Auf dem Kopf stehen: Physiologische Auswirkungen ? Abgesandt von shuttle am 23.09.2007 - 00:33:
Ausgelöst durch die Diskussion im Thread "Kurze Frage / Trockentauchen" folgende Frage:
Unterstellt, ein Taucher (im Trocki) kommt in Tiefen von 30 bis 40 Meter in die Kopflage, Luft sammelt sich in den Beinen, Flossen sind weg und er schafft keine Drehung: zu welchen Auswirkungen (physikalisch und physiologisch) wird es kommen? (Unterdruck im Brustbereich, Blutstau, -Kreislauf ....)
Wie lange kann man/Frau dies aushalten und wie wirkt sich das Ganze auf Tiefenrausch / N2-Narkose aus?
Bitte nur sinnvolle/ fundierte Beiträge.
Antwort von Stephan K. am 23.09.2007 - 08:45 Mach doch einfach mal ein Handstand.
Das hälst du zumindest deutlich länger aus, als die Luft reicht.
Das Blut wird sich langsam stauen und dein Herz bekommt Probleme.
Aber das richtige Problem ist bei einem Kopfstand im Wasser, dass du die Drehung schaffst, auch ohne Flossen. (Beine anziehen und Drehung mit den Armen unterstützen). Wenn du dabei nach oben schiesst, dann wirst einen ziemlich schnellen Aufstieg hinlegen.
Antwort von shuttle am 23.09.2007 - 09:45 Stephan: ich bat ausdrücklich um fundierte Beiträge. Über das 1 x 1 bin ich hinaus. Trotzdem Danke
Antwort von °°steffi°° am 23.09.2007 - 18:29 Kommt drauf an, wie lange du Kopf stehst. Als erstes wirst du wohl Kopfschmerzen bekommen (ist bei meinem Buddy jedenfalls so, wenn er aus lauter Blödsinn einen Tauchgang lang kopfüber taucht. Was dann kommt, weiss ich nicht, vermutlich passiert aber garnichts, da dir die Luft zuerst ausgeht, oder vielleicht ein netter Buddy dabei ist, der dir hilft (ausser du bist Solotaucher)
Antwort von shuttle am 24.09.2007 - 00:29 ... ich hab`s befürchtet Bitte konzentriert euch auf die Fragestellung oder lasst es, bzw. diskutiert im Forum Ausbildung über Allgemeinplätze mit Leuten wie magicdiver3 etc.
Ich habe diese Frage ins Tauchmedizinforum gestellt in der Hoffnung, dass ein paar Leute den Ehm nicht nur im Bücherregal stehen haben und zur geschilderten Problematik und den damit verbundenen Problemkreisen etwas substantielles beitragen können. Gefragt war nach Physiologischen Auswirkungen (ich geb mal nochmals die Stichworte Unterdruck im Brustbereich, Bloodshift / Blutstau, -Kreislauf, venöser Rückstrom, Auswirkung auf ... .). Nun ich will mir die Frage ja nicht selbst beantworten, hoffte auf ein paar Antworten, aus denen man einen Mehrwehrt schöpfen kann.
Antwort von ttm49 am 24.09.2007 - 00:39 Ich habe zwar den "Ehm" nicht nur im Regal stehen, aber erinnere mich da nicht an besonders nennenswerte Effekte (die über das Hinausgehen, was ohnehin schon durch horizontale Lage im Wasser und allgemein höheres Druckgefälle hinaus geht, Stichworte hast Du selbst genannt). Im Vergleich zu "kopfüber" an Land wird durch den größeren Druckunterschied zwischen Füssen und Kopf eher weniger Blut "versacken", entsprechend geringer müssten die Auswirkungen als bei einem Kopfstand an Land sein.
Wenn Du aber die "Deutsche Hochdruckliga" fragst, dann wirst Du bestimmt zu hören bekommen, dass Du beim überkopf-Manöver mit einem Bein im Grab stehst, denn denen nach führen ja schon viel kleinere Blutdruckunterschiede als die durch das überkopf-stehen zur dramatischen Verkürzung der Lebenszeit. Könnte aber deshalb sein, weil denen 25% als "Hochdruck-krank" definierte einfach noch nicht genug sind...
Selbst stehe ich beim Tauchen immer mal ganz gern über Kopf, z.B., um an engeren Stellen etwas zu fotografieren o.ä. - habe aber ausser leicht erhöhtem Atemwiderstand des Reglern noch keine negativen Folgen erfahren.
Antwort von shuttle am 24.09.2007 - 08:16 @ttm:
"Selbst stehe ich beim Tauchen immer mal ganz gern über Kopf" -> ich auch, aber nicht >30m in einer Höhle und mit soviel Luft in den Beinen, dass die Flossen wegknallen Hintergrund ist der Unfall von Dr. Bernd Aspacher im Blautopf 2003. Die Staatsanwaltschaft attestierte in ihrem abschließenden Bericht Tiefenrausch. Anscheinend sei er durch Anstrengung und über Kopf-Haltung verstärkt worden (Dr. Aspacher hing ohne Flossen im Trocki auf rund 30m Tiefe kopfüber, Todesursache Ertrinken). Es gab damals ziemlich kontroverse Diskussionen. Ein Hyperbayrmediziner vertrat einmal die These, eine Verstärkung des Tiefenrausches in dieser Situation sei durchaus möglich. Mir zwar bis heute nicht nicht klar (Begründung), aber mehrere Ärzte, mehrere Meinungen Aber wenigstens mal einer, der vernünftig antwortet. Danke Dir !
Grüßle
Sh
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