Ausbildung im Verein Abgesandt von Devilsdiver am 21.11.2005 - 22:34:
Hallo Zusammen,
was sollte eine CMAS-Kurs *, **, *** innerhalb eines CMAS Vereins kosten?
Ich frage aus folgendem Anlass:
Bin seit über 2 Jahre Mitglied in einem Verein der nach CMAS ausbildet und habe dort bisher immer nur den Selbstkostenpreis für die Breventierung bezahlt.
Jetzt haben wir seit kurzen einen neuen Vorstand und auf plötzlich wollen die für Breve *, **, *** jeweils 110€ und für Sonderbreves 55€. Ist zwar immer noch weniger als bei kommerziellen Tauchschulen aber ich kenne es auch aus anderen CMAS Vereine das dort nur zum Selbstkostenpreis ausgebildet wird.
Ist es nicht Sinn eines Tauchvereines der nicht kommerziell ausgerichtet ist seinen Mitgliedern die Tauchausbildung zum Selbstkostenpreis anzubieten? Wozu bezahle ich den einen Jahresbetrag? Wie sieht es bei Euch in den Vereinen mit den Kosten für Ausbildung aus?
Gruss
Devilsdiver
Antwort von Hardy am 21.11.2005 - 23:07 Du hast vollkommen Recht!
Aaaaber: schlussendlich wird das, wie bei euch auch, von jedem Verein anders gehandhabt. Niedriger Vereinsbeitrag, höhere Beiträge für die Ausbildung und umgekehrt.
Bei uns ist das so geregelt: **/*** jeweils Euro 70.- und für jedes Sonder-Brevet Euro 35.-, allerdings werden Sonderbrevets, die als Voraussetzung noch fehlen meist in der Ausbildung zum **/*** kostenlos mit durchgeführt. Stehen extra-Termine an, dann kostet es halt ...
Ausnahme ist der *. Der kostet Euro 125.-, da sonst zu viele am Verein Uninteressierte teilnehmen würden (ist auch für Nicht-Mitglieder offen), außerdem ist dann das Buch mit dabei. Bei einem Vereinsbeitritt verringert sich dieses aufgrund des Mitgliedbeitrags ...
Mein Rat:
unbedingt zur nächsten Mitgliedervollversammlung und das Thema ansprechen. Du wirst nicht der einzige sein, den das dann stört ...
Von heute auf morgen einfach die Modalitäten ändern, sollte aufgrund eines Vertrauens auf die Vereinsmodalitäten, nicht so ohne weiteres möglich sein (Übergangsfrist für "Alt-Mitglieder").
Wünsche Dir viel Erfolg!
Antwort von bestof34 am 22.11.2005 - 06:11 Bei uns (Österreich) in den Vereinen wird das in etwa so gehandhabt:
CMAS * zwischen 220 und 350 Euro
CMAS **/*** zwischen 150 und 300 Euro
Sauerstoffersthelfer um die 18 Euro
Orientierung eca. 15 bis 25 Euro
Sonstiges (Nitrox eca.) zw. 70 und 150 Euro
Mitgliedsbeiträge zw. 20 und 70 Euro/Jahr
Anzahl der Mitglieder zwischen 50 und 350.
Flaschenfüllungen zw. 0 und 3 Euro
Vor 25 Jahren haben wir hier für den * schon um die 70 Euro bezahlt.
wie wurde die Erhöhung begründet?
Eine Idee wäre daß viele Gemeinden/Kommunen Sparen und die Übungsleitergelder rigoros zusammenkürzen bzw. auf 0 zurückfahren.
Eventuell legt der Vorstand dies auf die Kursgebühren um um den Übungsleitern und Tauchlehrern die Auslagen erstatten zu können.
Zeitlich könnte das passen.
Gruß
Robert
Antwort von henri am 22.11.2005 - 08:58 Also man kann das Thema auf keinen Fall pauschal beantworten. Es kommt darauf an, was man an Beiträgen zahlt und was dann noch für andere Leistungen an Kostenbeitrag zu zahlen ist. Wir haben einen relativ niedrigen Beitrag von 5 €/Monat. Damit bewegen wir uns zumindest in Nordrheinwetsfalen am Mindestlimit. Eine Ausbildung egal welcher Stern kostet zur Zeit 140 €.
Der Gedanke der dahinter steckt ist ganz einfach: Alle Mitglieder sollen einen niedrigen Beitrag zahlen, die Mitglieder, die Leistungen in Anspruch nehmen sollen die Unkosten (kein Profit) dafür zahlen. Gerät bekommen die Trainees für die Ausbildung gestellt, wenn sie welches benötigen. Ansonsten kostet Geräteausleihe einen sehr kleinen Unkostenbeitrag. Man kommt auf ca 4 - 7 € pro Tauchtag, muß aber nicht mehr als 10 Tauchtage pro Urlaub bezahlen.
