Ab wann ist man ein erfahrener Taucher? Abgesandt von Bluewavefilms am 24.11.2011 - 13:07:
Zugegeben, die Frage ist etwas provokant, aber sie beschäftigt mich, seit ich letzten Monat meinen OWD daheim in D gemacht habe. Inzwischen liegt mein erster Tauchurlaub hinter mir und ich frage mich umso mehr, ab wann man ein erfahrener Taucher ist.
Oft steht an den Beschreibungen der Tauchspots: Nur für erfahrene Taucher.
Und das ist bitte wer?
Der AOWD, der gerade mal 9 TG gemacht hat und das auch schon im letzten Jahr? Ein OWD mit regelmäßigen 80 TG, die aber alle im gleichen Baggerloch?
Am Tisch nebenan hörte ich im Urlaub zufällig wie jemand, der über 50 TG hatte, sich selbst noch als blutigen Anfänger bezeichnete. Ich habe aber auch Anfänger gesehen, die völlig außer sich waren, daß sie doch trotz des fundamentalen Erfahrungsschatzes von 20 TG nicht zum Elphinstone durften.
Schon bald wird mich mein nächster Urlaub an eine Tauchbasis bringen, die es nicht erlaubt ohne Guide im strömungsfreien Coral Garden (kleine Bucht) mit gerade mal 20m Tiefe alleine zu tauchen, wenn man nicht mindestens 30 TG hat. Macht man dort den AOWD, hat also evtl. nur 9 TG, darf man dort alleine tauchen.
Ich, mit meinen 12 TG in unterschiedlichsten Gewässern, trüber See mit 2m Sicht, Strömungs-TG, Höhlen-TG und diverse Buchten und Riffe werde es nicht dürfen, weil ich meinen AOWD dort nicht machen werde.
Einerseits fühle ich mich wegen der Ungleichbehandlung etwas verarscht, andererseits fühle ich mich nicht "erfahren" genug um ohne Guide zu tauchen. Finde es also aus Sicherheitsgründen durchaus ok.
Also frage ich nochmal, was muß man alles so erlebt haben, wie viele TG gemacht haben, bis man ein erfahrener Taucher ist?
Ich hoffe, ihr holt bei dem Thema jetzt nicht gleich die Chips-Tüten raus...
Schöne Grüße!
Andreas
Antwort von EAD am 24.11.2011 - 13:17 Herzlichen Glückwunsch zum Bestehen Deines OWD im letzten Monat Und dann schon gleich eine so geile UW-Film Homepage
Wenn du noch die Otternasen erwähnt hättest, hättest du dich geoutet...
ansonsten wurde dieses Thema hier schon zur Genüge durchgekaut
Antwort von Bluewavefilms am 24.11.2011 - 13:26 Na ja, tauchen tu ich schon länger. Nur die Flasche auf dem Buckel ist halt neu...
Antwort von ramklov am 24.11.2011 - 13:33 @ Bluewavefilms,
erstmal auch von mir herzlichen Glückwunsch.
Du hast Dein Anliegen in sauberen Deutsch vorgebracht und damit auch eine Antwort verdient. Unser User Euregiotaucher hat vor einem Jahr eine Diskussion über genau Deine Frage gestartet:
Was ist ein erfahrener Taucher? Hier klicken
An der Diskussion siehts Du, dass wir uns hier im Forum immer gegenseitig weiter helfen Also, wenn Du noch Fragen hast, frag nur.
gruß ramklov
Antwort von scubalixx am 24.11.2011 - 13:33 Die Aussage "bis mind. 30TG nur mit Guide" kenne ich von einer Tauchbasis in Hurghada und empfinde es als reine Geldmacherrei. Pauschal soetwas zu veranschlagen, ohne zu wissen mit wem und an welchen Tauchplatz der "Anfänger" tauchen wird ist quatsch, zumal andere Tauchbasen das nicht fordern und eben, wie es sein sollte, beim Briefing entscheiden wer mit dem Guide gehen sollte/muss und wer nicht. Der Guide ist dann allerdings inkludiert und muss nicht extra bezahlt werden.
