Hier können alle Fragen zum Thema Tauchausbildung ausgiebig diskutiert werden. Verbandsübergreifend kann hier nach allem gefragt werden was zum Bereich Aus- und Fortbildung gehört - moderiert von erfahrenen Tauchern.
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Ausbildung im Ausland (!?!)

Eins vorweg: mir ist klar, dass ich mich hier “auf dünnes Eis” begebe. Ich will hier sicher niemand angreifen und alle TL hier im Forum sind sicher gute TL sonst würden sie sich hier nicht engagieren.

Mich stört aber schon seit einiger Zeit (eigentlich seit ich dabei bin), dass man im Forum immer suggeriert bekommt, dass nur eine Ausbildung in Deutschland gut ist. Im Verein oder in einer Schule – ganz egal, Hauptsache hier. Und das ist imho ganz großer Quatsch.
Es gibt gute Gründe die Ausbildung hier zu machen, aber ebenso gute Gründe sie nicht hier zu machen! Auch im Ausland vor Ort im Urlaub gibt es gute Tauchschulen und auch in D (oder CH, AT) gibt es schwarze Schafe.

Wer hier im Pool und im (Bagger)See gelernt hat, ist im Meer zunächst mal wieder ganz am Anfang – und natürlich umgekehrt...

Ich habe meine Ausbildungen alle im Urlaub (am Mittelmeer) gemacht und habe es bisher nie bereut. Alle in der Nachsaison in kleinen, lokalen Tauchbasen, zum Teil mit einem Verhältnis von 1:1 (Schüler:Lehrer) und habe sehr viel gelernt. Und vor allem habe ich das gelernt, was ich brauche und wo ich es brauche. Nichts gegen einen Pool – aber seine Maske auf 25m im Meer „zu verlieren“ und wieder aufzusetzen ist was anderes als im Pool auf 2,50m. Bei 1:1 ist das auch im Freiwasser gar kein Problem.

Hingegen habe ich selbst schon Situationen erlebt, in denen in D ausgebildete Taucher (die eben noch nie im Meer waren) kläglich versagt haben: Angst hatten vom Schiff ins „dunkle Wasser“ zu springen und Panikattacken bekommen haben und auf dem Boot bleiben mussten. Taucher die scheinbar noch nie von irgendwas ins Wasser gesprungen sind und so knapp absprangen, dass die Flasche am Boot hängen geblieben ist und der Taucher sich und das Boot ernsthaft verletzt hat. (Von den zig verlorenen Sachen, die solche Taucher bei der Rückwärtsrolle von sich schmeißen, ganz zu schweigen). Taucher die total unterbleit waren, weil sie sich geweigert haben, auf den Rat der lokalen Guides zu hören, weil „ihr“ Tauchlehrer in D gesagt hat, dass 5kg Blei für einen 90kg Mann ausreicht (mag ja im Süßwasser stimmen...) - aber halt nicht im Meer mit einem 5mm oder 7mm Anzug. Der kluge Guide vor Ort und einige erfahrene Gäste die als Buddy „herhalten müssen“ nehmen dann vorsorglich zusätzlich Blei ins Jacket um die Beratungsresistenten dann unter Wasser bei Bedarf nachzubleien. Taucher die vollkommen verständnislos fragen, wozu ich denn am Tag eine Lampe brauche oder die (wohlgemerkt als AOWD oder **) blass werden, wenn der Tauchgang auf 25m (oder tiefer) gehen soll – so tief ist ja kein Pool und der Baggersee wo man sonst taucht schließlich auch nicht, und der eine Prüfungstauchgang für den AOWD ist ja schon so lange her...
Taucher, die (wie eben so oft unterbleit) drohen ungewollt schnell aufzusteigen, verzweifelt „bergabschwimmen“ und mich anschauen, als hätte ich nicht mehr alle Latten am Zaun, wenn ich ihnen unter Wasser einen größeren Stein bringe (weil ich mal kein Blei übrig habe...)
Ich könnte noch viele Beispiele aufzählen – und das waren alles in D „bestens“ ausgebildete Taucher!

