Angstgefühl beim Abtauchen! Abgesandt von Anke am 28.09.2002 - 20:04:
Habe meinen OWD und gerade 15 Tauchgänge gemacht. 5 Tauchgänge davon waren im urlaub ( Atlantik ) wo ich nach etwas Aufregung an der Oberfläche total entspannt getaucht bin. Total fasziniert von der Unterwasserwelt habe ich nun das Problem ( besonders zu Hause in Süsswasser ) das ich beim abtauchen totalen Stress entwickel und das Gefühl habe nicht genug Luft zu bekommen. Bin ich dann unten und gleite da so vor mir hin, möchte ich am liebsten nicht mehr rauf. Wer hatte die Probleme auch und kann mir einige gute Ratschläge geben???Ist echt total nervig und blöd wenn dies immer im Weg ist . Danke für Eure Hilfe!
Antwort von Feuerkoralle am 28.09.2002 - 22:00 Ich kann mich gut daran erinnern, da ich eine ähnliche Problematik hatte. Einen richtigen Tipp habe ich aber eigentlich trotzdem nicht parat - kommt Zeit, kommt Rat. Soll heißen, dass es bei mir mit der Zeit besser wurde und irgendwann verschwunden war.
Allerdings solltest du wirklich regelmäßig (1x pro Woche oder öfter) tauchen. Ein Buddy, der Ruhe ausstrahlt und genug Erfahrung hat, ist sehr hilf- und lehrreich.
Mach dir bewußt, dass du es kannst und dir dein Kopf einen Streich spielt - alles nur ne Kopfsache. Durch die Häuftigkeit und die Erfahrung, dass es geht, kommt nach und nach die Besserung.
Ähnlich sieht`s bei den Versuchen aus weniger Luft zu verbrauchen - klappt nämlich bewußt/erzwungen sowieso nicht und wird automatisch immer besser.
Ich drück dir die Daumen !!!
Antwort von max am 28.09.2002 - 22:56 Liegt vielleicht auch bisschen an der normalerweise etwas schlechteren Sicht bei uns. Geh doch mal an nen übungssee, leg dich auf ne Plattform unterwasser und entspann! Irgendwann fühlst du dich einfach Unterwasser zuhause, und dann verschwindet auch das beklemmende Gefühl beim Abstieg.
Noch was, vielleicht hilft`s, die Abstiege nicht im Freiwasser, sondern mit Bodensicht zu machen!
Max
Antwort von Stefan am 28.09.2002 - 23:34 Hatte ich bis vor kurzem auch - besonders bei schlechter Sicht. Das Wissen, das unter mit in ca. 6m der Seegrund ist, hat mir geholfen - aber letztendlich hilft nur die Wiederholung. Nach jetzt 60 TG ist das Problem - fast ganz - verschwunden.
Antwort von oliver am 29.09.2002 - 18:56 hm....wie schon einige geschrieben haben ist das wohl deshalb so weil der gleichgewichtssinn im mittelohr nicht dieselben daten wie die augen liefert. das macht ein unsicherheitsgefühl.dem kann man abhelfen indem man sich eine permanente sichtreferenz gibt,also immer weiß wo oben und unten ist und das auch immer sehen kann. mein tipp wäre eben nur entlang einer steilwand abzutauchen die man permanent sehen kann.also immer schön nah dran bleiben dass man sie sieht.oder ein bojenseil dabei haben mit oben ner boje dran.dann hat man was auf das man sich fixieren kann.oder eben bodensicht. so schafft man es daß mittelohr und augen gute freunde unter wasser werden
Antwort von Jörn am 29.09.2002 - 20:28 ...völlig normal, dein Unterbewusstsein regiert dich noch. Es gibt einige richtig gute Tips und Tricks, wie man entspannt tauchen lernen(!) kann. Ein Buch, das viele Anhänger hat (auch mich), hat auch auf dieser Seite beste Empfehlungen erhalten:
"Tauchen ohne Angst", Monika Rahimi, BLV-Verlag
Eine Investition, die sich mehr als lohnt, sowohl für Einsteiger als auch(!) für Profis.
Antwort von TauchBommel am 30.09.2002 - 14:19 Jörn, hoffentlich haste jetzt nicht wieder eine Diskussion über besagtes Buch losgetreten. Hatten wir vor ein paar Monaten...ächzzz
Antwort von deepy am 30.09.2002 - 17:13 Dein Angstgefühl bzw. Aufregung ist normal, jeder Mensch reagiert anders wenn er in einen für den Menschen sehr gewöhnungsbedürftigen und manchmal auch (nach der Ansicht des Menschen) lebensfeindliches Medium eintaucht. (Dunkelheit, Kälte, Tiefe usw.)
Wichtig ist, dass alle anderen Faktoren, welche für ein erfolgreiches Tauchen wichtig sind und auch vom Taucher
je nach belieben geändert werden können stimmen.
z. B.
- ein zuverlässiger, sympatischer Tachpartner
- eine auf die eingenen Tauchgänge abgestimmte vertraute, praktische und angenehme Tachausrüstung.
