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Angst ab einer TIEFE von 20m......BITTE UM HILFE?!
Abgesandt von Zeromancer Registriertes Mitglied am 11.01.2005 - 10:46:

Hallo,
mir ist folgendes passiert was mich sehr belastet.
Aber erst mal zurPerson damit Ihr es eventuell miteinander verbinden könnt:

-35 Jahre alt
- Gesundheitlich STABIL ( keine OPS od. Erkrankungen )ausser eine EINGEFALLENE od. eher verengte NASENSCHEIDEWAND ( rechts ) was mir ab und an den DRUCHAUSGLEICH erschwert! Bei Erkältung permanenter Druckausgleich von NÖTEN!
- Brillenträger unter 2 Dio. ( Weitsichtig ) KEINEN BRILLENEINSATZ in der MASKE!
- CMAS* an die 100 TG`S
-Kalt u. Warmwasser Taucher
- Ausrüstung Komplett, LAM von Mares usw.

Nun zu meiner FRAGE:
War im August bei James & MAC in Hurghada. Wie immer alles schön. Attest vom Arzt noch aus der heimat u. AKTUELL! Die ersten 3 tage in einem Tiefenberecih von 10-15 Metern. Dann der besagte 4 Tag. Ich bekomme plötzlich ein UNGUTES GEFÜHL, unter mir wird es tiefer und tiefer, es wird immer Dunkler und der Grund ist nicht mehr zu sehen. Ich bekomme eine Art ANGSTGEFÜHL " Mensch wenn jetzt was passiert, Kreislauf od. so....." Mir wird ganz komisch. Bei dem Blick auf den Tiefenmesser = Anzeige 21m. zeige meinem Body an das was nicht stimmt. Aufstieg bis auf 15m, ich komme zur Ruhe. Der Tauchgang geht NORMAL weiter!Tag 5: Unser Guide erzählt uns von der schönen Riffkante auf ca. 25m, danch geht es abwärts. Hier sollen sich Haie und eine RIESENMURÄNE aufhalten. Gesagt getan, ab auf die Kante.
wir knienen uns an die Kante und schauen in die DUNKEL vor uns liegende tiefe SEE. Plötzlich kommt aus dem NICHTS eine riesiege 3-4m Muräne direkt auf mich zugeschwommen. ANGST?! Ich fing an zu HYPERVENTILIEREN, mein Blick wurde immer enger...wieder diesen GEDANKEN...wenn jetzt was passiert....die TIEFE......... Anzeige zum Body, es stimmtwas nicht...langsammer aufstieg in die 15m Marke. Nach 2 Minuten kann ih meinen atem wieder regulieren. Der Tuachgang geht weiter!
Soetwas habe ich noch nie erlebt. Aber dieses Gefühl bekomme ich die letzten TG`S ab der Marke um die 20m des öfteren. Was geht in meinem Kopf vor. tauchen entspannt mich und soll mir keinen Stress bereiten. Kann es an der Dunkelheit oder der Sehstärke liegen? Würde mich riesig über Tipps freuen! geht es jemandem ÄHNLICH?