Umgekehrt erlebt man aber auch Taucher, die sich ihr Zeug nicht mal im Ansatz selbst aufrödeln können, weil das der TL, Guide oder Boy in sonst-noch-wo (meist in SO-Asien) immer gemacht hat oder die nur im Anzug mit Maske in der Hand leichtfüßig ins Boot hüpfen und nicht verstehen können, dass nicht schon ein Boy alles andere hergeschleppt hat. Und auch hier gibt es noch viele weitere typische Beispiele...

Was ich mit dem länglichen Posting ausdrücken wollte ist, dass es auch im Ausland gute Tauchschulen gibt und es durchaus eine gute Idee ist, eben dort zu lernen wo man auch vor hat, zu tauchen. Voraussetzung ist natürlich, dass man eine wirklich gute Tauchschule findet. Das gilt in D genauso wie anderswo.
In diesem Sinne fände ich es gut, wenn nicht auf Ausbildungsfragen jeder zweite Rat hier im Kern die Aussage „such erst mal eine Tauchschule in D“ beinhalten würde.

Nochmal: ich unterstelle mal allen TL hier, dass sie ihre Schüler umfassend auch auf „andere“ Tauchgebiete vorbereiten und gut ausbilden. Aber nicht jede Schule in D ist per se gut und es ist einfach schwierig, in Süd- oder Mitteldeutschland einen Tauchgang im Meer zu simulieren, bei dem man sich auf einem wackligen Boot bei Wellen fertig machen muss (unter Zeitdruck, denn schließlich warten ja die anderen Taucher) und dann ins Wasser springen muss und ein Tauchgang bis hart an die 40m Grenze (bei geeigneter Ausbildung) „normal“ ist, weil die „schönen Sachen“ im Mittelmeer halt oft tief liegen.

Nix für ungut

flops
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deep_downCMAS ***
30.11.2011 15:18
"In diesem Sinne fände ich es gut, wenn nicht auf Ausbildungsfragen jeder zweite Rat hier im Kern die Aussage „such erst mal eine Tauchschule in D“ beinhalten würde."

Ich meine aber (nur gefühlt), der wesentliche Grund zum Ratschlag für D ist, dass man die "wertvolle und teuer erkaufte Urlaubszeit" nicht mit Lernen - sondern mit entspanntem tauchen - verbringen sollte.

Lernen kann man nur gut durch wiederholen. Und das Wiederholen fällt halt i.a.R. bei begrenztem Zeithorizont (14 Tage Urlaub mit sonstigen Freizeitaktivitäten und Familienangehörigen, die auch ihr Recht fordern).

"Schnell, schnell - hopp, hopp" geht im Ausland und in D. Und da ist es egal, ob dort oder hier ausgebildet wird.
deep_downCMAS ***
30.11.2011 15:19
Da fehlt noch ein "...kürzer aus".
ZeKikMistralopithecus Borealis
30.11.2011 15:42
Schlecht tauchen kann man überall lernen. Kommt nur auf die Motivation an!

30.11.2011 17:21
@deep_down

ok - das stimmt. Hängt aber auch vom TL ab. Bei meinem ersten * haben wir die Theorie Abends nach dem Essen gemütlich am Tisch bei einem guten Tropfen "gemacht" - wobei für mich die Sache recht leicht war, weil ich an der Uni genug über Gase lernen musste - da hätte ich dem TL noch was vorrechnen können

Und der Rest ist auch nicht soooo schwer, dass
man stundenlang büffeln muss.

Trotzdem hast Du recht: Wenn ich tauchen in D gut lerne kann ich im Urlaub relaxen.

Wenn ich es in D nicht gut lerne, kann ich mir die Praxis im Urlaub immer noch zeigen lassen (genügend Lernbereitschaft vorausgesetzt).

