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EuregiotaucherTaucher i.R.

Dekokammer nicht einsetzbar

Nur mal kurz eine Frage

Ich lese grade von einem Tauchunfall bei Überlingen im Bodensee.

http://www.euregiotaucher.eu/?p=4361

Der Taucher wurde zunächst ins Krankenhaus vor Ort gebracht. Hier sollte er mit der Druckkammer behandelt werden - aber die war in Revision. Danach wurde er dann weiter geflogen.

Nun mal ne Frage an das "Fliegende Personal" bzw. Notärzte die hier vielleicht mitlesen.

Wird das nicht weitergemeldet wenn eine Druckkammer nicht einsatzbereit ist ? Oder wird ein verunfallter Taucher zunächst einmal ins nächstliegende - oder besser noch ins nächstliegende sinnvolle Krankenhaus geflogen und dort weiterentschieden ob Druckkammer muss oder anderweitig behandelt werden kann ?

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29.08.2010 14:58
Hallo,
bin zwar kein Notarzt, aber jahrelang im Wasserrettungsdienst im fraglichen Bereich taetig gewesen. Normalerweise ist die EInsatzbereitschaft der Kammer der Leitstelle/ der Einsatzleitung bekannt bzw wird abgefragt. Damit ist die Frage erst mal beantwortet.

Im vorliegenden Fall war nach Bereichterstattung aber offenbar primaer die Einweisung ins KH erfolgt, erst im Lauf der Behandlung stellte sich wohl die Notwendigkeit einer Kammerbehandlung heraus, weswegen dann die Verlegung erfolgte.

Siehe auch hier: http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/ueberlingen/Taucher-muss-nach-Stuttgart-geflogen-werden;art372495,4453533

Das weitere sollte dann aber wohl im Tauchinfallforum besprochen werden

Gruss Oli
29.08.2010 16:27
Hallo,
Weiß jemand, wie lange die Druckkammer dort nicht einsatzbereit sein wird? Längerfristig oder war das nur eine ganz kurze Unterbrechung?
Fahre selbst bald an den Bodensee, und eine startklare Druckkammer in Überlingen würde doch schon ein beruhigendes Gefühl im Hinterkopf erzeugen...
Zur Frage: Ich denke auch, es müsste genauso sein, wie h1o es beschrieben hat (Achtung Laienhalbwissen ).
29.08.2010 21:04
Moin,

schau doch mal in die Leitlinie Tauchunfall der GTUEM.
Allein die Massnahmen vor der ersten Kammerfahrt legen nahe, dass eine primäre Anfahrt eines Krankenhauses mit Anbindung an die oder in der Nähe der Kammer sinnvoll erscheint.

In diesem Sinne

Gruß
Florian
EuregiotaucherTaucher i.R.
30.08.2010 00:27
Dem "Unfall Forum" hab ich den Bericht auch zugeschickt - der ist aber noch nicht Online.

Mir geht es auch nicht darum hier irgendwas zerruppen zu wollen. Mir kam es "seltsam" vor das man eine Klinik anfliegt wo die Druckkammer in Revision ist.

Und um die Verständigung der Rettungskräfte untereinander. Was nutzt es jemandem wenn die Rettungskette optimal funktioniert - die Ersthelfer spitzenmässige Jobs machen und dann auf Seiten der eigentlich professionellen Retter erstmal ne Sightseeingtour angeboten wird und ein Patient stundenlang auf irgendwas wartet.

Von daher habe ich mir zunächst (siehe Posting ganz oben) überlegt ob zum Zeitpunkt des Rettungseinsatzes die Druckkammer schon notwendig war. Zunächst nicht ? Trotzdem fliegt der Heli ? Ich kenn die Örtlichkeiten und Entfernungen dort nicht - aber vor Überlingen kam es zum Unfall und das KKH ist ebenfalls in Überlingen. Später dann der Weitertransport zur Druckkammer als es dem Patienten schlechter ging. Hieraus kam - ohne die näheren Medizinischen Dinge zu wissen (oder auch wissen zu müssen) die Frage ob die Rettungskräft nicht vorher nachfragen ob - wie in diesem Falle eben - die Druckkammer "offline" ist ...

