Alkohol auf Tauchsafaris! Abgesandt von Kabu am 02.08.2004 - 14:09:
Wer trägt eigentlich die Verantwortung, wenn auf einer Tauchsafari über das Maß hinaus Alkohol getrunken wird. Der jenige der trinkt, oder der jenige der es nicht verhindert bzw. kein Tauchverbot ausspricht. In einem sehr interessanten Bericht vom 19.07.04 ( www. taucher. net/edb/base_show_detail. html?basis=Seawolf+- +Divers+%2F+Seawolf+- +Diving+Safari&kategorie=%C4gypten ) über eine Seawolf Safari wird solch so ein Fall beschrieben. Auch ich habe vor zwei Jahren auf einer Safari ähnliches erlebt. Es wurde den ganzen Tag getrunken und getaucht. Mir wurde sogar gesagt * wir haben hier gebucht, weil wir hier trinken können*
Also wer trägt nun die Verantwortung?
Antwort von wrack-uli am 02.08.2004 - 14:48 Da kommt die Frage auf:
"Was ist das Maß"
Antwort von MartinH am 02.08.2004 - 15:22 Wer trägt die Verantwortung?
==> Der besoffene Taucher! Und wenn er absäuft, dann traure ich solchen netten Menschen keine Träne nach.
Versteht mich nicht falsch - gegen ein Bierchen ist sicherlich nichts ein zu wenden. Aber wenn doch deutlich eines nach dem anderen weggekippt wird, dann beeinträchtigt dies IMHO die Tauchtauglichkeit wesentlich.
Wer dann versucht, dem Guide oder gar Eigner an den Karren zu fahren, hat eine Vollkasko-Mentalität und hat nichts beim Tauchen zu suchen.
Der Guide sollte sich sicherlich einmischen und im Rahmen einer Safari ggfs auch ein Tauchverbot aussprechen - aber verantwortlich ist der Taucher selbst! Denn wenn etwas passiert, sind *alle* betroffen und nicht nur die Alknase.
Just My 2 Cents.
Martin.
Antwort von stefanb am 02.08.2004 - 15:44 Ich finde es ist nicht notwendig tagsüber Alkohol zu konsumieren. Wer es aber dennoch nicht lassen kann sollte sich überlegen was ihm wichtiger ist und vielleicht auf einen weiteren TG verzichten. Nicht nur sich selbst zuliebe, sondern auch an diejenigen denken die dann aus so einem Grund den TG abbrechen müssen! Gegen ein "Deko- Bier" am abend wird aber niemand etwas dagegen haben. Alles mit Maß und Ziel!
Antwort von Bulette am 02.08.2004 - 15:50 Es dürfte garnicht so einfach sein, hier die Frage der (Mit)verantwortung zu klären.
Erst mal zur Einleitung - für mich sind Taucher, die den Tag damit verbringen ihren Alkoholspiegel auf einem bestimmten Level zu halten einfach nur krank. Ob das auf einer Safari passiert oder zu Hause ist da vollkommen egal.
Für mich schließen sich tauchen und Alkohol aus, genauso wie das beim Autofahren der Fall ist.
Und hier sind wir wieder an der Stelle der Verantwortung - wenn ich mich neben einen betrunkenen Autofahrer setze und dieser einen Crash baut, dann muss ich mich schon fragen lassen, warum ich ihn nicht am fahren gehindert habe. Ähnlich sehe ich das beim Tauchen. Wenn ich als Guide zusehe, wie angetrunkene Leute von meinem Boot tauchen gehen, dann kann ich mich nicht beklagen, wenn ich bei einem Unfall dann "hochnotpeinlich" befragt und eventuell zur Rechenschaft gezogen werde.
Wohlgemerkt bin ich kein Jurist, aber selbst wenn rechtlich dort keine Maßnahmen folgen, so bin ich vielleicht aber doch am Tod eines (zugegebenermaßen leichtsinnigen) Menschens mitschuldig.
PS: Um hier keinen falschen Eindruck zu hinterlassen - gegen ein "Deko"-Bier am abend eines Tauchtages ist natürlich nichts einzuwenden.