Trotzdem gibt es einen guten Grund, warum viele Tauchbasen erst Taucher mit 25 (oder z.T. sogar 50) geloggten TG mit aufs Boot nehmen. Diese Ausbildung kommt in D halt leider oft zwangsläufig zu kurz. Und ich habe für die Basen ein Stück weit verständnis - wir sind auch schon mit erheblicher Verzögerung losgetaucht weil manche Leute eben 10 Minuten brauchen um sich fertig zu machen und sich das ganz schön summiert bis dann alle aus einer Gruppe im Wasser sind... Macht dann aber gar nix, weil bestimmt einer aus der Gruppe so panisch im Meer ist, dass er die Flasche in 25 Minuten leerzieht, das gleicht die Verspätung dann wieder aus

Nein im Ernst: eine gute Ausbildung in D ist OK. Aber eine gute Ausbildung in dem Gebiet, wo ich vorzugsweise tauche, ist meiner Meinung nach besser. Ich habe wie gesagt am/im Meer gelernt und war noch nie in einem See - würde ich das aber wollen, würde ich mir für die ersten zwei/drei TG einen TL oder sehr erfahrenen Guide/Buddy organisieren...

Gruß

flops

30.11.2011 17:35
Warum werden eigentlich die in Frage gestellt, die Jahr ein, Jahr aus nichts anderes machen, als Tauchen, Tauchausbildung und das zu ihrem Beruf gemacht haben? Will man denen ihre Erfahrung streitig machen?
Eine Tauchausbildung in Deutschland dauert effektiv nicht länger. Da Theorie meist abends in den Tauchschulen vermittelt wird, mit Schwimmbädern muss abgestimmt werden, wann die Tauchschule sie nutzen kann und die Freiwasserausbildung kann auch nur an Wochenenden durchgeführt werden, da Schüler und Tauchlehrer noch einen Beruf ausüben. Wenn sich dann eine Ausbildung auf einige Wochen oder gar Monate hinzieht, sagt das überhaupt nichts über die Qualität der Ausbildung aus. Im Gegenteil: Ich behaupte, dass der Lerneffekt dadurch gemindert wird.
Im gleichen Zeitraum macht der "Berufstauchlehrer" mitunter zwanzig, dreißig Ausbildungen verschiedenster Levels. Und sammelt weitere Erfahrungen.
deep_downCMAS ***
30.11.2011 17:37
"Trotzdem gibt es einen guten Grund, warum viele Tauchbasen erst Taucher mit 25 (oder z.T. sogar 50) geloggten TG mit aufs Boot nehmen."

Ne, ne, ne - Moment.

Die Mindestanzahl hat nichts mit der Ausbildung bzw. dem Ort der Ausbildung zu tun, sondern mit der Erfahrung.

Zumeist werden da nämlich Spots angefahren, bei denen eine gewisse Routine erforderlich ist.

"Ich habe wie gesagt am/im Meer gelernt ..."
Und ich an beidem
* im Verein - ** im Urlaub - *** im Verein.
Und Fakt war da auch, dass (im Nachgang betrachtet) bei dem ** das Training als solches etwas gekürzt ausfiel.
m-wNAUI TL
30.11.2011 18:01
Schon mal daran gedacht das das Eine das Andere nicht ausschließen muss.

Ich mach mit meinen Schülern Theorie und Schwimmbad zuhause, dann zwei drei Freiwasser TG im See und den Rest zB in Kroatien an einem Wochenende. So kann der Schüler die Erfahrung machen in einem kalten, klaren Süßwasser See zu tauchen als auch im Meer vom Land und dann auch vom Boot aus. Da ich nicht Tauchlehrer bin um Geld zu verdienen sondern weil es mir Spaß macht (ja sowas gibt es auch) hab ich kein Problem damit mehr als die geforderten Freiwasser Tauchgänge zu machen.