30.08.2010 06:53
@Euregiotaucher: Ohne die genaue Geschichte und Verlauf der Symptomatik zu kennen, ist es schwer hier über irgendetwas zu diskutieren. Klar, wenn der Taucher direkt nach dem Auftauchen massive Probleme hatte, also alles auf eine AGE deutet, sollte er so schnell wie möglich rekomprimiert werden. Falls die Symptomatik eher in eine andere Richtung geht, evtl. das primäre Problem nicht nach einer DCI aussieht, sieht die Sache schon ganz anders aus. Während der Taucher also in der Notaufnahme stabilisiert oder auch einfach nur versorgt wird, kann ein Druckkammer an einem anderen Ort startklar gemacht werden. Am Ende sollte da kein all zu großer Zeitunterschied sein und der Taucher bekommt so schnell wie möglich die bestmögliche Erstversorgung. Direkt rein in die Kammer und Druck auf den Pott, macht nur in den wenigsten und aller dramatischsten Fällen Sinn; plus bringt weitere potentielle Probleme während der Behandlung.
thüringen-diverkann Tauchen
31.08.2010 14:51
@Biodiver

"Fahre selbst bald an den Bodensee, und eine startklare Druckkammer in Überlingen würde doch schon ein beruhigendes Gefühl im Hinterkopf erzeugen... "

und was machst du wenn die Druckkammer noch in der Revision ist ?

fährst du dann nicht zum tauchen an den Bodensee ?

wenn du sonst zum tauchen fährst - rufst du da immer bei der Rettungsleitstelle an und fragst welche Druckkammer in Bereitschaft ist und welche Flugrettung eingesetzt wird ?

wie machst du das wenn du auf der Autobahn zum Tauchplatz fährst - rufst du auch alle paar Km in der Rettungsleitstelle an und fragst welche Feuerwehr und welcher Rettungsdienst für diesen Autobahnabschnitt im Einsatz ist bei einem Unfall auf der Autobahn

wenn du zu einem einsammen Steinbruch im Wald zum tauchen fährst - rufst du da auch schon die Wasserrettung an damit die mit Tauchrrettern und Hubschrauber am See warten ?

wie machst du das in Ägypten oder in Thailand auf einer Insel ?

oder bei einer Tauchsafari ?
31.08.2010 23:27
@thüringen-diver: Ich verstehe nicht ganz, was du damit sagen willst Ich dachte mit dem "beruhigenden Gefühl" etc pp in hätte ich einigermaßen verständlich ausgedrückt, in welche Richtung meine Frage gedacht war. Aber offenbar habe ich mich geirrt. Gut, also nochmal:

Natürlich kann es mir prinzipiell wurst sein, wohin ich im Fall des Falles gebracht werde für die Druckkammerbehandlung. Hauptsache es geht zügig. Und zügiger, als bei einem TU in Überlingen in die Druckkammer Überlingen eingewiesen zu werden, geht es nunmal nicht. Das heißt nicht, dass ich andernfalls direkt sterbe und deswegen nicht dorthin fahren würde, was für ein Quatsch. Aber der Effekt ist ein psychologischer. Der Bodensee ist nunmal nicht mein "5m-Fischegucken-Haustümpel", etliche Berichte im T-net-Unfallforum belegen das. Ich lebe nicht in panischer Angst vor einem Tauchunfall, sonst würde ich das Hobby an den Nagel hängen. Ich fahre auch nicht nur dort zum Tauchen, wo im Umkreis von 1km eine Druckkammer steht. Aber wenn ich ohnehin irgendwo hingehe, wo das der Fall ist, kann ich mich doch besser fühlen ohne mich dafür schämen zu müssen, oder nicht?
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