LG Holgi



Antwort von nebrius Registriertes Mitglied am 11.01.2005 - 11:14
Hallo Holgi,

1) Find ich toll, dass Du so offen bist und Dein Angstgefühl hier so postest.
2) Mach Dir keine Sorgen, da ist nix körperliches bei Dir als Auslöser (bin zwar kein Arzt, hab aber schon einiges auch an Ausbildung hinter mir)
3) Die 20m Marke und das "bodenlose" Gefühl sind bei Dir reine Kopfsache (und sicherlich bei vielen anderen Tauchern auch).
4) Es ist sehr gut beim Tauchen zu wissen, welche Situationen man mag, und welche nicht. CMAS* mit 100 TG - ist ja eigentlich ganz ordentlich. Überleg mal, wo Du bis jetzt überwiegend getaucht bist, wie oft Du unterschiedliche Buddys hattest und wie tief Deine Tauchgänge so durchschnittlich waren. Vielleicht war das ja Deine ersten Tauchgänge in einem tropischen Meer mit toller Sicht und Drop-Off (Riffkante, die im "bodenlosen" dunklen Blau verschwindet) und vielleicht bist Du mit einem unbekannten Partner getaucht. Unwohlsein geht der Angst vorraus, das ist noch OK. Angst ist ein ganz natürlicher Instinkt, der den Menschen (und Tiere) in Gefahrensituationen (seien sie nun real oder nur imaginär) mobilisiert. Wenn sich daraus jedoch beim Tauchen eine Panik entwickelt ist das sehr schlecht, weil man die meißt auch mit einem sehr guten Partner nicht mehr in den Griff bekommt. Du hast jedoch genau richtig gehandelt und bist auf eine Tiefe gegangen (15m) in der Du Dich wohl fühlst (wobei es im Roten Meer eigentlich egal ist, ob man in 20 oder 15m umherdümpelt. Auch Deine Symptome (Herzrasen, Hyperventilation etc. hast Du bewußt und richtig wahrgenommen) - mach Dir keine Sorgen, solche Situationen, in denen man sich nicht wohl fühlt, können beim Tauchen auftreten. Und ehrlich gesagt sind mir solche Taucher, die solche Situationen selbst erlebt haben, auch lieber, als die "Großmäuler", mit der Einstellung, sowas kenn ich nicht und passiert mir auch nicht (und irgendwann ist es dann doch soweit....)
5) Hier mein Ratschlag: Geh weiter Tauchen. Such Dir einen fortgeschrittenen Tauchpartner mit dem Du Dich gut verstehst und dem Du vertraust und gehe langsam an Deine 20m Marke herran. Höre vor jedem Tauchgang auf Deine Gefühle und tauche dann so, das Du Dich sicher und gut fühlt und hab auch den Mut zu einem Tauchgang Nein zu sagen. Mach eventuell einen Kurs "Tauchsicherheit und Rettung" auch das gibt Sicherheit. Kontrolliere Deine Tarrierung, so dass Du jederzeit und in jeder Tiefe frei ohne Flossenbenutzung im Wasser schweben kannst. Ich bin sicher, dass Du das in den Griff bekommst und auch später Spaß am Tauchen jenseits der 20m haben wirst (wobei 20m im Roten Meer nicht zu verwechseln sind mit 20m in einem unserer trüben Seen).

Viele Grüße
nebrius (TL2) (ups, jetzt habe ich mich geoutet)
Antwort von henri Registriertes Mitglied am 11.01.2005 - 13:03
Hallo Zeromancer,

also ich bin kein Arzt und auch nur Freizeittaucher. Ich halte die Durchführung von Tauchgängen unter permanentem Angstgefühl aber für gefährlich. Wenn keine physischen Ursachen auszumachen sind, dann wirst Du nicht umhinkommen, Dich mit Deiner Psyche auseinnader zu setzen. In meinem Bekanntenkreis haben das einige Taucher erfolgreich geschafft. Dabei hat ihnen häufig die Lektüre des Buches "Tauchen ohne Angst" von Monika Ramini weitergeholfen. Vielleicht hat jemand in Deinem Unfeld das Buch. Ansonsten ist es auch nicht so teuer.

Angst ist häufig eine Vorstufe von Panik. Kommt zu Deinem Empfinden vielleicht auch noch hinzu, daß der Tauchpartner nicht so reagiert wie Du das erwartest, dann sind die besten Voraussetzungen für einen Zwischenfall gegeben. Man braucht sich ja eigentlich nur die Berichte in der "Tauchen", der "Unterwasser" oder auch hier in dne Foren anzuschauen und wird feststellen, daß Angst in Kombination mit Unerfahrenheit, Ausrüstungsdefiziten oder unerwarteten Situationen die Auslöser waren.

Nun mein dringender Rat:

Tauche nur mit Partnern, die Dir bekannt sind.

DU mußt Ihnen von Deinem Problem vorher erzählen!

Beschäftige Dich mit Deiner Angst! Es ist nicht schlimm, Angst zu haben. Es ist schlimm, wenn Du damit unter Wasser nicht umgehen kannst. Du mußt lernen sie zu beherrschen.