Daher mein Fazit: nicht die Location der Ausbildung macht einen guten Taucher sondern was man dem Schüler zeigt und mit trainiert und trainiert und trainiert und trainiert und trainiert und trainiert und trainiert ………………………..
30.11.2011 19:09
@m-w
Genau darum habe ich die TL hier ja explizit ausgenommen So wie Du das machst sollte es sein!

Aber man trifft halt auch leider oft die Taucher, die in der Ausbildung über den Baggersee nicht hinausgekommen sind....

@deep_down
Also es gibt durchaus Basen, die ganz egal wohin sie fahren eine gewisse Anzahl an geloggten TGs verlangen, oder einen persönlichen Check-Dive oder die speziell für Anfänger gelegentlich Bootstouren machen und erst wenn man sich da bewährt hat, darf man zu den "Großen" und mit denen mitfahren...

Gruß

flops


biker55Tec 100 ccr/ tdi full cave
01.12.2011 07:28
Ich habe meinen OWD in AUS am GBR gemacht - würde ich heute nicht mehr so machen!
Schade um die 2 Tage Theorie und Pool - hätte ich lieber noch am GBR verbracht und wäre dort getaucht.
Meine Empfehlung - gerade in der Zeit, wo es in D kalt ist - Theorie und Pool in D und dann die Freiwasser-TGe im Urlaubsort.
biker
01.12.2011 07:42
@ Aquaholic

"Warum werden eigentlich die in Frage gestellt, die Jahr ein, Jahr aus nichts anderes machen, als Tauchen, Tauchausbildung und das zu ihrem Beruf gemacht haben? Will man denen ihre Erfahrung streitig machen?"

Infrage gestellt werden nicht diejenigen ad eo ipso,sondern die,welche unter brutalen Überlebenszwängen vergessen,was in allen Ausbildungsstandards steht,nämlich: Brevetierung erst dann,wenn es der Schüler BEHERRSCHT und VERSTANDEN HAT. Das geht nun mal nicht beim DreitageOWD ab 99 Euronen in Deutschland oder 180 Euronen im Ausland. Grade im Ausland geht um simple Produktionszahlen und nix anderes,der Kunde kommt eh nicht wieder.

Die bestausgebildeten Taucher,die mir täglich begegnen,sind Ganzjahrestaucher mit Vereinsausbildung,ständigem Vereinstraining,aber meinetwegen nur Brevet CMAS*. Die zweite Gruppe machte ihren Tauchkurs nicht in Brevetfabriken,sondern kleinen Auslandsbasen mit Intensivausbildung und dafür engagierten TLs.
01.12.2011 08:26
@Schneckenkrauler

dann darf ich mich zu Deiner zweiten Gruppe zählen

@all

Steht übriges irgendwo, dass die Übungen im Pool stattfinden _müssen_?

Ich war von Anfang an im Meer: Schnuppertauchen in der Hausbucht (schon mit Muräne und Octopus - war das damals geil - deshalb sofort Kurs gebucht).
Am nächsten Tag ersten Schulungs-TG in der selben Bucht mit zig Übungen und dann trotzdem gleich noch eine Runde durch die Bucht und der TL hat geschaut, ob ich die Muräne und den Octo wieder finde (war das schon mein erster Orientierungs-TG ?)
Und ab dem 2ten Schulungs-TG _alle_ TGs immer vom Boot, bis ans Tiefenlimit, Übungen da unten und im Anschluss immer noch eine Runde an der Steilwand entlang, in eine kleine Höhle reingeschaut, um ein Wrack rum oder was sonst so da war. Langweilig war das nie...
Das waren keine "verlorenen" Urlaubstage...

