300 bar - Technik bei Sporttauchern Abgesandt von KlausAbyss am 02.11.2005 - 15:18:
Hallo liebe Blubberkollegen.
Als ich vor 11 Jahren meinen Divemaster machte war, so meine ich zu wissen, in Deutschland die 300 bar - Technik für Sporttaucher nicht erlaubt.
Hat sich da etwas geändert ??
Kann mir da jemans verbindlich weiterhelfen ??
Vielen Dank
Klaus
zunächst würde ich gerne wissen wer dir vor 11 Jahren diesen Bären aufgebunden hat *SCNR*
Also auch vor 11 Jahren war die 300bar Technik schon erlaubt aber nur selten verfügbar.
Das hat sich inzwischen etwas geändert. Aber auch heute ist 300bar im Sporttauchen noch nicht allzuverbreitet, was daran liegt, das sich Druck und Volumen doch nicht ganz so linear verhalten wie wir das im Bereich von 200 bar kennen.
Siehe: VAN-DER-WAALS ZUSTANDSGLEICHUNG
So sind in einer 10l Flasche bei 200bar 2000l Luft
bei 300bar aber nur 2600l Luft.
Aus diesem Grunde haben sich dann doch eher größere Flaschen mit 200 bar durchgesetzt.
Anders sieht es aber nun aus, wenn man z.B. Compositeflaschen als zusätzliche Flaschen mitnimmt (andere Gasgemische etc.) hier scheinen sich nun auch 300 bar Flaschen immer mehr durchzusetzen.
Ein weiterer Grund warum 300 bar nicht so verbreitet ist, ist sicher der der, dass es kaum 300 bar Füllstationen gibt.
Allerdings sind damit ein paar "Probleme" verbunden:
1. Nicht jede Füllstation kann 300 bar-Flaschen füllen
2. Die Erste Stufe Deines Atemreglers muß für 300 bar geeignet sein. Auch muß ein entsprechend langes Anschlußstück vorhanden sein.
Hoffe ich konnte helfen.
Gruß
Jens
Antwort von go deep am 02.11.2005 - 19:46 die 300 bar technik war wie bereits von euch erwähnt nie für den sporttauchbereich verboten, sondern nur selten.
die vorreiterrolle bei der 300 bar technik haben die nordlichter (schweden, norweger, und finnen) sowie die amerikaner übernommen.
in den letzten 10 jahren, hat sie sich aber auch im restlichen europa gut verbreitet. grundsätzlich werden heute alle kompressoren mit der tauglichkeit zur 300 bar füllung gebaut. es bleibt aber dem kunden überlassen, ob er auch eien 300 bar fülleiste installieren möchte.
in der berufstaucherei verwenden wir die 300 bar systeme schon seit mehr als 20 jahren.
und firmen wie interspiro mit dem divator MKII bieten diesen noch länger mit der 300 bar technik an.
die vorteile der 300 bar geräte liegen in erster linie in ihrer kompaktheit.
kleines baumaß bei verhältnissmäßig mehr gasvorrat.
der korrekturwert bei 300 bar lautet übrigens wie folgt:
flaschnvolumen x 300bar x korrekturwer von 0,91
das ergibt bei einer 10 l/300 bar flasche immerhin 2.730 l, und das wohlgemerkt bei kompaktem baumaß.
und wenn die flasche nach dem abkühlen nochmals auf 330-350 bar gedrückt wird dann sind es kalt doch sehr vorteilhafte 3.000 bis 3.200 l in einer 10er flasche.
für neuere und große kompressoren gibt es sogar schon einen sogenannten intercooler, welcher die luft extrem bakühlt bevor sie in die flasche gelangt. damit wird dann ein nachdrücken überflüssig.
die regler müssen natürlich 300 bar tauglich sein, und wenn ihr einmal genauere information einholt, werdet ihr bemerken, daß mindestens 70% aller regler 300 bar tauglich sind. von den spitzenreglern am markt fast 100%
probleme gibt es meistens damit, daß einem zwar ein 300 bar regler verkauft wird, aber dazu nur ein finimeter mit 300er skala. 300 bar taugliche finimeter müssen aber bis 450 bar skaliert sein.
noch komfortabler wird die ganze angelegenheit bei verwendung von composite- flaschen.
denn der wirklich größte nachteil der 300 bar technik in verbindung mit stahlflaschen ist bedingt durch die großen wandstärkrn das hohe gewicht.
was die möglichkeit der befüllung betrifft, hatte ich auch im privaten bereich eigentlich bisher kaum probleme meine 300 bar flaschen gefüllt zu bekommen. 90% der von mir angefahrenen basen (wo ich die flaschenpakete auch selbst mitnehme ) im inn- und auslad haben mir 300 bar gefüllt. na und wenns eben einmal nur bis 200 bzw. 250 bar geht, auch gut.
wichtig ist es aber einen fülladapter von 200 auf 300 bar mitzuhaben, da auf grund der längeren anschlußgewinde ein befüllen an der 200 bar kompressoranlage kaum möglich ist.
Antwort von Tariernix am 02.11.2005 - 21:49 @go deep: ist es nicht so, dass du das geringere Gewicht der composite-Flaschen durch mehr Blei ausgleichen musst, um dich mit den fast leeren Flaschen auf 6 - 3 m halten zu können? Dann hast du am Ins-Wasser-Schlepp-Gewicht nichts gespart, nur das Flaschenhandling vor + nach dem Tauchen ist bequemer. Lohnt das den viel höheren Preis?
Antwort von go deep am 03.11.2005 - 06:28 allemal, ich benötige lediglich mit D7/300 bar 1,5 bis 2,o kg blei zusätzlich. die erleichterung beim schultern der flaschen ist schon wesentlich, denn ein D7/300 bar stahlpaket wiegt um ca. 7-8 kg mehr als ein vergleichbares compositegerät. daß bedeutet, daß ich ständig übergewicht mit mir herumschleppte.
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