Ausbildung im Ausland (!?!)
Eins vorweg: mir ist klar, dass ich mich hier “auf dünnes Eis” begebe. Ich will hier sicher niemand angreifen und alle TL hier im Forum sind sicher gute TL sonst würden sie sich hier nicht engagieren.
Mich stört aber schon seit einiger Zeit (eigentlich seit ich dabei bin), dass man im Forum immer suggeriert bekommt, dass nur eine Ausbildung in Deutschland gut ist. Im Verein oder in einer Schule – ganz egal, Hauptsache hier. Und das ist imho ganz großer Quatsch.
Es gibt gute Gründe die Ausbildung hier zu machen, aber ebenso gute Gründe sie nicht hier zu machen! Auch im Ausland vor Ort im Urlaub gibt es gute Tauchschulen und auch in D (oder CH, AT) gibt es schwarze Schafe.
Wer hier im Pool und im (Bagger)See gelernt hat, ist im Meer zunächst mal wieder ganz am Anfang – und natürlich umgekehrt...
Ich habe meine Ausbildungen alle im Urlaub (am Mittelmeer) gemacht und habe es bisher nie bereut. Alle in der Nachsaison in kleinen, lokalen Tauchbasen, zum Teil mit einem Verhältnis von 1:1 (Schüler:Lehrer) und habe sehr viel gelernt. Und vor allem habe ich das gelernt, was ich brauche und wo ich es brauche. Nichts gegen einen Pool – aber seine Maske auf 25m im Meer „zu verlieren“ und wieder aufzusetzen ist was anderes als im Pool auf 2,50m. Bei 1:1 ist das auch im Freiwasser gar kein Problem.
Hingegen habe ich selbst schon Situationen erlebt, in denen in D ausgebildete Taucher (die eben noch nie im Meer waren) kläglich versagt haben: Angst hatten vom Schiff ins „dunkle Wasser“ zu springen und Panikattacken bekommen haben und auf dem Boot bleiben mussten. Taucher die scheinbar noch nie von irgendwas ins Wasser gesprungen sind und so knapp absprangen, dass die Flasche am Boot hängen geblieben ist und der Taucher sich und das Boot ernsthaft verletzt hat. (Von den zig verlorenen Sachen, die solche Taucher bei der Rückwärtsrolle von sich schmeißen, ganz zu schweigen). Taucher die total unterbleit waren, weil sie sich geweigert haben, auf den Rat der lokalen Guides zu hören, weil „ihr“ Tauchlehrer in D gesagt hat, dass 5kg Blei für einen 90kg Mann ausreicht (mag ja im Süßwasser stimmen...) - aber halt nicht im Meer mit einem 5mm oder 7mm Anzug. Der kluge Guide vor Ort und einige erfahrene Gäste die als Buddy „herhalten müssen“ nehmen dann vorsorglich zusätzlich Blei ins Jacket um die Beratungsresistenten dann unter Wasser bei Bedarf nachzubleien. Taucher die vollkommen verständnislos fragen, wozu ich denn am Tag eine Lampe brauche oder die (wohlgemerkt als AOWD oder **) blass werden, wenn der Tauchgang auf 25m (oder tiefer) gehen soll – so tief ist ja kein Pool und der Baggersee wo man sonst taucht schließlich auch nicht, und der eine Prüfungstauchgang für den AOWD ist ja schon so lange her...
Taucher, die (wie eben so oft unterbleit) drohen ungewollt schnell aufzusteigen, verzweifelt „bergabschwimmen“ und mich anschauen, als hätte ich nicht mehr alle Latten am Zaun, wenn ich ihnen unter Wasser einen größeren Stein bringe (weil ich mal kein Blei übrig habe...)
Ich könnte noch viele Beispiele aufzählen – und das waren alles in D „bestens“ ausgebildete Taucher!
Umgekehrt erlebt man aber auch Taucher, die sich ihr Zeug nicht mal im Ansatz selbst aufrödeln können, weil das der TL, Guide oder Boy in sonst-noch-wo (meist in SO-Asien) immer gemacht hat oder die nur im Anzug mit Maske in der Hand leichtfüßig ins Boot hüpfen und nicht verstehen können, dass nicht schon ein Boy alles andere hergeschleppt hat. Und auch hier gibt es noch viele weitere typische Beispiele...
Was ich mit dem länglichen Posting ausdrücken wollte ist, dass es auch im Ausland gute Tauchschulen gibt und es durchaus eine gute Idee ist, eben dort zu lernen wo man auch vor hat, zu tauchen. Voraussetzung ist natürlich, dass man eine wirklich gute Tauchschule findet. Das gilt in D genauso wie anderswo.
In diesem Sinne fände ich es gut, wenn nicht auf Ausbildungsfragen jeder zweite Rat hier im Kern die Aussage „such erst mal eine Tauchschule in D“ beinhalten würde.
Nochmal: ich unterstelle mal allen TL hier, dass sie ihre Schüler umfassend auch auf „andere“ Tauchgebiete vorbereiten und gut ausbilden. Aber nicht jede Schule in D ist per se gut und es ist einfach schwierig, in Süd- oder Mitteldeutschland einen Tauchgang im Meer zu simulieren, bei dem man sich auf einem wackligen Boot bei Wellen fertig machen muss (unter Zeitdruck, denn schließlich warten ja die anderen Taucher) und dann ins Wasser springen muss und ein Tauchgang bis hart an die 40m Grenze (bei geeigneter Ausbildung) „normal“ ist, weil die „schönen Sachen“ im Mittelmeer halt oft tief liegen.