Gruß

flops

01.12.2011 08:42
Flops,das Schwimmbad darf durch ruhiges Flachwasser ersetzt werden. Immer wieder nach dem Lehren/Üben eine Funtaucheinheit machen ist hoch motivierend,macht aber den engen Zeitrahmen von Billigkursen kaputt,ich kenne OWD-Kandidaten,die in der ganzen Ausbildung keine 200 Flossenschläge machen mußten:Rein,runter auf den Sand,hinknien,Übungen nachmachen und vielleicht sogar schaffen,rauf,Ende,Übungen abgehakt auf wasserfestem Roster. Warum sehen denn wohl so viele Riffe so kaputt aus? Weil da massenweise Leute rumtauchen,die mal gerade eben fehlerfrei unter Wasser atmen können.Kümmert das die Tauchschulen-nein. Da kann noch so ein großes Awareplakat am Eingang hängen.
deep_downCMAS ***
01.12.2011 08:44
@flops
"Also es gibt durchaus Basen, die ganz egal wohin sie fahren eine gewisse Anzahl an geloggten TGs verlangen, "

Ja doch. Wird auch nicht bestritten.

Nur machst Du den Fehler und verknüpfst Deine Ausgangsaussage "Ausbildung im Ausland immer schlecht?" mit den Mindest-TG für gewisse Touren ("Diese Ausbildung (Bootstauchen) kommt in D halt leider oft zwangsläufig zu kurz.").

Das Eine hat mit dem Anderen nicht das Geringste zu tun.

Die Mindestanzahl wird verlangt, ohne dass irgendjemand schaut, wann und vor allem wo und unter welchen Bedingungen er seine Ausbildung gemacht hat.

Nämlich nur, weil die Tauchplätze anspruchsvoller sind und einen blutigen Anfänger mit naturgemäß fehlender Routine in Schwierigkeiten bringen könnten. Die Mindest-Anzahl ist nämlich sehr häufig bei Safaris anzutreffen, auf denen größere Tiefen erreicht, strömungsreichere Spots angefahren und intensivere Tauchgangsserien gefahren werden.

Und dabei interessiert es nicht, ob in D oder sonstwo auf der Welt das Brevet erworben und die Tauchgänge gemacht wurden.
01.12.2011 09:37
@deep_down

Darauf ein klares jaein

Das hat schon was miteinander zu tun: würde man in der Ausbildung lernen, wie man sich auf einem Boot verhält und von dem ins Wasser rein und wieder rauskommt, könnten bereits fertig ausgebildete Anfänger auch ohne weiteres auf einfache Bootstouren mit.

Recht hast Du natürlich bei Tauchplätzen für Fortgeschrittene - aber da sollten Anfänger eh nicht mit: weder vom Land noch vom Boot aus.

Ich spreche hier nur von den Plätzen, die zwar für Anfänger geeignet wären, aber eben mit dem Boot angefahren werden. Z.B. in Labin gibts da ein generelles Limit (ich glaube da waren es 25 TG) auf Cres auch (da weiss ich aber die Zahl nicht mehr - da war ich dann schon weit über dem Limit)
Wenn es dann zusätzlich ein "fortgeschrittener" Platz ist, wird das auf dem Aushang extra vermerkt und gut ist.

Und das Problem ist ja genau, dass niemand schaut, wo und wie man was gelernt hat: ich hatte am Ende meines * (und dem anschließenden Urlaub)
ca. 20 Bootstauchgänge, davon aber nur 10 geloggt, weil mein TL gesagt hat, dass die Ausbildungs-TG _nicht_ geloggt werden. In Labin wollten die mich dann damals nicht aufs Boot lassen - egal wohin. Ich hatte dort keine Lust das auszudiskutieren (ich mag die Leute nicht, die die TLs / Guides vor Ort zulabern und alles besser wissen - s.o. die Sache mit dem Blei ) und bin halt von Land aus getaucht - war auch schön.

