Artikel bei Aktuelles: Krill Öl Abgesandt von D-32 am 12.03.2007 - 20:56:
Ich stelle es hier mal vor allem als Diskussionsgrundlage für die Redaktion - und natürlich auch alle anderen ein.
Muss es wirklich sein, dass überhaupt eine solche Pressemeldung hier auf einer Taucherseite erscheint? Hinter dem ganzen steckt die US-Firma Seven Trades, die schon mit pulverisiertem Korallenkalk zu Schweinepreisen und mit geradezu esoterischen Pseudogründen ("Biophotonen") die Leute über den Tisch zieht.
Und jetzt soll der antarktische Krill weggefischt, gepresst und zu Öl verarbeitet werden, damit Hunderttausende verfetteter amerikanischer und wohl auch europäischer Fastfood-Fresser ihre Müllernährung fortsetzen können?
Wer die falsche Nahrungszusammensetzung futtert und den Arxxx in den TV-Sessel hängt, der weiß, dass sowas irgendwann Arteriosklerose gibt. Aber die antarktischen Krillkrebse haben es (in einem der letzten nahezu fischereifreien Meere) nicht verdient, dass da nun Fangflotten aufkreuzen und sie auspressen, damit die Fettsäcke nichts an ihrem Verhalten ändern müssen!
@ Redaktion
Danke, dass ihr schon was dazu kommentiert habt, aber wer das (absolut empfehlenswerte!) Buch nicht kennt, weiß damit wenig anzufangen.
Dann lieber einen offenen Protest formulieren, so eine Meldung einkürzen anstatt indirekt für Seven Trades noch eine indirekte Werbeplattform zu schaffen.
Jo
Antwort von Tümpeltaucher de Luxe am 13.03.2007 - 10:08 So schlimm würde ich das nicht sehen!
So gesund ist Krill nämlich gar nicht, er enthält viel zuviel Fluorid und ist überdies Schwer zufange, wenn man kein Wal ist!
danke für den Hinweis und die Diskussionsanregung! Hier nochmal der Link zu der Pressemeldung, damit sie leichter zu finden ist:
Hier klicken Bin entsetzt aber nicht wirklich überrascht - es ist naheligend das irgendwann jemand auf die Idee kommt, dieses große Angebot an tierischem Eiweiß auszubeuten. Klassisches Beispiel für "die Nahrungskette runterfischen".
Kleine Frage an die Verfasser der Pressemeldung und zum Ökosystem-Verständnis.
- Wale sind dezimiert, drum gibts viel Krill
- Krill wird intensiv befischt
- wieviel Chance haben dann Wale und andere Tiere, die sich von Krill ernähren, wieder größere Populationen und eine natürliche Bestandsdichte zu bilden?!?
Kommentar der Redaktion zu dem Artikel find ich auch gut - das Buch ist übrigens SEHR zu empfehlen.
Hier klicken
lg,
Tom
Antwort von BIOnaut am 15.03.2007 - 17:36 PS, nur so, ein paar Zahlen und Fakten: Der Krillbestand (biomassemäßig soviel wie alle Menschen auf dem Planeten) wächst nicht. Er schrumpft (anders als die Menschheit) - auch ohne gezielte Befischung. Ursache: das Wintereis in der Antarktis, das mit seinen Eisalgen als "Aufzuchtregion" fungiert, wird durch den Klimawechsel unaufhaltsam weniger.
Und: Der Höhepunkt der Krillfischerei war schon in den 80ern: ~ 0,5 Mio. Tonnen p.a. ! Bitte die Quote mal vergleichen mit der "natürlichen Befischungszahl, s. unten. Japan, Russland, Korea, Polen und auch Deutschland haben bereits ordentlich nach Krill gefischt. Für Fischmehl, Paste, „shrimps“, Lachspellets usw.
In der Antarktis ernähren sich z.Zt. allein etwa 50 Mio. Krabbenfresser-Robben, Aber-Millionen von Seebären, Pinguinen u.v.a. Nicht-Wal-Arten von Krill. Sie verzehren etwa ~ 250 Mio. Tonnen dieser Leuchtkrebse pro Jahr (Individualmasse etwa 1,1 Gramm). Der jährliche "Krill-Verzehr" durch die (dezimierten) Bartenwale ist inzwischen von 200 auf 40 Mio t gesunken. In die Öko-Bresche sind teilweise die Antarktischen Seebären (aka "Pelzrobbe") gesprungen, deren Populationen sich in Südgeorgien in den letzten Jahren mönströs vervielfacht haben.
Best fishes,
BIO-Uli
PS. Ich war im Januar 2 Wochen auf einem Kreuzfahrtschiff erstmalig in der Sub-Antarktis und Antarktis. Das war das SPEKTAKULÄRSTE an TIERWELT und NATUR, was ich je gesehen habe! Ein unglaublicher Schatz, noch weitestgehend unberührt. Der Walfang und die Seehecht-Fischerei mit den tödlichen Konsequenzen für Millionen von Albatrossen machen allerdings eine mehr als unrühmliche Ausnahme. Intensiver Krillfang wäre eine weitere Katastrophe.
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