Gruß scubalixx
Antwort von EAD am 24.11.2011 - 13:36 hau doch bitte mal "erfahrener Taucher" in die T.Net datenbank
Antwort von Poldi23 am 24.11.2011 - 13:51 "Die Aussage "bis mind. 30TG nur mit Guide" kenne ich von einer Tauchbasis in Hurghada "
Kenn ich auch und das finde ich richtig!
"Der Guide ist dann allerdings inkludiert und muss nicht extra bezahlt werden. "
Auch das ist richtig und wird bei den Basen, die ich kenne, so gehandhabt.
Erfahrungen sind auch nicht gleich Erfahrungen, ich kenne einen Master-Instructor aus Hurghada mit mehreren Hundert TG, aber Keinen einzigen TG im kaltem Wasser. Den MI würde ich im Bodensee nicht tiefer wie 20m mitnehmen. Weil hier fehlt die Erfahrung, trotz mehrerer Hundert TG!
Der kennt nicht , wie Tief, Dunkel, Dreckig, Kalt auf einmal ist!
Die Frage kann dir niemand als allgemeingültig beantworten, da jeder einen individuellen Maßstab für sich und seine Umwelt definiert, was Erfahrung ist.
Antwort von Bluewavefilms am 24.11.2011 - 14:02 Erstmal Dankeschön für die Links. Wer suchen kann ist klar im Vorteil...
Den inkludierten Guide kenne ich auch so aus Marsa Alam, und das ist völlig ok.
Bei meinem nächsten Ziel auf den Malediven gibt es aber nur die Optionen Non-Limit-Tauchen für die Erfahrenen und geführte, wesentlich teurere Ausfahrten für die Taucher unter 30 TG.
Antwort von boesewicht am 24.11.2011 - 14:08 Erfahrung hat ein Taucher in meinen Augen, wenn er hier und da mal Probleme - auch ruhig kleinere - hatte und diese auch problemlos meistern konnte ...
Ein Problem kann ja auch schon eine permanent beschlagene Maske sein, eine dauernd flutende Maske, eine verlorene Flosse usw. ...
Also nichts wirklich wildes, aber halt Kleinigkeiten, die schon öfters als Unfallursächlich oder Unfallfördernd in entspr. Unfallberichten aufgeführt wurden ...
Ich kenne auch Taucher, die trotz einiger hundert TG (immer ohne jeglichen Zwischenfall oder Probleme) dann zb. bei einem Abblaser beim Buddy Kopflos wurden oder einfach jede Reaktion einstellten ...
Hier fehlte halt einfach die Erfahrung ...
"Ich hoffe, ihr holt bei dem Thema jetzt nicht gleich die Chips-Tüten raus..."
Ich mag das Zeug nicht
Antwort von schwob am 24.11.2011 - 14:09 und wo ist das Problem 30 TG im Logbuch zu machen?
Antwort von Neptun am 24.11.2011 - 14:18 Ich habe inzwischen ca 492 TG "im Logbuch gemacht" und bezeichne mit dennoch nicht als erfahrenen Taucher.
Ein erfahrener Taucher werde ich auch nie werden.
Es gibt noch unzählige Konstellationen und Situationen UW, die ich noch nie erlebt habe, und bei denen ich dann unerfahren bin. Und mein Mittaucher, der evtl. nur ein Bruchteil meiner TG-Anzahl hat, kennt vielleicht eben genau diese Konstellation oder Situation bereits aus dem FF. Dann gönne ich ihm sehr gerne die "Krone" des "erfahreneren Tauchers" - da bricht bei mir kein Zacken aus der Krone.
Grüßle vom Neptun
Antwort von Nemisis am 24.11.2011 - 14:26 @ boesewicht: das sehe ich genau so!