Grüße,

Henri
Antwort von **-diver Registriertes Mitglied am 11.01.2005 - 13:07
Sich seiner Gefühle bewusst zu werden / zu sein ist sicherlich ein guter Ansatz.
Auch ich empfehle dir zusätzlich das Buch von Monika Rahimi (Ramini wirst du evtl. nicht finden) "Tauchen ohne Angst", das könnte dir evtl. weiter helfen.
Ich bin mir sicher, du kriegst das in den Griff - stets "Gut Luft"
Antwort von KarinM Registriertes Mitglied am 11.01.2005 - 14:26
@Holgi: hast du deinen Buddy schon eingeweiht?
Ich hatte im Urlaub einen Buddy, der auf ca. 20 m mir erst ein Zeichen von Unwohlsein gezeigt hat und dann Panik bekommen hat. Sie hatte gesagt, dass dies das erste Mal war, dass ihr so etwas passiert ist.
Nach vielen Gesprächen haben wir herausgefunden, dass sie schon mal ein weniger schönes Erlebnis in der `Tiefe` hatte.
Wir haben dann ein `Aufbautraining` mit ihr gemacht. Zuerst auf 5 Meter, dann 10 Meter etc.. Dann habe ich ihr mal eine Muräne auf ca. 18 Meter gezeigt und sie da, neugierig wie sie war, hat sie sich mit mir die Muräne angeschaut. So war die Tiefe nun auf einmal kein Problem mehr für sie.
Zudem haben wir viel mit ihr geredet und dadurch ihr Selbstbewusstsein wieder aufgebaut.
Meine Frage nun an dich: gab es mal ein Erlebnis, welches du beim Tauchen hattest, was dich evtl. immer noch beschäftigt? Wenn ja, dann rede mit deinem Buddy/TL darüber.
Gruss,
Karin
Antwort von Christian M. Registriertes Mitglied am 11.01.2005 - 15:09
Hi,

schonmal mit Nitrox probiert?
Könnten das nicht schon erste Anzeichen eines Tiefenrausches sein, die dann durch den höheren O2-Gehält gemindert werden?

Gruß
Christian
Antwort von bubblemaker Registriertes Mitglied am 11.01.2005 - 15:32
@ Holgi
Hai,
bleib oben
war nur ein Scherz
Ich kenne diese unbestimmte Angst vor der Tiefe, die sich plötzlich einstellt. Kein besonderer Grund, vielleicht nur der Haken der Lampe, der nicht mehr da hängt, wo er sonst immer ist und dann......blödes Gefühl.
Die einzige Chance, jedenfalls habe ich das bei mir festgestellt, ist TAUCHEN.
Jede Woche ein TG bei widrigen Bedingungen oder bei schönem Wetter... egal.. Tauchen.
Das Unterbewusstsein gewöhnt sich an die Tatsache, dass du entschieden hast , tauchen macht Spaß.
Versuch es!
übrigens finde ich es super, dass du so offen mit deinen Ängsten umgehst.
viele Grüsse und
good bubbles
bubblemaker
Antwort von Platsch am 11.01.2005 - 16:23
hallo Holgi ,
ich denke mal , nebrius hat den Kern getroffen . Das ist ein reines Kopfproblem , vermutlich durch den Drop off ausgelöst . Das Schweben über einem bodenlosen Abgrund ist nicht jedermanns Sache weil die visuelle Referenz ( zum Boden ) fehlt . Es gibt Menschen , die sogar das Gefühl haben , dieser schlund würde sie sozusagen "anziehen" . das hat nichts mit Tiefe oder tiefenrausch zu tun und würde auch nicht weggehen , wenn du Nitrox verwendest . Ist halt eher so etwas wie Höhenangst , bloß unter Wasser .
Ich würde dir empfehlen , dich eventuell langsam noch mal an die Geschichte ranzutasten , indem du z.B. mal in einem Steinbruch tauchst . Dort gibt es meist Steilwände , die eine ähnliche Kante haben . Tauch dann mal in Bögen vom Flachen Teil über die Kante und wieder zurück . Wenn du damit keine Probleme hast , steiger dich und tauch ein Stück an der Wand herunter usw. - aber nur , solange du dich wohlfühlst .
( Nimm aber einen erfahrenen , vertrauten Buddy mit ).
Wenns gar nicht hinhaut - es gibt auch andere schöne Tauchplätze ohne Drop-off . !
Antwort von AndréM Registriertes Mitglied am 11.01.2005 - 16:31
Boah, das mit der Riesenmuräne (so gross werden die Viecher?) hat mir echt ne Gänsehaut gemacht.
Ich hab für nächsten Sommer Ägypten gebucht und Schlangen und alles schlangeartige sind für mich der
reinste Alptraum.
Hab noch keine Ahnung, wie ich das in den Griff kriegen soll.

