Barotrauma Innenohr Abgesandt von altfried am 28.10.2011 - 18:11:
Einmal-Kamera und Tauchen, gefährlich gefährlich!
Ende August ereilte mich ein Barotrauma am linken Innenohr. Druckausgleich zu spät, dabei aber keine starken Schmerzen. Nach dem Auftauchen war ich für den Rest des Tages etwas schwerhörig und meinte ständig einen Druckausgleich durchführen zu müssen. Der Taucherarzt stellte am nächsten Tag nichts besonderes fest und verschrieb mir Nasentropfen. Ich flog nachhause und ging am nächsten Tag zum HNO-Arzt, der mich direkt ins Krupp-KH nach Essen überwies. Ich wurde zuerst 3 Tage mit Hydrocortison danach mit Prednison hochdosiert therapiert. Bei einer kurzen OP wurde das runde Fenster zur Sicherheit abgedichtet, eine Verletzung war nicht sichtbar. Für ca. 14 Tage blieb die Tamponade im Gehörgang, sodaß ich nichts hören konnte. In den ersten Tagen danach schien mein Hörvermögen nicht besonders besser zu werden, aber dann gings plötzlich besser. Ich unterstützte das Ganze mit Akkupunktur, schmiss Ginko und Magnesium ein und hatte eine AU für zwei Wochen. 2 Monate später habe ich gefühlte 80 % Hörvermögen wieder erreicht, Tinnitusgeräusche sind vor allem bei Stille und beim Drandenken vorhanden. Das Ohr gehört noch lange nicht wieder zum Körperbild dazu, durch die OP habe ich ein ziehendes spannendes Gefühl. Zu Beginn des Ganzen fühlte ich mit der Hand nach meiner Ohrmuschel um zu spüren daß sie da ist. Ich hoffe in einigen Monaten nichts mehr davon zu spüren.
Also, wer ähnliche Erfahrungen macht muss sich mit Geduld bewaffnen. Die richtige Therapie wird von Medizinern heiss diskutiert, weil die Erkrankung nun mal nicht so häufig ist und das Ohr so minimal klein ist, daß man es kaum untersuchen kann.
Antwort von nixmehrtauchleider am 17.01.2012 - 10:11 Hallo altfried,
ich habe vor 10 tagen meinen ersten tauchgang überhaupt gemacht. Leider mit der gleichen Symptomatik wie du. Auch bei mir alles schmerzfrei. Auch diese Taubheitsgefühle an der Ohrmuschel hatte ich. Jetzt begleitet mich noch ein sehr hoher Tinnitus im rechten Ohr und eine Schwierigkeit ab 8 kHz laut Hochtonaudiogramm beim Ohrenarzt. Zudem bin ich auf hochfrequente Töne sehr überempfindlich. Messer fällt auf Teller z.B. Gestern habe ich auch meine erste Cortisol-Injektion erhalten. Morgen folgt die zweite. Ist es bei dir inzwischen ganz zurückgegangen? Wie sieht bei dir das Audiogramm aus? Danke für die Antwort und auch etwaige Erfahrungen anderer. Ich bin sehr traurig, weil mir das Tauchen viel Spaß gemacht hat und es jetzt aber vermutlich schon das letzte mal war.
Antwort von kwolf1406 am 17.01.2012 - 13:36 Nun, ob du wirklich nicht mehr tauchtauglich bist, ist noch offen. Vielleicht besprichst du mal mit einem erfahrenen HNO Arzt, der der GTÜM Hier klicken angehört, das Thema und überlegst auch mit ihm und dem Tauchlehrer, was mit deinem Druckausgleich los ist. Eine besondere Belastung des Innenohrs kann z.B. dann entstehen, wenn man den Druckausgleich zu spät und damm "mit Gewalt" macht. Das kann das Runde Fenster schädigen. Daher schon nach eineme Meter unter Wasser mit dem Druckausgleich beginnen und besonders auf den erten 10m häufig wiederholen. Es muss "LEICHT" gehen!
Antwort von altfried am 18.01.2012 - 18:18 Locker bleiben und abwarten.
Ich höre genügend fürs tägliche Leben, der Tinnitus ist nur bei Konzentration darauf + Stlle da. Meine Erkältung hat allerdings wieder zu Problemen geführt, da ich häufig durchs Naseputzen Luft durchs Mittelohr schiesse. Also wieder abwarten bis es vorbei ist.
Evtl. steht bei dir eine OP an, keine Bange, ist total easy und schmerzfrei. Und dann wieder abwarten, kommt schon. Und ein erfahrener HNO-Arzt wäre super, denn bei mir hatte keiner Erfahrung mit dem Thema.
Antwort von kwolf1406 am 19.01.2012 - 12:10 Besser bei Erkältung die Nase hoch ziehen, als schneuzen!
Antwort von nixmehrtauchleider am 26.01.2012 - 22:42 Hallo zusammen,
danke für eure Antworten. Die 3 Prednison-Injektionen (war wohl doch kein Cortisol?) haben nichts gebracht. Der Tinnitus ist sogar lauter geworden. Seit gestern höre ich ihn unentwegt (auusser für etwa 5 Minuten nach einer Inhibition durch hochfrequente Töne). Am Anfang war eher nicht so vorhanden, sondern eher lediglich die Wahrnehmungsverzerrung. Mein Audiogramm auf dem rechten Ohr knickt bei 9 kHZ rapide ein. Der Tinnitus liegt bei etwa 10,7 kHz. Ab dieser Frequenz nehme ich höhere Frequenzen tiefer war. Völlig kurios. Je höher der Schalldruck im hochfrequenten Bereich, desto höher der Ton. Bei der Wahrnehmungsschwelle für einen 15kHz Ton nehme ich diesen exakt wie einen 2kHz Ton wahr. Mein HNO meint, da das Audiogramm erst bei 9 kHz wegknickt und nicht über das gesamte Spektrum sei eine OP überflüssig. Eine Runde Fenster Ruptur sei nicht möglich nur bei einer Störung im hochfrequenten Bereich. Was ist eure Meinung? Könnt ihr mir einen Spezialisten im Rhein-Main-Gebiet nennen, der sich da gut auskennt?
Vielen Dank!
Antwort von kwolf1406 am 26.01.2012 - 23:06 Leider kenne ich hier keinen, habe ich zum Glück noch nicht benötigt.
Aber rufe doch mal bei Dr. Klingmann an: Er ist von Heidelberg nach Bremen gezogen und hat die berühmte Tauchersprechstunde "mitgenommen". Aber vielleicht kann er dich an einen Kollegen hier verweisen.
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