@ schwob: hier wird nicht geschummelt :-P
es ist totaler quatsch so etwas an den TG festzumachen! ich habe taucher erlebt die mit 400TG auf der basis aufgeschalgen sind und wo ich mit damals 20 TG immer nur dachte "hat mir das mein tauchlehrer falsch beigebracht?"
es gibt einfach solche und solche , wie immer im leben. ein gutes beispiel ist ein autofahrer. was ist ein guter autofahrer ? jemand der rücksichtsvoll, bedacht und sicher fährt. aber auch genug erfahung und selbstvertrauen hat um vor einer notsituation nicht zu flüchten. vieles von dem passt denke ich auch hier.
Antwort von Poldi23 am 24.11.2011 - 14:34 "ich habe taucher erlebt die mit 400TG auf der basis aufgeschalgen sind und wo ich mit damals 20 TG immer nur dachte "hat mir das mein tauchlehrer falsch beigebracht?"
"
Wenn man es mit 10 TG falsch macht und beratungsresistent ist, macht man es mit 400 TG doch immer noch falsch!!
Entweder es zeigt Ihm keiner oder er möchte nicht, das man es Ihm zeigt.
Antwort von Eiswürfel am 24.11.2011 - 15:09 Hallo,
Hinterfrage Deine Frage mal selbst:
Wie "erfahren" bist Du für Dein nächstes Tauchgebiet die Maledieven?
Wo willst Du dort welche Tauchgänge machen?
Welche Bedingungen erwarten mich dort? Sicht uns u.Umständen starke Strömungen, ggf. Einsatz von Riffhaken.Wenn Du hier Erfahrung hast, geh ohne Guide, wenn nicht ist die TG Anzahl egal, weil Dir für dieses Tauchen die erfahrung fehlt.Dann liebe auf die Sicherheit mit Guide gehen, lernen und beim Nächsten mal ungeguidet gehen.
Das einzige was zählt ist Dein persönliger Erfahrungsschatz.
So händel ich es auch bei mir.
Alles Gute !!!
Antwort von Stephan K. am 24.11.2011 - 16:25 Als erfahrenen Taucher würde ich denjenigen nennen, welcher seine Tauchgänge selbstständig planen und durchführen kann. Das natürlich innerhalb der Parameter die er und sein Buddy sicher händeln können.
Man muss halt seine Grenzen kennen und erkennen.
Da ist die Grenze zwischen sicheren und erfahrenen Taucher fliessend.
Antwort von toto1495 am 24.11.2011 - 17:33 Das ist das mit dem Hausrecht.
Vielleicht will der Kerl einfach nur AOWD-Kurse verkaufen, woanders, zum Beispiel in Hemmoor,
werden deine Tauchgangszahlen teilweise auf deine Brevets angerechnet - ob Sinnvoll oder nicht, sei mal dahin gestellt.
Erfahrung ersetzt nunmal keine Ausbildung
Ausbildung kann Erfahrung aber auch nicht ersetzten
Wenn dir die Tauchregeln vor Ort nicht gefallen, warum fährst du dann dahin.
Abgesehen davon wird dich das Thema ewig verfolgen. Mach nen AOWD oder nen Silberkurs,
und du hast - solange du dich in üblichen Bereichen bewegst, Ruhe.
Antwort von Bluewavefilms am 24.11.2011 - 17:38 "Wenn dir die Tauchregeln vor Ort nicht gefallen, warum fährst du dann dahin. "
Gute Frage, und einfach zu beantworten:
Als ich die Insel gebucht hatte, war ich noch Freitaucher und wußte nicht, daß ich bis dahin Gerätetaucher sein würde. Schuld war dann ein Schnuppertauchen... so schnell kann es gehen...
Antwort von ramklov am 24.11.2011 - 18:08 @ Bluewavefilms,
ja, dann vergiss nie Deine Herkunft als Freitaucher.