Würden wir die Beiträge weiter senken, hätten wir folgendes Problem: Der Verein wäre zwar möglicherweise noch gemeinnützig, würde aber die Kriterien für Fördermittel des Landessportbundes nicht mehr erfüllen. Dort wird ein Mindestbeitrag gefordert (Erw. 5€/Jug. 2,50€). Der Grund ist, daß nur Vereine gefördert werden, deren Mitglieder erst einmal einen Anteil an ihren Vereinskosten selbst tragen.
Einen Kompressor haebn wir übrigens nicht, weil es hier zwei Tauchgeschäfte gibt, die Füllungen unterhalb der Füllkosten abgeben. Da wäre die Anschaffung eines Kompressors nicht zu rechtfertigen.
Man kann es auch nachlesen: Hier klicken Die Website wird zur Zeit neu programmiert, daher ist sie an einigen Stellen nicht mehr auf dem allerneuesten Stand.
Es wäre vielleicht die beste Idee, die Gründe für die Erhöhung zu hinterfragen, sachlich und informationsorientiert. Der Vorstand wird Gründe dafür haben, da ein Verein ja keine Gewinne erwirtschaften darf. Bei uns werden Von den Ausbildungsbeträgen Ausrüstungskosten, Füllkosten Brevetierungsgebühren und Fahrtkosten der TL`s und TL-Assi` bezahlt.
Es gibt noch einen anderen interessanten Aspekt an der ganzen Angelegenheit: Euer Vorstand sollte einmal prüfen, ob die kostenlose Ausbildung nicht eine Art direkte Zuwendungen an ein Mitglied darstellen. Schließlich hat das Mitglied dadurch einen geldwerten Vorteil. In diesem Fall wäre so eine Regelung gemeinnützigkeitsgefährdend und müßte ohnehin abgestellt werden.
Grüße,
henri
Antwort von scubisub am 22.11.2005 - 08:58 Hallo zusammen
Bei uns werden die Brevetierungsgebühren fällig und ggf. Kosten für Schulungsräume umgelegt.
@devilsdiver
Ob eine Gebührenerhöhung in Deinem Verein so ohne weiteres zulässig ist, sollte sich eigentlich aus Eurer Satzung und/oder Beitragsordnung ergeben. Ansonsten dem Rat von Hardy folgen und auf der nächsten Versammlung das Thema auf die Tagesordnung setzen.
@robert
Ich glaube nicht, dass die Übungsleitergelder ausreichen um irgendetwas zu finanzieren (so weit ich weiß 125 Euro/Jahr und gültige Lizenz je 100 Mitglieder)
Antwort von robert am 22.11.2005 - 09:24 @scubisub,
so einfach ist die Rechnung nicht, da kommt schon mehr zusammen. Ich schrub ja auch nicht daß das reicht um alle Auslagen zu decken sondern die Erhöhung da ist um einen Kurs kostendeckend abhalten zu können.
Außerdem, "was nix kostet taugt nix" scheint sich in Köpfen festgesetzt zu haben, sonst würden einige nicht meckern wenn Sie 40 Euro für einen Kurs (Nacht o.ä.) zahlen müssten und auf der anderen Seite bei gewerblichen Anbietern z.T. 200 Euro als Normal hinnehmen.
Gruß
Robert
Antwort von Devilsdiver am 22.11.2005 - 09:42 Erst einmal vielen dank für die Antworten.
Eins noch vor weg, ich selber brauche keine Ausbildung mehr in Anspruch zu nehmen da ich im bereich des Sporttauchen schon alles nötige erreicht habe. Aber ich denke ja über meinen Horizont hinaus und an meine anderen Vereinsmitglieder.
Noch einige Infos zum Verein:
Ich bezahle einen Jahresbetrag von zurzeit 140€, darin erhalten sind Leistungen wie:
1. Schwimmbadtraining einmal die Woche
2. Eignendes Vereinsgewässer
3. Beheizbare Umkleide mit Dusche und WC am See
4. Eigener Kompressor (Füllung kostenlos)
also im grossen und ganzen ist der Betrag sehr gering. Mich stört halt nur das es bei der Ausbildung auf plötzlich eine solch hohe Preiserhöhung gibt.
Ich werde diese Gründe mal hinterfragen!
Allerdings Interessiert mich wie es halt in anderen Vereinen gehandhabt wird.
Gruss
Devilsdiver
Antwort von henri am 22.11.2005 - 10:26 Bei den Leistungen und dem Beitrag halte ich die Kosten für die Kurse für okay. Über Preise für Sonderbrevets kann man sich streiten, der Aufwand ist meist im Verhältnis zu der Teilnehmerzahl relativ gering.
Ich halte allerdings die unentgeltliche Ausbildung für kritisch. Entweder zahlen alle Mitglieder die immer wieder mit ihrem Beitrag oder der verein zahlt drauf. Im ersten FAll haben die Mitglieder, die fertig sind nichts davon, im zweiten Fall stellen sie meiner Meinung nach direkte Zuwendungen dar, die aufgrund der Steuergesetzgebung (BGB; AO) gemeinnützigen Vereinen untersagt sind.
