Tauchplätze Ägypten

Wrack der Dunraven

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 Datenbank - Tauchplätze - Ägypten - 3 Berichte zu diesem Eintrag!

 

Datenbankeintrag 14739
Wrack der Dunraven
Geschrieben am 07.06.2004 von Harry

4 von 4 Usern fanden diesen Bericht hilfreich, 2 von 3 Usern stimmten diesem Bericht zu.

Ein Bericht zu diesem Tauchplatz befindet sich in Uli´s Artikel in unserer 43. Redaktionsausgabe.

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Datenbankeintrag 12430
Wrack der Dunraven
Geschrieben am 10.07.2001 von Uli

14 von 21 Usern fanden diesen Bericht hilfreich, 15 von 22 Usern stimmten diesem Bericht zu.

Die Dunraven wird oft als dritter Tauchgang auf der Rückfahrt von der Thistlegorm angeboten, oder als Erweiterung von Ras Mohamed mit einer zusätzlichen Gebühr von 5$.

Der Ankerplatz am Beacon Rock ist leicht durch eine Steinpyramide auszumachen.

Der Dampfsegler hat eine Länge von 82m und eine Breite von 9m und sank im März 1876.

Die kleineren Tagesboote machen sich leider meistens an der Schiffsschraube fest. Somit leidet das schönste Foto bei dem Durchschwimmen über dem fehlenden Schraubenblatt mit dem Seil im Bild.

Man beginnt den Tauchgang am Heckeingang auf 30m Tiefe durch das große Loch im Wrack.

Eine Lampe ist für eine genaue Erkundung unerlässlich. Sie dient auch zur eigenen Sicherheit und zum Schutz vor den rostigen Bruchstücken im Wrack. Ohne Lampe und optimal auskorrigierten optischen Tauchmasken ist es nicht leicht die Skorpionfische zu erkennen, die sich geschickt getarnt auf den Eisenteilen ausruhen oder zur Jagd bereit liegen.

Im Heckbereich ist der Raum sehr groß und übersichtlich. Es liegen noch Seile und Segelleinen im Sand, teilweise verschüttet, herum. Jetzt wird es dunkler und es geht in den Maschinenraum mit den großen Dampfkesseln über. Im Dunklen verbergen sich eine große Menge von Rotfeuerfischen .. An einigen Tagen standen sie so dicht, dass ein Weiterkommen scheiterte. Bei den Kesseln finden sich große Schwärme von Glasfischen die dem Lichtstrahl glänzend ausweichen. Zwischen den Kesseln wird es eng, aber ein Durchkommen ist gut austariert leicht möglich.

Richtung Bug wird es jetzt sehr eng und es ist ein Ausstieg nach links anzuraten. In dem Sand im Wrack und vor dem Ausstieg finden sich immer gut getarnte Skorpionfische.

Den Tauchgang kann man am Riff mit dem prächtigen Bewuchs und vielen Skorpionfischen  ausklingen lassen und an der Oberfläche zum Schiff zurückschwimmen, oder man lässt sich vom Bug mit der oft recht beachtlichen Drift über dem Schiffskörper zur Schraube und dem Ruderblatt zurücktreiben und am Seil mit dem nötigen Sicherheitsstop geht es an Bord.

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Datenbankeintrag 12362
Wrack der Dunraven
Geschrieben am 15.04.2000 von Oli

15 von 25 Usern fanden diesen Bericht hilfreich, 15 von 23 Usern stimmten diesem Bericht zu.


Die 82m lange und 9m breite Dunraven war für den Reeder W. Milbourn in London auf dem Weg nach Newcastle in England und kam mit einer Ladung von Tropenholz,Baumwolle und Gewürzen aus Bombay und Karatchi.
Das 1900tons-Schiff selbst war noch gar nicht so alt. Erst 1870 in Newcastle/England bei
C. Mitchell & Co. gebaut, hatte dieser Schiffstyp des beplankten eisernen Schraubendampfer nach der Öffnung des Suezkanals den Segelclippern die Existenzberechtigung abgenommen die bisher die längeren Seewege befuhren.
Den Seglern hatte er seine höhere Schnelligkeit von acht Knoten voraus voraus, die er seiner Betakelung als Rahschoner mit Schratsegeln und Rahsegeln am Fockmast einerseits und einer kohlenbefeuerten Humphreys & Tennant 2-Zylinder-Dampfmaschine andererseits verdankte. Dies war wohl auch der Hauptgrund dafür,weshalb dieses Schiff ausschließlich auf der Bombayroute eingesetzt war.

