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140km östlich von Havanna befindet sich an der atlantischen Nordküste auf der nördlichen Hicacos-Halbinsel in der Provinz Matanzas der international bekannte Badeort Varadero. In Al Capones Zeiten befand sich diese im Besitz von amerikanischen Millionären und Gangstern, die hier ihre in der Prohibitionszeit verbotenen Räusche ausschliefen. Heute steht hier dicht an dicht ein Touristenhotel neben dem anderen. Damit sich die Taucher unter den Touristen nicht langweilen schuf man hier eine Tauchzone mit 32 Tauchstellen, die von der Bucht der Stadt Matanzas bis an das westliche Ende des Archipels Jardines de la Reina reicht. Die Unterwasserlandschaft ist hier charakterisiert durch weitgestreckte Sandflächen die von gelegentlichen Korallenblöcken unterbrochen werden. In der Cadiz-Bucht gibt es sogar ein Blue Hole wie in Dahab/Ägypten. Es wird hier Megano-Auge genannt und hat einen Durchmesser von ca. 70 Metern. In der Cayo Piedra del Norte entstand vor ca. zwei Jahren der Parque Marino. In diesem befinden sich schon einige Wracks. Im wesentlichen sind dies die hier unten aufgeführten. Weitere sollen hinzukommen.
[Leserbriefe zu Tauchplätzen in Varadero]
[Leserbriefe zu Basen in Varadero]


Photo courtesy by US
- Defense Visual Information Center
Das Größte dieser Wracks ist eine kubanische 1.900ts-Fregatte
mit der taktischen Nummer 383. Hierbei handelt es sich natürlich
um eine ehemals russische Fregatte der Koni-Klasse. Diese bis zu 29 Knoten
schnellen Fregatten wurden unter der Projektnummer 1159 vom staatseigenen
"Zelenodolskoye PKB SUE Marinekonstruktionsbüro" in Zelenodolsk /
Tatarstan gebaut. Weiter waren die 95m langen und 12m breiten Schiffe als
Küsten - U-Jäger konzipiert und sollten in den Export gehen um
Devisen zu erwirtschaften. Angetrieben wurde die 383 von zwei CODAG-Dieselmaschinen,
die mit einer Gasturbine versehen waren und ihre Kraft von 35.000 SPS auf
drei Schraubenwellen wirken lassen konnten. Teile der 110-köpfigen
Besatzung bedienten dann auch die Bewaffnung des Schiffs: An Bord befand
sich bei der Koni-Klasse ein Zwillingsstarter für SA-N-4 SAM Raketen
und vier SS-N-2C Styx SSM Raketen. An eher konventioneller Bewaffnung hatte
man dann noch zwei 7,62cm/59cal- Zwillingsgeschütze und zwei 3cm/65cal-Zwillingsgeschütze
sowie zwei RBU-6000 Zwölffachmörser zur Ubootsbekämpfung
an Bord.
Von der Koni-Klasse wurden drei Einheiten mit dem Baunummern 6,9 und
14 nach Kuba verkauft. Die Schiffe wurden jeweils 1981,1984 und 1988 gebaut
und an Kuba überstellt.
In Kuba angekommen mögen diese Schiffe noch einige Zeit in der
Art gefahren worden sein, wie sie ausgeliefert wurden. Die politische Entwicklung
in der Welt brachte für Kuba dann auch Probleme bei der Ersatzteillieferung
aus Rußland. Hiermit ging auch eine steigende Nichteinsatzbereitschaft
der kubanischen Marine einher. Zu diesem Zeitpunkt entschloß man
sich wahrscheinlich, einige Schiffe auch anderer Typen und Klassen auszuschlachten
und so große Schiffseinheiten am Fahren zu halten.
So wurden bei der 383 zB. die vorderen und achteren Geschütze
in ihren Türmen entfernt und durch jeweils ein 7,6cm-Zwilling und
ein 5,7cm-Zwilling ersetzt. Insgesamt führten diese und andere Änderungen
zu einer Neuklassifizierung dieser Fregatten. Es handelte sich nunmehr
um Schiffe der Mariel-Klasse. Diese waren im April 1996 noch alle einsatzbereit.
Im Jahr 1997 wurden sie jedoch schon aus dem aktiven Dienst gezogen und
lagen vermutlich in Reserve oder dienten schon als Ersatzteillager für
andere Schiffe.