Antwort von Linuskoeln am 02.08.2004 - 16:05 Prinzipiell sind bzw. sollten wir als erwachsene Menschen für uns selbst verantwortlich sein. Also, Tauchunfall mit Alkoholpegel = selber schuld.
Auf der anderen Seite funktioniert das im Strassenverkehr ja (leider) auch nicht. Da der Guide sowie der Kapitän i.d.R. die Verantwortung für das Boot haben, tragen sie zumindest eine gewisse Mitverantwortung, wenn sie sichtlich alkoholisierte Taucher ins Wasser lassen.
Auf einer Safari hatten sie es mal so geregelt: Mitnahme von eigenem Alkohol nicht gestattet, Bier wurde nur im Rahmen von 2-3 Dekobierchen pro Person/Tag ausgegeben, bei stärkerem Konsum Tauchverbot am folgenden Tag. Gut so? Überlass ich anderen....
Alkotester an der Plattform wäre ne Möglichkeit
Linus
Antwort von Stephan K. am 02.08.2004 - 16:45 Eigentlich stehe ich auf dem Standpunkt, dass wir alle Erwachsene sind und selber auf uns aufpassen sollten.
Darwin wirds schon richten
Wenn mir aber so ein Heini "meinen" Urlaub versaut, weil er in die Druckkammer gefahren werden muss, dann werde ich ziemlich aggressiv.
Antwort von 21% am 02.08.2004 - 16:47 Alkohol und Tauchen ist nicht! Da ist das Maß egal!
Antwort von stefan12 am 02.08.2004 - 19:04 Du fragst nach der Verantwortung. Verantwortung kann verschieden interpretiert werden:
Da gibt es sicher die Juristen, die sich gerne für die Klärung der Verantwortung teuer bezahlen lassen wollen. Dies finde ich aber eigentlich nicht relevant. Wenn sie das tun, ist bereits ziemlich viel schief gelaufen.
Die Verantwortung für die Gesundheit sollte jeder selbst übernehmen (in eigenem Interesse). Deshalb sollte jeder wissen wieviel er trinkt.
Die Verantwortung für eine schöne Tauchkreuzfahrt liegt beim Guide. So sollte er das übermässige Trinken verbieten, welches ein hohes Unfallrisiko darstellt. Er ist es den anderen Gästen schuldig.
Viele Tauchbasen lassen sich Papiere unterschreiben, in welchen sie jegliche Verantwortung ablehnen. Dies ist von Gesetzes wegen aber nur bedingt möglich. Die Angehörigen oder sonst irgendwie Betroffenen können trotzdem gegen die Tauchbasis (erfolgreich) klagen.
Eine Versicherung wird mit Sicherheit (und zu recht) die Leistungen einschränken, wenn sie erfährt, dass der Taucher "besoffen" unterwegs war. Es wird dem Verunfallten auch nichts nützen zu argumentieren, dass ihn der Guide nicht gewarnt habe. So gesehen bleibt die Verantwortung beim Taucher selbst.
Stefan12
Antwort von katzenstreutaucher am 02.08.2004 - 20:05 Wie schon mehrfach gesagt:
Nichts gegen ein Dekobier am Abend NACH dem letzten Tauchgang.
Aber wer breit ist und tauchen geht handelt nach meiner Meinung den anderen Mitreisenden gegenüber voll asozial!
Wenn so einem Penner etwas passiert - und das Tauchrisiko ist mit Alkohol grösser als ohne - ist derjenige zwar selber schuld aber alle Mitreisenden haben unter den Folgen zu leiden.
Wenn ich das auf einem Trip mitterleben muss, dann gibt es aber einen grösseren Hüttenalarm!
Gruss Michael
Antwort von Tauchtubby am 02.08.2004 - 20:39 Hallo Kabu,
wie meinst du die Frage? Wer ist verantwortlich oder wer kann zur Rechenschaft gezogen werden?
Ich verstehe es als verantwortlich sein jedes einzelnen.
Wenn jemand meint, dass Alk und Tauchen zusammen passt, so soll er das gerne denken - nur gehe ich nicht mit so jemandem Tauchen.
Vermutlich würde ich dann genauso blöd angeguckt wie einer, der nach einer Fete den angeschiggerten Gästen den Autoschlüssel abnimmt
Wär´ mir aber ziemlich latte...