Schade ist eben nur, dass alle "jungen" Taucher unter der schlechten Ausbildung einiger leiden und vielen so der Einstieg verleidet wird, da sie schnell merken, dass sie vor Ort im Urlaub mit dem * / OWD eigentlich nichts dürfen und von allen nur belächelt werden. Das macht imho einen Urlaub mehr kaputt als ein bisschen Büffeln am Abend mit einem Glas Wein unter Palmen

Gruß

flops

01.12.2011 10:33
flops, du hast das Branchensystem noch nicht verstanden!Oder warum darf jemand mit * und 400 TG in Norwegen in Ägypten nicht ohne AOWD mit zum Nachttauchen,aber ein AOWD mit 11 TG?
01.12.2011 10:48
@Schneckenkrauler

ja so wird es wohl sein - auch ein System: schnell schnell schlecht ausbilden und dann fallen lassen bzw. auslachen und eine lange Nase drehen. Und da fragt sich die Branche warum immer mehr frustrierte Jungtaucher wieder aufhören...

Klar: ich mach meinen Führerschein und darf dann aber nur in kleinen Orten und auch nur Nachmittags fahren. Und ja nicht auf die Autobahn und auch nicht in die Stadt und Abends schon gar nicht.... Dafür hab ich aber gaaaanz toll gelernt an der roten Ampel stehen zu bleiben und hab das immer und immer wieder geübt - auf dem Parkplatz gleich hinter der Fahrschule.

Na ja - gut dass ich das nur als Hobby mache.

Gruß

flops
01.12.2011 11:19
Nein flops,das funktioniert ganz anders,ist eher wie Taubenfüttern in der Großstadt. Manche sind nach dem ersten Krümel satt und fliegen weg,andere wollen mehr und betteln um den nächsten Krümel (in der Tauchbranche Kurs genannt und kostenpflichtig, belohnt mit einem Stück PVC). Eigenstudium als Fortbildung unerwünscht und daher ohne PVC-Belohnung. Erfahrung sammeln auch unerwünscht,denn an gefülten Flaschen verdient die Basis zu wenig,mit seltenen Ausnahmen.
deep_downCMAS ***
01.12.2011 11:46
"Und da fragt sich die Branche warum immer mehr frustrierte Jungtaucher wieder aufhören."

Liest man derartige, von differenzierter und analytischer Betrachtung geprägte, Zwiegespräche erscheint mir vor dem geistigen Auge eine mögliche Antwort:

"Weil es so besser ist!"

SCNR
01.12.2011 13:41
@deep_down

Man kann sich auch über ein ernst gemeintes Thema ein wenig lustig machen.
Und ob in einem offenen Forum ein Zwiegespräch entsteht oder nicht hängt am wenigsten von den Zwiegesprächlern ab - es kann sich jeder einbringen und mitdiskutieren oder mitblödeln (wie bei den letzten paar Postings).

Schade finde ich es trotzdem, wenn Neutaucher frustiert wieder aufgeben, weil sie gelernt haben was sie nicht brauchen und nicht gekonnt haben, was sie dann vor Ort gebraucht hätten.

flops

boesewichtProTEC PL5, SSI AOWI
01.12.2011 15:13
@flops

Warum der oft im Raum stehende Vorwurf, das Ausbildung im Ausland nicht selten schlecht ist ...

U.a. wegen der Haftungsfrage ...

Ein deutscher TL ist rechtlich greifbar und kann bei Ausbildungsmängeln schnell entspr. zur Verantwortung gezogen werden - im Ausland müßte man sich meist mit deren Rechtssystem rumschlagen und da ist oftmals kein durchkommen - auf Deutsch, es interessiert da keinen ...

Ich konnte zb. schon reichlich Taucher kennenlernen, die mit Schwächen oder sehr groben Mängeln trotzdem mit Brevet aus dem Ausland wieder gekommen waren ...

Die zb. in der Ausbildung verweigerten, die Maske u fluten oder abzusetzen, die nicht in der Lage waren, den Regler kurzzeitig aus dem Mund zu nehmen, denen reichlich Theoriekenntnisse fehlten usw. ...

Wie Du selber zugeben mußt allesamt NoGo`s für eine Brevetierung ...
Warum laufen einem aber immer wieder solche Taucher über den Weg und warum sind die meisten davon in Auslandsbasen zertifiziert worden ?