Dieses Wrack liegt in der Straße von Gubal, genauer gesagt im Shab Mahmoud am Beacon Rock. Dieses Riff hat seinen Namen von dem dort aufgestellten Leuchtfeuer. Nur einige Dutzend Meter von diesem Leuchtfeuer entfernt liegt das Wrack der S. S. Dunraven kieloben.
Der Legende nach sank der Dampfer hier am 22. April 1876 weil der 27-jährige Käpitän Edward Richards Care aus St. Ives/England sich nach einem Streit mit seiner Frau und seinem ersten Maat einige Flaschen guten Jamaikarums zuviel gegönnt hatte - Gottseidank ohne daß Menschenleben zu beklagen gewesen wären.
Daß jedenfalls kein Unwetter an dem Auflaufen auf das Riff schuld war, zeigen die offenen Bullaugen. Hätte man Wetterprobleme gehabt, wären sie geschlossen worden. Anderen Quellen zufolge hat sich das ein wenig anders zugetragen:
Die S.S.Dunraven befand sich mit "wertvollerer Ladung allgemeiner Art" auf ihrem Rückweg von Bombay nach Liverpool.Man hatte dort am 6.April 1876 die Anker gelichtet und durchquerte in der Folgezeit ohne Zwischenfälle den Indischen Ozean, kohlte in Aden und setzte die Fahrt sofort weiter fort durch das Rote Meer Richtung Norden.Am 25. April um 01.00 Uhr morgens sichtete man bei gutem Wetter Land. Man hielt dies und ein Navigationslicht für die Shadwan-Insel und den Leuchtturm vom Ashrafi-Leuchtturm. Diese befanden sich jedoch sehr viel weiter nördlich.
Von nun an steuerte man Kurse durch Gewässer die viel weiter nördlich lagen und lief Gefahr auf eins der Riffe zu laufen,an denen man sich schon vorbei wähnte! Sich schon in relativ sicheren Gewässern nördlich wähnend ging der Kapitän unter Deck um sich auszuruhen.Kurz vor 04.00 Uhr morgens kam er dann zurück und sah Land,wo keins sein dürfte. Er änderte den Kurs noch näher an das Land heran,als der Ausguck ein Objekt im Wasser treiben sah,daß dieser für eine Boje hielt.
Annähernd gleichzeitig meldete der Steuermann beiläufig, daß da wohl ein Boot im Wasser treiben würde. Trotzdem der Kapitän sofort die Maschinen stoppen ließ, lief das Schiff schon auf das Riff auf, das bei dieser Gelegenheit den vorderen Laderam aufriß.Trotz unermüdlichem arbeiten der dampfgetriebenen Lenzpumpen drang das Wasser bis um 07.00 Uhr zu den Kesseln vor. Die Lenzpumpen stoppten und das Wasser stieg immer höher.Um die Mittagszeit erreichten die Wellen das Oberdeck. Der Kapitän befahl die 25-köpfige Mannschaft in die Rettungsboote. Diese verblieben dann weiter neben dem noch nicht völlig untergegangenen Schiff.Gegen 16.00 Uhr passierte eine Dhau die Schiffbrüchigen,ankerte und nahm sie auf. Eine Stunde später rutschte die S.S. Dunraven vom Riff in tieferes Wasser. Aus dieser Situation wurden die Schiffbrüchigen nach drei Tagen von dem vorbeifahrenden italienischen Dampfer S.S. Arabia befreit.Dieser brachte sie nach Suez,von wo aus sie mit dem Dampfer S.S. Malawa zurück nach England gelangten.