Nix gegen eine Deko-Einheit oder auch fünf. Aber für den Tag ist dann Schicht.
Und am nächsten Tag sagt mir mein evtl. dicker Kopf, ob es nicht vielleicht besser ist, auszusetzen. Und wenn ich zu doof bin, das selber einzusehen, dann erwarte ich das von meinem Tauchpartner.
Aus dem Grund würde ich auch nie AI buchen, einfach, weil damit zu rechnen ist, dass genügend Schwachköpfe dabei wären, die das einzig und allein wegen des kostenlosen Alks tun.
Gruß,
TT
Antwort von wolly.b am 02.08.2004 - 21:51 Also, in meinem oben schon erwähnten Bericht habe ich es ja ansatzweise beschrieben. Dort haben ja nicht nur Taucher, sondern auch der Guide Alkohol konsumiert. Ihr redet hier immer von Bier, ich rede in meinem Bericht auch von Bacardi, Wodka und- oder so was alles. Was mich ärgert ist, ich bin der Dumme weil ich nicht mittrinke, „schwimme gegen den Strom“. Da kommen mir ja Erinnerungen an damals, als wir 15 Jahre alt waren. Wer nicht trinkt ist uncool. Ja wo sind wir denn, ja wie alt sind wir denn? Dann noch die Argumente, ich bin, oder ich habe ja .......... und außer dem Erfahrung. Wenn das alles nicht reicht, zählt man halt noch die Sterne auf der Stella-Flasche dazu. „Jeder ist für sich selbst verantwortlich“, wenn ich das höre muß ich ..... . Wen ein alkoholisierter Taucher in Not gerät, darf ich den Spruch dann auch anwenden? – Ne Junge, jetzt biste für Dich selbst verantwortlich!
Vielleicht sollte man eine solche Safaris einfach offiziell machen. „Saufsafari für Alkoholiker oder die, die es werden wollen“. Dann könnten wir Normal-Stella-Dekobier-Trinker vielleicht wieder eine schöne Safari machen.
Wolfgang Brück
Antwort von Jens Ratzlaff am 03.08.2004 - 03:52 Ja, es ist schon schlimm, wir wollen immer, wenn eine Entscheidung ansteht, jemanden im Rücken haben, der die Verantwortung für uns übernimmt, damit wir im Schadensfall sagen können...er war Schuld. Grundsätzlich denke ich auch auf einer Tauchsafari ist jeder für sich selber verantwortlich. Und damit kann niemand auf den Guide zeigen und sagen, der ist schuld... Es ist grundsätzlich unverantwortlich, während des Tauchens Alkohol zu trinken.Ein Dekobier am Abend ist damit nicht gemeint. Ich hab auch schon oft gestaunt, wenn die Bar nach einer Woche Tauchschiff 500$ Getränkerechnung kassierte und hab mich gefragt, wann die Betroffenen das alles getrunken haben. Aber.. jeder muß das selber wissen. Er darf im Schadenfall aber nicht auf den Giede zeigen und sagen, das der die Schuld am Unfall hat. Gleichwohl sollte ein Guide bei Feststellung von übermäßigen Alkoholkonsum schon auf den Betroffenen einwirken und ihn einfach mal nicht mitnehmen.
Jens
Antwort von Tümpi am 03.08.2004 - 07:16 Wie? Taucher saufen? Und wenn dann mal wieder auf N 24 der uralte Hemmoor-Film läuft, dann regen sich alle auf? Weil dort die Taucher als saufende Bande dargestellt werden.
Ich würde mit einem Buddy, der getrunken hat, nicht tauchen. Nur was mach ich auf einer Safari, wo alle saufen? Gibts das, hat das schon jemand erlebt? Dann würde ich lieber solo tauchen gehen. Und den Guide wollte ich mal sehen, der mich abhalten will, wenn er denn nicht nüchtern ist.