Nix für ungut
flops
Mich stört aber schon seit einiger Zeit (eigentlich seit ich dabei bin), dass man im Forum immer suggeriert bekommt, dass nur eine Ausbildung in Deutschland gut ist. Im Verein oder in einer Schule – ganz egal, Hauptsache hier. Und das ist imho ganz großer Quatsch.
Es gibt gute Gründe die Ausbildung hier zu machen, aber ebenso gute Gründe sie nicht hier zu machen! Auch im Ausland vor Ort im Urlaub gibt es gute Tauchschulen und auch in D (oder CH, AT) gibt es schwarze Schafe.
Wer hier im Pool und im (Bagger)See gelernt hat, ist im Meer zunächst mal wieder ganz am Anfang – und natürlich umgekehrt...
Ich habe meine Ausbildungen alle im Urlaub (am Mittelmeer) gemacht und habe es bisher nie bereut. Alle in der Nachsaison in kleinen, lokalen Tauchbasen, zum Teil mit einem Verhältnis von 1:1 (Schüler:Lehrer) und habe sehr viel gelernt. Und vor allem habe ich das gelernt, was ich brauche und wo ich es brauche. Nichts gegen einen Pool – aber seine Maske auf 25m im Meer „zu verlieren“ und wieder aufzusetzen ist was anderes als im Pool auf 2,50m. Bei 1:1 ist das auch im Freiwasser gar kein Problem.
Hingegen habe ich selbst schon Situationen erlebt, in denen in D ausgebildete Taucher (die eben noch nie im Meer waren) kläglich versagt haben: Angst hatten vom Schiff ins „dunkle Wasser“ zu springen und Panikattacken bekommen haben und auf dem Boot bleiben mussten. Taucher die scheinbar noch nie von irgendwas ins Wasser gesprungen sind und so knapp absprangen, dass die Flasche am Boot hängen geblieben ist und der Taucher sich und das Boot ernsthaft verletzt hat. (Von den zig verlorenen Sachen, die solche Taucher bei der Rückwärtsrolle von sich schmeißen, ganz zu schweigen). Taucher die total unterbleit waren, weil sie sich geweigert haben, auf den Rat der lokalen Guides zu hören, weil „ihr“ Tauchlehrer in D gesagt hat, dass 5kg Blei für einen 90kg Mann ausreicht (mag ja im Süßwasser stimmen...) - aber halt nicht im Meer mit einem 5mm oder 7mm Anzug. Der kluge Guide vor Ort und einige erfahrene Gäste die als Buddy „herhalten müssen“ nehmen dann vorsorglich zusätzlich Blei ins Jacket um die Beratungsresistenten dann unter Wasser bei Bedarf nachzubleien. Taucher die vollkommen verständnislos fragen, wozu ich denn am Tag eine Lampe brauche oder die (wohlgemerkt als AOWD oder **) blass werden, wenn der Tauchgang auf 25m (oder tiefer) gehen soll – so tief ist ja kein Pool und der Baggersee wo man sonst taucht schließlich auch nicht, und der eine Prüfungstauchgang für den AOWD ist ja schon so lange her...
Taucher, die (wie eben so oft unterbleit) drohen ungewollt schnell aufzusteigen, verzweifelt „bergabschwimmen“ und mich anschauen, als hätte ich nicht mehr alle Latten am Zaun, wenn ich ihnen unter Wasser einen größeren Stein bringe (weil ich mal kein Blei übrig habe...)
Ich könnte noch viele Beispiele aufzählen – und das waren alles in D „bestens“ ausgebildete Taucher!
Umgekehrt erlebt man aber auch Taucher, die sich ihr Zeug nicht mal im Ansatz selbst aufrödeln können, weil das der TL, Guide oder Boy in sonst-noch-wo (meist in SO-Asien) immer gemacht hat oder die nur im Anzug mit Maske in der Hand leichtfüßig ins Boot hüpfen und nicht verstehen können, dass nicht schon ein Boy alles andere hergeschleppt hat. Und auch hier gibt es noch viele weitere typische Beispiele...
Was ich mit dem länglichen Posting ausdrücken wollte ist, dass es auch im Ausland gute Tauchschulen gibt und es durchaus eine gute Idee ist, eben dort zu lernen wo man auch vor hat, zu tauchen. Voraussetzung ist natürlich, dass man eine wirklich gute Tauchschule findet. Das gilt in D genauso wie anderswo.
In diesem Sinne fände ich es gut, wenn nicht auf Ausbildungsfragen jeder zweite Rat hier im Kern die Aussage „such erst mal eine Tauchschule in D“ beinhalten würde.
Nochmal: ich unterstelle mal allen TL hier, dass sie ihre Schüler umfassend auch auf „andere“ Tauchgebiete vorbereiten und gut ausbilden. Aber nicht jede Schule in D ist per se gut und es ist einfach schwierig, in Süd- oder Mitteldeutschland einen Tauchgang im Meer zu simulieren, bei dem man sich auf einem wackligen Boot bei Wellen fertig machen muss (unter Zeitdruck, denn schließlich warten ja die anderen Taucher) und dann ins Wasser springen muss und ein Tauchgang bis hart an die 40m Grenze (bei geeigneter Ausbildung) „normal“ ist, weil die „schönen Sachen“ im Mittelmeer halt oft tief liegen.
Nix für ungut
flops