Die Ausbildung verursacht ja auch Kosten (z.B. Fahrtkosten der Ausbilder, Brevetierungskosten, Füllkosten etc.). In vielen Vereinen funktioniert das Ganze nur, weil die Ausbilder ihre Fahrtkosten selbst tragen und die Ausbildung als Hobby auffassen. Aber mal ehrlich, wer hat denn heute noch das Geld übrig, dafür zu zahlen, daß andere Menschen Ihre Ausbildung umsonst bekommen.
Wir haben daher die Möglichkeit geschaffen, daß die Ausbilder ihre Fahrtkosten erstattet bekommen. Das darf aber nicht aus Beiträgen geschehen. Daher haben wir einen niedrigen Beitrag und die entsprechende Kostendeckung wird durch Kursgebühren erreicht. Unter dem Strich zahlen die Ausbilder immer noch drauf und opfern eine Menge Zeit. Die Zeit darf eh nicht bezahlt werden, das ist im Verein ehrenamtliche Arbeit.
Die einzige Frage, die sich mir bei Deiner Schilderung stellt, ist, ob eventuell bei einer Erhöhung der Ausbildungspreise eine Senkung der Beiträge möglich ist. Unter Umständen auch mit einer zeitlichen Verzögerung, um finanzielle Löcher zu vermeiden.
Grüße nochmal,
henri
P.S. @ devilsdiver: Aus welche Region kommst Du?
Antwort von Anna am 22.11.2005 - 12:39 Hier mal zum Vergleich die Kosten fuer die Ausbildung bei uns im Verein:
Durch den Mitgliedsbeitrag werden gedeckt: Hallenbadkosten, Vdst-Versicherung, Anschaffungen/Unterhalt von Kompressor, Leihausruestung.
Antwort von Scott am 22.11.2005 - 14:44 dachte immer, cmas-vereine ist nicht gewinnbringend orientiert und heben sich daher deutlich von kommerziellen organisationen ab
anscheinend tauchen alle nur im wasser...
Antwort von robert am 22.11.2005 - 15:01 @Devilsdiver,
Das ist auch so. Du darfst als Verein streng genommen aber auch nicht draufzahlen. Wenn Du eine Kostenrechnung aufmachst wirst Du feststellen, daß viele Vereinsangebote mal grade die Kosten decken. Dabei werden die TL`s meist nicht bezahlt.
Das Problem von hohen beiträgen und niedrigen Kursgebühren liegt meines Erachtens nach an zwei Stellen:
1. Die Ausbildung wird über die Beiträge finanziert. Die bezahlst Du also auch noch, wenn Du gar nicht mehr ausgebildet wirst. (==> Nachteil für die langjährigen Mitglieder)
2. Nach dem Verienssteuerrecht darfst Du keine Defizite aus gewerblicher Tätigkeit (dazu zählen auch bestimmte Ausbildungstätigkeiten der gemeinnützigen Vereine) mit Einnahmen aus des idellen Bereich (Beiträge, Spenden, Zuschüsse) und dem Zweckbetrieb ausgleichen. Im Klartext heißt das, die Ausbildung zumindest die von Nichtmitgliedern darf keine Defizite erwirtschaften.
Ansonsten siehe die Beiträge von mir oben. Da steht schon fast alles drin.
Grüße,
henri
Antwort von diveemotion am 24.11.2005 - 15:24 Hallo,
mit Interesse habe ich Eure Kommunikation gelesen. Ich denke letztendlich entscheidet die Satzung eines jeden Vereines wie das Thema Ausbildung dort festgelegt ist.
Meine Erfahrungswerte sind die, das unser Verein hier die Kosten für Versicherung und das Schwimmbadtraining übernimmt um letztendlich die Kondition und das bereits erlernte festigt in Form von Flossentraining aber auch in Gerätetraining.
Allerdings ist die Ausbildung hier nicht enthalten - und dies geht aus der Satzung, welches jedem Mitglied zugeht - eindeutig hervor. Ebenfalls unternehmen wir zu Selbstkosten Tauchreisen und - fahrten sowie einmal pro Jahr eine Vereinsfahrt.
Ich muss sagen, ich kann mit dieser Regelung sehr gut leben, da die Ausbildung zum Tauchlehrer ein langer und auch finanziell teurer Weg ist und diese Kosten werden nicht vom Verein getragen, sondern von der Person selbst. Ebenfalls die Berufstauchlehrerversicherung, Lehrmaterial usw.
Aber wie eingangs genannt, letztendlich ist die Satzung das A & O in der all dies geregelt ist.
Europas führende Tauchorganisationen wie ACUC, BARAKUDA, NASDS, SNSI, IDD, Idea Europe, PADI, SSI und DAN-Europe haben sich als Mitglieder des RSTC Europe verpflichtet die Erhaltung der Gewässer durch die entsprechende Ausbildung der jetzigen und künftigen Tauchergenerationen zu gewährleisten.
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