Das Tauchen mit Gerät bietet natürlich sehr viele schöne Facetten und ist auch sehr schön zu lernen. Wenn Du das Freitauchen aber schon beherrscht, hast Du fast immer die Möglichkeit auf einen ungegängelten Tauchgang. Du findest in Deutschland auch regelmäßig Möglichkeiten Deine Freitauchkenntnisse zu vertiefen.
gruß ramklov
Antwort von ~Aquana~ am 24.11.2011 - 18:59 Hallo,
Ich bin auch noch Anfängerin und plane schon meinen AOWD, muss mich dabei aber noch stark bremsen, weil ich mit schlappen 20TG noch viel zu unsicher für Tieftauchgänge etc. bin. Ich lasse es einfach sein, weil ich das Gefühl habe, nicht erfahren genug zu sein. Zwar bin ich in der regel unterwasser ruhig, habe keine Probleme und fühle mich sicher, aber woher weiß ich, wie es ohne Guide und womöglich bei schlechten Bedingungen wäre?
Ich denke, erfahren ist man, wenn man sich so fühlt und auch in Problemsituationen unter Wasser ruhig bleiben kann.
Natürlich muss man für diese Erfahrung einige Tauchgänge, auch an verschiedenen Orten und under verschiedenen Bedingungen erlebt haben, aber an Zahlen kann man das einfach nicht festmachen.
Jeder hat dafür sicherlich eine andere Definition, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man schon irgendwie selber merkt, wann man erfahren ist.
mein 100TG nähert sich bald und ich bezeichne micht immer noch nicht als erfahrene Taucherin. Ich lerne stetig dazu, liegt aber auch an meinem Stammbuddy (mit ca. 500Tg`s rund um den Globus). Ich nehme auch heute noch Kritik und Verbesserungstips dankend an. Ich habe auch erst nach 50 TG`s meinen AOWD gemacht, weil ich fand, jetzt ist es an der Zeit. Vorher habe ich beim geführten Rudeltauchen (immer mit Guide und bei Basen, an denen Sicherheit großgeschrieben ist, bei 18m war Schluss), Erfahrungen und Sicherheit gesammelt und gewonnen.
Und nun zum Coral Garden, wenn`s denn in Safaga ist, beneide ich dich ein bißchen, denn ich war letztens auch da. Ich finde das vollkommen ok, was da verlangt wird, man muss auch bei einem ruhigen Hausriff wissen, wie man Tauchgänge plant, zumal es da wesentlich tiefer ist als 20m und mitunter wirst du auch den Compass benützen müssen, je nachdem wo du hinwillst.
Uns schloss sich ein AOWD an mit 12TG`s, der Junge konnte weder tarieren, noch hatte er einen Tiefenbezug (siehe unten)..wir haben ihn des öfteren hochwinken müssen. Nach ner halben Stunde hatte er sein Fläschchen alle, ohne uns vorher bescheid zu geben, dass er 50bar hatte. Wir haben ihn an Land gebracht und ab dann durfte er mit anderen tauchen.
Was ich damit sagen will, fühle dich nicht gekränkt oder verarscht, sondern tauche mit dem Guide(macht auch Spaß), erfreue dich an den Tauchgängen und lerne dazu.
Gruß Heike
Antwort von el colimbo am 24.11.2011 - 22:24 Hallo allerseit...
Jeder brevetierte Taucher ist für sich selbst verantwortlich aber verständlicherweise fürchten sich die Tauchbasen als Veranstalter vor negativer Presse sollte es zu einem Unfall kommen. Um dies möglichst zu vermeiden haben verschiedenste Tauchbasen eigene Tauchregeln eingeführt. Entweder akzeptiert man diese oder geht halt wo anders hin...
"Erfahrene Taucher" hat für mich nicht zwangsläufig mit der Anzahl Tauchgänge zu tun. Es ist aber sicher nicht abzusprechen, dass viele Tauchgänge auch eine gewisse Sicherheit bedeuten. Erfahrung ist kein Garant dafür, dass nix passiert aber das Risiko ist doch geringer
Nun ja, wie will auch eine Tauchbasis den Erfahrungsschatz der Gäste anders schnell und praktikabel messen?
Ich habe mich schlicht und einfach Stück für Stück über die "Hausregeln" herausgetaucht und mich bis dorthin an den vielen anderen Tauchplätzen erfreut... als Taucher mit noch wenigen Tauchgängen ist Unterwasser eh nix langweilig
Viel Spass beim Tauchgänge sammeln... eines der schönsten Hobby hast Du Dir ausgesucht!
