Bin ich schon zu alt Abgesandt von Gustlick am 03.09.2006 - 17:29:
seit meinem 17 Lebensjahr betreibe ich das Hobby tauchen. Ausbildung bei der Marine als Schiffstaucher usw. usw.
Nun bin ich 55 und das Problem beginnt,habe mich noch nie so unsicher beim tauchen gefühlt, wie in der letzten Zeit.
Vieleicht gibt es ein paar Taucher unter Euch -in meinem Alter- die so etwas auch schon erlebt haben? Und wie geht Ihr damit um.
Gruß Gustlick
inwiefern fühlst Du Dich beim Tauchen unsicher??
Ich selbst bin 51, tauche erst seit 4 Jahren und bin eigentlich nicht gerade sportlich. Aber Unterwasser fühle ich mich absolut pudelwohl..
Gruss
Dugong
Antwort von mükira am 03.09.2006 - 18:40 Guten Tag, Gustlick,
eine ehrliche Meinung. Als ich dieses Jahr auf Bali war, bin 66 Jahre,hatte ich auch manchmal das Gefühl, klappt es eigentlich noch so richtig. Strömungs - und Nachttauchen machen nicht mehr richtig Spaß. Dazu oft das endlose Gequatsche von einigen Tauchern , was man doch für ein toller Hecht ist. Meine ältere erprobte und bewährte Ausrüstung wird belächelt. Wen Du einen richtigen Partner aber hast, dann ist es auch für unsere Altersklasse noch richtig schön in der Tiefe. Grund kann aber auch sein, man hat schon sehr vieles erlebt und deswegen ist der Nervenkitzel nicht mehr so stark , so kommen dann solche Gedanken auf.
Altes Eisen rostet nicht - immer weiterhin Gut Luft
Antwort von kwm am 03.09.2006 - 19:42 Wenn Körper und Geist ausreichend fit sind, kannst Du tauchen solange Du Gast auf diesem Planeten bist.
Beate Use und Lenie Rifenstahl waren bis zu ihrem Lebensende aktive Taucher. Und beide sind sehr alt gewurden. Also halt dich gesund und tauche solange es Dir Spaß macht.
Wünsch Dir noch viele schöne TG.
Gruß Klaus
Antwort von Euregiotaucher am 03.09.2006 - 19:58 Dann mache es dir einfach:
Gehe dort tauchen wo du dich wohl fühlst. Etwa im Flachwasserbereich wo du etwas siehst. Bespreche dies mit deinem Buddy. Hast du einen erfahrenen Buddy so steigere das hier und da einmal. Tauche statt auf 6 m einfach mal auf 8 m (das aber nur wenn DU es willst und das bitte vorher mit dem Buddy am Ufer auch absprechen)nicht das der unter Wasser denkt dich hätte ein Unfall ereilt weil du plötzlich "tiefensüchtig" wirst.
Was macht dir denn unbehagen ?
Das Schwarze/dunkle was du beim Abtauchen siehst ?
Der Gedanke das dein Buddy dir nicht helfen könnte ?
Vertraust du deiner Ausrüstung ? Wenn nein tausche die Gegenstände aus die dir dein Vertrauen nehmen - oder lass die Ausrüstung/Ausrüstungsteile revidieren und nachsehen...
Bist du eventuell gewohnt allein zu tauchen (Marine) und musst jetzt auf jemanden aufpassen ?
Du könntest ein paar Tauchgänge machen mit einem Tauchlehrer deines Vertrauens der einfach nur neben dir hertaucht und nur für deine "Pysche" auf dich aufpasst.
Ganz übel wäre es wenn du irgendwann mal ein "Erlebniss" der Negativen Art gehabt hast - egal wie lange das her ist - damals warst du 30 und hast das gebügelt bekommen - heute bist du 55 und nicht mehr Sicher ob du das hinbekommst ???
Dazu würde ich dir ans Herz legen:
Ein Arzt kann auch nicht jeden Verunfallten der kommt das Leben retten. Du kannst nur im Bereich deiner Möglichkeiten aktiv werden - naja - und mit 20 war bei mir kein Zaun zu hoch und kein Hinderniss - heute - 20 Jahre später mit 40 mach ich dann doch lieber das Tor auf und nehm den regulären Weg.