1998 entschloß man sich dann, diese Teile der Marine gewinnbringend
bei der Errichtung des Marine-Parks einzusetzen. Für die Fregatte 383
hieß es dann auch am16. Juli 1998 das letzte Mal "Leinen los!". Von
umweltschädlichen Stoffen befreit wurde sie in den Marine-Park geschleppt
und auf dem flachen Sandgrund in eine Tiefe von 27m versenkt. Dort steht
die 383 heute aufrecht auf dem Sandgrund und kann relativ leicht
betaucht werden. Dadurch, daß man bei der Brücke den flachsten
Schiffsteil schon auf einer Tiefe von 2m erreicht, können hier auch
Anfänger tauchen. Die Öffnungen wurden so präpariert, daß
Penetrationen relativ leicht möglich sind. Aber hierfür gilt wie
üblich:
Vorsicht! Nur geeignet für Taucher mit entsprechender
Ausbildung und Erfahrung!!

Photo courtesy by US
- Defense Visual Information Center
Eines der mittelgroßen Wracks ist hier ein 245ts-Schnellangriffsraketenboot
der alten sowjetischen OSA II-Klasse vom Typ 205. Auf seiner Länge
von 38,6m bringt es so einiges unter: Im Schiffsbauch befindet sich die
Antriebsanlage mit drei Dieselmaschinen. Diese leisteten insgesamt 10.800
PS und wirkten auf drei Schraubenwellen, so daß eine Maximalgeschwindigkeit
von immerhin 37 Knoten erreicht werden konnte. Die Bewaffnung war dann über
das ganze 7,6m breite Oberdeck verteilt: Hierunter befinden sich vier Abschußröhren
für jeweils eine P-15M SS-N-2B Styx AShm - Rakete und zwei 3cm-Zwillingsgeschütze.
Photo courtesy by US
- Defense Visual Information Center
Vom Typ 205 der OSA II-Klasse hatte Kuba insgesamt 13 Stück von
der Sowjetunion erworben. Sie waren im April 1996 noch einsatzbereit. Im
Mai 1998 war diese Zahl dann schon auf nur noch drei Boote zusammengeschrumpft.
Photo courtesy by US
- Defense Visual Information Center
Das im Marine-Park versenkte Raketenschnellboot wurde schon zwei Monate
vor der 383 versenkt. Man schleppte es nämlich schon im April
1988 in den Marine Park und schickte es dort in eine Tiefe von 20m. Damit
ist es eines der zehn seit April 1996 ausgemusterten Boote. Schon bei diesem
Schiff sollen alle umweltschädlichen Stoffe entfernt worden sein. Außerdem
sollen die Schiffsinnenräume der 30-köpfigen Mannschaft so bearbeitet
worden sein, daß auch hier hineingetaucht werden kann. Doch
Vorsicht!!! Bitte taucht hier nur mit der entsprechenden Ausbildung und
Erfahrung hinein!!! Wenn man dann heute am aufrecht auf dem Sandgrund
stehenden Wrack entlangtaucht, sieht man diese Abschußröhren
der Raketen hinten am Wrack. Auf jeder Schiffsseite liegen zwei dieser Röhren
hintereinander am Rumpfrand. Von den Schiffsgeschützen befindet sich
jeweils eins hinten und eins vorne auf dem Schiff. Mittlerweile hat sich
auf dem Anstrich der Schiffs ein erster Flaum an Bewuchs gebildet und sind
die Schiffsinnereien zur Heimstatt der ersten Fischgenerationen in diesem
Fischwohnblock geworden:-)


Neben den schon erwähnten Schiffen befindet sich im Marine Park
auch ein zweimotoriges Flugzeug mit einer Passagierkapazität von 40
Sitzen. Kuba besitzt vier Flugzeugtypen dieser Art:
Die Antonov 24, die Antonov 26 sowie die Antonov 32
und
die Fokker F-27. Letztere wurden erst Ende der 1980er Jahre gekauft
bzw. geleast um die eigene Luftflotte auf Weststandard zu bringen. Angesichts
dieser Umstände und der Tatsache, daß die Versenkung 1998 stattfand,
scheidet die Fokker F-27 hier wohl aus. Von den Antonov 32
wurden für die Luftwaffe zwei Exemplare angeschafft, die sich im Mai
1998 noch immer im Dienst befanden. Nachdem das fragliche Flugzeug aber
schon im April 1998 im Marine Park versenkt wurde, scheidet somit die Antonov
32 als hier versenkter Flugzeugtyp ebenfalls aus. Die An 24 und
An
26 fliegen bei der staatlichen Luftfahrtgesellschaft Cubana, wobei
die Antonov 26 eher eine Frachtmaschine ist, die nach einem Umbau
auch Passagiere befördern kann. Folglich dürfte es sich bei der
Maschine im Marine Park um eine Antonov 24 mit einer Spannweite
von 29,2m handeln. Dies ist eine 23,53m lange Hochdecker-Turbopropmaschine
mit zwei Ivchenko Al-24A-Motoren die über jeweils 2.550 EPS
verfügen. Die Motoren ermöglichten bei einer Dienstgipfelhöhe
von maximal 8.400m eine Maximalgeschwindigkeit von 450km/h bzw. eine Reichweite
von 550km bei maximaler Beladung.
