Carlos beim Briefing

Kapitän Mauricio
Kapitän Mauricio

    Bewertung : ( 5 von 6 Flossen )

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Datenbankeintrag 65114
Wind Dancer
Geschrieben am 25.03.2011 von RogerT [CMAS* + AOWD, 440 TG]

Gebucht hatten wir ursprünglich die ´Okeanos Aggressor´. Da die aber zur Überholung im Dock lag, fuhren wir mit der ´Wind Dancer´ nach Cocos. Die Dancer-Flotte gehört zur Aggressor Fleet und so hatten wir auch die Besatzung der Okeanos Aggressor an Bord. Abfahrthafen war auch hier Puntarenas in Costa Rica.

Beide Schiffe sind speziell für Tauchsafaris gebaut und ausgerüstet. Im direkten Vergleich würde ich aber die ´Wind Dancer´ bevorzugen (wir konnten bei unserer Rückkehr die ´Okeanos Aggressor´ besichtigen); die ´Wind Dancer´ gefiel mir von der Aufteilung der Tauchdecks und den Kabinen besser; das ist aber rein subjektiv, beide fahren auf hohem Niveau ohne allerdings die Klasse der Gapalagos-Aggressor zu erreichen, da liegen noch Welten dazwischen.

Das Schiff kann max. 22 Passagiere unterbringen; wir waren mit 20 Leuten an Bord und es war sehr angenehm. Kein Gefühl von Enge, es ist überall ausreichend Platz vorhanden.

Ich hatte mit meinem Buddy eine Suite gebucht, was sich als Glücksfall heraus stellte. Die normalen Kabinen lagen im Unterdeck (ohne Fenster) und waren recht klein und eng. Es gab dort nur eine Klimaanlage für alle Kabinen, was mir auf einem ähnlichen Schiff schon einmal eine saftige Erkältung mit Fieber beschehrt hatte - jemand hatte Nachts die Anlage auf ´Arctic´ gestellt... hier hatten wir in der Suite eine eigene Klimaanlage. Auch die Motorengeräusche waren oben in der Suite recht leise, unten direkt neben der Maschine hört man da schon etwas mehr - obwohl das Schiff insgesamt sehr leise war, da habe ich schon lautere Safarieschiffe erlebt.

Der Salon war ausreichend groß, hatte eine Bar mit einen Großbild-Fernseher mit DVD Player, Musikanlage, zwei Computer-Arbeitsplätze (Windows und MAC) und Bücher sowie DVDs zum ausleihen. Eine Lümmelecke mit tiefen gemütlichen Ledersofas rundete das Bild ab.

Das Essen gab es meist in Büffetform, es war nicht besonders aufregend, aber gut. Der Hit waren zu jedem Essen (und nach jedem Tauchgang) die große Früchteplatte mit frischem Obst aller Art - absolut lecker. Getränke, auch alkoholische (bis auf teure Alkoholika), waren ausreichend vorhanden und alle im Preis enthalten.

Die Crew kam von der Okeanos Aggressor und war sehr nett und aufmerksam, da gab es nichts zu meckern. Übrigens: am Ende der Tour wird von jedem Gast ein Trinkgeld erwartet, das wie auf US-Schiffen üblich ca. 10% bis 15% des Charterpreises betragen sollte - was bei einer 10 tägigen Tour und 10% rund US$ 400.- bedeutet! Die Crew hat sich das aber auch wirklich verdient, die waren echt gut, aber man sollte diese Gepflogenheit vorher wissen und einplanen, sonst gibt es lange Gesichter am Ende der Reise...

Das Tauchdeck war U-förmig mit den etwas tiefer gelegenen heißen Süßwasser-Duschen. Zentral in der Mitte war der große Kameratisch und die Pinwand mit weiteren Ablagemöglichkeiten. Es gab nur ein Spülbecken für die Kameras, die Ausrüstung konnte nicht gespült werden; erst am Ende der Fahrt konnte man das Equipment dort spülen. Man konnte aber mit der Ausrüstung jederzeit unter eine der drei heissen Duschen.

Getaucht wurde von 2 Pangas (7m langen Zodiacs) aus, die über eine kleine Klappleiter zum Einsteigen verfügten. Die Ausrüstung blieb zusammengebaut die ganzen Tage auf dem Panga und die Flaschen wurden auch dort mit einem langen Schlauch vom Schiff aus befüllt. Das An- und Abrödeln klappte wieder Erwarten sehr gut, auch dank der professionellen Hilfe der Crew und obwohl die Boote mit je 10 Leuten plus Besatzung recht voll waren.

Sicherheitstechnisch war das Schiff auf den neuesten Stand. Rettungsinseln sowie Schwimmwesten waren ausreichend vorhanden und alle überprüft und zertifiziert und in einwandfreiem Zustand. Jeder Taucher muss eine Boje und akustischen Melder (Hammerhead, Trillerpfeife oder so) dabei haben und auch damit umgehen können. Zusätzlich erhält jeder Taucher einen GPS Notsender (EPIRB mit weltweiter Reichweite, kein ENOS, das nur auf ein paar sm beschränkt ist). Eine Sicherheitsübung gibt es am Anfang der Tour, alles wurde ausreichend und ausführlich erklärt.

Deutsch wird allerdings nicht gesprochen. Die Besatzung und auch die Guides sprechen, neben Spanisch natürlich, exzellent Englisch. Über ausreichende Englischkenntnisse muss man also verfügen, die Tauchgebiete sind sehr anspruchsvoll und die Briefings sollte man da schon verstehen.

Mir hat diese Tour sehr gefallen, ich würde die Wind Dancer jederzeit wieder buchen. Ein schönes Schiff, sehr sauber und gepflegt, sichere und gute Durchführung der gesamten Tour, nette Leute = da passte alles, es gab nichts zu meckern.

Eckdaten:
Baujahr 1995, generallüberholt 2009
ca. 38m lang, 8,5m breit
2 Maschinen á 425 PS
Geschwindigkeit max. 10kn
Reichweite: 5000 sm
7000 L Frischwasser + Entsalzungsanlage
Stromversorgung: 110 V 60Hz, im Salon auch 220 V 50Hz (Ladestation)
22 Passagiere, 11 Besatzungsmitglieder
Kompressoranlage mit Nitrox (Aufpreis)
12 bzw. 15L Aluflaschen

    Bewertung : ( 6 von 6 Flossen )

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