Wenn jemand nen Tip hat, ich höre gerne zu

Gruss, André
Antwort von und 26 Gäste Registriertes Mitglied am 11.01.2005 - 17:31
@AndréM: mach halt die Augen zu beim Tauchen...
@Zeromancer: das sind ja alles ganz mitfühlende Tipps hier, allerdings empfehlen wir, die Problematik bei der nächsten TTU abklären zu lassen. Es gibt noch andere schöne Sportarten...
Antwort von Ekki Registriertes Mitglied am 11.01.2005 - 18:09
@und 26 Gäste: es gibt auch andere Foren, in denen man sich rumtreiben kann
Antwort von Noch etwas am 11.01.2005 - 18:28
Oh 26 Gäste, Du Obertaucher aller Wassersportler, Zeus der Tauchszene - oder gar Gott?

So nun ist gut mit dem Gelästere.

Ich denke es ist immer schwer jemandem einen Rat über das Netz zu erteilen, wenn uns zudem um ein Sache geht, die evtl. etwas mit der Gefühlswelt zu tun hat.
Es wurden viele gute Ratschläge gegeben, das Buch Tacuhen ohne Angst kann ich Dir auch empfehlen, sein nicht besorgt, mit der Lektüre wirst Du nicht zum Schisser deklariert, es stehen viele gute Dinge drin.
Jedoch der beste Ratschlag ist der gewesen, mit Leuten zu tauchen, die man kennt. Ich beherzige diesen Rat sehr und nun warum: Ich hatte mal einen TG bei "Nullsicht", 30m, dann die Feststellung, Gruppe zersprengt, obwohl Schulter an Schulter getaucht worden ist, es war Dunkel, es war Kalt 4°, dann noch mal ein Blick nach rechts, links, oben und unten, Buddy noch neben mir, dann schlagartig einen Drehschwindel, wie im Karusell, war schon irre das Gefühl, also Buddy Unwohlsein & Schwindel angezeit, Zeichen zum Auftauchen gegeben und schon war die Hand da und es wurde langsam auf 25m aufgetaucht und alles war in Butter. Ist eben eine geile Sache wenn man dann einen Partner hat, den man kennt und auf den man sich verlassen kann. Ach ja, nach ca. 4h Grillpause ging es wieder ab ins Wasser, "Nullsicht", nur noch 20m und war auch ein toller TG. Ob es durch die Angst/Unwohlsein gekommen ist oder ein Räuschelein der Tiefe war keine Ahnung, habe dafür bis jetzt noch selber kleine Erklärung.
Antwort von AndréM Registriertes Mitglied am 11.01.2005 - 18:29
@und 26 Gäste:
Antwort von gunther Redaktionsmitglied am 11.01.2005 - 21:59
100 % für Nerbius
außerdem das oben erwähnte Buch.

Ich kenne noch jemand mit dieser Angst, ganz langsam gibt sich das wieder, ein vertrauter Partner hilft ungemein. Nach einiger Zeit ging es dann besser, kein riesiger Schritt oder so etwas, es kam von alleine.

Wichtig ist sicher zu stellen, dass es keine körperlichen Ursachen hat, die Du nur nicht richtig erkennst.

Viel Spaß beim Tauchen
Gunther
Antwort von Famous Last Words am 11.01.2005 - 22:03
hallo zeromancer!