Nicht jede Auslandsausbildung ist grundsätzlich schlecht, aber es sind leider dabei mehr schlecht ausgebildete Taucher zu finden als bei heimischer Ausbildung ...
01.12.2011 15:52
@boesewicht

ja das sind NoGo`s - keine Frage.

Ob da aus dem Ausland mehr kommen als aus D kann ich nicht sagen - Du sicher eher als TL...

Die Haftungsfrage ist - denke ich - eher akademisch. Wenn ein Tauchunfall _nach_ der abgeschlossenen Ausbildung (evtl. mit einigem Abstand) passiert, wird keiner den TL verklagen. Der Fahrlehrer ist ja auch nicht schuld, wenn ich nach zwei Jahren einen Unfall baue.

Schade finde ich aber trotz allem, dass sich viele in D ausgebildete Jungtaucher vor Ort wenig sagen lassen und oft das nicht können, was tatsächlich gebraucht wird. Ich mag hier nicht über die Sinnhaftigkeit der Inhalte der einzelnen Brevets und Verbände diskutieren. Klar muss man sich die Maske unter Wasser aufsetzen können, seinen Regler wiederfinden können, einen geregelten Notaufstieg hinbekommen usw. - das steht außer Frage.

Aber sich die Bleimenge von einem Guide sagen lassen und von einem Boot springen und auch wieder reinkommen können, gehört halt auch dazu. Und vor Ort lernt man das "automatisch" - in D manchmal/oft (???) gar nicht. Wie siehst Du das?

Wenn ich mir die Jungtaucher anschaue, wie sie versuchen mit Flossen die Leiter hochzuklettern ist das ja noch ganz lustig. Wenn der nächste aber direkt darunter im Wasser liegt und wartet schon nicht mehr. Und solche einfachen, praktischen Dinge gibt es viele, die in keinem Lehrplan stehen - aber trotzdem wichtig sind.
Ein guter TL in D wird das lehren (obs im Lehrplan steht oder nicht). Ein TL vor Ort muss es lehren - sonst fährt er mit seinem Boot nämlich allein wieder heim.
Klar ist aber: wenn dafür andere Dinge nicht gelehrt werden ist die Ausbildung auch nix wert - da geb ich Dir zu 100% recht.

Gruß

flops

boesewichtProTEC PL5, SSI AOWI
01.12.2011 19:25
@flops

"Die Haftungsfrage ist - denke ich - eher akademisch. Wenn ein Tauchunfall _nach_ der abgeschlossenen Ausbildung (evtl. mit einigem Abstand) passiert, wird keiner den TL verklagen. Der Fahrlehrer ist ja auch nicht schuld, wenn ich nach zwei Jahren einen Unfall baue."

In D ist ein TL 3 Jahre für sein tun haftbar.
Bei einem Unfallfall in diesem Zeitraum wird sich jeder Gutachter und Jurist anschauen, was die Gründe waren.
Ist der Verunfallte noch aussagefähig und gibt dann zb. an, das ihm entspr. Vorgehen in der Situation unbekannt war und es würde Ausbildungsinhalte betreffen, dann kannst Du Dir ja sicherlich vorstellen, wo man dann als nächstes mal anklopfen könnte und evtl. auch würde ...
Einem verantwortungsvollen TL ist diese juristische Schlinge sicherlich nicht angenehm und daher achtet man da doch meist eher auf die jeweilige Ausbildung und die Umsetzung der Ausbildungsinhalte ...

Aber zb. in Ägypten als Deutscher bei Nachweis von Ausbildungsmängeln vor Gericht ziehen wollen ?
Teilweise gibt es Auslandsbasen, wo man schon bei Nennung des Basennamens genauer schauen kann, was der jeweilige dort ausgebildete Taucher wirklich kann ...
Ist zb. schon merkwürdig, wenn man einem Taucher Equipment hinlegt und er dann nicht in der Lage ist, Flasche, Jacket und Atemregler zusammenzubauen - wie soll so jemand dann zb. überprüfen können, das ein montiertes Tauchgerät ordnungsgemäß montiert wurde ? - Ob das Equipment überhaupt in Ordnung ist ?
Usw usw ...