Antwort von diverhans am 26.11.2011 - 22:44 Moin Andreas,
ein erfahrener Taucher wirst(!) du, wenn:
* dich dein Sport mehr interessiert als das was du bisher am meisten gemocht hast
* wenn du dich zu(!) deinen Kursen theoretisch im Selbstudium und praktisch durch regelmäßiges Training UW weiterbildest und Lehrmeinungen der Sportorg`s hinterfragst und daraus deine eigenen sinnvollen Schlüsse ziehst und diese Schlüsse sinnvoll umsetzt; deinen Horizont stets erweiterst (eben außerhalb der Standard-Lehrmeinung)
* du kompetent und wirtschaftlich in der Lage bist, dir eine den Erfordernissen angepaßte Tauchausrüstung zusammenzustellen bzw. zuzulegen
* wenn du dir Fähig- und Fertigkeiten antrainierst, autark / solokompetent UW zu agieren
* wenn du dich damit auseinandersetzt, UW auftretende Probleme selbst (alleine) UW zu lösen.
* wenn du Charakter hast (du also nicht tauchst wenn die Randbedingungen widrig sind; du grundsätzlich - im wohlverdienten Urlaub, im warmen Blauwasser - nicht mehr als 1 bis 2 TG`s pro Tag machst, du deine Grenzen kennst und sie konsequent einhälst, etc.)
Und ein erfahrener Taucher bist(!) du, wenn du das alles "blind" drauf hast ...nach einem Jahr Tauchpause.
Lg. von einem erfahrener Taucher
Antwort von Glotzfisch am 27.11.2011 - 12:50 Ich erkenne bei vielen eine völlig unnötige und falsche bescheidenheit bei der eigenen Einordnung in den Kreis der "erfahrenen Taucher". Es kommt mir auch so vor, als würde man hier den "erfahrenen Taucher" als etwas Gottgleiches ansehen, derer Zuordnung man auf keinen Fall würdig ist, nicht einmal mit 4503 Tauchgängen im Logbuch.
Vielleicht sollte man den Begriff einfach nur als das ansehen, was er ist. Ein Taucher, der beim Tauchen etliche Erfahrungen gemacht hat, die über das übliche Maß hinausgehen, die ein Tauchschüler bei seiner Ausbildung macht. Dazu zähle ich nicht nur die wirklich erlebten sondern auch zum Teil die angelernten (theoretischen) Fähigkeiten.
Es kommt ja nicht von ungefähr, dass Tauchbasen am Roten Meer Taucher (meist) ab 25-30 TG autark tauchen lassen. Offenbar hat man bei der Anzahl die Grenze zum "erfahrenen Taucher" festgemacht. Offenbar hat man auch bei den Tauchsafaris die ausreichende "Erfahrung" bei Tauchern bei 50 TG gefunden. Insofern halte ich diese mystische Vererung des "erfahrenen" Tauchers für völlig übertrieben.
Es sollte aber umgekehrt niemand den Respekt vor dem verlieren, was er unter Wasser tut. Und vor allem sollten "frische" Taucher nicht glauben, dass man nach 9 unfallfreien Tauchgängen bereits alles weiß, was es zu wissen gibt.
Bei jeder Tätigkeit, ob beruflich oder privat, arbeitet man sich langsam aber stetig an ein möglichen Maximum heran. Mir kommt es dagegen oft vor, als würde speziell beim Tauchen dem Brevet-Absolventen ein ungeheueres Selbsbewusstsein vermittelt, so dass diese/r glaubt, ab jetzt jede Situation spielerisch meistern zu können. Bei jeder anderen Sportart (oder bei jedem Job) wird man sofort auf den Boden der Tatsachen geholt, wenn man sich mehr zumutet, als man imstande ist, zu meistern. Da liest man von Absolventen, die bereits nach 12 TG ein AOWD-Brevet gemacht haben und sich nach 20 TG bereits "Rescue Diver" nennen wollen. Solche Auswüchse kenne ich bei keiner anderen Sportart.