zusätzlich zu den kommentaren der anderen kann ich noch hinzufügen:
da du mit 2dpt weitsichtig bist und bereits nicht mehr 20 (die augen werden ja nicht besser..), hast du doch sicher eine leichte beeinträchtigung beim tauchen?! (computer und uhr lesen??) ich selber bin mit 6dpt weitsichtig (und noch 20) vor einigen jahren konnte ich beim tauchen ohne probleme ohne sehhilfe auskommen. allerdings hab ich mich nie perfekt wohlgefühlt, obwohl ich mit meiner sehleistung zufrieden war. dass die aber doch nicht ausreichend war, habe ich bemerkt als ich das erste mal mit kontaktlinsen tauchen war: bei widrigen umständen in einem dunklen gewässer habe ich mich mit den linsen wohl wie nie zuvor gefühlt. man behält einfach doch eher den optischen bezugspunkt zum boden, wenn man mit sehhilfe taucht! (zuvor hatte ich oft das gefühl, dass mir der boden unter den füßen wegrutscht)
tageslinsen sind eine prima möglichkeit beim tauchen, da sie bei verlust kein vermögen bedeuten und sehr weich und daher gut zu (er)tragen sind und sich zum probetragen prima eignen. außerdem bieten linsen auch eine optisch bessere korrektur des sehfehlers, da sie den sehfehler direkt am auge korrigieren und nicht - wie die in die maske eingesetzten gläser - weit vom auge entfernt. außerdem müssen die gläser bei weitsichtigen sozusagen umgekehrt in die maske eingesetzt werden, das bedeutet zusätzlich einen schlechteren ausgleich.

und ansonsten: keep cool und viel spaß beim tauchen!
Antwort von musher Registriertes Mitglied am 12.01.2005 - 04:24
Hallo,
Du könntest es auch noch Anderst mit einem erfahrenen Buddy versuchen, welchem Du vertraust.
Tauche mit ihm, ohne daß Du einen Tiefenmesser verwendest.
Mache mit ihm einige Tauchgänge an solchen Steilwänden,oder auch an Tauchplätzen, welche stetig in tiefere Regionen abfallen, zuerst nur im 10 - 15m Bereich und er soll dann, wenn Du alles für gut erklärst versuchen, langsam die Tiefe zu steigern.
Durch diese Mischung an Tauchplätzen bemerkst Du dann ja auch, ob es die Tiefe an sich ist, oder eben nur das Bodenlose
Hatte auch mal einen Buddy, der wurde am Anfang immer eingehämmert, daß 20m tief genug seien.
Folge war, später wie sie es dann wollte wurde es ihr bei 20m auch immer unwohl.
Dann tauchten wir maM mit ihr und sagten nach dem TG, daß wir auf 30m waren. Sie kein Unwohlsein mehr hatte und auch später ohne Probleme in diese Tiefe konnte.
Antwort von Tümpi Registriertes Mitglied am 12.01.2005 - 07:26
Angst beim Tauchen kann schon fatal sein. Du solltest auf jeden Fall was dagegen tun. Es ist allerdings auch keine Schande in deinem Falle nur Tauchgänge zu machen, die flacher als 20 m sind und nicht an einer Steilwand stattfinden. Gehs lieber langsam an. Ganz wichtig ist, das der Buddy Bescheid weiß, dann stellt der sich drauf ein und ihr habt einen zufriedenen Tauchgang. Ich hab kein Problem, wenn jemand sagt, er will nur flach tauchen. Dann wird halt entsprechend organisiert und es gibt ja noch andere Buddys.
Viel Erfolg bei deinen Bemühungen und vergiss nicht, Tauchen soll Spass machen und entspannen.

Tümpi
Antwort von EinTaucher Registriertes Mitglied am 12.01.2005 - 08:54
@ musher:

ohne Tiefenmesser an der Steilwand, noch was blöderes ist Dir nicht eingefallen oder?

Ansonsten fällt mir eigentlich nur ein, tauchen, tauchen, tauchen und dabei langsam den persönlichen Aktionsradius erweitern.....

gut Luft

EinTaucher
Antwort von und 26 Gäste Registriertes Mitglied am 12.01.2005 - 08:59
Jo, wird ja immer besser mit den guten Ratschlägen hier...
Wenn die gute Wurst das alles ernst nimmt, gibts bald wieder was zu lesen im Unfallforum. Nur schade, dass Buddy dann wahrscheinlich auch mit betroffen ist...
Antwort von Tecdiver77 Registriertes Mitglied am 13.01.2005 - 21:55
Merkwürdig ist an der ganzen Sache, dass die Angstzustände fast immer ab der 20 Meter Marke einsetzen. Beobachte mit einem erfahrenen Buddie diese Zustände weiter und wenn sich bei den nächsten 10-20 Tauchgängen nichts daran geändert hat, würde ich auf eine beginnende Stickstoffnarkose tippen, die bei dir halt leider schon ab 20 M einsetzt. Angstzustände können ein Teil der Symptome dazu sein.
Sollte das der Fall sein, könntest du z.B. mal auf Nitrox umsteigen. Auf jeden Fall, ohne dir Angst einzujagen, der Sache auf den Grund gehen. Und auch nur wenn es ein psychologisches Problem ist. Es gibt Techniken und Schulungen, weiterführende Kurse und auch andere Gase um dem vielleicht entgegenwirken zu können.

