Abtauchen am Tauchgangsende Abgesandt von divefoxxx am 08.07.2007 - 14:49:
Immer wieder erlebt man folgende Situationen: Am Ende eines Tauchganges wird ein Guide aufgefordert, den Anker zu lösen oder jemand taucht noch mal “kurz“ ab, um einen verlorenen Gegenstand zu holen.
Bei meinen letzten Urlaub hat der Boss dem Guide des öfteren schon vor dem Abtauchen gesagt, das der Klappanker am Ende des Tauchganges wieder zusammen zu legen ist.
Nach dem Sicherheitsstopp auf 5 m ist dann der Guide noch mal auf ca. 15 – 20 m (in einem Fall über 30 m) abgetaucht, um den Anker zu lösen. Auf Grund der Zeit, die der Guide bis zum Auftauchen benötigte, konnte man davon ausgehen, dass kein erneuter Sicherheitsstopp auf 5 m erfolgte.
Mit ist klar, dass solchen Aktionen zu einem Sch...tauchprofil führen und allen Regeln der Tauchkunst widersprechen. Ich möchte jetzt auch keine Diskussion über das Ausbeuten von Guides auf Tauchbasen oder die Naivität meiner Frage anzetteln.
Mich interessieren die physiologischen Folgen eines solch kurzen tiefen Abtauchens am Ende des Tauchganges. Wie schauts bei so einem “kurzen“ Abtauchen mit der Stickstoffsättigung aus? Muss nach so einem Abtauchen, vorausgesetzt der Taucher taucht langsam auf (10 m/min. bis 10 m Tiefe bzw. 6 m/min. über 10 m Tiefe), ein nochmaliger Sicherheitsstopp auf 5 m durchgeführt werden? Oder lässt man so ein Abtauchen ganz einfach sein?
Besten Dank im voraus,
Gruss, divefoxxx
Antwort von Doppeldreier am 08.07.2007 - 16:28 eigentlich lässt man so ein abtauchen sein, es zeigt eine Organisatorische Schwäche, da wird noch schnell ein Problem gelöst, von dem man wusste dass es von Anfang an da ist.
wenn es dann passiert ist, beendet man den Tauchgang so wie jeden Tauchgang, langsam und mit Sicherheitsstop. Wenn es nun passiert ist sollte dieser Guide auch nicht gleich einen Wiederholungstauchgang nach der Mittagspause machen sondern vielleicht 24h Basisdienst an der Anmeldung oder im Geräteraum. Das ist aber wohl ein frommer Wunsch.
Die physiologischen Folgen. Vorhandene Blasen oder Mikroblasen werden komprimiert und werden sich beim 2 auftauchen mit den neu hinzugekommenen N2 eine Rangelei in der Lunge liefern.
Gruß,
D3
Antwort von vucub-caquix am 08.07.2007 - 16:36 Durch die Rekompression enstandener Blasen die bis dahin im Lungenfilter hängen gebliben sind, können diese (weil kleiner) den Lungenfilter unter erhöhtem Druck passieren. Da die Gewebe noch gesättigt sind, werden die Blasen weiter wachsen und mit Pech eine Embolie verursachen. Im Lungenfilter "gefangen" hemmen die Blasen die Effektivität der Dekompression, sind aber an dieser Stelle nicht gefährlich. Aus dem gleichen Grund sind Wiederholungstauchgänge mit stärkerer vorangegangener Sättigung bei kurzen Oberflächenintervallen potentiell gefährlich.
Ich finde leider grade keinen guten Online Artikel zum Thema, im Buch von Bernd Aspacher ist das aber recht anschaulich beschrieben..
Antwort von Scott am 08.07.2007 - 16:36 Normalerweise überprüft man die Lage des Ankers während des TG, wenn man auf besagter Tiefe ist und legt ihn so hin, dass er das Boot hält und nach dem TG leicht gelöst werden kann.
Abtauchen nach dem TG ist nur den "Besten" zu vorbehalten
Antwort von tl3 am 08.07.2007 - 16:44 Nun ja, ein erneutes abtauchen sein, lassen geht nicht so einfach. Der Guide macht es nicht zum Spaß. Hilfreich sind da feste Ankerbojen.
Da die 5m nur ein „freiwilliger Sicherheitsstopp“ und nicht eine „echte“ Deko ist, wird sich die zusätzliche Stickstoffaufsättigung in Grenzen halten.
Die erneute Komprimierung der Mikrobläschen wird sicherlich unschöner sein.
Sie können durch Schäden in der Lunge den „Lungenfilter“ umgehen und wieder in die Arterielle Blutbahn gelangen.
