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Schiffsbergungen
Nachdem nun die Schiffe sich in verschiedenen Stadien der Versenkung
befanden ergab sich die Frage, was man mit diesen Wracks anfangen sollte.
Die Britische Admiralität war insgeheim froh darüber, daß
keine andere Marine durch Schiffe der Kaiserlichen Marine verstärkt
wurde.
Da aber einige Schiffe in Scapa Flow - der Heimatflottenbasis - eine
Gefahr für den Schiffsverkehr darstellten kam man nicht umhin einige
zu beseitigen.
Aus ökonomischen Gründen fand die erste Bergungs- und Abwrackaktion
erst 1922 an. Zuerst kamen die Zerstörer an die Reihe die meistens
gerade mal so eben vollkommen im Flachwasser versenkt waren. In den 20er
und 30er Jahren wurden dann nach und nach in teilweise spektakulären
Aktionen die immer tieferen Wracks geborgen bis nur noch acht Schiffe übrig
blieben.
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Our special thanks to Dr. Tait who kindly
allowed us to use his great photos on our site.
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Zerstörer zuerst!
Die Bergungen begannen mit dem Erwerb der Schlachtschiffe SMS Hindenburg
und SMS Seydlitz sowie 20 weiterer Zerstörer durch Ernest Cox.
Zuerst barg er die flach liegenden Zerstörer und entwickelte dabei
ein sich immer weiter entwickelndes Bergesystem: Unter den Wracks wurden
Eisenketten durchgeführt, diese waren an einem Schwimmdock befestigt
das das Schiff hochhob und ins flachere Wasser schleppte und immer so weiter
bis zur vollständigen Hebung. So wurde der Zerstörer V-70
im August 1924 als erster gehoben. Mit dem Jahresende 1925 waren so schon
18 Zerstörer gehoben worden.
Schlachtkreuzer SMS Hindenburg & SMS Moltke
Anschließend wurde 1926 mit der Bergung der aufrecht in 20m Tiefe
liegenden SMS Hindenburg und ihrer über dem Wasser liegenden
Aufbauten begonnen. Hier wurde eine andere Bergetechnik angewandt: Im inneren
wurden alle Abteilungen wasserdicht gemacht und das Schiff mit Preßluft
aufgeblasen. So sollte das Schif von selbst aufschwimmen. Diese Versuche
schlugen fehl und man wandte sich der Bergung der kopfüber im Flachwasser
liegenden SMS Moltke zu. Hier sollte nach der gleichen Aufschwimmtechnik
geborgen werden. Ein erster Versuch schlug fehl. Nach einer Vorbereitungszeit
von neun Monaten waren endlich alle Abteilungen richtig abgedichtet und
es wurde erneut ein Hebeversuch gestartet. Endlich schwamm das 23.000-tons
-Schiff auf! Im Juni 1923 wurde es zunächst nach Lyness geschleppt
und teilweise abgewrackt, anschließend zum endgültigen Abwracken
nach Rosyth in das Trockendock der Admiralität.
Schlachtkreuzer SMS Seydlitz
Hiernach kam die auf der Seite in 20m Tiefe liegende SMS Seydlitz
an die Reihe.
Auch hier wurden die Öffnungen verschlossen und Druckluft in den
Rumpf hineingeleitet - in der Hoffnung daß der Rumpf aufschwimmt.
Es kam aber nur zu einer Reihe von größeren und kleineren Mißerfolgen
bis das Schiff endlich im November 1928 erfolgreich gehoben wurde und dann
nach sechs Monaten nach Rosyth geschleppt werden konnte.
Schlachtschiff SMS Kaiser
Die SMS Kaiser war mit einer Tiefe von
45m eines der tieferen Wracks und wurde nach der SMS Seydlitz angegangen. Hier
führte die Methode des Abdichtens und aufblasens mit Preßluft
zu einem schnellen Erfolg: Schon im März 1929 konnte sie gehoben und
nach Rosyth geschleppt werden.
Leichter Kreuzer SMS Bremse
Im Anschluß hieran ging es an SMS Bremse.
An Bord war noch eine Menge Treibstoff, so daß es zu einigen Zwischenfällen
bei Schweißarbeiten kam. Im großen und ganzen war die Bergung
dieses Schiffs aber ebenfalls schnell abgeschlossen. Problematisch war lediglich, daß
sie etwas unstabil im Wasser lag, so daß sie auch in Lyness abgewrackt
wurde.
Schlachtkreuzer SMS Hindenburg Teil2
Nachdem man nun mit der Abdicht&Aufblastechnik
viele Erfahrungen gesammelt hatte, wandte man sich wieder der SMS Hindenburg
zu
und verfuhr wieder nach dieser Technik mit ihr. Relativ schnell wurde das
Schiff im Juli 1930 aufrecht gehoben.
Schlachtkreuzer SMS Von der Tann
Jetzt kam die kopfüber liegende und gut erhaltene SMS Von der
Tann an die Reihe und wurde wie die SMS Kaiser gehoben. Auch
hier gab es einige Zwischenfälle bei Schweißarbeiten. Lediglich
das entzündete Medium war hier nicht alter Treibstoff, sondern Methangastaschen
die sich mittlerweile hier angesammelt hatten.
Schlachtschiff SMS Prinzregent Luitpold
Schließlich kam als eines der Letzten Schiffe
die SMS Prinzregent Luitpold an die Reihe - und mit dieser Bergung
kam es dann auch zu einer Explosion bei der ein Mensch starb. 1933 wurde
es erfolgreich gehoben und nach Rosyth geschleppt.
Der Bergeunternehmer der bisher die Abwrackunternehmungen
durchgeführt hatte -Ernest Cox- hatte mittlerweile 10.000 Pfund Sterling
Verlust gemacht und verkaufte die Bergerechte an die Alloa-Gesellschaft.
Schlachtschiffe SMS Bayern, SMS Grosser
Kurfurst, SMS Kaiserin, SMS Friedrich der Grosse und Schlachtkreuzer
SMS Derfflinger
Diese Schiffe waren die letzten von Alloa in
den 30ern gehobenen Wracks. Mit allen wurden gute Erlöse erzielt. 1939
kam es mit den Bergearbeiten zu einem Stillstand, da der 2. Weltkrieg vor
der Türe stand. Die SMS Derfflinger wurde noch im November
1939 gehoben, konnte aber nicht mehr abgewrackt werden, da die Admiralitätswerft
in Rosyth für den Kriegsbetrieb gebraucht wurde.
Erst nach dem Kriegsende kam es noch zu Abwrackaktionen
bei denen die Nundy Ltd. Öffnungen in die verbleibenden Großschiffe
SMS
König, SMS Markgraf und SMS Kronprinz Wilhelm sprengte und aus den Schiffsrümpfen Nichteisenmetalle
durch Bergungstaucher abbarg. Auch in den 70er Jahren kam es noch vereinzelt
zu Bergungen. Diese fanden meist statt, weil es sich bei dem Metall dieser
Schiffe noch um strahlungsfreies Material handelt. Teile dieser Schiffe
sind deshalb auch beim Mondflug dabeigewesen!
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