Viel Glück und allzeit gut Luft
Antwort von und 26 Gäste Registriertes Mitglied am 13.01.2005 - 23:27
Nun ja - vielleicht liegs ja auch nur an der falschen Atemreglerkonfiguration...
Antwort von musher Registriertes Mitglied am 14.01.2005 - 04:16
Hallo EinTaucher, der Tauchgang soll nicht ohne Tiefenmesser erfolgen. Der Tiegenmesser muß natürlich mit. Aber der Tiefenmesser kann so angebracht sein, daß man ihn nicht dauernd im Blieckfeld hat und wirklich bewußt schauen müßte. Dazu muß man natürlich auch Vertrauen zu seinem Buddy haben, bei diesen Tauchgängen.
Es ist aber nur leider mal so, daß diese Panik alleine aus dem Unterbewußtsein kommen kann, huch schon wieder 20m tief, jetzt wird es aber übel. Hat nun der Betroffene keinen Blick auf den Tiefenmesser und vertraut auf den Buddy, welcher natürlich gut aufpassen muß ist es leichter rauszufinden, was der wahre Grund für die Panik ist. Ob es an sich diese bodenlose Tiefe an einer Steilwand ist, oder die Tiefe an sich an einem abfallenden Tauchplatz.
Hatte selber schon mal einen Buddy, welchem immer Unwohl wurde, wenn es tiefer 20m war. Dann amchten wir zu Dritt einen Tauchgang. Besagter Buddy ließ sich führen und drehte Tiefenmesser weg. Es wurde ein entspannter Tauchgang auf 30m. Buddy war beim austauchen selbst erstaunt, daß es so problemlos ging. Weitere Tauchgänge in die tiefe waren kein Problem mehr.
Sicher hatte Buddy einen Tiefenmesser bei sich, aber eben keinen Blickkontakt.
Antwort von EinTaucher Registriertes Mitglied am 14.01.2005 - 08:44
Hallo Musher!
Na so klingts schon nicht mehr ganz so gefährlich, ich halts aber trotzdem für keine gute Idee!
Stell dir einfach mal vor, auf 27m geht der Buddy verloren.....
Dann sucht der bereits verunsicherte Taucher mal den Tiefenmesser (der ja versteckt ist!), dabei verliert er mal kurz die Tarierungskontrolle und findet sich dann auf 35 m wieder, jetzt steigt der Luftdurchsatz aufgrund erheblicher Verunsicherung mal ordentlich an und erste Anzeichen von Panik machen sich breit...

Wies weitergeht kann sich jeder ausmalen....
(Es wird wohl mindestens ein traumatisches Erlebnis)

Ich bin der Meinung, daß jeder Taucher jederzeit wissen muß, wo und wie tief man gerade taucht.
(Er muß im Notfall ja auch alleine sicher zur Oberfläche kommen!!)

Des weiteren sollte man sich nicht ausserhalb seines Komfortbereichs aufhalten (und schon gar nicht, ohne zu wissen!)

Also nochmal, tauchen tauchen tauchen und wenns nicht wird, entweder im Flachwasser beleiben oder an Land...
von irgendwelchen Ho-Ruck Therapien kann nur abgeraten werden.
Jemand der höhenangst hat wird auch damit leben müssen, kein Sportkletterer zu werden....

EinTaucher
Antwort von Robster Registriertes Mitglied am 14.01.2005 - 09:50
Hallo Zeromancer!