Dieses ca. acht Meter hohe Flugzeug steht nun mit ausgefahrenem Fahrwerk
in der Nähe der beiden schon erwähnten Schiffe aufrecht auf dem
Meeresgrund in einer Tiefe von 15m. Es ist schon ein wenig bewachsen und
bietet Schwarmfischen und Zackenbarschen ein neues Zuhause. Auch dieses
Flugzeug ist angeblich so hergerichtet, daß alle umweltgefährdenden
Stoffe entfernt wurden und das Innere des Flugzeugs gefahrlos betaucht
werden kann.

Dem Sammelsurium von Wracks im Parque Marino wurde am 5. Februar 1996
eine Yacht mit Stahlrumpf hinzugefügt. Hierbei handelt es sich um
die Black Coral bzw. die Coral Negro. Dies ist ein Schiff
von ca. 140t mit einer Länge von ca. 40m. Auch dieses Wrack soll hier
auf dem Sandgrund aufrecht stehen in einer Tiefe von ca.27m. Sobald weiteres
bekannt wird, wird dies hier im Wege eines Update mitgeteilt.
Ein klein wenig größer mit 300t ist ein weiteres dieser Wracks
im Marine Park: Ein namenloser Schlepper, der hier auf ca. 7m Tiefe liegt
und ca. 29m lang ist.Sobald weiteres bekannt wird, wird dies hier im Wege
eines Update mitgeteilt.
Das gleiche betrifft ein Stahlschiff namens Neptune, das hier
im Marine Park in einer Tiefe von 10m liegen soll. Sobald weiteres bekannt
wird, wird dies hier im Wege eines Update mitgeteilt.
Zu diesem Getümmel im Wasser des Marine Park gesellen sich dann
noch einige
Militärflugzeuge (eventuell welche der folgenden Typen:
MiG-29, MiG-29UB, MiG-23BN,
MiG-23M, MiG-21F-13, MiG21-PFM, MiG-21MF, MiG-21bis, MiG-21S, MiG-17F, MiG-15bis,
MiG-15UTI, MiG-21 U/UM/US, MiG-23UB, Zlin 326, L-39C, L-29), Panzer
( eventuell welche folgender Typen: T-54/-55, T-62, T-34/85, PT-76, IS-2, BRDM-1, BRDM-2, BTR-40, BTR-60,
BTR152, BMP-1, ZSU-57-2, ZSU-23-4 ) und Helikopter (eventuell welche
folgender Typen: Mi-2, Mi-4, Mi-8, Mi-14PL, Mi-24D) russischer Bauart in unbekannter
Zahl. Sobald weiteres bekannt wird, wird dies hier im Wege eines Update mitgeteilt.
Zum Gebiet um Varadero gehören jedoch noch zwei weitere Wracks:
Das des Frachtschiffs Jibacoa und das des Militärschiffs Sparta.
Beide Schiffe liegen relativ nah beieinander. Sie wurden vor ca. 20 Jahren
hier als Zielschiffe für das kubanische Militär plaziert. Mittlerweile
sind sie natürlich unter die Wasseroberfläche gesunken und ruhen
in einer Tiefe von ca. acht Metern. Vor Ort werden die Wracks als Anfängerwracks
eingestuft. Nichtsdestotrotz sollte man gut tarieren können um nicht
die Korallen am Wrack abzubrechen. Die Jibacoa kann man schon von
der Wasseroberfläche aus sehen, während die Sparta auf
ihrer Seite liegt und dem Taucher ihr Zubehör in Form von Geschützen, Leitern
und Ankertauen zur Betrachtung feilbietet. Man kann auch hier in die Wracks
eindringen-doch bitte wie schon erwähnt nicht
ohne die entsprechende Ausbildung und Erfahrung!!!! Eigentlich hat
man nämlich auch schon außen am Wrack genug zu sehen. Dadurch, daß
die Wracks so flach liegen, ist viel Licht vorhanden, was diese Wracks mit
ihrem Bewuchs und den lokalen Fischen natürlich auch zu einem guten
Fotoobjekt macht. Sobald weiteres bekannt wird, wird dies hier im Wege eines
Update mitgeteilt.
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