|

Leichte Kreuzer der Cöln II - Klasse
SMS Cöln und SMS Dresden sind beides Kreuzer der
Cöln II - Klasse. Ursprünglich vom Entwurf her am Amtsentwurf
1914 angelegt, fielen dessen Beschränkungen aus dem internationalen
Flottenabkommen mit Kriegsausbruch weg und die Kostruktion wurde der Königsberg
II-Klasse angenähert. Auch hier gibt es einheitliche technische Daten.
Die Standardverdrängung sollte 5.620 tons betragen, maximal 7.486 tons. Beide
Schiffe sind 155,50m lang, 14,30m breit und haben einen Tiefgang von 6,40m. Die
Bewaffnung besteht aus acht einzeln aufgestellten 15cm/45 Kaliber SK C/16
Krupp-Kanonen, zwei (ursprünglich drei) 8,8cm/45 Kaliber SK C/13-Flakkanonen
-jeweils eine an jeder Seite des Hauptmastes. Hinzu kommen vier 60cm-Torpedorohre
(zwei über, und zwei unter Wasser) und ca. 120 Seeminen. Trotz der bis
zu 6cm dicken Panzerung an Deck und Schiffsseite und der 559 Mann Besatzung
entwickelten die Kreuzer dieser Klasse mit einer Turbinenanlage, die von
14 Marinekesseln mit Kohlen-/Ölfeuerungen angetrieben wurden, über
zwei Schrauben eine Geschwindigkeit von knapp 30 Knoten bei ca. 31.500
geplanten PS und teilweise tatsächlich erreichten 49.000 PS. Dabei
konnten sie 1500tons Kohle bzw. 860 cbm Öl verbrauchen.
SMS Cöln
| 5.620 BRT |
155,50m Länge |
58°53`32``N/03°08`27``W |
 |
Our special thanks to Dr. Tait who kindly
allowed us to use his great photos on our site.
|
Nachdem die 27,5 Knoten schnelle SMS Cöln am 5. Oktober 1916
bei Blohm und Voss in Hamburg als Ersatz für SMS Ariadne vom
Stapel gelaufen war wurde sie bis 1918 bei der Vulkanwerft in Stettin fertiggestellt. Damit
ersetzte sie ihre Vorgängerin gleichen Namens die 1914 versenkt worden
war. Abweichend vom Entwurf leistete die Maschine hier nur 31.000 PS. Um
ihre Kapazitäten als möglicher Handelsstörer zu verbessern
wurden die Treibstoffbunker vergrößert. Abweichend vom Entwurf
konnte sie nun auch 1340 tons Kohle bzw. 11.000cbm Öl mitnehmen. Dies
verlieh ihr eine Reichweite von 4.850 nautischen Meilen bei einer Geschwindigkeit
von 12 Knoten bzw. 1.200 nautischen Meilen bei 27 Knoten.
Sie kam noch am 17. Januar 1918 unter dem Kommando von Fregattenkaptitän
Reader (Später unter Hitler Befehlshaber der Kriegsmarine) in den
Flottendienst und trat dann am 13. Mai 1918 zur 2. Aufklärungsgruppe.
Dort sah sie aber kaum noch Kriegseinsätze bis auf ein paar Aufklärungsfahrten
und Begleitaufträge die sie mit Ubooten durch die minenverseuchten
Areale in der Deutschen Bucht führte. Gelegentlich legte sie dabei
einige ihrer eigenen Minen. Zum Zeitpunkt der Internierung wäre eigentlich
eine Werftliegezeit fällig gewesen. Da aber die 475-Köpfige Besatzung
und die 2. Aufklärungsgruppe in der sich abzeichnenden Meutereisituation
loyal zum Kaiser standen, wurden sie für eventuelle Eingriffe auf
See gehalten. So hinkte sie dann unter dem Kommando von Kapitänleutnant
Johann Heinemann zur Internierung mit leckenden Kondensatoren an ihren
zwei Turbinen hinter dem Geleit nach Scapa Flow her und hielt die ganze
Flotte auf. Während der Selbstversenkungsaktion versenkte sie fast
noch einen britischen Zerstörer. Dieser war längsseits gekommen
um ein sinken zu verhindern, wurde aber fast mit in die Tiefe gerissen, als
die SMS Cöln kenterte.
Das Wrack der SMS Cöln liegt heute in einer Tiefe von ca.
34-36m auf ihrer Steuerbordseite an ihrer kühlen Ruhestätte.
Der flachste Teil des Rumpfes liegt bei ca. 27-29m, wobei der Bug in westnordwestlicher
Richtung liegt. Am besten betaucht man das Wrack bei schönem Sonnenschein, kann
man doch so die Strukturen hier besser wahrnehmen. Der Rumpf ist zwar noch
gut erhalten, jedoch wurde auch hier abgeborgen. Deshalb befinden sich auch
am Bug und mittschiffs entprechende scharfkantige Löcher. Außerdem
fehlen hier die Geschütze. Durch die teilweise mit verdrehtem Schrott
versperrten Löcher hat man Einblick in die Mannschaftsquartiere. Möchte
man sich Anker, Maschinenraum oder Schraube anschauen hat man Pech: Auch
abgeborgen. Außerdem befinden sich eines der hinteren Geschütze, das
Oberteil vom Hauptmast und das Vorderdeck auf dem Seegrund. Möchte
man sich diese anschauen, muß man sich hier dort herunter begeben
auf eine Tiefe von ca. 36m. Ein klein wenig schlammig ist das Wrack auch. Entsprechend
sparsame Flossenbewegungen sind angebracht. Das erste Heckgeschütz
befindet sich aber noch an seinem Platz. Dort in der Nähe befinden
sich Bullaugen und eine Türe. Diese führt zu den Kammern der Offiziere.
