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Es standen sich zwei Nationen gegenüber: Die der Briten, welche
ihr Weltreich auf die Stärke ihrer Flotte gründet. Hier stand
man mit der Zwei-Mächte-Doktrin auf dem Standpunkt, daß man
immer eine Flotte haben müsse, die so groß sein müsse wie
die der zwei nachfolgend großen Marinen zusammen.
Zunächst war seitens Deutschlands nicht an eine Flottenkonkurrenz
gedacht worden. Deutschland hatte keine nennenswerte Marine. Erst mit dem
Amtsantritt des Admirals Tirpitz 1897 änderte sich dies. Zugleich
mit dem Erwachen von kolonialen Bestrebungen entstand das Bedürfnis
nach einer Marine die auch den Handelsverkehr zu und in den Kolonien schützen
könnte. Hierauf abzielend wurde dieser für Deutschland neue militärische
Arm auf See langsam aufgebaut.
Die Marinen dieser Zeit bestanden noch aus Schiffen wie man sie aus
den Piratenfilmen kennt:
Holzschiffe mit Segeln. Der Fortschritt hatte zwar in der Zwischenzeit
auch Metallrümpfe und Dampfmaschinen sowie neue Kanonen gebracht,
doch schaffte man mit diesen Errungenschaften der Technik nicht mehr als
Zwitterwesen die mit modernem Kriegschiffen nichts zu tun hatten.
Erst mit dem Zeitalter des Baus der HMS Dreadnought 1905 wurde hier
eine neue Ära eingeläutet.
Die deutsche Seite konterte nun mit dem ebenfalls neuartigen Konzept
der Schlachtkreuzer vom Von der Tann - Typ im Jahr 1908. Mittlerweile war
die Marine Lieblingskind des Deutschen Kaisers, kleine Jungen liefen in
Matrosenanzügen herum, die Elite der Jugend Englands ging zur See
und es herrschte ein irrationales Nationalgefühl dessen Krone jeweils
die eigene Marine war.
Deutscherseits plante man nicht zahlenmäßig in der Flottenrüstung
gleichzuziehen. Hier dachte man an das Prinzip des Unabwägbaren Risikos
für jeden Feind. Jeder Feind sollte so stark von Deutschlands Marine
abgeschreckt sein, daß er nicht sicher damit rechnen konnte, zu siegen.
Um dies zu erreichen wurden nun sehr ehrgeizige Flottenbaupläne
aufgelegt. Zur Finanzierung dieser Pläne wurde zB. die auch heute
noch existierende Schaumweinsteuer eingeführt. |