Oder kennt jemand einen Tennis-Anfänger, der nach 9 Trainerstunden in der Kreisliga Spiele gewonnen hätte?
Meine konkrete Antwort zur eigentlichen Frage:
Wer mehr als nur in einer Situation seine "Erfahrungen" gemacht hat. Z.B. bei unterschiedlichen Tiefen-, Strömungs-, Wetter- und Ausrüstungssituationen mit all den zusammenhängenden Umständen und diese Situationen in zahlreichen Tauchgängen (z.B. 100, um mal eine Zahl zu nennen) mit einer gewissen Selbstverständlichkeit erlebt und gemeistert hat, der kann sich meiner unmaßgeblichen Meinung nach als "erfahrener Taucher" bezeichnen.
Dazu muss man nicht einmal überheblich oder arogant sein.
Um es gleich vorweg zu sagen. Ich verwechsle Erfahrung ganz sicher nicht mit "Fertigkeiten". Jemand, der kaum tarieren kann, kann durchaus ein "erfahrener" Taucher sein, aber eben mit unzureichenden Fähigkeiten.
Antwort von advanced-air-diver am 27.11.2011 - 14:00 Wer 2 (oder auch 3?) begleitete Tauchgänge in bis zu maximal 40m (oder auch etwas weniger) unfallfrei überlebt hat, ist ein erfahrener Taucher, denn dazu gibt es entsprechende Deep-Dive_Specialtys.
Antwort von Glotzfisch am 27.11.2011 - 14:10 Unter normalen Umständen und mit etwas wachem Verstand könnte man das als Ironie auffassen...
Es gibt aber genügend Zeitgenossen, die würden das für bare Münze nehmen, was du da schreibst.
Daher wäre ich vorsichtig, solche "ironischen" Beiträge ohne einen entsprechenden Hinweis zu schreiben.
Antwort von Hans_S am 28.11.2011 - 08:54 Glotzfisch: Jedes Forum hat so seinen Troll, unseren (advanced-air-diver) hast du jetzt erlebt
Antwort von diverhans am 28.11.2011 - 10:43 > Dazu zähle ich nicht nur die wirklich erlebten
> sondern auch zum Teil die angelernten
> (theoretischen) Fähigkeiten.
Antwort von kwolf1406 am 28.11.2011 - 16:19 diverhans: zu beiden Postings
Ansonsten: Erfahen ist man nicht generell, sondern bezogen auf die Tauchsituation, die man plant: Rifferfahung, Baggerseeerfahung, Trockierfung, Kaltwassererfahrung, Gruppenführungserfahung, Dekoerfahrung, Wrackpenetration, Hebesäcke, Strömungstauchen...
Also ein bunter Strauß an Erfahrung und Nichterfrahrung jei jedem anders.
Antwort von advanced-air-diver am 28.11.2011 - 19:03 Zum OT-Posting des Hans_S:
..aber nicht jedes Forum hat einen "Moderator", der unfähig bzw. nicht gewillt dazu ist, Ironie, Sarkasmus, bildhafte Vergleiche usw. usf., auch wenn sie inhaltlich zur Frage passen, von "Trolling und Flaming" zu unterscheiden. Insbesondere dann nicht, wenn er sich persönlich angegriffen fühlt oder mal irgendwann gefühlt hat.
Fairness? Neutralität? Nixda, die eigene Position verteidigen. Löschen, drohen, verspotten.
Moderation geht anders, ERFAHRENE Moderatoren wüssten das.
Ende OT.
Antwort von advanced-air-diver am 28.11.2011 - 19:10 Zurück zum Thema:
Erfahrung ist relativ. Mancher kann wenig Erfahrung kompensieren, z.B. mit Begabung, viel Geld für perfekte Ausrüstung und Ausbildung, gute theoretische Vorbereitung oder Vorbildung, und Vermeidung von Selbstüberschätzung beim Tauchen. Mancher hat hunderte Tauchgänge an Erfahrung, aber sonst soviel Defizite, dass die Erfahrung nicht genutzt werden kann.