- ein für den eigenen Ausbildungsstand geeignetes Gewässer bzw. max. Tiefe
Der Rest ist Gewöhnungssache und Routiene. Die Angst wird höchst wahrscheinlich mit der Zeit und dem Wissen, dass jeder mit Erfolg absolvierte Tauchgang, keinen Grund für irgendeine Angst rechtfertigt verschwinden oder allmälich schwächer werden. Positive Erfahrungen und das Wissen, mit möglichen Ausnahmesituationen umzugehen zu können nehmen die Angst in der Regel.
Antwort von deepy am 30.09.2002 - 17:29 Angst ist ein auch ein Schutzmechanismus, der dem Menschen vor verschiedenen möglichen Schädigungen, welche sich durch Gefahrensituationen ergeben könnten schützt.
Dieser Schutzmechanismus wird verschwinden oder schwächer werden, wenn man sich selbst durch regelmäßiges Tauchen zu verstehen gibt, dass dieser Schutzmechanismus nicht nötig ist, weil keine Gefahrensituation gestehet.
Antwort von micha am 01.10.2002 - 15:51 hallo anke,
das buch von monika ist wirklich sehr gut, habe mit ihr auf den malediven zusammen gearbeitet.
jörn hat recht es hilft nicht nur den beginner sondern sogar den "PROFIS"! du wirst sicher den einen oder anderen guten tipp bekommen. micha tl3
Antwort von Uli Schreiber am 04.10.2002 - 23:10 Probier mal folgendes:
Sauberes Abtauchen - Freitauchen üben. Also ohne Tauchgerät (das nennt man heutzutage Apnoetauchen) nur mit Schnorchel und Flossen, das geht auch im Freigewässer mit Trocki oder HT:
Flach auf dem Wasser liegen, Arme ausstrecken, Gesäß ruckartig abwinkeln und hoch aus dem Wasser, möglichst senkrecht nach unten stechen, mit möglichst wenig Geplätscher.
Wenn man das Gesäß ruckartig weit über die Wasseroberfläche bringt, bekommt man viel Gewicht, so dass man zunächst keine Flossenschläge braucht, also kein Geplätscher. Das kann man so verfollkommnen, dass es richtig schön aussieht.
Du kannst dann bis zum Grund tauchen und sauber mit leichten Flossenschlägen das ganze mit ca. 15 m Länge am Grund entlang ausgleiten lassen.
Du beginnst zunächst mit ca. 5 m Wassertiefe und steigerst bis auf 10 oder gar 12 m
Richtiges sauberes Abtauchen hat man vor 40 Jahren sehr gepflegt und gelernt. Damals hatte Schnorcheln noch einen höheren Stellenwert. Man hat es aus Spass an der Freude gemacht.
Diese Übung solltest Du in Wasser mit ca. 3 bis 4 m Sicht machen, sodass du anfangs den Grund gar nicht siehst, das bringt einen gewissen "Nervenkitzel" .
Gruß Uli
Antwort von Taucher-Jörg am 10.10.2002 - 11:34 Ich habe von meinem Tauchlehrer einen Tipp bekommen, da ich ein ähliches Problem hatte.
Einleitung:
a)
Dein Unterbewußtsein sagt Dir, das Du dich in einer lebensbedrohlichen Umgebung befindest - wir sind nun mal nicht für das Leben unter Wasser geschaffen.
b)
Die Sicht in den heimischen Seen ist nun mal leider nicht so gut wie in den Meeren der Urlaubsländer.
------------------
O. g. Punkte sorgen warscheinlich für Deine Nervosität. Dieser Nervosität kann man aber mit einem bischen Training sehr gut entgegenwirken :
1. Keine Hektik beim Zusammenbau der Ausrüstung.
2. Ein ausführliches Briefing mit dem Buddy.
3. Vor dem Abtauchen einen Moment an der Wasseroberfläche verweilen, und auf eine ruhige Atmung achten, dann abtauchen.
4. Beim Abtauchen (also dem Moment, wo Du besonders nervös bist) auf Dich selbst einreden, und fragen "warum bin ich nervös?"
Du wirst ganz schnell feststellen, das Du keinen Grund dafür findest nervös zu sein ,wenn Du alles so machst, wie Du es gelernt hast (Buddycheck, Ausrüstungscheck usw...)
Wenn Du noch keine Instrumente besitzt (Tiefenmesser, Kompass, Computer) würde ich Dir raten, sieh zu, das du diese bald hast. Die Instrumente geben eine gewisse mentale Sicherheit (man kann ablesen in welcher Tiefe man sich befindet, in welche Richtung der "Heimweg" ist - Kompass)
Die o. g. Tipps haben mir geholfen! Heute springe ich auch bei schlechter Sicht gerne ins Wasser.
Würde mich freuen, wenn Du mal ein Feedback zu meinen Ausführungen posten würdest.
Antwort von PetraZ. am 10.10.2002 - 16:22 Hai Anke...dieses Gefühl hatte ich auch, als ich nach längerer Zeit mal wieder hier in einem See tauchen war..."kalt...dunkel...ich will hier raus"
Hätte ich damals nicht einen so guten Buddy gehabt, wären mir wunderschöne Erlebnisse entgangen....Nimm dir jemanden mit, der Erfahrung hat, dem du aber vor Allem vertraust.
Ich bin keine große Freundin von theoretischen Abhandlungen, wie sie in o.g. Büchern beschrieben werden....versuche es einfach immer wieder, Du wirst sehen, daß es Dir dann bald keine Probleme mehr bereiten wird.
PetraZ.
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