TL3
Antwort von vucub-caquix am 08.07.2007 - 16:49 Ach ja und auf Antwort auf die letzte Frage: Man lässt es- wenn es sich aus irgendeinem Grund nicht vermeiden lässt, dann muss es jemand machen der nicht gesättigt ist.
Die potentielle Gefahr hängt natürlich von der bis dahin erfolgten Sättigung ab, weil die zum einen bedingt wieviel im Lungenfilter hängt (Balsenbildung hängt auch von anderen Faktoren ab, z.B Aufstiegsgeschwindigkeiten, allg. Profil) und zum anderen von der bestehenden Sättigung der Gewebe, weil sich diese Gas mit den Blasenkeimen verbinden kann und sie damit auf gefährliche Größen wachsen lassen kann..
Antwort von Sushidiver am 08.07.2007 - 17:48 Leider lässt es sich nicht immer vermeiden - Beispiel Thistlegorm (aus dem Tagebuch eines Guides):
1. TG runter auf ca. 25 mit der ersten Leine
2. TG nochmals runter mit der zweiten Leine
Boot ist nun fest - Schäfchen machen sich zum TG bereit.
3. TG mit den Schäfchen rund ums Wrack, 30m immer scharf an der Deckogrenze
Dann 2 Std. Pause
4. TG mit den Schäfchen ins Wrack, 25m und alle wieder heil nach oben bringen.
5. TG nochmals runter und die Leinen wieder lösen
Was tun?
Immer ausgedehnter Sicherheitsstop, auch beim letzten TG 10 - 15 min. auf 5m hängen, egal wenn die Gäste jetzt eigentlich heim möchten.
6 Liter Wasser reinhauen und die Nacht neben der Sauerstofffalsche verbringen.
... und zum Schluss kommen, dass Diveguide ein Sch... Job ist
Antwort von Seeotter am 08.07.2007 - 19:39 Naja für sowas braucht man doch keine Flasche. Das kann man doch mal eben so schnell erledigen ;)
Antwort von divefoxxx am 08.07.2007 - 19:54 @seeotter
auf die einfachsten Dinge kommt man einfach nicht...
Must halt mit der Flasche auch die Bubbels an Bord abgeben!
Antwort von Bounty am 08.07.2007 - 22:02 @Seeotter,
nach einem TG mit PTG ist auch ein Freedive kein solcher mehr! Das kann man nicht einfach so erledigen! Es ist ein TG!
Gruß Bounty
Antwort von Tauchlady am 09.07.2007 - 09:35 Normalerweise prüft der Gruppenführer nach dem Abtauchen den Sitz des Ankers. Am Ende des TG prüft der Gruppenführer ebenfalls wieder, ob der Anker sich leicht lösen läßt. Falls nicht, muß der Gruppenführer dafür sorgen, daß er sich leicht lösen läßt. Nochmaliges Abtauchen sollte nur in Ausnahmefällen geschehen und nicht schon "Bestandteil" der TG-Planung sein! Zeugt von falscher Organisation.
LG Tauchlady
Antwort von Seeotter am 09.07.2007 - 11:27 @Bounty ich weis, ich handhabe es selbst auch so. Sollte nur ein blödes Kommentar sein.
Ehrlich gesagt finde ich den ganzen Thread n bissl daneben. Es ist ganz klar ein Tauchgang wenn man nochmal ins Wasser geht. Aber Sicherheitsstop hin oder her. Kann doch der Ankermann selber enscheiden ob er das will oder nicht. Lässt er sich unter Druck setzen selber Schuld.
Antwort von Scott am 09.07.2007 - 12:43 so ist es Tauchlady
Antwort von bikefresh am 09.07.2007 - 19:57 Aber gerade die von Sushidiver aufgezeigten Beispiele sieht man häufig Aber ist die Gesundheit des Guides pfutsch, kein Problem, der nächste Newbie steht schon in den Startlöchern.
Bedingt stimme ich Tauchlady zu. Durch ein "Standardtauchprofil", d.h. tiefster Punkt des TG zuerst, dann langsam flacher, ist das so nicht ganz perfekt durchfürbar.
Der Guide kann dann die Taucher evtl. an der Leine nach oben schicken, den Anker lösen/lockern und dann als Nachhut auftauchen, daraus ergeben sich für ihn aber trotzdem i.d.R. ein Wiederabtauchen (wenn auch nicht von bis oben nach bis unten) und ggf. Ärger mit dem Boss (der ein gemeinsames Auftauchen fordert).
Europas führende Tauchorganisationen wie ACUC, BARAKUDA, NASDS, SNSI, IDD, Idea Europe, PADI, SSI und DAN-Europe haben sich als Mitglieder des RSTC Europe verpflichtet die Erhaltung der Gewässer durch die entsprechende Ausbildung der jetzigen und künftigen Tauchergenerationen zu gewährleisten.
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