Wer "Erfahrung" als Voraussetzung angibt, sollte das schon genauer spezifizieren, unter 50TG ist wirklich sicheres Tauchen meist von Zufällen abhängig. Solange nichts Besonderes vorfällt, geht es meist gut, aber wehe, die Technik oder der Buddy versagt.
Antwort von Uwe-Re am 28.11.2011 - 19:56 Erfahrung hängt auch etwas mit Übung zusammen.
Ich der Meinung bin, daß eine bestimmte Zahl von TG im Jahr notwendig ist um bestimmte Abläufe zu üben bzw zu wiederholen.
Glückauf
Antwort von Neptun am 28.11.2011 - 21:13 OT
"Insbesondere dann nicht, wenn er sich persönlich angegriffen fühlt oder mal irgendwann gefühlt hat."
Ach, Advanced-air, du nimmst Dein eigenes Geschreibsel auch nicht ernst, oder?
"Nixda, die eigene Position verteidigen." Das ist DIR ganz fremd, gell?
"Moderation geht anders, ERFAHRENE Moderatoren wüssten das."
Im Gegenteil: Moderation geht GENAU SO, wie shuttle es hier vorbildlich betreibt. Gut, daß er so erfahren ist.
Du kannst mit shuttle garantiert SACHLICH über jedes Thema hingebungsvoll und fruchtbar diskutieren. Aber nicht in diesem Ton.
OT Ende
Antwort von Hans_S am 28.11.2011 - 22:17 @advanced_diver: was an dem neulich gerügten Beitrag flaming ist, hab ich dir Hier klicken versucht zu erklären.
Trolling ist das, was du mit Beitrag vom 27.11.2011 - 14:00 gemacht hast.
Der Beitrag ist ohne wirklichen Themenbezug, das mutmaßliche Ziel Provokation und Störung der Diskussion durch ein Umschiften der Deep-Dive_Specialty Diskussion in diesen Thread.
Nun, wie auch immer. Obige Beiträge und die Erfahrungen, die wir mit dir in der Vergangenheit als du unter T.Roll (nomen est omen ) und anonymes_posten "unterwegs" warst sowie deine Reaktionen (Angehen der Moderatoren in pers. mails wie z.B. -> "Heiliges Hänschen ... wattnquatsch, dieses Blaubocknet. Glaub bloß nicht, dass ich Euch/Dich besonders wichtig nehme ".... und dergleichen mehr; die Tatsache, dass du die letzten temporären Sperrungen nicht als entsprechendes Signal aufgenommen hast ... nun all das signalisiert, dass du dich auch in Zukunft nicht an unsere Forenregeln "Flaming und Trolling unerwünscht" halten wirst, vermutlich auch nicht kannst.
Aus diesem Grunde bitten wir darum, dem "Blaubocknet" fernzubleiben und dir ein Umfeld zu suchen, in dem deine Beiträge mehr willkommen sind. Alles Gute hierbei
@all: sorry, aber das Thema ist jetzt abschließend erledigt.
Zum (Haupt-)Thema und einer künftig ungestörten Diskussion zurück.
Antwort von joemurr am 29.11.2011 - 11:27 @Bluewavefilms
Meine Ansicht zu dem Thema ist fast deckungsgleich zu den Ausführungen von diverhans. Er spricht die wesentlichen Punkte an. Ich gehe aber noch einen Schritt weiter und meine, dass man „erfahren“ durchaus noch relativieren und differenzieren kann, sowie kwolf schreibt.
Wie so oft in den Diskussionen hier angemerkt, ist eine Erfahrung auch situationsbezogen. Ohne näher darauf eingehen zu wollen, nur ganz kurz: der „Baggerseetaucher“ kann unter Umständen und durchaus in die Bredouille kommen, wenn er mit satter Strömung konfrontiert wird, in der dann auch noch ein paar Haie rumgammeln; genauso umgekehrt.