Nach den Akten des Seegerichts gab der Kapitän, der das Schiff seit August 1874 führte, einem ungenau arbeitenden Kompaß die Schuld. Man glaubte ihm nicht.
Die Untersuchungskommission machte stutzig,daß der Kapitän und der zweite Maat unterschiedliche Aussagen tätigten.Hinzu kam,daß der Kapitän seinen eigenen,14 Tage nach dem Untergang angefertigten Logbucheintragungen wiedersprach. Man zog aus den Aussagen und den Aufzeichnungen den Schluß,daß der Kapitän nicht sorgfältig und regelmäßig genug in den gefährllichen Gewässern des Roten Meeres seine Position bestimmt hatte.
Das Ergebnis war,daß der Kapitän sein Patent für 12 Monate verlor. Man erlaubte ihm jedoch in dieser Zeit als Erster Maat zur See zu fahren. Knapp ein Jahr später kehrte er dann als Kapitän auf ein Schiff -die S.S.Etna - zurück. Dies war ein Schiff,auf dem er vor der S.S.Dunraven und vor der S.S. Alveaga schon einmal als erst 23-jähriger Kapitän seinen Dienst angetreten hatte nachdem er 1872 sein Kapitänspatent erhielt.
Bei der Wiederentdeckung des Wracks 1977 durch einen deutschen Geologen auf der Suche nach neuen Erdölvorkommen in der Region rätselte man lange Zeit an der Identität des Wracks herum, konnte man doch auch das Alter des Wracks nicht genau bestimmen. Über einige Zeit hielt sich sogar das Gerücht, dieses Schiff sei ein Spionageschiff von Lawrence von Arabien gewesen oder eines der Schiffe mit denen er bedeutende Geldmittel in Gold von Suez nach Aquaba transportierte um so im Auftrage Großbritanniens die Arabische Rebellion gegen die Türken herbeizuführen. Besonders gestützt wurde diese These durch die Bauform des Wracks. Derartige Schiffe wzB. die S.S.Suva, S.S.Dufferin oder auch die M31 wurden für derartige Zwecke eingespannt. Offiziell gingen diese Schiffe aber nie verloren.So bildete sich rund um dieses Schiff zunächst ein Mantel der Mysteriösität. Doch schließlich gelang 1978 nach dem Fund eines Porzellantellers mit dem Aufdruck des Schiffsnamens S.S. Dunraven die Identifizierung dem Namen nach. Doch auch dann herrschte noch Unklarheit, da in den Schiffsverzeichnissen bei Lloyds mehrere Schiffe mit dem Namen Dunraven geführt wurden. Eine davon war eine berühmte Uboot-Falle während des 1.Weltkrieges, diese wurde aber 1918 im Englischen Kanal versenkt. Auch das andere offiziell mit diesem Namen geführte Schiff wurde im 1.Weltkrieg ganz woanders versenkt, so daß von diesem Wrack nun auch noch eine mysteriöse Ausstrahlung ausging. Hinzu kam,daß ein Ägyptischer Arzt die bei einem Tauchgang gefundenen Knochen als zu einem Kind zugehörig identifizierte.
Wenig später gab es aber Entwarnung: Die Knochen stammten von der lebendigen Bordküche. Anscheinend hatte man zur Auffrischung des Bordmenues, und damit die Kost nicht durch die Hitze verdarb eine lebendige "arme" Sau an Bord.......
Den Ausschlag bei der Aufklärung des Geheimnisses um dieses Wrack machten dann ovale Sodawasserflaschen mit der Aufschrift:"Webbs Doble Waters and other Waters By Appointment to Her Majesty the Queen, Islington, London". Man konnte herausfinden, daß sie bis 1880 bei der Firma Webbs hergestellt worden waren. Dies half schon mal den Zeitraum des Untergangs näher einzugrenzen. Schließlich wurde man in den Archiven des Maritime Museum in Newcastle fündig: Newcastle war der Herkunfts- und Registerhafen des Schiffes gewesen - das Geheimnis um das Wrack war gelüftet!
Startet man nun den Tauchgang, so wird dies in der Regel so gemacht, daß man an einer am Ruder der Dunraven festgemachten Leine auf ca 29m heruntertaucht.
Zu beachten ist, daß eine Strömung normalerweise von Nord nach Süd verläuft, öfters jedoch relativ schwach ist.
Das Wrack selbst liegt kieloben am Riff. Das Heck in ca.29m Tiefe, der Bug auf ca. 14m. Der Schiffskörper ist nicht mehr intakt, sondern an einigen Stellen eingefallen,besonders im Mittelteil.
An der Riffabgewandten Seite liegen noch Überreste von den Masten und vom Schornstein. Sie sind annähernd nicht mehr als solche zu erkennen.
Taucht man am Heck auf 29m Tiefe in das Wrack ein, so hat man aber genügend Platz zum Tauchen und kann im Schiffsinneren auch langsam aufsteigend dem Rumpfverlauf entlangtauchen.Auf diesem Weg trifft man auf zahlreiche Glasfische und kleine Fahnenbarsche.

Innenansichten
Zur Verfügung gestellt von Uli Mößlang

Prinzipiell ist immer Obacht zu geben vor möglicherweise dort stehenden Rotfeuerfischen. Neben der Schraube auf ca. 18m mit dem durchtauchbaren Ruder ist die Kesselanlage weiter vorne der eindrucksvollste Part des Tauchgangs.

Ruder/Schraube, Kessel und Maschinenraum
Zur Verfügung gestellt von Uli Mößlang

Nicht betaucht werden sollte die Bugsektion des Schiffs. Diese ist sehr zusammengeschoben und auch zusammengefallen. Kommt man aus dem Schiffswrack heraus, ist dies nicht das Ende des Tauchgangs. Man schwimmt einfach wieder mit der linken Schulter zum Riff an diesem im Flachwasserbereich zurück. Auch diese Strecke ist lohnend. Hier sieht man viele Arten von Hartkorallen (Poritkorallen, Favit- und Gonioporakorallen). Darüberhinaus sah ich noch vier neugierige große Napoleons und einen hier angeblich heimischen und genauso neugierigen Adlerrochen der mehrmals wegtauchte,umkehrte und wiederkam.
 
 

GPS - Koordinaten:
27°  42´ 15´´ N
33°  07´ 45´´ E

Anmerkung zu GPS-Koordinaten:
Vorsicht!!!! Diese Daten sind nie ganz genau,da es von Gerät zu Gerät immer kleine Abweichungen gibt. Die hier angegebenen Koordinaten sind daher mit entsprechender Vorsicht zu sehen.Da das Wrack so nah am Riff liegt, ist unbedingt auf die Nähe des Riffes zu achten,statt auf die Anzeige des GPS-Koordinatengebers!!!

Das Bild ganz oben wurde mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt von Udo Kefrig`s und Claus-Reter Stoll`s Seite www.unterwasserfotografie.de
Herzlichen Dank !

Tauchplatzansicht.

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