Verantwortlich ist m.A.n. jeder selbst. Aber ich kann nicht verstehen, wenn auf einer Tauchsafari harte Sachen ausgeschenkt werden. Ja, ich weiß, auch mit Bier lässt sich ein satter Rausch ansaufen.
tümpi
Antwort von Hering - nicht eingeloggt am 03.08.2004 - 11:14 Hab den Gedanken mal im Forum "Tauchgebiete" weitergesponnen, vor allem, was die Konsequenzen besagter Safari angeht
@wolly.b: Find ich klasse, dass Du das so offen und sachlich gepostet hast, bewahrt uns vor einem verschwendeten Urlaub
Hering
Antwort von wolly.b am 03.08.2004 - 14:22 Verantwortung hat in erster Linie jeder für sich selbst, da sind wir uns doch alle einig. Aber – das kann doch nicht bedeuten, dass auf einer Safari jeder machen kann was er will. Hier liegt die Verantwortung doch bei dem Guide. Wenn er keine „führende“ Rolle übernimmt, wer denn dann?. (Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch!) Ein Guide muss auf einer Safari klaren Ansagen machen und diese auch durchsetzten. Ich habe doch als Tauchgast gar keine Möglichkeit Einfluss zu nehmen, zumindest nicht ohne einen Streit anzuzetteln . Alle sitzen in einem Boot, wenn etwas passiert fahren alle Heim. Deshalb kann ich den Spruch „jeder ist für sich selbst Verantwortlich“ so nicht akzeptieren. Ich sollte mich beim tauchen doch grundsätzlich so verhalten, das ich andere nicht gefährde. Also trägt jeder durch sein verhalten auch Verantwortung für die anderen.
Den Kommentar von @Jens Ratzlaff verstehe ich nicht ganz. Es geht doch nicht darum, dass ich trinke und dann den Guide verantwortlich mache.
Angenommen die Safari wird aufgrund eines Unfalls, der durch Alkohol zu begründen ist abgebrochen. Der Guide hat kein Tauchverbot erteilt. An wen darf ich mich als Tauchgast dann wenden, an den verunfallten Taucher, den Guide, oder den Veranstalter?. Oder habe ich einfach Pech und die Kohle und der Urlaub ist im Eimer?.
Damit sind wir wieder bei der Frage von „Kabu“, wer trägt letztendlich die Verantwortung?.
(Zur Klarstellung: Der in meinem Seawolf Bericht beschriebene Unfall, geschah nicht aufgrund von Alkohol.!)
Antwort von Antialki am 04.08.2004 - 19:33 Ich habe bisher nur "Alkohol nach dem letzten Tg. am Tag" kennengelernt. (Auch bei Daytrips)
Ist dann ziemlich klar:
Eigenverantwortliche Selbstbestimmung welches der letzte Tg. am Tag ist!
Und sollte durch tauchen nach saufen ein Abbruch des Trips passieren (Kammerfahrt, ect.) würd ich mich an den Veranstalter halten, der ist fuer die Sicherheit an Bord verantwortlich, dort vertreten durch Skipper und Tourleader. Gelobt sei dann, wenn in D. gebucht wurde, dann ist zumindest diese Haftung klar!
Antwort von blubber_baer am 05.08.2004 - 07:58 @ Antialki:
Viel Spaß, der Veranstalter wird dich zu recht auf den Haftungsausschluß verweisen und dir noch einen freundlichen Hinweis darauf geben, dass Du Dich an den Säufer wenden kannst.
Zudem widersprichst Du Dir selbst: "Eigenverantwortliche Selbstbestimmung welches der letzte Tg. am Tag ist!" und gleich darauf "Und sollte durch tauchen nach saufen ein Abbruch des Trips passieren (Kammerfahrt, ect.) würd ich mich an den Veranstalter halten, der ist fuer die Sicherheit an Bord verantwortlich, dort vertreten durch Skipper und Tourleader". Wo bleibt denn da die Selbstverantwortung, wenn Du Dich doch wieder auf den Veranstalter beziehst?
Aus meinem juristischen Grundwissen heraus dürfte dieser haftbar sein, da er wissentlich (hat die Erklärung unterschrieben) und schuldhaft (hat ja freiwillig getrunken) den Abbruch der Tour herbeigeführt hat.
Auch dass sollte sich jeder, der mal gerne einen hebt, vor Augen führen, was das noch alles für Konsequenzen haben kann.
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