Hört sich für mich nicht nach Stickstoffnarkose, sondern der uralten Angst des Menschen vor der dunklen, unbekannten Tiefe an. Wenn ich früher im Baggersee schwimmenwar habe ich mich auch gefragt, was da vielleicht unter mir lauert und mich vielleicht in den Zeh beissen könnte Ist natürlich Quatsch, denn kein Hecht würde hier auf die Idee kommen, bis ein Meter unter die Oberfläche zu schwimmen, um sich die Badegäste anzuschauen. So ist es auch in 10, 20 oder 30 m Tiefe. Aber wenn ich mich auf einen Felsvorsprung setzen und nach unten ins Dunkel schauen würde, kämen da vor meinem geistigen 3. Auge ehe Walhaie auf mich zu als Muränen. Da spielt uns die Fantasie halt einen Streich. Und wenn dann (wie bei Dir) tatsächlich was "angeschossen" kommt, dann ist die Reaktion mehr als verständlich.
Es sit natürlich ein Unterschied, ob man den Boden unter den Flossen sieht oder nicht, aber die Tiefe spielt dabei eigentlich keine Rolle. 10m Tiefe und null Sicht sind genauso belastend wie 20m und 30m Sicht. Also richte den TG nicht nach der Tiefe aus, sondern nach dem Ziel, was Du anpeilst.

Gruß Rob
Antwort von musher Registriertes Mitglied am 14.01.2005 - 16:13
Hallo EinTaucher,
wir wendeten es schon mal an.
Allerdings waren wir zu Dritt.
Ein Taucher führte und fragte auch immer, ob alles oki ist. Ein zusätzlicher Taucher hinten rein tauchte und die betreffende Taucherin im Auge hatte.
Es handelte sich dazu um ein gut sichtiges Gewässer.
Sicher ist es zu gefährlich, wenn Du so schon aus Sichtgründen aufppassen mußt, den Buddy nicht zu verlieren.
Du brauchst dazu die richtigen Gewässer
Antwort von heinz Brandhuber am 08.05.2005 - 06:30
Hallo Zeromancer,
deine Zustände kommen mir sehr bekannt vor.Bei einem TG im Jahre 93 bekam ich auf ca. 30 m plötzlich ein Angstgefühl. Verbunden war diese Angst mit einem Gefühl von beginnender Ohnmacht sowie rasender Herzschlag. Da es im Grunde ein normaler TG war, konnte ich mir die Symptome nicht erklären. Diese Angstzustände bekam ich dann in weiterer Folge jedesmal , wenn ich die "Problemtiefe" erreichte. Eine medizinische Abklärung brachte kein Ergebnis. Auch konnte ich meinen Body nicht austricksen, indem ich den Tiefenmesser nicht mitnahm. Laut Auskunft des Arztes wusste mein Body auch ohne Tiefenmesser immer genau , wann er die kritische Tiefe erreichte. Ich konnte die Symptome nach ca. 1 Jahr zwar einigermaßen beherrschen, indem ich bei Beginn dieser schnell ein paar Meter auftauchte( die Sypmtom waren dannn wie weggeblasen), jedoch war diese auch keine Dauerlösung. Eine Befreiung dieses Übelstandes konnte ich erst nach einer Druckkammerfahrt im Rahmen eines Tauchclubausfluges nach 2 Jahren erwirken.
Auffallend dabei war, dass mich auch in der Druckkammer auf ca. 30 m das Angstgefühl überkam. Ich war kurz davor den Stopknopf zu drücken,überwand mich aber . Die anschließende Fahrt auf 50 m war dann ok. Mein nächster TG im Freiwasser führte mich danach ohne Probleme auf 40m.
Fazit: Obwohl die Symptome bei mir ähnlich eines Tiefenrausches waren, schließe ich dies aus. Bei deiner Problemtiefe ist ein Tiefenrausch gänzlich auszuschließen. Mein Hausarzt meinte , dass Auslöser ein Unwohlsein während des letzten "normalen TG" die Ursache sein könnte, und mir die Psyche seither einen Streich spielte.
Persönlich hielt ich es in dieser Zeit für wichtig, mich trotzdem an die kritische Tiefe heranzutasten. Ich instruierte jedoch vorher immer wieder meine Tauchpartner.Ich ließ sie immer hinter mir tauchen, sodass sie meine gelegentlichen schnellen Kurzaufstiege immer sehen konnten und ich ihnen dadurch nicht abhanden kam.
Ich hoffe, ich konnte dich einigermaßen informieren
Grüße Heinz

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