Taucht man weiter zum Schiffsheck kann man noch das lange Ruder anschauen.
In dem hinteren Bereich gibt es auch Möglichkeiten in das Wrack hineinzutauchen
bei einer Tiefe von weniger als ca. 20m. Entsprechende Vorsicht ist angebracht!
Im vorderen Bereich befindet sich dann noch die Brücke, darunter
mit einem gepanzerten Beobachtungsstand wahrscheinlich der Aufenthaltsort
der Artilleriebeobachter -den baulichen Einrichtungen für einen Entfernungsmesser
nach zu urteilen die sich dort befinden . Die überlegene Treffsicherheit
der deutschen Marinen war nicht zuletzt darauf zurückzuführen. Vor
der Fahrt nach Scapa Flow wurden diese ausgebaut, um diese Technik nicht
in die Hände der Sieger fallen zu lassen.
Hinter der Brücke steht immer noch erstaunlich intakt der Rest
des Hauptmastes. Auch die ausgeschwenkten Davits der Rettungsboote an denen
gelegentlich die Tauchbojenseile befestigt werden sind ein Anblick der
sich lohnt. Hier in der Nähe befindet sich ein Flakgeschütz und
die Schornsteinöffnungen zum Maschinenraum. Die Schornsteine selbst
sind schon weggegammelt, nicht so die Gitterkonstruktion die verhindern
sollte, daß in einer Seeschlacht Bruchstücke von Granaten durch
den Schornstein fallen und die Maschine beschädigen. Möchte man
heute das Wrack finden, so ist das mit den GPS-Daten und einem Echolot
nicht schwer. Das Wrack der SMS Cöln wurde 1981vom Orkney Island
Council gekauft und ist heute nur noch dazu da uns Tauchern Freude zu bereiten.
SMS Dresden
| 5.620 BRT |
156m Länge |
58°52`59``N/03°18`22``W |
 |
Our special thanks to Dr. Tait who kindly
allowed us to use his great photos on our site.
|
Die SMS Dresden wurde bei den Howaldswerken in Kiel 1916 auf
Kiel gelegt, am 25. April 1917 vom Stapel gelassen und erst am 28. März
1918 endgültig als Ersatz für die SMS Dresden (I) unter
dem Kommando von Korvettenkapitän Prinz Adalbert von Preußen
Indienst gestellt. Die technischen Daten entsprechen denen des o. e. Entwurfs. Bei
Emden legte sie während ihrer aktiven Zeit bei der Flotte ein paar
Minen und wurde im August 1918 noch von einem britischen Uboot angegriffen.
Wegen eines Turbinenversagens traf sie als letztes Schiff der Kaiserlichen
Hochseeflotte unter dem Kommando von Kapitänleutnant Fabricius in
Scapa Flow ein.
Das Wrack der SMS Dresden liegt bei einer Sicht von ca. 10m auf
seiner Backbordseite in einer Tiefe von ca. 32-40m. Die flachste Stelle
des Wracks befindet sich auf ca. 16-18m. Der Zustand ist allgemein ganz
gut, einmal abgesehen von den üblichen abgefallenen Rumpfplatten bzw.
Bergungsschäden mittschiffs die bei der Abbergung der Maschine entstanden.
Beeindruckend ist das ziemlich intakte Heck, kann man sich hier doch die
beiden noch vorhandenen Heckgeschütze und den Heckanker anschauen.
Taucht man nach vorne lohnt auch ein Besuch der gepanzerten Brücke
mit den noch intakten Glasfenstern. Weiter vorn befindet sich das Vorderdeck. Hier
merkt man den Zahn der Zeit: Das Deck verrottet und gibt auf die dahinterliegenden
Innereien freien Einblick. Insgesamt macht das Deck keinen sehr stabilen
Eindruck und wird wohl bald weiter zusammenfallen.
 |
Photo copyright Charles Tait.
Our special thanks to Dr. Tait who kindly
allowed us to use his great photos on our site.
|
An der Steuerbordseite des Bugs läuft die Ankerkette ca. 50m weit
aus. An deren Ende befindet sich noch immer ein Anker. Hier an der Steuerbordseite
befindet sich im Rumpf auch noch eine Öffnung die einen Blick auf
die Ankerwinde ermöglicht. In dieser Buggegend soll es auch Möglichkeiten
geben, durch das Wrack hindurchzutauchen. Wegen der Deckszustände ist
aber wohl davon abzuraten.
[Schlachtschiffe König-Klasse][Leichte Kreuzer Bremse-Klasse]
[Leichte Kreuzer Cöln II-Klasse][Leichter Kreuzer Königsberg II-Klasse]
[Torpedoboote][Wrackteile][Kriegsgräber][Andere]
|