Was auch oftmals verwechselt wird, ist Erfahrung und Routine. Für seine Verhältnisse (bspw. mit wenigen, immer den gleichen Tauchgängen) kann man sicherlich Routine entwickeln, wie diverhans ausführt, das Ganze „blind“ handhaben. Das Alles ist dann auch erfahren, aber eben nur für diese Art von Tauchgängen. Dass man diese „Erfahrung“ adaptieren und (leichter) auf andere Situationen übertragen kann, unbestritten und ohne Zweifel.
Wann ist man erfahren? Wann ist man ein erfahrener Autofahrer? Nach 20 Jahren Praxis? Im Stadtverkehr? Bei 100.000-Kilometer pro Jahr? Alles, wie in anderen Bereichen auch, eben nur bezogen auf Situationen. Klar gibt es Zeitgenossen unter uns, die in vielen (unterschiedlichen) Situationen „erfahren“ sind, aber wer beherrscht schon alle Situationen. Allenfalls eine Handvoll.
Ich schließe mich unseren allseits geschätzten Neptun an, ich bin mit meinen paar hundert Tauchgängen ganz bestimmt nicht erfahren. Zwar habe ich schon einige Situationen erleben dürfen/können/müssen, welche aber nur einen Bruchteil dessen wiederspiegeln, was man Erfahrung nennen kann, allenfalls „ein klein wenig Erfahrung“. Das hat, zumindest bei mir, keinen Hauch von falscher Bescheidenheit, sondern ist schlicht und ergreifend eine relativ sichere Selbsteinschätzung, die mir signalisiert a) immer auf Tuchfühlung zu bleiben und b) von „erfahrenen“ Kollegen was abzugucken, egal ob weniger oder mehr erfahren.
Wie kürzlich erst wieder erlebt, habe ich überhaupt kein Problem damit, einem 50-TG-1*-Taucher die Führung zu überlassen, wenn er bereits zig Male an dem mir unbekannten Spot war und die Ecke kennt, vielleicht war es eine Symbiose.
Der oft belächelte „Advanced Open Water Diver“, da stimmen wir sicherlich alle überein, ist ja auch kein erfahrener Taucher (zumindest nicht in seinen Geburtsstadium), allenfalls ein „fortgeschrittener“. Dass er manchmal mehr darf, als einer „ohne“ jedoch mit mehr TG-Erfahrung, ja, das stimmt; aber irgendwo muss man es halt mal festmachen. Das man darüber auch diskutieren oder gar streiten kann, jepp, ohne Zweifel, ist aber andere Baustelle.
Gruß
Joe
Antwort von 089chiller am 29.11.2011 - 13:57 Servus zusammen,
die Frage ab wann man ein erfahrener Taucher ist, habe ich mir auch schon oft gestellt. Ich denke es kommt auch darauf an, wo man taucht. Wenn man 100 + x TG im Baggersee in D absolviert hat, und dann zum ersten Mal im offenen Meer taucht, ist man sicher (trotz der vielen TG) unerfahrener als somancher Taucher der zwar weniger TG hat, aber dafür in diesem Revier mehr Erfahrung gesammelt hat. Andersrum natürlich genauso.
Ich habe z.B. dieses Jahr rund 40 TG in heimischen Seen vollbracht und war "nur" für 10 TG im Meer (Urlaub), so dass das für mich auch eine umgewöhnnug war, allein schon wegen Temperatur, anderer Anzug und Sichtweiten...
Von daher sollte man vielleicht auch das "erfahren" auch auf das entsprechende Tauchgebiet eingrenzen.
Antwort von Togo78 am 07.12.2011 - 12:43 In unserem Verein ist man erfahrener Taucher wenn man seinen 1.000 TG hinter sich gebracht hat.
Ich habe jetzt 1.065....
Gruß
Togo
Antwort von Bluewavefilms am 09.12.2011 - 10:07 Ich habe kürzlich in einem anderen Forum eine interessante Signatur entdeckt, und ich denke, die könnte ganz gut als Schlußwort für diesen Thread dienen:
"Ein erfahrener Taucher ist immer Anfänger"
PS: Schönen Dank an alle die sich ernsthaft an dieser Diskussion beteiligt haben.
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