Gruss Uwe
Antwort von Gustlick am 03.09.2006 - 20:18 Danke für Eure Antworten,
- das Tauchen macht mir schon noch Spaß,nur habe ich manchmal das Gefühl das meine Routine und Professionalität die ich in den vielen Jahren erlangt habe, zu kippen anfängt.
Beispiel, waren an der Hohenwarte Talsperre tauchen, Tiefe ca 39 Meter, hatte Probleme mit meiner Maske-
die Maske abnehmen und wieder aufsetzen hat mich große Überwindung gekostet meine Atemfrequenz war
dementspechend, das gibt einem doch zu Denken.
Gruß Gustlick
Antwort von klarwassertaucher am 04.09.2006 - 09:53 Moin Gustlick,
nun ja, Hohenwarte ist ja auch ein ganz spezielles Gewässer- so schwarzes Wasser habe ich sonst nur noch in reinen Basaltsteinbrüchen erlebt. Obwohl mein "Heimattauchrevier", geht hier auch bei mir bei Problemen auf Tiefe deutlich mehr Luft den Bach `runter (bzw. rauf )als bei vergleichbaren Problemen und Tiefen in anderen Gewässern. Wir sind damit aber wohl in guter (und zahlreicher) Gesellschaft, ich habe auch schon von anderen Tauchern gehört, dass ihnen in diesem Gewässer nicht so ganz heimelig ist.
Das zum einen. Dann kommt mit zunehmendem Alter auch die Weisheit und mit der Weisheit die Angst . Je mehr man mit zunehmender Erfahrung das Tauchen vom Rückenmark erledigen lassen kann , umso mehr Zeit hat das Kleinhirn eben für nichtsnutzige Gedanken. Besonders wenn es keine bunten Fische zur Ablenkung zu gucken gibt. Gelegentlich schleicht sich dann auch mal ein irritierender solcher (Was wäre wenn jetzt...?) ins Unterbewustsein. Das merkt man zunächst gar nicht so, frisst aber schnell weiter. Ggf. hilft dann ein guter Psychologe..... Bei mir hat am Anfang einer solchen Entwicklung eine Konfrontation mit der Situation (Hohenwarte, 25m, Lampe aus, Maske ab, Wechsel auf Alternativautomat, Hauptautomat abdrehen, Maske auf, gleiche Prozedur zurück- Tiefe gehalten? naja, ging so...) geholfen. Training ist eben alles.... Dann- einen schlechten Tag hat jeder mal. Auch mal ein paar hintereinander. Das ist aber kein Grund, an jahrelang erworbenen und trainierten Fähigkeiten zu zweifeln. So schnell degeneriert das Rückenmark nicht . Vielleicht mal etwas kürzer treten, Horka und Rotes Meer statt Hohenwarte und Bodensee, bis das Urvertrauen wieder da ist. Irgendwie wird das schon wieder....
Beste Grüsse,
Hartmut...
...dem auch der "Uhu" ("unter hundert") schon ganz massiv um den Kopf flattert...
Antwort von dirmeldiver am 04.09.2006 - 09:57 Hallo Gustlik
Ich kenne dieses Gefühl, war im Oktober 2005 auf einer Tauchsafari (die erste) Von Anfang an unwohl gefühlt, gepaart mit hohem Luftverbrauch. Ein Gefühl das ich bisher nicht kannte. Nur die Flachwassertauchgänge haben richtig Spass gemacht. Achso: ich bin 58 Jahre, tauche seit 1970, trage 3(4) Sterne auf den Schultergurten und habe schon einiges mitgemacht. Was soll ich sagen- zurück in meiner Talsperre, 25m tief sackdunkel, saukalt - ich fühlte mich pudelwohl. Ich werde weitertauchen solange ich eine Flasche schleppenm kann, denn es gibt für mich kein schöneres Hobby. Ich schätze mal ich hatte einfach "meine Tage" auf dem Schiff. Schade für meinen Tauchpartner, aber ich mache es wieder gut!
Also Kopf hoch, zeigen wir`s den Jungen, es leben die Oldies!
Gruß
Richard
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