"Aber sich die Bleimenge von einem Guide sagen lassen und von einem Boot springen und auch wieder reinkommen können, gehört halt auch dazu. Und vor Ort lernt man das "automatisch" - in D manchmal/oft (???) gar nicht. Wie siehst Du das?"

Bleicheck gehört zu jeder Ausbildung und auch schon zur Grundausbildung, die Info wegen Ortskundiger Infos ebenfalls ...
biker55Tec 100 ccr/ tdi full cave
02.12.2011 07:28
M.E. hat es nicht immer etwas mit mit mangelnder/schlechter Ausbldung - ob nun in D oder im Ausland - zu tun, dass Urlaubstaucher einige grundlegende Dinge einfach nicht mehr wissen !
In verschiedentlich durchgeführten Scuba Review`s habe ich mir des öfteren anhören können - " das hat mir in der Ausbildung keiner gezeigt oder gesagt".
Ich halte diese Aussagen eher für eine Schutzbehauptung von Urlaubstauchern, die nach einem Jahr Tauchabstinenz einige Dinge einfach vergessen haben !
biker
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
02.12.2011 08:01
""Aber sich die Bleimenge von einem Guide sagen lassen und von einem Boot springen und auch wieder reinkommen können, gehört halt auch dazu. Und vor Ort lernt man das "automatisch" - in D manchmal/oft (???) gar nicht. Wie siehst Du das?"

Ja das stimmt. Bei uns lernt man nicht, sich die Bleimenge von einem Guide sagen zu lassen, den wir bemühen uns, den Leuten zu zeigen, wie sie die optimale Bleimenge selbst bestimmen. Von einem Boot springen lernt man bei uns auch nicht, mangels Tauchbooten mit Plattform und Tauchen in Seen ohne Zodiak. Dafür den großen Schritt ins Wasser aus einer Höhe von von 1m - 1,50, Rückwärtsrolle vom Sprungbrett (das schwankt auch etwas , Sprung ins Wasser ohne Equipment und Anlegen im Wasser und weitere Einstiegstechniken. Desweiteren Ausstieg über Leitern, Ablegen des Equipments im Wasser, Hochreichen zum Partner am Steg oder am Beckenrand und dann Ausstieg. Vorgenanntes als Auszugs-Beispiele für verschiedene Ein-/Ausstiegstechniken. Ich behaupte mal, meine Schüler sind damit in der Lage, von Tauchbooten mit Plattformen, von Zodiaks, von Land aus und auch von kleinen Einbaumen aus sowohl ins- als auch aus dem Wasser zu kommen.

Generell: ich konnte im Ausland schon hervorragende Ausbildungen beobachten und welche, bei denen ich am liebsten schreind davon gelaufen wäre ... genauso wie in Deutschland. Der Hauptvorteil eine Ausbildung in der Heimat zu machen ist für mich, dass man alle Zeit der Welt hat, zwischen den Modulen auch mal so trainieren kann, und dass zwischen den Modulen etwas Zeit "zum Setzen lassen" liegt. Trotzdem spricht das nicht generell gegen Ausbildungen im Ausland.
deep_downCMAS ***
02.12.2011 08:41
@boesewicht
"In D ist ein TL 3 Jahre für sein tun haftbar."
Auf welcher Rechtsgrzndlage fußt diese Annahme?

@shuttle
"Trotzdem spricht das nicht generell gegen Ausbildungen im Ausland."
Die verstehst die Intention des OP falsch.
Ausbildung ist danach in D für den Urlaubstaucher "schrottig", weil man dort nicht lernt
- sich im Salzwasser richtig zu bebleien
- richtig aus dem und in das Boot zu kommen

und gaaaanz wichtig:
- auf den Guide zu hören
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